Lublin

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Lublin
Wappen von Lublin
Lublin (Polen)
Lublin
Lublin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lublin
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 147,50 km²
Geographische Lage: 51° 14′ N, 22° 34′ O51.23333333333322.566666666667Koordinaten: 51° 14′ 0″ N, 22° 34′ 0″ O
Höhe: 168 m n.p.m
Einwohner: 346.987
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 20-001 bis 20-900
Telefonvorwahl: (+48) 81
Kfz-Kennzeichen: LU
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Lublin
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 147,50 km²
Einwohner: 346.987
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 2352 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0663011
Verwaltung (Stand: 2013)
Stadtpräsident: Krzysztof Żuk
Adresse: pl. Łokietka 1
20-950 Lublin
Webpräsenz: www.um.lublin.pl

Lublin ist die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft im Osten Polens und gleichzeitig größte polnische Stadt östlich der Weichsel. Die neuntgrößte Stadt Polens liegt rund 150 Kilometer südöstlich der Landeshauptstadt Warschau und etwa 180 Kilometer nordwestlich der ukrainischen Stadt Lemberg. Sie ist Sitz von fünf Universitäten.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Lublin umfasst ein Territorium von 147,5 km². Lublin besteht aus den Stadtteilen: Altstadt (Stare Miasto), Abramowice, Bronowice, Bursaki, Choiny, Czechów, Czuby, Dziesiąta, Felin, Głusk, Hajdów, Kalinowszczyzna, Konstantynów, Kośminek, LSM, Majdan Tatarski, Majdanek, Piaski, Ponikwoda, Rudnik, Rury, Węglin, Wrotków, Sławin, Sławinek, Śródmieście, Tatary, Zadębie, Zemborzyce.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter und Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Lublin wird urkundlich erstmals 1198 erwähnt. Archäologische Funde belegen, dass schon vor 5000 Jahren Menschen hier siedelten. Die Vorgeschichte begann im 6. Jahrhundert mit einer Ansiedlung auf dem Hügel Czwartek, die Stadtgeschichte mit der Errichtung einer Burganlage vor über 700 Jahren. Die Burg wurde von den polnischen Königen als Sicherung der nach Osten und Norden führenden Heer- und Handelsstraßen Via Regia und Via Jagiellonica genutzt. Im Schutz der Burg entwickelte sich die Ansiedlung zu einem wichtigen Handelszentrum. Ihr wurde am 15. August 1317 durch Władysław I. Ellenlang das Magdeburger Stadtrecht verliehen.

Obelisk zur Erinnerung an die Union von Lublin aus dem Jahre 1828 auf dem Litauischen Platz in Lublin (Entwurf: Stanisław Staszic, Ausführung: Feliks Bentkowski, hier Paul Malinski)

Die Stadtanlage wuchs durch den Zuzug von Handwerkern und Händlern. Da Lublin an der Via Regia von Breslau nach Kiew zwischen Krakau und Wilna lag, gab es zur Zeit der polnisch-litauischen Union einen großen Aufschwung. Im Jahr 1474 gründete Kasimir IV. Jagiełło hier die Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Lublin. Durch italienische Baumeister und Künstler wurden die mittelalterlichen Burg- und Festungsbauwerke zu einer befestigten königlichen Residenz im Baustil der italienischen Renaissance umgebaut. In der heutigen Altstadt entstanden zahlreiche Kirchen und Klöster sowie prächtige Handelshäuser und adelige Stadtpaläste. Im 16. Jahrhundert war Lublin eines der Zentren der vom Adel getragenen Reformation. Mit der 1569 vollzogenen Realunion zwischen Polen und Litauen wuchs die regionale Bedeutung der Stadt.

Für die politische Bedeutung und die wirtschaftliche Prosperität Lublins war die Verlegung der Hauptstadt von Krakau nach Warschau (1596) ein schwerer Schlag, weil die Stadt nun in das Abseits der wichtigsten Verkehrs- und Handelsrouten geriet. Bedingt durch die Kriegswirren des 17. Jahrhunderts ging der wirtschaftliche und kulturelle Abstieg weiter voran. Im Zuge der Gegenreformation wurden 1631 die Protestanten gewaltsam aus der Stadt vertrieben. Wenig später emigrierten viele europäischen Händler. 1655 plünderten Kosaken die Stadt und im Jahre darauf schwedische Soldaten. Nach dem Nordischen Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt. Stanislaus II. August Poniatowski gestattete den Protestanten, sich wieder in der Stadt anzusiedeln. So wurde die Dreifaltigkeitskirche 1784 errichtet. Im Jahre 1792 wurde die Stadt auf Befehl von Katharina II. von russischen Truppen besetzt. Mit der Dritten Polnischen Teilung (1795) kam Lublin zu Österreich.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

1807, nach einem verheerenden Brand vier Jahre zuvor, zählte Lublin nur noch knapp 7.000 Einwohner und war damit an einem historischen Tiefpunkt angelangt. Der Aufstand unter Dominik Dziewanowski im Jahre 1809 versuchte die Fremdherrschaft zu beenden. Lublin war kurzzeitig Hauptstadt des freien Polens. Die polnischen Behörden verbanden sich mit Napoleon, doch nach dem Frieden von Schönbrunn kam Lublin zum Herzogtum Warschau und 1815 zu Kongresspolen, einem vom Russischen Reich abhängigen Staat.[3] Der Adel verließ die Stadt und zog aufs Land. 1837 wurde Lublin russische Provinzhauptstadt.

Nach der weiteren ökonomischen und demographischen Auszehrung durch die napoleonischen Kriege hatte wieder ein allmählicher Bevölkerungsanstieg eingesetzt, der stärkere Impulse von der Industrialisierung erhielt, die hier allerdings nicht vor den 1880er-Jahren voll in Gang kam. Dieses Wachstum erreichte jedoch nie die dramatischen Ausmaße anderer Industriestädte, sodass Lublin bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs rund 83.000 Einwohner hatte. Seit 1918 ist die Stadt wieder Bestandteil eines unabhängigen polnischen Staates, unterbrochen von der deutschen Besetzung während des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1944). Kurz vor der Wiedererlangung der Unabhängigkeit wurde in Lublin am 27. Juli 1918 die Katholische Universität als Nachfolgeeinrichtung der von den Bolschewiki geschlossenen Höheren Theologischen Akademie in St. Petersburg gegründet. [4]

Unter deutscher Besatzung[Bearbeiten]

Von September 1939 bis Juli 1944 war die Stadt unter der deutschen Besatzung Teil des Generalgouvernements. Im Vorfeld hatte die polnische Regierung beschlossen, dass im Falle eines Krieges Lublin vorübergehender Sitz des Präsidenten wird. Der erste Luftangriff auf die Stadt erfolgte am 2. September 1939. Wenig später wurde die Stadt besetzt und Teile der polnischen Intelligenz erschossen. Auf der Burg wurde ein Gestapo-Gefängnis eingerichtet. Die Stadt wurde deutsches Hauptquartier für die Aktion Reinhardt, deren Ziel die Ermordung aller Juden und Roma im Generalgouvernement war. Die jüdische Bevölkerung der Stadt Lublin wurde ins Ghetto gezwungen. Zeitweise lebten 26.000 Menschen im Ghetto. Ein Großteil der Bevölkerung wurde deportiert und ermordet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten]

Vom 23. Juli 1944 bis zum 17. Januar 1945 war Lublin Sitz der nur von der Sowjetunion anerkannten polnischen Regierung (Polnisches Komitee der Nationalen Befreiung). Sie schuf in Kooperation mit dem NKWD und der Sowjetunion die Voraussetzung für ein totalitäres Nachkriegspolen. Das Gefängnis auf der Burg wurde bis 1954 weitergenutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein rascher Wiederaufbau der historischen Altstadt, an der Peripherie wurden mehrere Trabantenstädte aufgebaut. Für Lublin wurden Bildung und Forschung zu einem wichtigen Wirtschaftszweig, über 100.000 Studenten leben in und von den Angeboten der Stadt. Es entstanden bis zur Gegenwart fünf staatliche Universitäten und zwölf private Hoch- und Fachschulen, die älteste Universität ist die 1918 gegründete Katholische Universität (KUL). Im Juli 1980 begannen gerade in und um Lublin eine Streikbewegung, die nach zwei Wochen durch Konzessionen der kommunistischen Regierung eingestellt wurden. Wenig später führten die Streiks in Danzig und anderen Teilen Polens zu Gründung der Solidarność.


Lublin als jüdisches Zentrum[Bearbeiten]

Für den gesamten Zeitraum bis zum Holocaust ist eigentlich von zwei Städten zu sprechen, nämlich dem jüdischen und dem nichtjüdischen Lublin. Beide waren bis zur Aufhebung der Niederlassungsbeschränkungen für Juden 1862 auch räumlich deutlich voneinander getrennt, wobei anzumerken ist, dass die jüdische Bevölkerung während des 19. Jahrhunderts immer ungefähr die Hälfte der Gesamteinwohnerschaft bildete.

Im 16. und 17. Jahrhundert wirkten in Lublin große jüdische Gelehrte. Die Jeschiwa der Stadt war weit gerühmt. Mit der Übersiedlung Jaakow Jizchak Horowitz’, des Sehers von Lublin, in die Stadt im Jahre 1790 wurde Lublin ein Zentrum des Chassidismus. Für Ostjuden wurde Lublin Shtot von toyre, rabbones und khsides[5] und polnisches Jerusalem. Unter der Burg, in äußerst kargen Verhältnissen lebten die meisten Juden der Stadt. 1900 waren 47 % der Einwohner Lublins Juden. [6] Im Jahr 1930 wurde unter Jehuda Meir Shapiro und in Anwesenheit von 50.000 Menschen die Chachmej Lublin Jeschiwa (hebräisch ישיבת חכמי לובלין) geweiht. Diese Hochschule des orthodoxen Judentums war die größte Talmudschule der damaligen Welt. 1939 besetzten deutsche Truppen die Stadt. Die Hochschule musste schließen. Es wurde ein Ghetto eingerichtet. Die Ghettobewohner wurden in Konzentrationslager deportiert. Über 14.000 jüdische Einwohner der Stadt wurden getötet. 1942 wurden die Reste der ehemaligen jüdischen Stadt gesprengt und abgetragen.

Jeschiwa Lublin, begründet von Rabbi Shapiro

In einem südlichen Stadtteil Lublins befand sich während des Zweiten Weltkriegs das Vernichtungslager Majdanek. Lediglich 230 Lubliner Juden überlebten die deutsche Besatzung in der Stadt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stadtteilansichten Lublins

Lublin steht mit 353.000 Einwohnern auf Platz 9 der Einwohnerstatistik polnischer Städte. In der Stadt leben auch etwa 100.000 Studenten. Die Arbeitslosenquote beträgt 8,9 % (nach GUS). Am Ende des 20. Jahrhunderts gab es eine deutliche Bevölkerungszunahme.

  • 1807 - 7.082[7]
  • 1814 – ca. 12.500
  • 1829 – ca. 15.800
  • 1870 – 21.346 (davon ca. 51 % Juden)
  • 1900 – 57.237
  • 1914 – 83.126
  • 1970 – 238.500
  • 1980 – 304.400
  • 1990 – 351.400
  • 2000 – 355.800
  • 2004 – 355.998
  • 2006 – 354.967 (nach GUS)
  • 2007 – 353.483 (nach GUS-Jahresbericht)
  • 2009 – 349.440 (nach GUS)

Politik[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Lublin unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften (in Klammern das Jahr der Etablierung):

Münster, Deutschland (1991)
Delmenhorst, Deutschland (1992)
Nancy, Frankreich (1988)
Rischon LeZion, Israel (1992)
Nykøbing Falster, Dänemark (1992)
Lancaster, England (1994)
Debrecen, Ungarn (1995)
Tilburg, Niederlande (1996)
Luzk, Ukraine (1996)
Luhansk, Ukraine (1996)
Starobilsk, Ukraine (1996)
Erie, Pennsylvania / USA (1998)
Viseu, Portugal (1998)
Panevėžys, Litauen (1999)
Windsor, Ontario / Kanada (2000)
Pernik, Bulgarien (2001)
Alcalá de Henares, Spanien (2001)
Lemberg, Ukraine (2004)

Konsulate[Bearbeiten]

In Lublin befinden sich vier Konsulate [8]:

Britisches Konsulat
Generalkonsulat der Ukraine
Honorarkonsulat der Bundesrepublik Deutschland
Honorarkonsulat von Brasilien

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Burg von Lublin
Rathaus von Lublin
Sicht über Teile von Lublin
Der Trinitarische Turm und der Lubliner Dom
Im ethnographischen Museum

In der Innenstadt befinden sich viele historische Bauten, vor allem in der Altstadt mit umfangreicher Bausubstanz aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Von der historischen Stadtbefestigung sind zwei Tore zur Altstadt erhalten, das Krakauer Tor und das Grodzka-Tor. Zwischen dem Grodzka-Tor und dem Schloss befand sich bis 1942 ein jüdisches Viertel, das während der deutschen Besatzung Polens völlig zerstört wurde. Das Lubliner Schloss wurde erstmals im 14. Jahrhundert errichtet und später oft umgebaut. Von großer kunsthistorischer Bedeutung ist die königliche Kapelle auf dem Schloss, in der alte byzantinische und altrussische Malereien aus Zeiten der Jagiellonen erhalten sind. Die als Jesuitenkirche erbaute Johanneskathedrale gilt als eine der ersten Barockbauten in Polen. Südlich der Stadt an der Straße nach Zamość befinden sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers die staatliche Gedenkstätte und das Museum Majdanek.[9]

Theater[Bearbeiten]

In Lublin sind gegenwärtig neun Theater beheimatet: das Juliusz Osterwa Theater, das Hans Christian Andersen Theater, das Musical Theater, das Centre for Theatre Practices Gardzienice , das Provisorium Theatre und das Compania Teatre. Unter dem Dach der Katholischen Universität Lublin (KUL) entstanden als studentische Bühnen: das Theater Scena Plastyczna KUL, das Enigmatic Student Theatre, (zuvor ITP Theatre ) und das Prevue Stage Invitro - hierbei handelt es sich um Live- und Experimentaltheater.

Kinos[Bearbeiten]

Zu den bekanntesten Kinos gehören das CINEMA CITY, das BAJKA CINEMA, das KOSMOS, das WYZWOLENIE und das CHATKA ZAKA.[9]

Museen[Bearbeiten]

Über die Landesgrenzen bekannt ist das Mahnmal und zugleich nationale Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek bei Lublin. Die Burganlage von Lublin ist ein nationales Kulturdenkmal und beherbergt mehrere Museen und Sammlungen. Das Lublin Museum-Castle informiert zur Burg- und Stadtgeschichte, es besitzt in der Innenstadt die Ausstellungsorte: Pharmacy-Museum, das J. Czechowitza Literaturmuseum, das Pod Zegarem Museum of Martyrdom, das Wincenty Pol Manor-House Museum sowie das Diözesan-Museum der Katholischen Kirchenprovinz Lublin. Innerhalb der Altstadt befinden sich zahlreiche private Ausstellungen und Sammlungen, die individuell oder bei Stadtführungen besichtigt werden können, zu ihnen gehört auch eine spezielle Führung durch die mittelalterlichen Gänge und Kellergewölbe unter dem Marktplatz. Lublin war viele Jahrhunderte das Zentrum einer blühenden jüdischen Gemeinschaft. An diese Zeit erinnert die Yeshiva Chachmej - Thorah Schule. Über die Entwicklung der Region Lublin informiert das in Stadtnähe befindliche Ethographische Museum Lublin Village. In einer 27 Hektar großen Dorfanlage werden die Haustypen der Region, traditionelle Kultur und Brauchtumspflege sowie alte Handwerkstechniken präsentiert. Der 25 Hektar große Botanische Garten in Lublin befindet sich am Ufer der Czechowka, Besucher können im Jahresverlauf 6500 unterschiedliche Pflanzen kennenlernen. Der Park ist auch beliebte Kulisse für Open-Air-Konzerte und Sommerfeste.[9]

Galerien[Bearbeiten]

Die Kunstszene Lublins verbindet eine enge Zusammenarbeit mit den Universitäten und Hochschulen in Lublin. Studenten und Absolventen können beispielsweise in der art galery of scena plastyczna ihre ersten Erfahrungen im Kunstbetrieb erlangen. In der Stadt befinden sich die Andzelm Galery, die Galery PO SCHODACH, die PRZY BRAMIE GALERY und die WHITE GALERY im Kulturzentrum.[9]

Musik und Oper[Bearbeiten]

Als Haus für Klassische Musik ist die Henryk Wieniawski Philharmonie berühmt. Im Stadtzentrum befindet sich das Opernhaus.

Kulturvereine[Bearbeiten]

Zum kulturellen Angebot der Großstadt Lublin tragen zahlreiche Vereine, Chöre, Orchester und Projektgruppen bei. Die professionelle Betreuung und Trägerschaft liegt beim Lublin Cultur Centre oder (bei Studenten-Projekten) dem CHATKA ZAKA Academic Culture Centre.[9]

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Der 104 Meter hohe Sendeturm in der ul. Raabego fällt durch seine ungewöhnliche Bauweise auf, denn er besteht aus einem freistehenden Betonturm, der in einer offenen kastenförmigen Konstruktion steht.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Sport und Congress-Zentrum GLOBUS

Die ostpolnische Großstadt besitzt eine enorme Wirtschaftskraft und bildet eine Basis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Nachbarstaaten Weißrussland und der Ukraine. Gegenwärtig (2010) besitzt die Stadt 38.000 Gewerbebetriebe und Unternehmen, dazu gehören auch 645 Unternehmen mit ausländischer Beteiligung. Die Wirtschaftsstruktur der Stadt bietet 111.600 Arbeitsplätze - davon entfallen etwa 23.100 auf die Industrie und Bauwesen, 86.500 im Dienstleistungssektor (mit Bildung- und Forschung) und 1.800 in der Land- und Forstwirtschaft. In der Metropolregion Lublin leben über 715.000 Menschen, dazu gehören etwa 100.000 Studenten, Lublin ist in demographischer Sicht eine Stadt der Jugend. Für die Trinkwasserversorgung der Großstadt wurde der Stausee Zemborzyce angelegt.[11]

Verkehr[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter ist Lublin ein wichtiger Verkehrsknoten. Durch die Stadt führen:

Lublin soll in Zukunft an den Schnellstraßen S12, S17 und S19 liegen, über die die Stadt mit den Autobahnen A1, A2 und A4 angebunden wird.

Der Großflughafen Lublin–Świdnik (Port Lotniczy Lublin - IATA-Code LUZ) sollte bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Betrieb gehen. Die Gesamtkosten dieser Investition sollen 200 Mio PLN (ca. 56 Mio Euro) betragen. Geplant ist eine 2.200 m lange Startbahn, welche nach schriftlicher Bestätigung der Billigairlines Wizz Air und Ryanair für ihren Flugverkehr ausreiche. Am 17. Dez. 2012 landete um 12:20 UTC als erstes Linienflugzeug eine Boeing 737 der Ryanair (EI-DLK) von London-Stansted kommend mit Flugnummer FR9524 auf dem Flughafen von Lublin[12]. Der Rückflug nach London-Stansted mit der Flugnummer FR9525 erfolgte um 13:05 UTC. Schon verfügbar ist der Verkehrslandeplatz Lublin–Radawiec.[11]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Nach dem Krieg wurde in Lublin die Autofabrik Fabryka Samochodów Ciężarowych (FSC) gegründet, in der unter anderem der Transporter Żuk (1958–1998) und der Daewoo Nexia (1995–1998) gefertigt wurden.

Ausstellungsevents in Ostpolen. An den alljährlich veranstalteten Fachmessen nehmen Vertreter aus dem polnischen Bauwesen, Automobilindustrie, Tourismus, Landwirtschaft, Energetik, Gesundheitswesen und Bildungswesen teil.

Wirtschaftliche Verbände und Einrichtungen[Bearbeiten]

Lublin ist der Hauptsitz oder größere Filiale folgender Einrichtungen [11]:

  • Polnischer Arbeitgeberverband - Filiale Lublin
  • Business Centre Club
  • Stiftung für die Entwicklung der Lubliner Region
  • Kammer für Handwerk und Unternehmertum in Lublin
  • Lubliner Stiftung für Entwicklung
  • Polnische Handwerkskammer - Filiale Lublin
  • Lubliner Sejmik für Wirtschaft
  • Lubliner Arbeitgeberforum
  • Polnische Stiftung der Zentren für Förderung der Wirtschaftsentwicklung „OIC Poland”
  • Rat für Unternehmertum der Lubliner Region
  • Regionale Wirtschaftskammer Lublin

Bildung[Bearbeiten]

Universitäten[Bearbeiten]

Zum Studium in Lublin
Katholische Universität Lublin

Lublin ist Sitz von fünf Universitäten und mehr als zehn privaten Hochschulen[11]

Außerdem befindet sich in Lublin das Kollegium Polnischer und Ukrainischer Universitäten (www.ekpu.lublin.pl).

Private Hochschulen[Bearbeiten]

  • Hochschule für Wirtschaft und Innovation (www.wsei.lublin.pl)
  • Hochschule für Unternehmertum und Verwaltung (www.wspa.pl)
  • Hochschule für Sozialwissenschaften (www.wsns.lublin.pl)
  • Hochschule für Sozial- und Naturwissenschaften (www.wssp.edu.pl)
  • König-Władysław-Jagiełło-Hochschule Lublin (www.lsw.edu.pl)
  • Businessschule Lublin (www.lbs.pl)
  • Pädagogische Hochschule Warschau, Außenstelle in Lublin (www.wsptwp.eu/n/lublin)
  • Hochschulübergreifendes Melchior-Wańkowicz-Institut für Journalistik und Sozialwissenschaften in Lublin (www.lublin.euczelnia.com)[11]

Institute und Forschungszentren[Bearbeiten]

Auch mit Unterstützung der EU entstanden am Forschungsstandort Lublin [11]

  • Zentrum für Biotechnologie der Maria-Curie-Skłodowska-Universität
  • Zentrum für Elektronik, Optoelektronik und Teleinformatik (Technische Universität Lublin)
  • Zentrum für Umweltschutz (Technische Universität Lublin)
  • Zentrum für Nanotechnologie (Maria-Curie-Skłodowska-Universität)

Im Aufbau befinden sich noch:

  • Zentrum für Arzneimittel und Impfstoffe
  • Zentrum für Lebensmitteltechnologie
  • Zentrum für Technologietransfer und Projektmanagement


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jörg Gebhard: Lublin. Eine polnische Stadt im Hinterhof der Moderne (1815–1914), Böhlau 2006, ISBN 978-3-412-07606-1.
  • Andrzej Rozwałka: Lubelskie wzgórze staromiejskie w procesie formowania średniowiecznego miasta. (The Lublin Old Town Hill in the Process of Formation of the Medieval City). Wyd. Uniw. Marii Curie-Skłodowskiej, Lublin 1997, ISBN 83-227-1017-8.
  • Andrzej Rozwałka, Rafał Niedźwiadek, Marek Stasiak: Lublin wczesnośredniowieczny. Studium rozwoju przestrzennego (Origines Polonorum t. 1). Fundacja na rzecz Nauki Polskie, Wydawnictwo Trio, Warszawa 2006, ISBN 978-83-7436-054-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lublin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 23. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 23. November 2013.
  3. Martin Buber hat die Geschichte der chassidischen Juden Lublins in diesen Jahren in seinem Roman Gog und Magog erzählt (1943).
  4. [1] Polen erreichte seine Unabhängigkeit erst im November 1918 wieder; zur Nachfolge
  5. Jiddisch: Stadt der Thora, des Rabbinismus und der Frömmigkeit, s. Jörg Gebhard, Lublin. Eine polnische Stadt im Hinterhof der Moderne (1815–1914), Böhlau 2006, S. 54
  6. Magocsi, P. R. (2002): Historical Atlas of Central Europe. Seattle: University of Washington Press. S. 109
  7. Daten für das 19. Jahrhundert nach Archivrecherchen von Jörg Gebhard, in: derselbe, Lublin. Eine polnische Stadt im Hinterhof der Moderne (1815–1914), Böhlau 2006, S. 362
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDas Lubliner Metropolgebiet (Image-Broschüre der Stadtmarketing Abteilung Lublin). In: Lublin.eu Onlinemagazin der Stadtverwaltung. Abgerufen am 25. August 2010 (PDF; 3,9 MB).
  9. a b c d e Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLublin - City of Inspiration (Image-Broschüre der Stadtmarketing Abteilung Lublin). In: Lublin.eu Onlinemagazin der Stadtverwaltung. Abgerufen am 25. August 2010 (PDF; 3,2 MB).
  10. Przegląd obiektów z emisjami
  11. a b c d e f g Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLublin - Businessfreundliche Umgebung (Image-Broschüre der Stadtmarketing Abteilung Lublin). In: Lublin.eu Onlinemagazin der Stadtverwaltung. Abgerufen am 25. August 2010 (PDF; 3,9 MB).
  12. Gesehen bei http://www.flightradar24.com/RYR9524