Louise, Duchess of Argyll

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Philip Alexius de László: Prinzessin Louise als Witwe, Öl auf Leinwand, um 1920

Prinzessin Louise Caroline Alberta von Großbritannien und Irland, Duchess of Argyll VA (* 18. März 1848 im Buckingham Palace, London; † 3. Dezember 1939 im Kensington Palace, London) war ein Mitglied der britischen Königsfamilie. Sie war das sechste Kind von Königin Victoria und Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha.

Frühe Jahre[Bearbeiten]

John Everett Millais: John Campbell, 9. Herzog von Argyll, Öl auf Leinwand, um 1880

Louise wurde benannt zu Ehren ihrer Großmutter väterlicherseits Louise von Sachsen-Gotha-Altenburg. In ihrer Jugend wurde Louise dem strengen Erziehungsreglement unterworfen, das ihr Vater für seine Kinder ausgearbeitet hatte. Sie galt als intelligentes und insbesondere künstlerisch begabtes Kind. Nach dem frühen Tod ihres Vaters widersetzte sie sich der jahrelangen Trauerzeit, die Königin Victoria einhielt. Sie übernahm ab 1866 die Aufgaben einer inoffiziellen Privatsekretärin ihrer Mutter, die sie entgegen deren Erwartungen gut erledigte.

Louise unterstützte liberales Gedankengut und stand der Frauenbewegung nahe. Sie galt als hübscheste Tochter der Königin, so dass ihr von der Presse romantische Affären nachgesagt wurden. Daher war die Königin bestrebt, für ihre Tochter einen Ehemann zu finden, der sowohl ihr als auch Louise zusagte.

Nachdem verschiedene ausländische Prinzen aufgrund außenpolitischer Gesichtspunkte nicht in Betracht kamen, entschied sich die Prinzessin, John Douglas Sutherland Campbell, Marquess of Lorne zu heiraten. Die Eheschließung, die 1871 in der St. George’s Chapel in Windsor Castle erfolgte, war durchaus umstritten, weil es die erste Heirat zwischen einer Tochter eines britischen Monarchen und einem britischen Staatsbürger, also keinem ausländischen Prinzen aus einem regierenden oder mediatisierten Haus, seit 1515 war. Die Ehe blieb kinderlos.

Kanada[Bearbeiten]

1878 wurde der Mann von Louise, der zuvor Mitglied des Unterhauses gewesen war, von der Königin auf Vorschlag der Regierung zum Generalgouverneur von Kanada ernannt. Beide lebten bis zum Ende der Amtszeit 1883 in Rideau Hall in Ottawa.

Beide förderten insbesondere die Kunst. Dies kam Louises Fähigkeiten und Interessen entgegen. Andererseits gab es auch immer wieder Konflikte mit der Presse, aber auch der Bevölkerung, die Schwierigkeiten mit dem adligen Status des Ehepaares hatten.

Spätere Jahre[Bearbeiten]

Louise, Duchess of Argyll, um 1870

Nach Rückkehr in das Vereinigte Königreich zog das Ehepaar in den Kensington Palace, wo Louise für den Rest ihres Lebens wohnen blieb. Die Eheleute lebten sich zusehends auseinander und gingen oft eigene Wege. Grund hierfür war unter anderem die politische Karriere ihres Mannes, die im Gegensatz zur Neutralität der königlichen Familie stand.

Es gab auch Gerüchte über eine Homosexualität des Marquess. Louise selbst hatte in diesen Jahren verschiedene romantische Beziehungen, unter anderem zu Arthur Bigge, dem königlichen Privatsekretär, und Sir Edwin Lutyens; dass diese auch sexueller Natur waren, ist nicht belegt. Angeblich hatte Louise auch eine Affäre mit Prinz Heinrich von Battenberg, dem Mann ihrer Schwester Beatrice.

Louise übernahm Aufgaben in der königlichen Familie und vertrat die Königin bei unterschiedlichsten Anlässen. Sie galt als ein aufgeschlossenes und unkonventionelles Mitglied der Königsfamilie. So ließ sie sich von Elizabeth Garrett Anderson, der ersten Ärztin im Vereinigten Königreich, behandeln. Auch hatte sie ein großes Interesse an körperlicher Ertüchtigung. Ferner pflegte sie weiter ihre künstlerischen Hobbys; insbesondere die Bildhauerei hatte es ihr angetan. Sie war Schülerin des Bildhauers Sir Joseph Boehm, die von ihr gefertigte Statuen stehen heute noch auf der Isle of Wight und in Montreal.

Nach dem Tode ihres Schwiegervaters im Jahre 1900 erbte ihr Mann dessen Titel, so dass Louise zur Herzogin von Argyll wurde. Ein Jahr später starb ihre Mutter, Königin Victoria. Sie erbte von ihr ein Anwesen auf dem Gelände von Osborne House. Die Familie lebte aber weiterhin über ihre Verhältnisse, was erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten zur Folge hatte.

In den folgenden Jahren verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Herzogs zusehends, er wurde senil. Louise pflegte ihn, so dass sich die Eheleute wieder näher kamen. Im April 1914 verstarb der Herzog.

In den letzten Jahrzehnten ihres Lebens trat Louise kaum noch in der Öffentlichkeit auf. Sie lebte vielmehr zurückgezogen in ihren Räumlichkeiten im Kensington Palace in unmittelbarer Nähe zu ihrer Schwester Beatrice. Sie verstarb im Dezember 1939 und wurde auf dem Royal Burial Ground Frogmore beigesetzt.

Titel, Orden und Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Prinzessin Louise

Titel und Anreden[Bearbeiten]

  • 1848–1871: Her Royal Highness The Princess Louise
  • 1871–1900: Her Royal Highness The Princess Louise, Marchioness of Lorne
  • 1900–1939: Her Royal Highness The Princess Louise, Duchess of Argyll

Orden[Bearbeiten]

Militärische Ehrenränge[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Im Jahre 1858 wurde Louise und ihren drei jüngeren Schwestern gestattet, das Wappen des Vereinigten Königreichs zu führen. Wie bei Frauen üblich, war es nicht als Schild sondern als Raute ("Damenschild") ausgestaltet. Bis 1917 führte sie das Wappen von Sachsen als Mittelschild.[2]

Erwähnenswertes[Bearbeiten]

Nach ihr sind die kanadische Provinz Alberta, die Stadt Louiseville und der Lake Louise, beide ebenfalls in Kanada, benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Daphne Bennett: Queen Victoria's Children, Victor Gollanz Ltd., London 1980
  • E. F. Benson: Queen Victoria's Daughters, Appleton & Company, 1938
  • J.E. Collins: Canada Under the Administration of Lord Lorne, Rose Publishing Company, Toronto 1884
  • David Duff: The Life Story of H.R.H. Princess Louise Caroline Alberta, Duchess of Argyll, Cedric Chevers Ltd., Bath 1971
  • D. Blake McDougall Edmonton: Princess Louise Caroline Alberta, ausführliche Biographie auf der Website der Legislative Assembly of Alberta, 1988 (englisch)
  • Henry James Morgan: Types of Canadian women and of women who are or have been connected with Canada, Toronto 1903, online im Internet Archive auf archive.org (englisch)
  • Mark Stocker: Louise, Princess, duchess of Argyll (1848–1939). In: H. C. G. Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB), Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, online, Stand: Januar 2008 (Lizenz erforderlich) (englisch)
  • Jehanne Wake: Princess Louise: Queen Victoria's unconventional daughter, Collins, London 1988, ISBN 0-00-217076-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Prinzessin Louise, Duchess of Argyll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Eintrag zu Louise Caroline Alberta Saxe-Coburg and Gotha, Princess of the United Kingdom auf der Website thepeerage.com (englisch)
  • Eintrag bei getty.edu (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wake, p. 68
  2. Heraldica – British Royalty Cadency