Low-Tech

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Der Begriff Low-Tech bildet den Gegensatz zu High-Tech und bezieht sich auf Technik, die unter den Maßstäben:

  • einfache Funktion
  • einfache Herstellung
  • einfache Bedienung
  • Robustheit
  • einfache Wartung

entwickelt wird. Low-Tech sagt nichts über die hinter der Technologie stehende Intelligenz aus. Es bezieht sich lediglich auf die praktische Umsetzung. Oft werden neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zur Entwicklung von Low-Tech-Geräten verwendet.

Low-Tech ist eine Konstruktionsphilosophie, die den Gegenpol zur High-Tech bildet. Es bedeutet das bewusste Verzichten auf teure komplizierte Technik und die Nutzung einfacher Wirkprinzipen.

Ein Beispiel sind Konservendosen und der zugehörige Dosenöffner. Es werden oft einfache mechanische Öffner verwendet, obwohl es bereits vollautomatische elektrische Öffner gibt, die viel komfortabler zu bedienen, jedoch teuer und komplizierter sind. Auch die Mechanik, Form und Werkstoffe des einfachen Öffners sind oft mit viel Know-how gestaltet.

Eines der Haupteinsatzgebiete für Low-Tech sind Entwicklungsländer. Der Einsatz von teuren hochwertigen Maschinen hat dort schon mehrfach zu Fehlschlägen geführt. Die High-Tech-Geräte waren nicht auf die rauen Bedingungen vor Ort abgestimmt und damit fehleranfälliger. Die Menschen waren vor Ort nicht in der Lage die komplexen, teuren Maschinen zu warten. Das lag an fehlender Ausbildung, sowie vor allem an der mangelnden Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Werkzeugen (Infrastruktur). Low-Tech-Maschinen können vor Ort gewartet und repariert werden. Die dafür benötigten Werkzeuge und Ersatzteile orientieren sich an den örtlichen Gegebenheiten.

Low-Tech Produkte werden auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und Müllvermeidung entwickelt. Durch die hohe Robustheit haben sie schon ab Werk eine längere Lebensdauer als vergleichbare High-Tech-Produkte. Durch die einfache Wartbarkeit und Reparierbarkeit kann die Lebensdauer mit geringem Aufwand oft erheblich verlängert werden. Die Produkte müssen nicht ersetzt werden. Es sind keine Spezialwerkzeuge und -ersatzteile zur Wartung nötig, die nach Ablauf der Produktlebensdauer mangels anderer Verwendung überflüssig werden. Low-Tech-Produkte lassen sich nach ihrer Nutzung leichter demontieren und einem geeigneten Recycling zuführen. Sie kommen häufig auch ohne elektrischen Strom aus. Damit fallen u.a. ökologisch bedenkliche Materialien bei der Herstellung von Elektronik weg. Für den Betrieb reicht meist Handkraft aus, es werden keine Batterien benötigt.

Low-Tech-Produkte[Bearbeiten]

  • Watercone: Der Watercone ist ein durchsichtiger Kunststoffkegel, der einfach über eine Wasserpfütze oder eine dunkle Wanne gestülpt wird. Die Sonne sorgt für Verdunstung und das klare Wasser kondensiert an den Wänden des Kegels. Es läuft an den unteren Rand des Kegels, wo es gesammelt wird. An der Spitze befindet sich ein Schraubverschluss, durch den dann das gesammelte Wasser abgefüllt werden kann. So entstehen etwa 1,5 Liter Wasser pro Tag.
  • Der Kühlschrank ohne Strom: Es handelt sich hier um zwei Tonkrüge, die ineinander gestellt sind. Zwischen den beiden Töpfen wird Sand eingefüllt und befeuchtet. Durch die Verdunstungskälte sinkt im inneren Topf die Temperatur um einige Grad Celsius; ausreichend um die Haltbarkeit von Lebensmitteln um ein Vielfaches zu erhöhen.[1]
  • Nebel-Fangnetz, auch "Atrapaniebla" genannt: Schon seit über Tausend Jahren verwenden die Menschen in Trockengebieten (wie etwa der Atacamawüste) Tücher, die Luftfeuchtigkeit sammeln und so lebenswichtiges Wasser spenden. Die Idee wurde von Fogquest wieder aufgegriffen und umgesetzt. Günstige, 20 Quadratmeter große Kunststoffnetze versorgen nun Menschen in Südamerika, Äthiopien und Jemen mit Wasser. Fogquest erhielt im Jahre 2005 in München den "Internationalen Hundertwasserpreis".

Literatur[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTopf im Topf: Der Nigerianer Mohammed Bah Abba erfand den einfachsten und billigsten Kühlschrank der Welt. Abgerufen am 8. April 2008.
  2. Stiftung Jugend forscht: Bundessieger Technik 1977