Ludwig-Erhard-Preis (ILEP)

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Der Ludwig-Erhard-Preis der Initiative Ludwig-Erhard-Preis wird jährlich von der Initiative verliehen.

Ludwig-Erhard-Preis

Initiative Ludwig-Erhard-Preis[Bearbeiten]

Die ILEP wird durch einen Vorstand geführt, dem sieben Repräsentanten der Mitglieder und dem hauptamtlichen Geschäftsführer angehören. Die Repräsentanten sind je ein Vertreter der Deutsche Gesellschaft für Qualität und des Verein Deutscher Ingenieure, ein Vertreter der Ludwig-Erhard-Stiftung sowie vier Vertreter der ILEP-Mitglieder. Als Fördermitglieder können sich alle Organisationen der ILEP anschließen, nicht jedoch Einzelpersonen.

Ziel des Preises[Bearbeiten]

Prämiert werden ganzheitliche Managementleistungen, die auf den Grundgedanken der Excellence - Kundenorientierung, Prozessoptimierung und Innovation - aufbauen und die nachhaltige Entwicklung von Unternehmen im Wettbewerb fördern. Der Ludwig-Erhard-Preis knüpft damit an die international anerkannten Auszeichnungen für umfassendes Qualitätsmanagement wie den Malcolm Baldrige National Quality Award (MBNQA) in den USA, den japanischen Deming-Preis oder den Europäischen Qualitätspreis an.

Assessmentprozess[Bearbeiten]

Der Preisverleihung geht ein „Assessmentprozess“ voraus.

Für die Bewerbung wird eine mindestens 25-seitige Bewerbungsbroschüre, die die wesentlichen Vorgehensweisen und Ergebnisse beleuchtet, benötigt. Diese wird nur gebraucht, um den Vor-Ort-Besuch zu planen. Anschließend findet der Vor-Ort-Besuch statt. Jeder Bewerber hat die Sicherheit, dass die Assessoren zu ihm in die Organisation kommen. Im Rahmen des Besuch wird die Wettbewerbsfähigkeit des Bewerbers anhand des EFQM-Modells untersucht und ein Feedback-Bericht erstellt. Die Wertung (RADAR-Bewertungssystem) auf einer Skala zwischen 0 und 1000 charakterisiert den Reifegrad der Organisation und ist zusammen mit den gefundenen Stärken und Potenzialen die Grundlage für die Juryentscheidung.

Als ersten Schritt des klassischen Prozesses reicht der Bewerber zu Jahresanfang eine 75-seitige, schriftliche Bewerbungsunterlage bei der Projektleitung ein. Bewerber um den Ludwig-Erhard-Preis berücksichtigen in ihrer Bewerbung die Anforderungen des von der European Foundation for Quality Management (EFQM) entwickelten EFQM-Modells. Diese Bewerbungsunterlage wird von einem Team von fünf bis sechs EFQM-Assessoren zunächst einzeln und während des sog. Konsensmeetings als Team bewertet. Erreicht der Bewerber eine zuvor festgelegte Mindestpunktzahl, so begibt sich das Team zu einem zwei bis drei Tage dauernden Vor-Ort-Besuch zum Bewerber. Beim Vor-Ort-Besuch verifiziert das Team die Bewerbung und bildet sich ein abschließendes Urteil und verfasst den Abschlussbericht mit der Punktebewertung. Die Assessmentberichte aller Teams werden einer Jury aus Vertretern der Wirtschaft und der Wissenschaft vorgelegt. Diese fällt die abschließende Entscheidung über die Auszeichnungen.

Preisverleihung[Bearbeiten]

Die Preisverleihung erfolgt gewöhnlich Mitte November, meistens in Berlin. Es gibt drei Arten von Preisen: Die Anerkennung als Finalist, eine Auszeichnung und den Preis. Während die Zahl der Finalisten und Ausgezeichneten schwanken kann, wurde der Ludwig-Erhard-Preis bis 2002 nur einmal vergeben. Ab 2003 wird der Preis einmal je Kategorie vergeben.

In den Jahren 2001 bis 2003 wurde der Ludwig-Erhard-Preis in vier Kategorien vergeben:

  • Große Unternehmen (Abk. GU, mehr als 500 Vollzeit-Mitarbeiter)
  • Mittlere Unternehmen (Abk. MU, 101–500 Vollzeit-Mitarbeiter)
  • Kleine Unternehmen (Abk. KU, weniger als 100 Vollzeit-Mitarbeiter)
  • Kleinste Unternehmen (Abk. KLU, 1–15 Vollzeit-Mitarbeiter)

Ab 2012 wird der Ludwig-Erhard-Preis in vier Kategorien vergeben:

  • Große Organisationen (Abk. GO, mehr als 500 Vollzeit-Mitarbeiter)
  • Mittelstand (Abk. M, 101–500 Vollzeit-Mitarbeiter)
  • Kleine Organisationen (Abk. KO, weniger als 100 Vollzeit-Mitarbeiter)
  • Kleinste Organisationen (Abk. KLO, 1–15 Vollzeit-Mitarbeiter)
Liste der Preisträger
Jahr Preisträger Auszeichnungen Finalisten
1997 keiner Centra-Honeywell AG, Otis GmbH keine
1998 Schindlerhof Klaus Kobjoll GmbH keine Dr. Reinold Hagen Stiftung, Vaillant GmbH
1999 Vaillant GmbH keine Auszeichnungen Honeywell Regelsysteme, OBI Markt Nürnberg, TQU Steinbeis Transferzentren Qualität im Unternehmen
2000 AUBI OBI Markt Nürnberg keine
2001 keiner keine OBI Markt Finsterwald, Philips Semiconductors, TQU Steinbeis Transferzentren Qualität im Unternehmen
2002 keiner drillbox Georg Knoblauch GmbH (heutige Firmierung: tempus GmbH) Lufthansa CityLine, Endress+Hauser Wetzer
2003 Schindlerhof Klaus Kobjoll GmbH (KU), TNT Express (GU) Philips Semiconductors Hamburg (MU), Kautex Textron Werk Wissen (MU), Endress+Hauser Wetzer (MU), Lufthansa CityLine (GU) TQU Steinbeis Transferzentren Qualität im Unternehmen (KU), Philips Automotive (GU)
2004 T-Systems Entwicklungszentrum Südwest (GU), Endress+Hauser Wetzer (MU) BMW Group - Produktion Fahrwerk und Antriebskomponenten (GU), Homag Holzbearbeitungssystems AG (GU), Rewe-Zentral AG Niederlassung Hungen (GU), Kautex Textron Werk Wissen (MU) Philips Semiconductor Böblingen (GU)
2005 BMW Group, Bereich „Produktion Fahrwerk und Antriebskomponenten“ (GU) Busch-Jaeger Elektro GmbH (GU), emz-Hanauer GmbH & Co. KGaA (MU), KAUTEX TEXTRON GmbH & Co. KG (Werk Wissen, MU), T-Systems Multimedia Solutions GmbH (MU), Praxis für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Dirk Schöttelndreier & Dr. Holger Rapsch (KU) Blaupunkt GmbH (MU), Herth+Buss GmbH & Co. KG (KU).
2006 Busch-Jaeger Elektro GmbH (GU), T-Systems Multimedia Solutions GmbH (MU) GRUNDFOS PUMPENFABRIK GMBH (GU), KAUTEX TEXTRON GmbH & Co. KG, Werk Wissen (MU), domino-world Gesundheits- und soziale Dienste (KU) Homag Holzbearbeitungssysteme AG (GU), GRG Gebäudereinigung Sonne + Schwarz GmbH & Co Service KG (MU), Seniorencentrum St. Liborius (KU).
2007 KAUTEX TEXTRON GmbH & Co. KG, Werk Wissen (MU), Praxis für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Schöttelndreier & Dr. Rapsch (KLU) Daimler AG, Werk Untertürkheim (GU), GRG Services Hamburg GmbH & Co. KG (MU), Glow & Tingle Unternehmensberatung GmbH (KU) Carl Zeiss SMT AG (GU), apetito AG (GU).
2008 domino-world Gesundheits- und soziale Dienste (MU), Voss und Partner AG (KU) Robert Bosch Fahrzeugelektrik Eisenach GmbH(GU) Institut für Medizinische Diagnostik Oderland (KU), BURTON GmbH (MU).
2009 Robert Bosch GmbH, Werk Homburg (GU), Glow & Tingle Unternehmensberatung (KLU) Ricoh Deutschland GmbH (GU), Burton GmbH + Co. KG (MU), Harting Deutschland GmbH & Co. KG (MU), Allresist GmbH (KLU) TRW Automotive GmbH (GU), Schöck AG (MU), Praxis für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Dr. med. Hans Ibel (KLU).
2010 Ricoh Deutschland GmbH (GU), I. K. Hofmann GmbH (MU) BMW Motorrad, Werk Berlin (GU), TRW Airbag Systems GmbH (GU), TKW Gebäudeservice GmbH (MU), Marc Klejbor Marketing & Merchandising GmbH (KU) Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG Meerane (MU), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (MU), Reha Vita GmbH (KU).
2011 BMW Motorrad, Werk Berlin (GU), Endress+Hauser Conducta GmbH (MU), WSS AKTIV BERATEN (KU) Robert Bosch GmbH, Werk Feuerbach (GU), ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH (MU), Herth+Buss Fahrzeugteile (MU), MDK Rheinland-Pfalz (MU), Polizeidirektion Biberach (MU), Schöck AG, Baden-Baden (MU), Thüringer Weidmüller GmbH, Wutha-Farnroda (MU) WISAG Gebäudereinigung Holding GmbH & Co. KG, Frankfurt (GU), Neumarkter Lammsbräu, Neumarkt (KU).
2012 Robert Bosch GmbH, Werk Stuttgart-Feuerbach (GO), Schindlerhof Klaus Kobjoll GmbH (KO), Allresist GmbH (KLO) BMW Werk Regensburg (GO) Busch-Jaeger Elektro GmbH (GO).
2013 BMW Werk Regensburg (GO), domino-world (M) Caritasverband Olpe (GO), Schöck AG (M), Thüringische Weidmüller GmbH (M), flow consulting gmbh (KLO) DRK-Krankenhaus Clementinenhaus (M), EBK Krüger GmbH&Co KG (M), Daimler AG - Bildungszentrum Haus Lautenbach (KO), Augenfacharztpraxis Dr. Helga und Andreas Linke (KLO).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]