Louis III. de Bourbon, prince de Condé

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Louis III. de Bourbon; unbekannter Künstler, Musée Datenbank Joconde
Louise-Elisabeth de Bourbon(Gemälde von Pierre Gobert)
Louise-Anne de Bourbon, Mademoiselle de Charolais
Coat of arms of the Prince of Condé.png

Louis de Bourbon (* 11. Oktober 1668 in Paris; † 4. März 1710 ebd.), Prinz von Geblüt, Titularherzog von Bourbon, später Herzog von Bourbonnais und Pair von Frankreich, 4. Herzog von Enghien und Pair von Frankreich, Herzog von Châteauroux und Pair von Frankreich, 2. Herzog von Guise und Pair von Frankreich; 1685 Großmeister von Frankreich; 1686/88 Ritter des Ordens vom heiligen Geist; seit 1709 6. Fürst von Condé und Herzog von Seurre-Bellegarde; marquis de Brézé, comte de Charolais; Gouverneur von Burgund und Bresse; französischer Hochadliger und Militär.

Leben[Bearbeiten]

Der Herzog von Bourbon, wie Ludwig genannt wurde, war der zweite Sohn Heinrichs III. von Condé und der Pfalzgräfin Anna Henriette von Pfalz-Simmern und wurde im Hôtel de Condé in Paris geboren. Er wird beschrieben als kurz gewachsen, mit großem Kopf und gelblicher Gesichtsfarbe, außerdem als notorisch übelwollend und ärgerniserregend.

Er übernahm 1685 von seinem Vater das Amt des Großmeisters von Frankreich und wurde im folgenden Jahr Ritter des Ordens vom heiligen Geist. 1688 folgte er dem Dauphin zur Belagerung von Philippsburg und dem König, Ludwig XIV., zur Belagerung von Mons, 1691, und Namur, 1692. Er kämpfte auch in den Schlachten von Schlacht von Steenkerke und Schlacht von Neerwinden. 1694 diente er als Generalleutnant in Flandern.

Nach dem Tode seines Vaters 1709 erbte er dessen Titel und Ämter. Da aber nach dessen Tod der Titel eines Ersten Prinzen von Geblüt an den Herzog von Orléans übergegangen war, nannte er sich nicht mehr - wie es bisher dem Prinzen von Condé zugestanden hatte - Monsieur le Prince, sondern behielt die Anrede Monsieur le Duc für den Herzog von Bourbon. Auch den Titel Prince de Condé führte er deshalb nicht.

Er starb im folgenden Jahr sehr plötzlich - wie es heißt an einem Schlaganfall.

Familie und Nachkommen[Bearbeiten]

Louis III. de Bourbon war ab dem 24. Juli 1685 in Versailles mit Louise Françoise de Bourbon verheiratet, einer legitimierten Tochter Ludwigs XIV. mit der Madame de Montespan. Mit Louise-Françoise hatte er neun Kinder:

  1. Marie Anne Gabrielle Eleonore (* 22. Dezember 1690; † 29. August 1766), trat am 20. Mai 1706 in die Abtei Fontevrault ein und starb als Äbtissin von St.-Antoine-des-Chams in Paris
  2. Louis IV. Henri de Bourbon, prince de Condé (1692–1740), Großhofmeister des königlichen Hauses, Präsident des Regentschaftsrates während der Minderjährigkeit Ludwigs XV. und später dessen Premierminister
  3. Louise-Elisabeth de Bourbon-Condé (* 22. November 1693; † 28. Mai 1775), Mademoiselle de Charolais, später mademoiselle de Bourbon, heiratete am 19. Juli 1718 Louis Armand II. de Bourbon, prince de Conti
  4. Louise-Anne de Bourbon-Condé (* 23. Juni 1695; † 8. April 1758), mademoiselle de Sens, später mademoiselle de Charolais genannt; erhielt im September 1734 den Titel Mademoiselle, wobei zugleich festgesetzt wurde, dass derselbe in Zukunft samt den damit zusammenhängenden Ehrenbezeugungen und Pensionen immer auf die älteste Prinzessin des königlichen Hauses fallen sollte
  5. Marie-Anne de Bourbon-Condé, mademoiselle de Clermont (* 16. Oktober 1697; † 11. August 1741), wurde 1725 surintendante (Oberhofmeisterin), eine Stelle, die samt dem Gehalt von 70.000 Livres nach ihrem Tod wieder eingezogen wurde; heiratete heimlich Louis de Melun, Herzog von Joyeuse
  6. Charles de Bourbon-Condé, comte de Charolais (1700–1760)
  7. Elisabeth-Alexandrine (* 15. September 1701; 13. April 1765), mademoiselle de Gex (die Baronie Gex bei Genf war als Pfand an das Haus Condé gekommen), später mademoiselle de Sens genannt; sie vertauschte 1761 ihre Apanage, die Grafschaft Charolais, gegen Palaiseau an den König
  8. Henriette-Louise Marie Françoise Gabrielle (* 15. Januar 1703; † 19. September 1772), mademoiselle de Vermandois, starb als Äbtissin von Beaumont-les-Tours
  9. Louis de Bourbon-Condé, comte de Clermont (1709–1771), Kirchenmann, General und Libertin; Oberbefehlshaber der Rheinarmee im Siebenjährigen Krieg

Außerdem mit einer Mlle de Blanchefort:

  1. Louise Charlotte, mademoiselle de Dampierre (1700–1754), 1726 legitimiert; heiratete 1726 Nicolas de Changy, comte de Roussillon

Literatur[Bearbeiten]