Lucius Mummius

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Lucius Mummius war ein römischer Politiker um die Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr., der durch die Zerstörung Korinths im Jahre 146 v. Chr., bekannt wurde.

Er war Angehöriger der plebejischen gens Mummia und Sohn des Lucius Mummius, der als Volkstribun 187 v. Chr. mit seinem Bruder Quintus gegen die Scipionen vorging und als Prätor 177 v. Chr. in Sardinien kämpfte. Sein Bruder Spurius begleitete ihn als Legat nach Griechenland und gehörte zum Philosophenkreis um Scipio Aemilianus.

Lucius kämpfte als Prätor 153 v. Chr. im jenseitigen Spanien und feierte anschließend einen Triumph über die Lusitanier. Im Jahr 146 v. Chr. wurde er Konsul und erhielt den Oberbefehl über die Truppen in Achaea, wo bereits seit 148 v. Chr. der Proprätor Q. Caecilius Metellus erfolgreich gekämpft hatte. Nach einem Sieg über die Korinther unter Diaios eroberte Mummius ihre Stadt und zerstörte sie völlig. Die Einwohner wurden in die Sklaverei verkauft und Kunstwerke, aber auch andere Wertgegenstände wie die Echeia des Theaters nach Rom gebracht. In seinem Vorgehen befolgte er einen Senatsbeschluss. Plünderungen durch Soldaten sollten nicht ihm zur Last gelegt werden. Er blieb auch 145 v. Chr. als Prokonsul in Griechenland, wo er mit einer Zehnerkommission die Provinz Achaea einrichtete und eine Rundreise durch Griechenland unternahm. In diesem Jahr feierte er einen prächtigen Triumph über Achäer und Korinther; er erhielt inoffiziell den Beinamen Achaicus.

142 v. Chr. stiftete er die Kunstwerke aus der Beute verschiedenen Städten. Im selben Jahr wurde er Zensor zusammen mit Scipio Aemilianus, mit dem es bald zu Konflikten kam. Kurze Zeit nach Ende der Zensur, die er nach einem Jahr niederlegte, dürfte er verstorben sein. Er hinterließ einen Sohn und eine Tochter. Eine Urenkelin Mummia Achaica war die Mutter des Kaisers Galba.

Literatur[Bearbeiten]

Friedrich Münzer, L. Mummius (no. 7a), in: RE XVI 1 (1933) coll. 1195–1206.