Lucius Shepard

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Lucius Shepard (2011)

Lucius Shepard (* 21. August 1947 in Lynchburg, Virginia; † 18. März 2014 in Portland, Oregon) war ein US-amerikanischer Schriftsteller, der vor allem als Science-Fiction- und Fantasy-Autor bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Zu Shepards Geburtsjahr existieren unterschiedliche Angaben. Er selbst nannte auf seiner Homepage das Jahr 1947,[1] in einigen Nachrufen war dagegen von 1943 die Rede. Seine ersten Kurzgeschichten erschienen 1983 während der Cyberpunk-Bewegung, sein erster Roman Green Eyes (dt. Grüne Augen) erschien 1984.

Für seine Werke wurde der Autor mehrfach ausgezeichnet, 1985 gewann er den John W. Campbell Award als bester neuer Autor, gefolgt vom Nebula Award und dem Locus Award für seine Erzählung R&R, welche 1987 Teil seines Romans Life During Wartime (dt. Das Leben im Krieg) wurde. 1988 bekam er den World Fantasy Award für die Kurzgeschichten-Sammlung The Jaguar Hunter, und seine Novelle Barnacle Bill the Spacer erhielt 1993 den Hugo Award.

Shepard lebte in Vancouver, Washington.

Themengebiete und Entwicklung[Bearbeiten]

Während seiner schriftstellerischen Laufbahn behandelte Shepard verschiedenste Thematiken. Am Anfang war Mittelamerika ein zentrales Thema seines Schreibens: eindeutig als Science Fiction erkennbare Geschichten über zukünftige High-Tech Dschungelkriege (z.B. R&R und Salvador) sowie Erzählungen, die eher dem sog. magischen Realismus zuzuordnen sind (wie Black Coral und The Jaguar Hunter) und in welchen er sich mit kulturellen Zusammenstößen befasste. In verschiedenen Interviews vertrat er die Ansicht, dass die Regierung Bush einen Angriff auf diese Region starten würde.

In den 90er Jahren wurde es in Bezug auf Science Fiction eher ruhig um Shepard; er kehrte erst gegen Ende des Jahrzehnts mit Werken wie der Novelle Radiant Green Star (welche mit dem Locus Award im Jahre 2001 ausgezeichnet wurde) zurück. Obwohl er noch immer thematisch auf Mittelamerika angelegte Fiction schieb, lagen seine Interessen eher im Norden. So veröffentlichte er die Novellen Ein Handbuch Amerikanischer Gebete (erschienen bei der Edition Phantasia) und Viator, welche beide in Nordamerika angesiedelt sind. Des Weiteren publizierte er einige Werke, in denen Kultur und Geographie nur nebensächlich sind (seine Erzählung Jailwise als wichtiges Beispiel), sich breiteren Fragen wie der Rolle der Gerechtigkeit in der Gesellschaft zuwenden.

Viele von Shepards letzten Arbeiten sind der Sachliteratur zuzuordnen, so erforschte er für einige Zeit die sogenannten Freight Train Riders of America und schrieb sowohl Fiction als auch Non-Fiction über diese Erfahrungen. Beim Magazin The Magazine of Fantasy & Science Fiction sowie www.electricstory.com war er regelmäßiger Filmrezensent, seine Rezensionen häufig beeinflusst von seiner Geringschätzung des Zustands des amerikanischen Films.

Werke[Bearbeiten]

Romane und Erzählungen[Bearbeiten]

  • Grüne Augen, 1989, ISBN 3-453-03471-6, Green Eyes, 1984
  • Das Leben im Krieg, 1989, ISBN 3-453-03144-X, Life During Wartime, 1987
  • The Scalehunter’s Beautiful Daughter (Erzählung), 1988
  • The Father of Stones (Erzählung), 1989
  • Kalimantan (Erzählung), 1990
  • Die Spur des goldenen Opfers, 1997, ISBN 3-404-13846-5, The Golden, 1993
  • The Last Time, 1995
  • Colonel Rutherford’s Colt, 2002
  • Valentine, 2002
  • Aztech, 2004, ISBN 3-937897-05-4, Aztechs, 2003
  • Floater, 2003
  • Endstation Louisiana, 2006, ISBN 3-937897-14-3, Louisiana Breakdown, 2003
  • Liar’s House, 2004
  • Viator, 2004
  • Ein Handbuch Amerikanischer Gebete, 2006, ISBN 3-937897-19-4, A Handbook of American Prayer, 2004
  • The Velt, 2005
  • Softspoken, 2007
  • Vacancy, 2009
  • The Taborin Scale, 2010

Storysammlungen[Bearbeiten]

  • The Jaguar Hunter, 1987
  • Nantucket Slayrides: Three Short Novels, 1989 (mit Robert Frazier)
  • The Ends of the Earth: Fourteen Stories, 1990
  • Vermillion (Comicbuchserie, Texter), 1996–1997
  • Barnacle Bill the Spacer: And Other Stories / Beast of the Heartland and Other Stories, 1997
  • Hobo Nation, 2008, ISBN 3-937-89729-1, Two Trains Running, 2004
  • Trujillo: And Other Stories, 2004
  • Eternity: And Other Stories, 2005
  • Dagger Key: And Other Stories, 2007
  • The Best of Lucius Shepard, 2008

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Sports and Music, 1986
  • Weapons of Mass Seduction, 2005
  • With Christmas in Honduras: Men, Myths, and Miscreants in Modern Central America, 2007

Online verfügbare Werke[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

  • Colin Greenland über Grüne Augen: "Die vordergründige Handlung, das Gejagtsein durch eine feindliche Landschaft, begleitet von Leiden, Selbsterkenntnis und wachsender Liebe, ist der irdische Rahmen für eine vielschichtige messianische Zuspitzung, die immer mehr von ihrem eigenen halluzinatorischen Strudel davongetragen zu werden droht. Die gespannte Kraft des Stils enthält alle krampfhaften Zuckungen sinnlicher und visionärer Art, die sie verursacht. Mit diesen Roman, seinem ersten, verschafft sich Lucius Shepard sofort einen Platz in der Gesellschaft der Science Fiction-Autoren …"[2]
  • Sascha Mamczak über Das Leben im Krieg: "Life during Wartime ist um Längen besser als Shepards weit überschätzter Erstlingsroman Green Eyes, an seine Novellen und Kurzgeschichten reicht er jedoch nicht heran. So ist R & R, die Novelle, die dem Roman zugrunde liegt und das erste Kapitel darstellt, sein bestes Stück. Im Laufe der Handlung wird die Geschichte unglaubwürdiger – und immer pathetischer … Tiefe geben seinem Buch die Charaktere, in die der Krieg Wunden geschlagen hat: Der General, der mit seinem Kampfanzug als 'Monster' einen uralten Mythos am Leben erhält, Nate, der mit PSI-Kräften Schmetterlinge zum Töten abrichtet, der strahlenverseuchte Tully, der auf der Veranda sitzt und gegen die Traurigkeit kämpft."[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lucius Shepard Bio. Biografische Informationen auf der Homepage von Lucius Shepard (englisch, abgerufen am 23. März 2014).
  2. Vgl. Wolfgang Jeschke (Hrsg.): Das Science Fiction Jahr 1990, Wilhelm Heyne Verlag München, ISBN 3-453-03905-X, S. 666.
  3. In: Der Golem. Jahrbuch zur phantastischen Literatur 1989, hrsg. von Harald Junker, Udo Klotz und Gerd Rottenecker, Freiberg 1990, ISSN 0937-5880, S. 98f.