Louis Couperus

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Statue von Louis Couperus

Louis Marie Anne Couperus (* 10. Juni 1863 in Den Haag; † 16. Juli 1923 in De Steeg) war ein niederländischer Autor.

Leben[Bearbeiten]

Er war das jüngste von elf Kindern von Jonkvrouwe Catharina Geertruida Reynst und Dr. John Ricus Couperus, pensionierter Gerichtsrat an den beiden Hohen Gerichtshöfen im damaligen Niederländisch-Indien (Indonesien).

Louis Couperus verbrachte den Großteil seines Lebens im Ausland, als Schulkind in Batavia, als Erwachsener auf seinen ausgedehnten Reisen in Skandinavien, England, Deutschland, Frankreich, Spanien, Niederländisch-Indien, Japan und vor allem in dem von ihm so geliebten Italien, das ihn überaus faszinierte. Den Ausbruch des Ersten Weltkrieges feierte er als Erlösung aus Erstarrtheit.[1] Infolge des Krieges kehrte er 1915 nach Den Haag zurück, wo ihm von seinen Freunden ein Haus in De Steeg angeboten wurde, das er jedoch nur für kurze Zeit bewohnte. Er starb dort am 16. Juli 1923, wenige Wochen nach seinem 60. Geburtstag, vermutlich an einer Lungenfellentzündung und einer Blutvergiftung.

Werke[Bearbeiten]

Die stattliche Reihe der historischen und psychologischen Romane, Erzählungen, Reiseberichte, Essays, Feuilletons und Gedichte, die Couperus hinterließ, zeugen von einer erstaunlichen Vielfalt und nicht zuletzt von einem außergewöhnlich arbeitsamen Schriftsteller. Für sein literarisches Werk erhielt er 1897 den Offiziersorden von Oranien-Nassau und 1923, an seinem 60. Geburtstag, den Orden des Niederländischen Löwen.

Neben seinen zahllosen kürzeren Werken waren seine bedeutendsten Romane, die schon zu Lebzeiten des Autors in verschiedene Sprachen übersetzt wurden:

  • Eline Vere (1889)
  • Schicksal (1890) - Noodlot (nicht ins Deutsche übersetzt; Englisch: Fate)[2]
  • Psyche (1898/deutsch: 1924)
  • Die stille Kraft (1900)
  • Die langsamen Linien der Allmählichkeit (1900)
  • Babel (1901/deutsch: 1911)
  • Jahve (1902)
  • Die Bücher der kleinen Seelen (1901/1903, nicht übersetzt)
  • Dionysos (1905/deutsch: 1920)
  • De berg van licht / Heliogabal (1905-1906/deutsch: 1916)
  • Von alten Menschen, den Dingen, die vorübergehen (1906)
  • Aphrodite in Aegypten (1911/deutsch: 1920)
  • Der Unglückliche (1915/deutsch: 1921)
  • Die Komödianten (1917/deutsch: 1919)
  • Das schwebende Schachbrett (1917/deutsch: 1921)
  • Xerxes oder Der Hochmut (1919/deutsch: 1919)
  • Iskander (1920/deutsch: 1926)

Literatur[Bearbeiten]

  • Die kleine Enzyklopädie, Encyclios-Verlag, Zürich, 1950, Band 1, Seite 318

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geert Buelens: Bepaald geen kleine oorlog. De Eerste Wereldoorlog in de literatuur in Nederland (Couperus, Verwey, Van Looy). In: Elke Brems u.a. (Hg.): Achter de verhalen. Over de literatuur van de twintigste eeuw. Peeters, Leuven 2007. ISBN 978-90-429-1951-8. S. 59–74; und Geert Buelens: Europas Dichter und der Erste Weltkrieg. Suhrkamp, Berlin 2014. ISBN 978-3-518-42432-2. Darin das Kapitel „Ein heißer Sommer. Juli - September 1914“, S. 50–102.
  2. Diese Novelle soll Oscar Wilde in der Konzeption von Das Bildnis des Dorian Gray beeinflusst haben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Louis Couperus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien