Lubuntu

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Lubuntu
Logo von lubuntu
Bildschirmfoto
Screenshot
Lubuntu 14.10 „Utopic Unicorn“
Basisdaten
Entwickler Ubuntu Foundation
Sprache(n) multilingual
Aktuelle Version 14.10 („Utopic Unicorn“)
(23. Oktober 2014)
Abstammung GNU/Linux
↳ Debian GNU/Linux
↳ Ubuntu
↳ Lubuntu
Lizenz Freie Software
Website lubuntu.net

Lubuntu ist ein offizielles Derivat der Linux-Distribution Ubuntu, das LXDE als Desktop-Umgebung nutzt. Das Betriebssystem ist auf alte und schwache Hardware ausgelegt, so läuft beispielsweise die Live-CD auch auf einem Pentium II mit 350 MHz und 128 MB RAM (Stand 2011).[1] Durch die Verwendung des Openbox-Fenstermanagers braucht diese Linux-Distribution noch weniger Arbeitsspeicher als Xubuntu.

Der Name Lubuntu setzt sich aus LXDE und Ubuntu zusammen, ähnlich wie bei Kubuntu (KDE und Ubuntu) und Xubuntu (Xfce und Ubuntu). Hierbei steht LXDE für das „Lightweight X11 Desktop Environment“.

Geschichte[Bearbeiten]

Desktop von Lubuntu 10.04

Bereits seit Ubuntu 8.10 „Intrepid Ibex“ stand die Desktopumgebung LXDE über die Paketquellen zur Installation zur Verfügung. Im Februar 2009 lud Mark Shuttleworth das LXDE-Projekt ein, ein eigenständiges Projekt innerhalb der Ubuntu-Community zu werden, um langfristig ein neues offizielles Ubuntu-Derivat namens Lubuntu hervorzubringen.[2][3] Lubuntu wurde im März 2009 (Ubuntu-Version 8.10 Intrepid Ibex) von Mario Behling als Community-Projekt auf Launchpad gestartet. Seit August 2009 steht eine Lubuntu-Live-CD zur Verfügung, die anfangs jedoch noch ohne Installationsmöglichkeit geliefert wurde.

Ein Ziel der Entwickler war es, von Canonical als offizielles Ubuntu-Derivat anerkannt zu werden.[4] Dieses Ziel wurde auf der Ubuntu Developer Summit im Mai 2011 erreicht.[5] Die erste nun offiziell unterstützte Version ist die im Oktober 2011 erschienene Version 11.10 mit dem Codenamen „Oneiric Ocelot“. Lubuntu 12.10 „Quantal Quetzal“ folgte im Oktober 2012, diese Version erfordert erstmals eine CPU mit Physical Address Extension,[6] was für CPUs ab den Baureihen Intel Pentium Pro und AMD Athlon (K7) zutrifft. Das Vorhandensein von PAE wird vom Installationsprogramm geprüft, da einige Modelle der wesentlich jüngeren Intel Pentium M Serie die Fähigkeit dabei jedoch nicht korrekt übermitteln, wurde ein Workaround veröffentlicht.[7]

Am 19. Juni 2013 beschloss die Stadt München nach Antrag[8] der ÖDP, 2.000 Stück kostenlose Lubuntu-Installations-CDs zu verteilen, um wechselwilligen Windows-XP-Nutzern vor Auslaufen von dessen Supportphase einen Ersatz zu bieten und so Elektronikschrott zu vermeiden. Lubuntu wurde gewählt, weil es eine „bewährte und weitverbreitete Linux-Version mit geringen Systemanforderungen, die sich ähnlich wie Windows XP installieren und bedienen lässt” sei.[9][10] Da Lubuntu zu dem Zeitpunkt keine LTS-Version anbot, wurde Ubuntu 12.04 LTS verteilt.[11]

Versionen[Bearbeiten]

Version Codename Veröffentlichung Unterstützung Bemerkungen
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 8.10 Intrepid Ibex 30. Oktober 2008 Keine eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu. Nach der Installation von Ubuntu konnte Lubuntu als zusätzliches Paket installiert werden.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9.04 Jaunty Jackalope 23. April 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9.10b14 Karmic Koala 1. September 2009 Erste eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu in Form einer Live CD als reine Test-CD ohne Installationsmöglichkeit.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9.10b23 Karmic Koala 8. September 2009
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 9.10 Karmic Koala 26. Oktober 2009 Keine eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu. Nach der Installation von Ubuntu konnte Lubuntu als zusätzliches Paket installiert werden.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.04 Lucid Lynx 3. Mai 2010 Erste eigenständige Veröffentlichung von Lubuntu, bei der auch eine Installation möglich ist.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 10.10 Maverick Meerkat 10. Oktober 2010 Erste als stabil angesehene Version.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 11.04 Natty Narwhal 28. April 2011 Neuerungen: Audioplayer ist Audacious, Xarchiver wurde durch das von Ubuntu her bekannte Packprogramm File Roller ersetzt und das Webcam-Programm Cheese wurde in der Standardinstallation entfernt.[12] Als Standard-Thema kommt nun OZone zum Einsatz.[13]
Anerkennung von Lubuntu als offizielles Ubuntu-Derivat
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 11.10 Oneiric Ocelot 13. Oktober 2011 April 2013 Erste Version, die offiziell zur Ubuntu-Familie zählt. 64-bit Live-CD.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.04 Precise Pangolin 26. April 2012 Oktober 2013 Diese Version ist – im Gegensatz zu anderen Ubuntu-Derivaten – keine Version mit Langzeitunterstützung.[14] LightDM als Displaymanager, Lubuntu Software Center erstmals vorinstalliert.[15]
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 12.10 Quantal Quetzal 18. Oktober 2012 April 2014 Überarbeitung des grafischen Erscheinungsbildes. Sitzungs- und Dateimanager in neuerer Version. Tool zur Dateisuche hinzugefügt.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 13.04 Raring Ringtail 25. April 2013 Januar 2014 Dateimanager in neuer Version mit eigener Suchfunktion. Grafische Überarbeitungen.
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 13.10 Saucy Salamander 17. Oktober 2013 Juli 2014 Neue Version des Dateimanagers. Neue Grafiken (verspätet). Verschiedene Bugfixes. Statt bisher Chromium ist nun Mozilla Firefox als Standard-Webbrowser vorinstalliert.
Ältere Version; noch unterstützt: 14.04 Trusty Tahr 17. April 2014 April 2017[16] Erste offizielle LTS-Version von Lubuntu[17]
Aktuelle Version: 14.10 Utopic Unicorn 23. Oktober 2014 Juni 2015 Zukünftige Version.
Zukünftige Version: 15.04 Vivid Vervet April 2015 Zukünftige Version.
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Derivate[Bearbeiten]

DEFT[18], LXLE[19] und Peppermint OS[20] sind Derivate von Lubuntu.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: lubuntu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lubuntu: Schlankes Linux auf Ubuntu-Basis. Abgerufen am 14. Mai 2011.
  2. LXDE – Lubuntu? LXDE Meet up with Mark Shuttleworth in Berlin.
  3. Teil 4 eines Interviews mit Marko Behling.
  4. lubuntu.net (englisch) abgerufen am 30. Oktober 2011.
  5. Mirko Dölle: Lubuntu gehört nun zur offiziellen Ubuntu-Famillie. In: heise open. Heise Zeitschriften Verlag. 12. Mai 2011. Abgerufen am 20. Oktober 2011.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLubuntu 12.10: New Features in Lubuntu 12.10 (englisch). Abgerufen am 29. Juni 2013.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatLubuntu 12.10: PAE (englisch). Abgerufen am 29. Juni 2013.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStadtrat München: StR-Antrags-Nummer: 08-14 / A 04099. Abgerufen am 24. August 2013.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMitteilung der ÖDP. Abgerufen am 24. August 2013.
  10. Liane M. Dubowy: München will Windows-Aussteigern Linux-CDs schenken. In: heise open. Heise Zeitschriften Verlag. 20. Juni 2013. Abgerufen am 24. August 2013.
  11. Linux-CDs für Münchner Bürgerinnen und Bürger. Abgerufen am 3. April 2014.
  12. Lubuntu 11.04 Alpha 2 finally released (englisch).
  13. Lubuntu's new theme ‘ozone’ ready for testing (englisch).
  14. Interview mit Julien Lavergne. Abgerufen am 7. November 2011.
  15. Erste Details für Precise Pangolin kristallisieren sich heraus. 7. November 2011, abgerufen am 7. November 2011.
  16. siehe "Allgemein"->"Unterstützungszeitraum"->"Lubuntu (LXDE)". wiki.ubuntuusers.de. Abgerufen am 17. April 2014.
  17. Roadmap for Lubuntu. Lists.ubuntu.com. Abgerufen am 6. September 2013.
  18. www.deftlinux.net.
  19. http://lxle.net/
  20. peppermintos.com.