Louis Ngwat-Mahop

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Louis Ngwat-Mahop
Louis Mahop.JPG

im Trikot von Red Bull Salzburg (2010)

Spielerinformationen
Voller Name Louis Clément Ngwat-Mahop
Geburtstag 16. September 1987
Geburtsort YaoundéKamerun
Größe 186 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1993–2006 Dragon Club de Yaoundé
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2006
2006–2007
2007
2007–2010
2008–2010
2011
2011–2012
2012–
Dragon Club de Yaoundé
Bayern München II
FC Bayern München
Red Bull Juniors
FC Red Bull Salzburg
Iraklis Thessaloniki
Karlsruher SC
SC Rheindorf Altach
 ? 0(?)
33 0(7)
1 0(0)
18 0(9)
44 0(4)
10 0(3)
6 0(1)
76 (20)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 13. Dezember 2014

Louis Clément Ngwat-Mahop /ŋʍat mahɔp/ (* 16. September 1987 in Yaoundé) ist ein kamerunischer Fußballspieler, der seit 2012 beim österreichischen SC Rheindorf Altach unter Vertrag steht.

Karriere[Bearbeiten]

FC Bayern München[Bearbeiten]

Vom sechsten bis neunzehnten Lebensjahr spielte Ngwat-Mahop in seinem Jugendverein Dragon Club de Yaoundé – auch ein Jahr in einer der unteren Ligen Kameruns –, ehe er für die zweite Mannschaft des FC Bayern München verpflichtet wurde. In der Regionalliga Süd gab er am 5. August 2006 (1. Spieltag) bei der 0:2-Heimniederlage gegen den KSV Hessen Kassel sein Debüt im deutschen Fußball. Sein erstes Tor am 12. August (3. Spieltag) war zugleich auch ein spielentscheidendes, denn die TSG 1899 Hoffenheim wurde im Heimspiel mit 1:0 besiegt. Für das Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach am 5. Mai 2007 (32. Spieltag) wurde Ngwat-Mahop von Trainer Ottmar Hitzfeld erstmals in den Profikader der Bayern berufen. Am 12. Mai 2007 (33. Spieltag) – in der 88. Minute für Ali Karimi eingewechselt – gab er beim 3:0-Erfolg im Auswärtsspiel gegen den FC Energie Cottbus sein Bundesliga-Debüt.

Nach Bekanntwerden der „Pass-Affäre“ trennte sich der FC Bayern nach der Saison 2006/07 umgehend von Ngwat-Mahop und erstatteten Selbstanzeige beim DFB, da man einen nicht spielberechtigten Spieler eingesetzt hatte.

FC Red Bull Salzburg[Bearbeiten]

Im Juli 2007 überzeugte Ngwat-Mahop bei einem Probetraining beim FC Red Bull Salzburg. Die Verantwortlichen in Salzburg wurden von den Vorfällen um den Pass unterrichtet. Nachdem er die Freigabe von der FIFA erhalten hatte, stand er beim FC Red Bull Salzburg unter Vertrag.[1] Sportdirektor Oliver Kreuzer hatte die Verpflichtung bereits zuvor angekündigt.[2]

Hermann Gerland, Trainer der zweiten Mannschaft des FC Bayern, bezeichnete den jungen Kameruner als „Rohdiamant“. Michael Streiter, Trainer der Red Bull Salzburg Juniors, lobte Ngwat-Mahops Schnelligkeit und Ballbehauptung.[3]

2009 – nach Beendigung der ersten Saison im Kader der ersten Mannschaft des FC Red Bull Salzburg – wurde Ngwat-Mahop österreichischer Meister; dazu hatte er mit drei Toren in 27 Spielen beigetragen. Die Saison 2009/10 – vom 1. und 33. Spieltag abgesehen – pausierte er wegen einer schweren Verletzung, doch mit seinen zwei Einsätzen trug er zur Titelverteidigung bei. Für die folgende Saison meldete er sich wieder fit, erlitt aber kurz nach Meisterschaftsbeginn wieder eine Verletzung.

Iraklis Thessaloniki[Bearbeiten]

Im Januar 2011 wechselte er zum Erstligisten Iraklis Thessaloniki nach Griechenland[4] und kam am 23. Januar 2011 (19. Spieltag) bei der 0:3-Niederlage im Auswärtsspiel gegen AO Kavala auch gleich zu seinem ersten Einsatz. Am 5. Februar 2011 (21. Spieltag) erzielte er mit dem 1:0-Führungstreffer in der 15. Minute beim 2:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen den FC Panserraikos auch sein erstes Tor für seinen neuen Verein. Mit Entzug der Lizenz (wegen Fälschung eines Steuerdokumentes) am Ende der Saison 2010/11 – obwohl sportlich im gesicherten Mittelfeld platziert – musste er mit dem Verein in die Football League absteigen.

Karlsruher SC[Bearbeiten]

Kurz vor Ende der Transferperiode sicherte sich der KSC zur Saison 2011/12 die Dienste von Ngwat-Mahop.[5] Wieder war es Oliver Kreuzer, inzwischen Sportdirektor beim KSC, der ihn holte. Bei seinem Debüt für den Karlsruher SC erzielte er am 10. September 2011 (7. Spieltag) bei der 2:4-Niederlage im Auswärtsspiel gegen Fortuna Düsseldorf den Treffer zum Endstand. Schon nach zwei Spielen verletzte sich Ngwat-Mahop beim Training schwer am Sprunggelenk, was zu einem längeren Ausfall und am Ende der Saison zur Trennung führte.

SC Rheindorf Altach[Bearbeiten]

Zunächst vereinslos, wurde Ngwat-Mahop während der Saison 2012/13 vom Zweitligisten SCR Altach verpflichtet.[6][7] Einen Tag nach der Verpflichtung debütierte er am 7. August 2012 (4. Spieltag) bei der 1:4-Niederlage im Heimspiel gegen den SKN St. Pölten, wobei er sich mit seinem Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 in der 30. Minute gut einführte.[8] Am Ende der Folgesaison errang er mit der Mannschaft die Zweitliga-Meisterschaft, was den Aufstieg in die Bundesliga nach fünf Jahren Abstinenz bedeutete.

Pass-Affäre[Bearbeiten]

Um für den FC Bayern München in der Regionalliga Süd antreten zu dürfen, musste Ngwat-Mahop die Staatsbürgerschaft eines EU-Staates vorweisen. Scheinbar beantragte er einen französischen Pass. Als die Mannschaft des FC Bayern zu Beginn der Saison 2007/08 nach Hongkong aufbrechen wollten, gab Ngwat-Mahop zu Protokoll, dass er seinen Pass nicht mehr finden könne. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass der französische Pass gefälscht war, die Passnummer auf eine Frau aus Paris lief. Nach Aussage von Amateurtrainer Hermann Gerland wurde die Passfälschung durch den Spielerberater und ohne Wissen Ngwat-Mahops eingeleitet.[9]

Yalla Krüger, Ngwat-Mahops Berater, gab auf seiner Homepage hingegen zu Protokoll, dass die Passangelegenheiten von einem kamerunischen Vermittler, mit dem er zuvor noch nie zusammengearbeitet habe, und Ngwat-Mahops selbst geregelt wurden. Am 29. Juni 2007, einen Tag, nachdem der Verein über den Verlust des Passes informiert worden war, fuhr Krüger mit Ngwat-Mahops und einer Passkopie zum französischen Konsulat, um ein Visum zu beantragen. Hier wurde man auf die Passfälschung aufmerksam. Krüger gab an, Ngwat-Mahops seit dem 9. Juli 2007 nicht mehr gesehen zu haben und sagt, dass er von der Entwicklung persönlich tief betroffen und enttäuscht sei.[10]

Aufgrund der Beschuldigungen wurde gegen Krüger ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Da die Vorwürfe jedoch nicht bestätigt werden konnten, wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft München I vom 12. November 2008 (Az. 384 Js 46461/07) das Verfahren gegen ihn schließlich eingestellt.

Wäre die fehlende Spielberechtigung Ngwat-Mahops für die 33 Regionalligaspiele, in denen er in der Saison 2006/07 zum Einsatz kam, dem DFB vor dem 1. Juli 2007 bekannt geworden, wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die Reservemannschaft des FC Bayern München 2007 in die Oberliga zwangsabgestiegen, was den Klassenerhalt des 1. FC Saarbrücken zur Folge gehabt hätte; aus diesem Grund kündigte der 1. FC Saarbrücken im Februar 2008 Klage auf Ausgleich des aus dem Abstieg resultierenden wirtschaftlichen Schadens gegen den FC Bayern München an.[11][12]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Louis Ngwat-Mahop – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. redbulls.com: Louis Clément Ngwat-Mahop ist erstmals im Kader! (Version vom 26. September 2007 im Internet Archive)
  2. salzburg.com: Bayerns Mahop als Hoffnung im Sturm
  3. Am 1. September 2007 im TSV 1860 München: "Rohdiamant" Ngwat-Mahop von RB Salzburg war Thema Stürmersuche: „Absolute Granate“ war Thema
  4. Pressemitteilung in der Kleine Zeitung vom 10. Januar 2011
  5. Pressemitteilung vom 1. September 2011 auf kicker.de
  6. Verpflichtung Ngwat-Mahops auf kicker.de
  7. Verpflichtung Ngwat-Mahops auf weltfussball.de
  8. Spielpaarung am 4. Spieltag auf weltfussball.de
  9. Kicker: Bayern erstattet Selbstanzeige
  10. (Screenshot der Stellungnahme (Memento vom 12. Juli 2012 im Webarchiv Archive.today))
  11. Der Kicker vom 1. Februar 2008, Saarbrücken klagt gegen den FCB! (abgerufen am 2. Februar 2008)
  12. FC Saarbrücken vom 1. Februar 2008, 1. FC Saarbrücken reicht Klage gegen FC Bayern München ein (Version vom 3. April 2008 im Internet Archive) (abgerufen am 2. Februar 2008)