Love Me Do

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Love Me Do
The Beatles
Veröffentlichung

5. Oktober 1962

Genre(s) Pop
Autor(en) Lennon/McCartney
Album Please Please Me

Love Me Do (dt.: ‚Liebe mich‘) ist der Titel eines Lieds der britischen Rockband The Beatles. Es erschien als A-Seite der ersten Single der Gruppe am 5. Oktober 1962 in Großbritannien, auf der B-Seite befindet sich das Stück P.S. I Love You. Komponiert wurden beide Titel von Paul McCartney und John Lennon unter dem gemeinsamen Copyright Lennon/McCartney.

Aufnahme[Bearbeiten]

Beatles – Love Me Do

Diese Single war der Beginn der äußerst erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Produzenten George Martin, der hier auch den Mut hatte, beide Seiten einer Debütsingle einer unbekannten Gruppe mit deren Eigenkompositionen zu veröffentlichen.

Es existieren drei unterschiedliche Aufnahmen des Stücks mit drei unterschiedlichen Schlagzeugern. Die erste Aufnahme stammt vom 6. Juni 1962, auf der noch Pete Best Schlagzeug spielte. Diese Version wurde erst 1995 auf der Anthology-CD veröffentlicht, nachdem sie lange als verschollen galt. Am 4. September 1962 folgte eine weitere Aufnahme mit Ringo Starr am Schlagzeug, mit der insbesondere George Martin nicht zufrieden war. Aus diesem Grunde engagierte er den Session-Schlagzeuger Andy White, der bei einer weiteren Aufnahme des Liedes am 11. September 1962 am Schlagzeug saß. Bei der letzteren Aufnahme überließ man es Ringo Starr, das Tamburin zu spielen. Dies ist auch die einfachste Möglichkeit, die beiden Aufnahmen voneinander zu unterscheiden: In der Aufnahme mit Tamburin spielt Andy White das Schlagzeug, bei der Aufnahme ohne Tamburin Ringo Starr. Auf der am 5. Oktober 1962 veröffentlichten Single (Parlophone R4949) wurde die Version mit Ringo Starr auf den Markt gebracht, da sich herausstellte, dass die Version mit Andy White nicht besser klang als jene mit Ringo Starr. Allerdings wurde 1963 die Aufnahme auf der Single gegen die Version mit Andy White ausgetauscht, was bis heute zur Folge hat, dass alle danach veröffentlichten Singles die Version mit Andy White beinhalten. Auf dem Album Please Please Me war von vornherein immer die Version mit Andy White enthalten. Die Version mit Ringo Starr tauchte erst 1980 auf der US-amerikanischen Ausgabe des Albums Rarities wieder auf und ist auf Past Masters (Vol. 1) zu finden. Zum damaligen Zeitpunkt war die von Lennon gespielte Mundharmonika ein recht ungewöhnliches Instrument für einen Popsong, was den Wiedererkennungswert der Single steigerte.

Am 28. Januar 1969 nahmen die Beatles ihren ersten Single-Hit Love Me Do noch einmal während einer der zahlreichen Jam-Sessions für ihren Film Let It Be auf. Das Ergebnis war allerdings so schlecht, dass es bislang nie veröffentlicht wurde.[1]

Die B-Seite P.S. I Love You war ebenfalls eine Gemeinschaftskomposition von Lennon und McCartney, wobei McCartney, der den Titel sang, den größten Teil geschrieben hatte; Lennon half beim Text. Auch bei der Aufnahme dieses Titels spielte Andy White das Schlagzeug, während Starr an den Maracas und am Tamburin zu hören ist.

Verschollenes Masterband[Bearbeiten]

Bis etwa 1963 war es in den Abbey Road Studios nicht üblich, die Tonbänder jeder einzelnen Aufnahmesession aufzuheben; sie wurden vernichtet, sobald die Aufnahmen für eine Veröffentlichung abgemischt waren. So erging es auch sämtlichen Tonbändern, die die Aufnahmesessions von Love Me Do enthalten. Auch das Band mit der Abmischung der Version vom 4. September 1962 (mit Ringo Starr am Schlagzeug) ist nicht mehr vorhanden. Da diese Version bis 1980 nicht wieder veröffentlicht wurde, stellte dieser Umstand kein größeres Problem dar. Als allerdings 1980 in den USA die LP Rarities diese Aufnahme enthalten sollte, musste die Plattenfirma EMI eine eigene 7″-Single aus dem Archiv als Quellmaterial benutzen. Einige Jahre später stellte ein Schallplattensammler der EMI ein besser klingendes Exemplar der Single zur Verfügung, aus dem die EMI ein neues Masterband fertigte, das seitdem für alle Veröffentlichungen genutzt wird.

Erfolg[Bearbeiten]

Nach Veröffentlichung in Großbritannien am 4. Oktober 1962 erreichte Love Me Do Platz 17 der englischen Hitparade. Der recht beachtliche Erfolg der ersten Single einer Newcomer-Band sorgte für das Gerücht, dass der Beatles-Manager Brian Epstein etwa zehntausend Exemplare der Single selbst aufgekauft hätte, um sie in die Verkaufscharts zu bringen. Epstein bestritt dies, was einige ehemalige Mitarbeiter von ihm bestätigten. Mark Lewisohn, der den Sachverhalt für die Biografie The Beatles: All These Years – Volume One – Tune In recherchierte, kam zum eindeutigen Ergebnis, dass der Vorwurf nicht zu halten ist. Zum einen hätte ein solcher Kauf wegen des Verfahrens der Hitparadenerstellung keine Auswirkung auf die Position der Single gehabt. Andererseits war die von der EMI gepresste Anfangsauflage sehr wahrscheinlich deutlich geringer, sodass Epstein eine solche Menge nicht einmal hätte aufkaufen können.[2] Während des Hitparadenverbleibs von 18 Wochen wurden in Großbritannien 116.227 Einheiten umgesetzt, insgesamt wurden hier zwischen 290.000 und 300.000 Exemplare verkauft. Damit blieb sie die einzige Beatles-Single, die dort weniger als 500.000 Platten umsetzte.

In den USA wurde die Single am 27. April 1964, im Zuge der dort aufkommenden „Beatlemania“, von dem kleinen Plattenlabel Tollie (einem Tochterunternehmen von Vee-Jay Records) veröffentlicht. Nachdem sie auf Platz 81 in die Billboard-Charts eingestiegen war, erreichte sie am 30. Mai 1964 für eine Woche Platz 1 und war insgesamt zehn Wochen in den Top Ten. Die B-Seite P.S. I Love You erreichte den zehnten Platz. In den USA wurde die Single eine Million Mal verkauft.[3]

Am 4. Oktober 1982 veröffentlichte die EMI zum 20. Jahrestag die Single erneut. Diesmal erreichte sie Platz 4 der englischen Hitparade.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Peter Wicke: Love Me Do (The Beatles). In: Michael Fischer, Fernand Hörner (Hg.): Songlexikon. Encyclopedia of Songs. Abgerufen am 21. Mai 2012

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mark Lewisohn: The Complete Beatles Recording Sessions: The Official Story of the Abbey Road Years. S. 168
  2. Mark Lewisohn: The Beatles: All These Years – Extended Special Edition, Volume One – Tune In, Little, Brown Book Group, London 2013, ISBN 978-1408704783, S. 1376–1378; 1601.
  3. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 160