Luca Lombardi

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Luca Lombardi (* 24. Dezember 1945 in Rom) ist ein italienisch-israelischer Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Luca Lombardi besuchte ab 1955 die deutsche Schule in Rom. Nach einem Klavier- und Kompositionsstudium in Rom, Florenz, Wien, Köln und Berlin[1] promovierte Luca Lombardi an der Universität Rom. 1966 bis 1972 lebte er in Köln und studierte dort in den Kölner Kursen für Neue Musik mit Karlheinz Stockhausen, Henri Pousseur, Mauricio Kagel, Dieter Schnebel, und Frederic Rzewski. An der Hochschule für Musik Köln studierte er bei Bernd Alois Zimmermann. Von 1973 bis 1993 war er an den Konservatorien von Pesaro und Mailand als Dozent für Komposition tätig, seither arbeitet er freischaffend. In Italien war er der Nachbar von Hans Werner Henze.

Lombardi ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Im Jahr 2008 erwarb Lombardi die israelische Staatsbürgerschaft; er lebt zeitweise in Rom sowie in Tel Aviv. Seine starke Abneigung gegen den Antisemitismus findet auch in seinen Werken ihren Ausdruck (z. B. im Streichquartett WARUM?, komponiert für Robert Schumanns 200. Geburtstagsjubiläum). Er spricht und komponiert in verschiedenen Sprachen wie italienisch, deutsch, hebräisch und englisch, und arbeitet zurzeit an seiner fünften Oper, Eine Frau flieht vor einer Nachricht nach einem Roman von David Grossman.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Musiktheater

Orchesterwerke (auch mit Vokalsolisten)

  • Atropos für Orchester(1991)
  • Aubade. Omaggio a Henze für Orchester (2001)
  • Canzone für Kammerorchester (1975)
  • Concerto für Viola und Orchester (1995)
  • Con Faust für Orchester (mit Chor ad libitum) (1987-90)
  • Due canzoni napoletane für Stimme und Orchester (2000)
  • Due ritratti für Orchester (1987-88)
  • Framework für zwei Klaviere und Orchester (1982-83)
  • Italia mia for Erzähler, Mezzosopran, Bassbariton und Orchester, Texte: Dante, Petrarca, Leopardi, Quasimodo, Pasolini, Violante, Lombardi (2011)
  • La notte di San Silvestro für Orchester (1983-84)
  • La notte di Valpurga (Walpurgisnacht) für Orchester (mit Chor ad libitum) (1991)
  • Lucrezio. Un oratorio materialistico. Parte prima: natura für Erzähler, Sopran, Flöte und Orchester (1998)
  • Lucrezio. Un oratorio materialistico. Parte seconda: amore für Erzähler, Sopran, Bariton und 12 Instrumente (2002)
  • Mare für Orchester (2012)
  • Mythenasche für Sopran, Bariton, Chor und Kammerorchester (1980-81)
  • Nel tuo porto quiete. Un requiem italiano für Sopran, Bass, Chor und Orchester (1985)
  • Non requiescat. Musica in memoria di Hanns Eisler für Kammerorchester (1973)

Vokalmusik (a cappella)

  • Alle fronde dei salici für 12 Stimmen (1977)
  • Ariel’s Songs für zwei Soprane, Mezzosopran und Alt (2002-03)
  • Canto di Eros für fünf Stimmen (Sopran, Mezzosopran, Countertenor, Tenor, Bassbariton) (1986)
  • E subito riprende il viaggio für fünf Stimmen (zwei Soprane, zwei Tenöre, ein Bariton) (1979-80)
  • Giocate al giuoco mio, grassi giganti für Kinderchor (1992)
  • “Hasta que caigan las puertas del odio” für 16 Stimmen (je 4 SATB) (1977)
  • Madrigale di Tommaso Campanella op. 6 für Männerchor a cappella (1965)

Vokalmusik mit Instrumenten (Auswahl)

  • Ophelia-Fragmente für Sopran und Klavier (1982)
  • Senza titolo (due pezzi) für Sopran und Klavier (1972)
  • La canzone di Greta für Sopran und Streichquartett (1987), basierend auf dem Schubert-Lied "Gretchen am Spinnrade"
  • Ein Lied für Sopran, Flöte, B-Klarinette und Klavier (1988), Text: Else Lasker-Schüler
  • Due canti für Bariton und Klavier (1992)
  • Yedid Nefesh. Canti di amore e di assenza für Mezzosopran und Gitarre (1994-1996), auch mit Kammermusikensemble

Elektronische Musik

  • Analisi für 3 Synthesizer (1973)
  • Diagonal für 2 Transistorradios (1968)
  • Nixon für Stimme und Sythesizer (1972)
  • Sinus (1970)
  • Stufen (1968-69)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Interview Radio Bremen abgerufen am 9. Juli 2011

Weblinks[Bearbeiten]