Love (Stephen King)

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Love (engl. Lisey’s Story) ist ein Roman von Stephen King aus dem Jahr 2006. Die Übersetzung ins Deutsche von Wulf Bergner veröffentlichte der Heyne Verlag ebenfalls 2006.

Inhalt[Bearbeiten]

Zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes, dem berühmten Schriftsteller Scott Landon, wird Lisey Landon beim Ausräumen des Schreibbüros und dem Sichten der Unterlagen ihres Mannes mit der Vergangenheit konfrontiert. Viele der von Lisey verdrängten Erinnerungen an die gemeinsame Ehe sind für sie erschreckend, sodass Lisey sich nur langsam und mithilfe von Scott, der vor seinem Ableben Hinweise für sie hinterlassen hatte, an sie erinnern kann. Zentrales Thema dieser Erinnerungen ist neben Scott traumatischer Kindheit der Ort Boo'ya Mond (siehe auch unten), ein Ort, an dem es idyllische Landschaften gibt und einen Teich, dessen Wasser Heilung bringt, an dem es nach Sonnenuntergang aber auch lebensgefährlich ist, und wo ein riesiges Wesen herumstreift, der „Longboy“, dessen Aufmerksamkeit man besser nicht auf sich ziehen sollte.

Als Dooley, ein fanatischer Fan, der die letzten Arbeiten Scotts posthum veröffentlicht sehen will, Lisey angreift, versteht Lisey, dass sie diese Erinnerungen nicht länger verdrängen darf und sie sogar der Schlüssel zu ihrem eigenen Überleben sind.

Nach und nach fällt Lisey immer mehr aus der gemeinsamen Zeit mit ihrem Mann ein, und es gelingt ihr, in die Welt Boo'ya Mond zu gelangen, in der sie früher schon mit Scott war. Mit Wasser aus dem Teich in dieser Welt gelingt es ihr, ihre in Katatonie befindliche Schwester Amanda zu heilen, und später auch sich selbst, als sie von Dooley angegriffen und verletzt wird. Schließlich gelingt es ihr, Dooley nach Boo'ya Mond zu locken, wo dieser von dem „Longboy“-Wesen gefressen wird

Genre[Bearbeiten]

Das Buch lässt sich nicht eindeutig einem Genre zuordnen. Es überwiegen Elemente aus Horror- Fantasy- und Liebesgeschichte. Der Übergang zwischen verschiedenen Genres verläuft bei Love fließend.

Hintergrund[Bearbeiten]

In einem Interview mit dem irischen Autor John Connolly (siehe unten bei Weblinks) sprach Stephen King über die Ursprünge des Buches. Die Idee kam ihm, als er 1999 nach seinem schweren Autounfall mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus lag und seine Frau die Gelegenheit nutzen wollte, sein Schreibstudio aufzuräumen. Als King zurückkam, war sie jedoch nicht fertig geworden und King traf auf ein völliges Durcheinander. Sein Gedanke: 'So würde es hier aussehen, wenn ich bei dem Unfall tatsächlich gestorben wäre.'

King selbst bezeichnete Love als sein bislang bestes Buch (kurz nachdem er Das Bild als eines seiner schlechtesten verwarf), bestand aber (wie auch in seinem Nachwort des Romans) darauf, dass Lisey kein Spiegelbild seiner eigenen Frau sei. Im Nachwort ist zu lesen, dass einer seiner Professoren King die Idee eines Sprach-Pools vermittelte, was schließlich zu Boo'ya Mond führte.

Parallelen zu früheren Werken / Verknüpfungen[Bearbeiten]

  • Wie vor allem in Sie und teils auch in der Novelle Das heimliche Fenster, der heimliche Garten (aus der Sammlung Langoliers) beschreibt King hier seine Angst vor verrückten Fans. Scott wird angegriffen in einer Szene, die deutlich John Lennons Tod widerspiegelt (woraus King in seinem Interview auch keinen Hehl macht); Lisey selbst ist Opfer eines Fanatikers namens Dooley, der sogar in ihr Haus eindringt.
  • Die Idee der fremden Welt, die Lisey erst zögerlich beschreitet und in die sie schließlich flüchtet, zeigt Parallelen zu Der Talisman und vor allem zu Das Bild, dem Buch, in dem eine Frau namens Rose in einem Gemälde die Tür in eine andere Welt findet. So erinnert Dooley auch an Roses wahnsinnigen Ehemann Norman, beide folgen ihrer Beute in die parallele Welt und erleiden ein ähnliches Schicksal. Auch der Roman Der Buick wird in Erinnerung gerufen – der erste Blick in die Dimension, deren Portal der Buick darstellt, ähnelt Liseys ersten Eindrücken von Boo'ya Moon deutlich.
  • Der wahnsinnige Dooley wurde in Shooter's Knob geboren, ein Ort, der aus Das heimliche Fenster, der heimliche Garten (Sammlung Langoliers) bekannt ist.
  • Die Deep Cut Road ist ein wichtiger Bestandteil von Duddits.
  • Liseys Schwester Darla ist ein Fan von Mike Noonan, dem Schriftsteller aus Sara.
  • Lisey erwähnt Gilead aus Der Dunkle Turm und spricht auch vom dunklen Turm der Zeit selbst.
  • Lisey kennt das Kingdom Hospital.
  • Die von Lisey bevorzugten Zigaretten, "Salem Lights", sind eine deutliche Anspielung auf Brennen muss Salem.
  • Norris Ridgewick ist wieder da. In Stark – The Dark Half und In einer kleinen Stadt noch Deputy, der sich um ein Haar das Leben genommen hätte, ging es danach bergauf mit seinem Leben. In Das Spiel ist er zum Sheriff befördert worden; in Love erfahren wir, dass er geheiratet hat und auf Hochzeitsreise ist.
  • Andy Clutterbuck, Detective aus Needful Things, schien in arger Not, als man in Es wächst einem über den Kopf (Sammlung Albträume) erfuhr, dass er sich systematisch zu Tode soff - in Love ist er wieder voll zur Stelle.
  • Liseys Schwester Darla liest einen Roman von Michael Noonan, der die Hauptfigur in Sara ist.

Boo'ya Mond[Bearbeiten]

Boo'ya Mond ist eine fiktive Welt, in die Protagonisten sowohl nur psychisch, als auch psychisch und physisch reisen können. Bei der rein psychischen Reise verbleibt der Körper der Personen in der realen Welt, er verfällt jedoch in einen katatonischen Zustand, aus dem er sich häufig nicht selbst befreien kann. Unter anderem verfällt Liseys Schwester Amanda in diesen Zustand.

Boo'ya Mond ist eine auf den ersten Blick idyllische und von keiner Menschenseele bewohnte Welt, sie wird jedoch bei Sonnenuntergang vom paradiesischen zum gefährlichen Ort. Sie birgt außerdem ein tödliches Wesen, das Scott den 'Longboy' nennt und der das mythische Böse verkörpert. Dennoch kommen Scott und andere immer wieder dorthin, denn Boo'ya Mond beinhaltet den 'Pool', eine Gestalt gewordene Quelle der Inspiration, einen See, der jedem, der darin badet, Heilung von Verletzungen und Krankheiten verspricht. Vom Pool geht eine Faszination aus, die nach einiger Zeit des Betrachtens dazu führt, dass sich der Betrachter ähnlich einer Sucht nicht mehr abwenden kann und dort gefangen ist (Katatonie in der realen Welt). An einer Seite des Pools ragen gewaltige Steinstufen gen Himmel, auf denen in Tücher eingehüllte Gestalten (Verstorbene), sowie regungslos starrende Menschen sitzen, die nur noch Augen für den Pool haben.

Hörbuch[Bearbeiten]

Im amerikanischen Original wurde Lisey's Story von der Schauspielerin Mare Winningham auf 18 CDs gelesen, mit einem Nachwort von King selbst. Auch ein deutschsprachiges Hörbuch ist erhältlich, das von Regina Lemnitz gelesen wird (wahlweise auf 18 CDs oder auf 4 MP3 CDs).

Kritik[Bearbeiten]

King identifiziert Love selbst als sein bisher stärkstes Buch; viele Kritiker fallen in den Lobgesang ein. Schriftsteller Nicholas Sparks bezeichnet Lisey und Scott 'the most vivid, touching and believable characters in recent literature' ('die lebendigsten, am meisten ans Herz gehenden und glaubwürdigsten Charaktere der jüngeren Literatur'); Pulitzerpreis-Gewinner Michael Chabon meint: 'I have never been more persuaded than by this book of his greatness' ('kein Buch hat mich mehr von seiner Größe überzeugt als dieses'). (Quelle: Klappentext der US Originalausgabe) Laut einem augenzwinkernden King war selbst seine sonst so kritische Frau Tabitha King nach der Lektüre dieses Romans ergriffen und still.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]