Lourdes

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Lourdes (Begriffsklärung) aufgeführt.
Lourdes
Wappen von Lourdes
Lourdes (Frankreich)
Lourdes
Region Midi-Pyrénées
Département Hautes-Pyrénées
Arrondissement Argelès-Gazost
Kanton Chef-lieu von 2 Kantonen
Koordinaten 43° 6′ N, 0° 3′ W43.095-0.045277777777778400Koordinaten: 43° 6′ N, 0° 3′ W
Höhe 343–960 m
Fläche 36,94 km²
Einwohner 14.282 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 387 Einw./km²
Postleitzahl 65100
INSEE-Code
Website www.lourdes-france.com
Der Fluss Gave de Pau in Lourdes
Die Grotte von Massabielle, das Ziel der Lourdes-Pilger, mit der nach Bernadettes Angaben geschaffenen Marienstatue von Joseph-Hugues Fabisch
Château und Bahnhof, 1906
Lourdes 1994

Lourdes (gaskognisch Lorda) ist eine französische Stadt im Département Hautes-Pyrénées in der Region Midi-Pyrénées in der Nähe der spanischen Grenze. Sie zählt 14.282 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Sie ist als Ort der Marienerscheinungen einer der weltweit am meisten besuchten Wallfahrtsorte. Lourdes gehört zum Bistum Tarbes und Lourdes der römisch-katholischen Kirche.

Geographie[Bearbeiten]

Lourdes liegt im nördlichen Vorgebirge der Pyrenäen in einer Höhe von 420 Metern. Vom Süden kommend fließt der Gave de Pau durch Lourdes.

Wallfahrtsort[Bearbeiten]

1858 soll Bernadette Soubirous nahe der Grotte Massabielle (massevieille - ‚alter Fels‘) mehrfach Erscheinungen einer weiß gekleideten Frau gehabt haben. Später offenbarte sich nach ihren Worten die Erscheinung als „die unbefleckte Empfängnis“, was der Pfarrer und die kirchliche Untersuchungskommission als Bestätigung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Marias, der Mutter Jesu, deuteten. Bei einer dieser Erscheinungen wurde die Quelle in der Grotte freigelegt. Die Mutter Gottes bat Bernadette Soubirous nach ihren Worten darum, den Priestern auszurichten, dass an der Grotte eine Kirche errichtet werde und um Prozessionen dorthin.

Heute ist die Kirche ein bedeutender Wallfahrtsort. Der Quelle werden Heilkräfte zugeschrieben und es wurde von vielen Wunderheilungen berichtet. Bernadette Soubirous wurde am 8. Dezember 1933 heiliggesprochen. Vom 14. bis 15. August 2004 besuchte Papst Johannes Paul II. Lourdes. Vom 13. bis 15. September 2008 sein Nachfolger, Papst Benedikt XVI..

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die meisten Besucher werden durch die katholischen Wallfahrtsstätten, insbesondere die Site des sanctuaires („Heiliger Bezirk“) um die Erscheinungsgrotte, die Quelle mit dem als wundertätig geltenden Wasser und die Bäder (Piscines) für die Kranken, sowie den drei großen Kirchenbauten (die Basilika Notre-Dame-de-l'Immaculée-Conception, die Rosenkranz-Basilika und die unterirdische Basilika Saint-Pie X) angezogen. Diese fasst bis zu 25.000 Besucher.[1]

Daneben ist Lourdes aber auch ein wichtiger Basispunkt für Tourismus in den Pyrenäen – aus diesem Grund gibt es auch ein kleines Museum für einen prominenten protestantischen Franzosen in Lourdes: eine Ausstellung ist dem Wirken von Franz Schrader, dem bedeutenden Pyrenäenforscher, Maler und Kartographen des 19. Jahrhunderts, gewidmet. Nach ihm ist ein südlich von Lourdes in den Pyrenäen gelegener Dreitausender, der Pic Schrader benannt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftsfaktor sind die jährlichen Wallfahrten und der Pilgertourismus. Lourdes stellt rund 12.000 Betten in Hotels und Herbergen zur Verfügung. Die Gemeinde Lourdes zählt mit rund fünf Millionen Übernachtungen jährlich nach Paris die meisten Übernachtungen in Frankreich. 68 Prozent der Besucher kommen aus dem Ausland, 31 Prozent aus Italien, gefolgt von Briten und Spaniern. Es gibt rund 200 Andenkenläden.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Lourdes hat einen internationalen Flughafen, 10 km nördlich der Stadt nahe der RN 21. Viele Besucher kommen per Bus. Es gibt rund 400 Sonderzüge pro Jahr.[2]

Sport[Bearbeiten]

Bedeutendster Sportverein der Stadt ist der FC Lourdes, der Rugby Union spielt und acht Mal französischer Meister wurde. Am 15. Juli 2011 war Lourdes Zielort einer Etappe der Tour de France 2011.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

In der Zusammenarbeit Shrines of Europe ist Lourdes seit 1996 mit fünf anderen Marienwallfahrtsorten verbunden. Diese sind:

Deutschland Altötting (Deutschland)
Portugal Fátima (Portugal)
Italien Loreto (Italien)
Österreich Mariazell (Österreich)
Polen Tschenstochau (Polen; poln. Częstochowa)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Egon Erwin Kisch: Eintritt verboten. Edition du Carrefour, Paris 1934, oder als: Geschichten aus sieben Ghettos, „Eintritt verboten“ u. a. In: Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Band 7, Nachdruck der 4. Auflage, Aufbau-Verlag, Berlin / Weimar 1992, ISBN 3-351-02167-4 („Ich bade in wundertätigem Wasser“).
  • Franz Werfel: Das Lied von Bernadette. [Roman]. In: Gesammelte Werke in Einzelbänden, Fischer-Taschenbuch 9462, Frankfurt am Main 1991 ff. (Erstausgabe im Bermann Fischer Verlag, Stockholm 1941), ISBN 3-596-29462-2.
  • Émile Zola: Lourdes. In: Trois Villes, Verlag von Th. Knaur Nachf., Berlin 1894, in das Deutsche übersetzt von Wilhelm Lilienthal.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lourdes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Lourdes – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. La basilique Saint-Pie X (franz.), hier englisch
  2. a b Renée Mourgues: Lourdes, deuxième cité hôtelière de France, La République des Pyrénées vom 13. August 2011, abgerufen am 16. Juni 2012 (frz.)