Lucia Bosé

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Lucia Bosè (eigentlich Lucia Borlani, * 28. Januar 1931 in Mailand) ist eine italienische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Bosè stammt aus einer Bauern- und Arbeiterfamilie; auch sie selbst begann im Alter von zwölf Jahren zu arbeiten. Sie war Botin für eine Anwaltskanzlei, später Verkäuferin in der bekannten Mailänder Feinkonditorei „Galli“. 1947 nahm sie an der ersten Wahl zur Miss Italien teil, bei der sie gegen Konkurrentinnen wie Gianna Maria Canale, Eleonora Rossi Drago und Gina Lollobrigida den Titel erringen konnte. Dies und ihre Bekanntschaft mit Luchino Visconti, die bald zu Freundschaft wurde, führte zu ersten Filmangeboten. Hatte Giuseppe De Santis für Bitterer Reis 1949 noch Silvana Mangano vorgezogen, besetzte er Bosè im Folgefilm, Kein Frieden unter den Olivenbäumen. Zahlreiche Leinwandengagements folgten; neben künstlerisch bedeutenden Werken von Michelangelo Antonioni, Luciano Emmer und Luis Buñuel war Bosè jedoch auch in vielen Gebrauchsfilmen zu sehen. Mehrmals spielte sie neben Walter Chiari in dessen Komödien

1955 heiratete sie den fünf Jahre älteren, in seiner spanischen Heimat populären Stierkämpfer und Gelegenheitsschauspieler Luis Miguel Dominguín. Aus der Ehe, die 1967 in Scheidung endete, gingen drei Kinder hervor, von denen zwei – Paola Dominguin und Miguel Bosé – ebenfalls als Schauspieler aktiv sind. Sie lebte in dieser Zeit in Spanien und legte ihre Karriere bis auf einen vereinzelten Auftritt 1959 für Jean Cocteau auf Eis.

1968 kehrte Bosè nach fast zehnjähriger Pause zum Film zurück und stand zunächst in Spanien, später dann wieder in Italien vor der Kamera. Dort wirkte sie u.a. unter der Regie von Federico Fellini in dessen Petronius-Adaption Fellinis Satyricon mit. Nach 1978 war sie deutlich weniger, aber beständig aktiv, nun immer wieder auch für das Fernsehen arbeitend.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1950: Kein Frieden unter den Olivenbäumen (Non c'è pace tra gli ulivi)
  • 1950: Chronik einer Liebe (Cronaca di un amore)
  • 1951: Die Mädchen vom Spanischen Platz (Le raggazze di piazza di Spagna)
  • 1952: Es geschah Punkt 11 (Roma, ore 11)
  • 1953: Die große Rolle (La signora senza camelie)
  • 1953: Ring frei für die Liebe (Era lei che lo voleva!)
  • 1954: Dein ist mein Herz – Schuberts große Liebe (Sinfonia d'amore – Schubert)
  • 1954: Verrat (Tradità)
  • 1955: Der Tod eines Radfahrers (Muerte de un ciclista)
  • 1955: Die Verirrten (Gli sbandati)
  • 1956: Morgenröte (Cela s'appelle l'aurore)
  • 1960: Das Testament des Orpheus (Le Testament d’Orphee)
  • 1969: Fellinis Satyricon (Satyricon)
  • 1970: Metello (Metello)
  • 1971: Love Inferno (La controfigura)
  • 1972: Keine Frau für gewisse Stunden (Un solo grande amore)
  • 1972: Nathalie Granger (Nathalie Granger)
  • 1974: Das Ritual (La Messe dorée)
  • 1976: Im Scheinwerferlicht (Lumière)
  • 1977: Violanta
  • 1982: Deines Nachbarn Sohn (Din nabos son)
  • 1982: Die Kartause von Parma (La certosa di Parma) (Fernseh-Miniserie)
  • 1987: Chronik eines angekündigten Todes (Cronaca di una morte annunciata)
  • 1989: Der Gorilla und die falsche Ladung (Le Gorille dans le pot au noir) (Fernsehfilm)
  • 1990: Ich wollte Hosen (Volevo i pantaloni)
  • 1999: Nacht im Harem (Harem Suare)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrea Orbicchiani, Artikel Lucia Bosè, in: Enrico Lancia, Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. Le attrici. Rom 2003, S. 46/47