Lucius Iavolenus Priscus

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Gaius Octavius Tidius Tossianus Lucius Iavolenus Priscus war ein römischer Politiker, Senator und Jurist des 1. Jahrhunderts n. Chr.

Javolen war Schulhaupt der Sabinianer und Lehrer des Salvius Iulianus. Die Laufbahn des an der Wende von der Früh- zur Hochklasssik stehenden Juristen ist inschriftlich gut bezeugt. Fast wie im Kontrast zu seinem in Rom gewonnen Ruhm erwähnt die aufsteigend geordnete Laufbahn keine stadtrömischen Ämter – auch das Konsulat nicht – sondern nur provinziale Stellen.

Javolen begann seine Laufbahn als Legat der legio IV Flavia Felix in Dalmatien; danach, im Jahr 83, war er Legat der legio III Augusta in Numidien. Nach diesem Kommando war er noch iuridicus (Gerichtsvorsitzender) in der Provinz Britannien (84/86?), ehe er im letzten Nundinium (September/Dezember) des Jahres 86 zusammen mit Aulus Bucius Lappius Maximus sein Suffektkonsulat antrat. Danach hatte Javolen die Legaturen der Provinzen Germania superior (89/90–91/92), Syria (ca. 98/99–ca.99/100) und Africa (ca. 101) inne.

Javolen saß im Konsilium von Trajan und Hadrian. Seine Schriften, insbesondere die 14 libri epistularum, sind Meisterleistungen der Fallanalyse und der problembezogenen, aber nicht verallgemeinernden Erfassung von Rechtsgedanken. Omnis definitio (jede Definition) scheint ihm im Bereich des ius civile (Privatrecht) gefährlich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Theo Mayer-Maly: Iavolenus (2). In: Der kleine Pauly, Bd. 2, 1967, Sp. 1328.
  • Werner Eck: Senatoren von Vespasian bis Hadrian. Prosopographische Untersuchungen mit Einschluss der Jahres- und Provinzialfasten der Statthalter. Beck, München 1970, S. 131ff, 140ff, 152ff., 158. (Vestigia, Bd. 13).
  • Bengt E. Thomasson: Fasti Africani, Senatorische und ritterliche Ämter in den römischen Provinzen Nordafrikas von Augustus bis Diokletian, Paul Aströms Förlag, Stockholm 1996, S. 49f, P 49; S 137f. P 10.

Quellen[Bearbeiten]