Lubawa

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Lubawa
Wappen von Lubawa
Lubawa (Polen)
Lubawa
Lubawa
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Iława
Fläche: 16,84 km²
Geographische Lage: 53° 30′ N, 19° 45′ O53.519.75Koordinaten: 53° 30′ 0″ N, 19° 45′ 0″ O
Einwohner: 10.093
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 14-260
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NIL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Bydgoszcz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 16,84 km²
Einwohner: 10.093
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 599 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2807021
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Edmund Standara
Adresse: ul. Rzepnikowskiego 9 A
14-260 Lubawa
Webpräsenz: www.lubawa.pl

Lubawa [luˈbava] (deutsch Löbau in Westpreußen) ist eine Stadt im nördlichen Polen mit etwa 9.500 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im Powiat Iławski in der Woiwodschaft Ermland-Masuren, im ehemaligen Westpreußen. Dort befindet sie sich unmittelbar südwestlich der Kernsdorfer Höhe am Flüsschen Sandela, nicht jedoch an der Wel, von der sie weiträumig umflossen wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals Erwähnung findet die terra Lubavia 1216 im Zusammenhang mit einer Preußenburg. Für die Stadt datiert der erste schriftliche Nachweis von 1260. Über die Bedeutung des Namens sind sich die Linguisten nicht einig. Er dürfte jedoch eine Landschaftsbeschreibung darstellen (prußisch "loba":Tal, Vertiefung; vgl. dazu lettisch "lubene": Wiese). Stadt und Burg wurden 1269 durch die Sudauer zerstört. Die Bischöfe von Kulm ließen Stadt und Feste wieder aufbauen und residierten im Schloss, bis sie 1781 ihren Sitz nach Kulmsee verlegten.

Von 1466 bis 1772 gehörte Löbau zu Polnisch-Preußen. Das Land Löbau, Lateinisch: Lobovia, wurde geteilt (siehe Karte unten). 1724 zerstörte ein Stadtbrand große Teile der Stadt. Davon erholte sich Löbau nur schwer, 50 Jahre später hatte es nur 624 Einwohner und über 100 Grundstücke lagen noch wüst. Es gab kaum massive Häuser, vorherrschend waren Fach- und Schurzwerkbauten.

Durch die Erste Polnische Teilung kam Löbau 1772 an das Königreich Preußen, war aber von 1807 bis 1815 unter Napoleon vorübergehend Teil des Herzogtum Warschau. 1813 brannte auch noch das Schloss nach einem Blitzeinschlag aus und wurde abgebrochen. Die Einwohnerzahl stieg bis 1819 auf 1300 an. 1884 bekam Löbau Anschluss an die Eisenbahn. In der Stadt war kaum Industrie ansässig, es dominierten das kleine Handwerk und die Krämerei. Von 1818 bis 1920 gab Löbau dem Landkreis Löbau seinen Namen, Gemeindesitz war aber das benachbarte Neumark. Löbau und sein Landkreis gehörten zum Regierungsbezirk Marienwerder in der Provinz Westpreußen.

Während der gesamten Zugehörigkeit zu Preußen bzw. ab 1871 dem Deutschen Reich stieg der deutschsprachige Bevölkerungsanteil von Stadt und Umland nie über 36 %, eine Mehrheit der Einwohner war polnisch- bzw. masurischsprachig und überwiegend katholischer Konfession.[2]

1920 kam die Stadt an das wiederentstandene Polen. Während des Zweiten Weltkrieges war sie von den Deutschen besetzt und annektiert und gehörte zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. Die Nationalsozialisten zerstörten unter anderem die städtische Synagoge. 1943 lebten 5657 Einwohner in der Stadt. 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee erobert und in polnische Verwaltung übergeben, die deutsche Minderheit wurde vertrieben.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner-
zahl
Bemerkungen
1772 625[3]
1785 1.115 meistens römisch-katholische Polen[4]
1819 1.297 [3]
1831 2.126 meistens Polen[5]
1875 4.506[6]
1880 4.857[6]
1890 4.593 davon 1.651 Protestanten, 2.604 Katholiken und 338 Juden (2.300 Polen)[6]
1900 4.451 meistens Katholiken[7]
1921 4.600 400 Deutsche[8]
1943 5.657[3]
2006 9.328

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Landgemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Lobovia (polnisch:Lubawa), zu welcher die Stadt selbst nicht zählt, umfasst ein Territorium von 237 km² mit 10.619 Einwohnern (31. Dezember 2013). Dazu zählen die folgenden kleineren Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939-45)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939-45)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920 und 1939-45)
Byszwałd Bischwalde Lubstyn Lubstein
1911-45 Groß Lobenstein
Rożental Rosenthal
1942-45 Rosental
Czerlin Czerlin
1942-45 Klein Nappern
Lubstynek Klein Lobenstein Rumienica Rommen
Fijewo Fiewo
1942-45 Fienau
Ludwichowo Ludwigsthal
1942-45 Ludwigstal
Sampława Samplawa
1908-45 Samplau
Gierłoż Preußisch Görlitz
1914-45 Görlitz
Mortęgi Mortung Szczepankowo Szepankowo
1866-1945 Stephansdorf
Gierłoż Polska Groß Görlitz Napromek Gut Nappern Targowisko Targowisko
1904-45 Tergewisch
Grabowo Grabau Omule Omulle
1942-45 Mole
Tuszewo Tuszewo
1903-42 Tuschau
1942-45 Tinnwalde
Gutowo Guttowo
1942-45 Gutau
Pomierki Pomierken
1942-45 Pommerken
Wałdyki Waldiki
1865-1939 Waldek
1939-45 Waldeck
Kazanice Kazanitz
1942-45 Kasenitz
Prątnica Prontnitza
1866-1945 Pronikau
Zielkowo Zielkau
1942-45 Schilkendorf
Łążyn Londzyn
1942-45 Lansen
Raczek Raczek
1942-45 Rasen
Złotowo Zlottowo
1942-45 Güldenbach
Losy Lossen Rakowice Rakowitz
1942-45 Rakel

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lubawa – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Landkreis Löbau
  3. a b c Handbuch der historischen Stätten: Ost und Westpreußen, Kröner, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 123-124.
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II:Topographie von West-Preussen, Marienwerder 1789, S. 44–45, Nr. 4.
  5. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde. Königsberg 1835, S. 433–434, Nr. 38.
  6. a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte Provinz Westpreußen, Kreis Löbau/Neumark (2006).
  7. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 12, Leipzig und Wien 1908, S. 641, Nr. 1).
  8. Der Große Brockhaus, 15. Auflage, Band 11, Leipzig 1932, S. 506–507, Nr. 2).