Lubin Paris

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Lubin Paris
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Gründung 1798
Sitz Paris
Leitung Gilles Thévenin
Mitarbeiter 20
Umsatz ca. 1,0 Mio. Euro (2012)
Branche Parfumherstellung
Produkte ParfumVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.lubin.eu

Lubin Paris ist ein französischer Parfüm-Hersteller aus Paris. Das Unternehmen gilt als eines der ältesten seiner Art weltweit und produziert bis heute ausschließlich in Frankreich.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Haus wurde 1798 von Pierre François Lubin (1774–1853) kurz vor dem Ende der Französischen Revolution gegründet.[1] Der Gründer hatte bereits mit zehn Jahren eine Lehre beim renommierten Parfumeur Francesco Tombarelli in Grasse begonnen und war 1790 nach Paris gezogen, um seine Ausbildung bei Jean-Louis Fargeon (1748–1806) zu vertiefen. Dieser war persönlicher Hoflieferant von Königin Marie Antoinette und belieferte sie auch in der Zeit, als sie nach Ausbruch der Revolution im Gefängnis saß.

Bereits 1830 exportierte Lubin – als erstes französisches Dufthaus überhaupt – seine Produkte nach Nordamerika. Andere Kontinente folgten, und bald wurden Kunden in allen Teilen der Welt beliefert. 1844 kam es zu einem Eigentümerwechsel, da der Gründer keine Erben hatte. Das Unternehmen ging an Félix Prot über, der das Traditionshaus fortführte und weiter entwickelte. 1855 fiel die Leitung an seinen Sohn Paul Prot, der 1900 in Courbevoie am Stadtrand von Paris die größte Parfum-Produktion Frankreichs eröffnete und das Unternehmen 1920 an seine Söhne Marcel und Pierre übergab.

Ihre Söhne, André und Paul, verkauften Lubin Ende der 1960er Jahre. Weitere Eigentümerwechsel[2] folgten. Nachdem Lubin Ende der 1970er Jahre vorübergehend im Besitz von Henkel[3] war, ging das französische Dufthaus 1984 an den Kölner 4711-Fabrikanten Muelhens über, der 1994 ein Teil der Wella AG in Darmstadt wurde. Wella bündelte in den Folgejahren seine Kosmetiksparte, zu der nun auch Lubin zählte, unter dem Dach der Cosmopolitan Cosmetics GmbH und wurde 2003 seinerseits von dem amerikanischen Waschmittel- und Kosmetikhersteller Procter & Gamble übernommen.

Im Zuge der zahlreichen Eigentümerwechsel verlor Lubin zeitweilig stark an Bedeutung. 2004 schließlich kam es zu einer Wende. Der französische Unternehmer Gilles Thévenin, der zuvor Kreativ-Direktor von Guerlain und Marketingchef von Rochas gewesen war, übernahm das Dufthaus und begann, die Marke wieder aufzubauen.

Thévenin gelang es zudem, das umfangreiche Archiv des Dufthauses zu retten, das dank der Unterstützung ehemaliger Mitarbeiter sukzessive aufgearbeitet und komplettiert wird. Das erlaubt es Lubin, alte Kompositionen neu aufzulegen. Aktuell hat das Unternehmen 15 verschiedene Düfte im Programm [4].

Lubin Paris beschäftigt momentan 20 Mitarbeiter und erwartet nach Angaben von Gilles Thévenin für das Jahr 2012 einen Umsatz von einer Million Euro [5].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sebastian Rengshausen: Markenschutz von Gerüchen: Untersuchung des deutschen, französischen und europäischen Rechts mit Ausblicken ins Patent- und Urheberrecht. V&R unipress GmbH, 2004, ISBN 9783899711400 Auszug
  2. Vanity Fair.com: Black Jade: On the Trail of Marie Antoinette's Last Scent.
  3.  Prestige von der Seine. In: Der Spiegel. Nr. 21, 1981, S. 230 (online).
  4. Die Duft-Renaissance, manager-magazin.de, 30. November 2012
  5. Die Duft-Renaissance, manager-magazin.de, 30. November 2012

Weblinks[Bearbeiten]