Luca Cambiaso

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Eitelkeit der irdischen Liebe (um 1570)

Luca Cambiaso (* 18. November 1527 in Monéglia; † 6. September 1585 in San Lorenzo de El Escorial) war ein italienischer Maler.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des Malers Giovanni Cambiaso begann bei seinem Vater die ersten Studien, zeichnete sich schon früh durch mechanische Fertigkeit und Fruchtbarkeit an Ideen aus und führte später in Rom durch eifriges Studium von Raffaels und Michelangelos Werken sein Talent der Reife entgegen.

Besonders befleißigte er sich des Studiums der Natur, der Grazie und eines gefälligen Kolorits, wobei ihm Antonio da Correggio vorgeschwebt zu haben scheint, und bildete sich so zu einem der besten Maler, dessen Werke inmitten jener manierierten Zeit wie ein frischer Quell anmuten.

Die Darstellung bewegter Szenen gelang ihm weniger als der Ausdruck ruhiger Empfindungen. Das beste Bild dieser Richtung ist die große Grablegung in San Carignano zu Genua, wo sich überhaupt die meisten seiner Werke befinden. Cambiaso verfiel jedoch in späteren Jahren in eine flüchtige Manier, so dass man ihm sogar nachsagte, er habe mit beiden Händen zugleich gemalt, und auch die Schwermut, die sich infolge der Verweigerung einer zweiten Heirat vonseiten des Papstes seiner bemächtigte, mag zu einer Abnahme seiner künstlerischen Kräfte beigetragen haben.

Im Jahr 1583 wurde er von Philipp II. nach Spanien berufen, um die durch Castellos Tod unterbrochenen Wandgemälde des Escorial zu vollenden. Er starb aber schon 1585.

Zu Cambiaso Hauptwerken gehören die Freskenausstattungen im mehreren Kirchen und Palästen in Genua. Außerhalb Genuas ist er wenig vertreten; Gemälde von ihm befinden sich außerdem hauptsächlich in Spanien und in Neapel; das Berliner Museum besitzt die gefällige Gruppe einer Caritas.

Aus seinem Spätwerk sind die Skizzen bekannt, in denen Personenkonstellationen auf geometrische Grundformen reduziert werden. Diese werden als Zeichnungen in kubischer Manier (la maniera cubica) bezeichnet, da sie modernen kubistischen Bildern ähneln.

Werkauswahl[Bearbeiten]

Tafelmalerei[Bearbeiten]

  • Anbetung der Hirten, Holz, 118×135 cm.(Mailand, Pinacoteca di Brera.)
  • Anbetung der Könige, Holz, 223×150 cm.(Turin, Galleria Sabauda.)
  • Auferstehung, 1547, Holz, 224×168 cm.(Taggia, SS. Giacomo e Filippo.)
  • Die Heiligen Benedikt, Lukas und Johannes d. T., 1562, Leinwand, 261×161
  • Entdeckung des Fehltritts der Kallisto, nach 1570, Leinwand, 146×150 cm.(Kassel, Gemäldegalerie.)
  • Venus und Adonis, Leinwand, 141×98 cm.(Rom, Galleria Borghese.)

Wand- und Deckenmalerei[Bearbeiten]

  • um 1545-50, Genua, Palazzo di Antonio Doria: Herkules im Kampf mit den Amazonen und Apoll schießt auf die Griechen vor Troja
  • um 1550, Genua, Palazzo Grillo: Merkur und Psyche
  • um 1560, Genua, Palazzo Spinola Pessagno: Der Held im Parnass
  • um 1560, Genua, San Matteo, Szenen aus dem Leben des Hl. Matthäus
  • um 1565, Genua, Palazzo Grimaldi delle Meridiana: Heimkehr des Odysseus
  • um 1565, Genua, Villa Cattaneo Imperiale: Raub der Sabinerinnen
  • um 1572-75, Genua, Palazzo Lercari-Parodi: Die Errichtung des Fondaco in Trapezunt

Auktionen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • B. SUIDA MANNING, W. SUIDA »Luca Cambiaso«, Mailand 1958.Katalog der »Mostra di Luca Cambiaso e la sua fortuna«, Genua 1956.
  • L. COLLOBI-RAGGHIANTI »Luca Cambiaso disegnatore« in »Critica d'Arte«, 1954, Nr. 3.
  • M. LABÒ im Katalog der »Mostra centenaria di Luca Cambiaso«, Genua 1927.
  • R. SOPRANI »Le vite de' pittori scultori ed architetti Genovesi«, Genua 1674.
  • Lauro Magnani, Luca Cambiaso. Da Genova all´Escorial, Genua 1995.
  • Jonathan Bober, Luca Cambiaso 1527-1585, Mailand 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luca Cambiaso – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. VERZEICHNISS ÜBER DAS v.DERSCHAUISCHE Kunstkabinett zu NÜRNBERG.... Nürnberg, bei dem verpflichteten Auctionator Schmidmer., 1825., 250 S., Verzeichniss der seltenen Kunst-Sammlungen.,1825., Google Books, online, S. 74, (63.)
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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