Louise von Dänemark

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Louise von Dänemark, Herzogin von Sachsen-Hildburghausen

Louise von Dänemark (* 19. Oktober 1726 in Kopenhagen; † 8. August 1756 in Hildburghausen) war eine Prinzessin von Dänemark und Norwegen und durch Heirat Herzogin von Sachsen-Hildburghausen.

Leben[Bearbeiten]

Louise war die einzige überlebende Tochter des dänischen Königs Christian VI. und dessen Gemahlin Sophie Magdalene von Brandenburg-Kulmbach. Die Schwester König Friedrichs V. von Dänemark war Ehekandidatin, neben dem Herzog von Cumberland, für den schwedischen König Adolf Friedrich. Doch auch der unbedeutende Duodezfürst Karl Friedrich, Markgraf von Baden-Durlach, wurde von Louises Bruder in Erwägung gezogen. Friedrich V. wollte damit verhindern, dass im Falle des Aussterbens seiner Dynastie, das Königreich nicht an Sachsen oder das verwandte Holstein fiel. Im Jahr 1749 hatte die Prinzessin eine Affäre mit einem Pagen, der schließlich inhaftiert wurde.

Sie vermählte sich am 1. Oktober 1749 auf Schloss Hirschholm mit Ernst Friedrich III., Herzog von Sachsen-Hildburghausen, dem sie einen bedeutenden Brautschatz mitbrachte. Aus Anlass dieser Eheschließung stiftete Herzog Ernst Friedrich III. den Orden des glücklichen Bundes “l'ordre de l'heureuse Alliance”, der nach Louises Tod aber wieder einging.

Wie schon ihre Eltern war Louise streng religiös. Ihr Wirken als Herzogin in Hildburghausen wird als erhaben, gottesfürchtig, tugendhaft, höchst gerecht und streng in Erfüllung jeder Regentenpflicht beschrieben.[1] Die stolze und verwöhnte[2] Herzogin nötigte einen kostspieligen Hofstaat mit steifer Etikette zu führen. Carl Barth beschreibt die Verhältnisse am Hof während der Regierungszeit der Herzogin: „Des Herzog Ernst Friedrich Carls erste Gemahlin, eine königl. Prinzessin von Dänemark war mit königlichem Aufwand eingezogen. Die Stadt sah mit Stolz die goldbeblechten Heiducken neben, Läufer mit großen silberbeschlagenen Stöcken, Hetzpeitschen oder Fackeln vor den vergoldeten, mit Spiegelscheiben um und um besetzten Prachtcarossen durch die Straßen eilen. Große solenne Schlittenfahrten, Masken- und andere Bälle, Prachtjagden, Ballette im Theater und hohes Spiel machten die Winterfreuden. Ein zahlreicher Hofstaat, die Blüte der Ritterschaft und die Damen, in rauschenden Reifröcken, füllte die Säle; der Laquaien sich drängendes Heer im Vorzimmer, ausgesuchte Pferde von allen Racen den Marstall, alle Kassen aber hatten viel leeren Raum.“[3]

Am 5. Dezember 1755 wurde das einzige Kind der Ehe, Prinzessin Friederike Sophie Juliane Karoline geboren, die schon am 10. Januar 1756 wieder starb. Nach langer Krankheit verschied auch die Herzogin nur wenige Monate nach ihrer Tochter. Teile ihres Besitzes mussten wieder nach Dänemark zurückgebracht werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinrich Ferdinand Schoeppl: Die Herzoge von Sachsen-Altenburg. Bozen 1917, Neudruck Altenburg 1992
  • Dr. Rudolf Armin Human: Chronik der Stadt Hildburghausen Hildburghausen 1886

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rudolf Armin Human: Chronik der Stadt Hildburghausen Hildburghausen 1886 S. 35
  2. Heinrich Ferdinand Schoeppl: Die Herzoge von Sachsen-Altenburg. Bozen 1917, Neudruck Altenburg 1992 S. 70
  3. Heinrich Ferdinand Schoeppl: Die Herzoge von Sachsen-Altenburg. Bozen 1917, Neudruck Altenburg 1992 S. 71