Louis Jourdan

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Louis Jourdan (* 19. Juni 1921 in Marseille; bürgerlicher Name Louis Gendre) ist ein französischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Louis Jourdan wuchs in Frankreich, der Türkei und England auf und wurde auf der École Dramatique in Paris zum Schauspieler ausgebildet. Seinen ersten Auftritt als Filmschauspieler hatte er 1939. Auch während des Zweiten Weltkriegs drehte er weiter Filme, bis er aufgefordert wurde, bei Propagandafilmen der Nationalsozialisten mitzuwirken; er wies das Angebot zurück und schloss sich der Résistance an. Nach der Befreiung Frankreichs 1944 heiratete er Berthe Frédérique, mit der er einen Sohn hatte, der 1981 jedoch an einer Überdosis nicht näher genannter Drogen starb.

1947 folgte er einem Angebot aus Hollywood, in Der Fall Paradin von Alfred Hitchcock neben Gregory Peck zu spielen. In der Folgezeit wurde versucht, Louis Jourdan als Nachfolger von Charles Boyer zu einem Continental Lover aufzubauen. Auch die folgenden Filme zeigten den Schauspieler meist in romantischen Rollen, so in der Adaption von Madame Bovary neben Jennifer Jones und in der Verfilmung von Stefan Zweigs Brief einer Unbekannten unter der Regie von Max Ophüls an der Seite von Joan Fontaine. 1954, unzufrieden mit der ständigen Wiederholung desselben Rollenmusters, ging er nach New York an den Broadway, wo er die Hauptrolle in Billy Roses Drama The Immoralist übernahm.

In den 1950er Jahren trat Louis Jourdan in mehreren internationalen Produktionen auf: Er spielte neben Brigitte Bardot die männliche Hauptrolle in La Mariée est trop belle, blieb aber vor allem in Erinnerung für seine Rolle in der 1958er Verfilmung von Colettes Roman Gigi neben Leslie Caron und Maurice Chevalier. Der Film erhielt neun Oscars, darunter den für den Besten Film. 1961 spielte er die Titelrolle im Dumas-Klassiker Der Graf von Monte Christo. In späteren Jahren spielte er eher den Typ des Schurken, so 1974 als Villefort in der Neuverfilmung von Der Graf von Monte Christo neben Richard Chamberlain und Tony Curtis, 1977 in Count Dracula sowie 1983 in dem James-Bond-Film Octopussy als Gegenspieler von Roger Moore.

Louis Jourdan hat zwei Sterne – einen für Fernsehen und einen für Tonaufnahmen – auf dem Hollywood Walk of Fame bei 6153 und 6445 Hollywood Boulevard. Er lebt heute zurückgezogen in Südfrankreich.

Filmografie (Auszüge)[Bearbeiten]

  • 1939: Le Corsaire
  • 1940: La Comédie du bonheur
  • 1941: Parade en sept nuits
  • 1941: Premier rendez-vous
  • 1942: Félicie Nanteuil
  • 1942: La Belle aventure
  • 1944: Les Petites du quai aux fleurs
  • 1945: La Vie de bohème
  • 1947: Der Fall Paradin (The Paradine Case)
  • 1948: Brief einer Unbekannten (Letter from an Unknown Woman)
  • 1948: Ein Mann zuviel (No minor Vices)
  • 1949: Madame Bovary und ihre Liebhaber (Madame Bovary)
  • 1951: Insel der zornigen Götter (Bird of Paradise)
  • 1951: Die Piratenkönigin (Anne of the Indies)
  • 1952: Mein Sohn entdeckt die Liebe (The Happy Time)
  • 1952: Liebe im Kreise (Rue de l’éstrapade)
  • 1953: Boccaccios große Liebe (Decameron Nights)
  • 1954: Drei Münzen im Brunnen (Three Coins in the Fountain)
  • 1956: Die Braut war viel zu schön (La Mariée est trop belle)
  • 1956: Der Schwan (The Swan)
  • 1956: Mord in den Wolken (Julie)
  • 1957: Im Dienste des Königs (Dangerous Exile)
  • 1957: Dem Sumpf entronnen (Escapade)
  • 1958: Gigi
  • 1959: The Best of Everything
  • 1959: Alle meine Träume (The Best of Everything)
  • 1960: Can-Can
  • 1961: Die Jungfrauen von Rom (Le Vergini di Roma)
  • 1961: Der Graf von Monte Christo (Le Comte de Monte Cristo)
  • 1962: Die Zitadelle von San Marco (Mathias Sandorf)
  • 1961: Verwirrung (Il disordine)
  • 1962: Leviathan
  • 1963: Hotel International (The V.I.P.s)
  • 1966: Paris ist voller Liebe (Made in Paris)
  • 1967: Cervantes – Der Abenteurer des Königs (Cervantes)
  • 1967: Der grausame Job (Peau d’espion)
  • 1969: Vergiß oder stirb! (Run a Crooked Mile)
  • 1975: Der Graf von Monte Christo (The Count of Monte Christo)
  • 1977: Der Mann mit der eisernen Maske (als d´Artagnan)
  • 1977: Kommissar hoch zwei (Plus ça va, moins ça va)
  • 1978: Silber, Banken und Ganoven (Silver Bears)
  • 1978: Columbo: Mord à la carte (Murder Under Glass)
  • 1979: Victor Charlie ruft Lima Sierra (The French Atlantic Affair)(Miniserie)
  • 1981: Double Deal – Eine verhängnisvolle Affäre (Double Deal)
  • 1982: Escape to Love
  • 1982: Das Ding aus dem Sumpf (Swamp Thing)
  • 1983: Octopussy
  • 1989: Das grüne Ding aus dem Sumpf (The Return of Swamp Thing)
  • 1992: Year of the Comet

Weblinks[Bearbeiten]