Ludwig-Jahn-Stadion (Herford)

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Ludwig-Jahn-Stadion

BW

Daten
Ort DeutschlandDeutschland Herford, Deutschland
Koordinaten 52° 6′ 19″ N, 8° 41′ 17″ O52.1052777777788.6880555555556Koordinaten: 52° 6′ 19″ N, 8° 41′ 17″ O
Eröffnung 1955
Oberfläche Rasen
Kapazität 18.400
Verein(e)

Herforder SV
SC Herford

Veranstaltungen

Das Ludwig-Jahn-Stadion ist ein Fußballstadion in Herford. Das Stadion wurde 1955 gebaut und zuletzt Ende der 1990er Jahre renoviert. Hauptnutzer des nach dem „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn benannten Stadions sind der in der Frauen-Bundesliga spielende Herforder SV sowie der Männer-Westfalenligist SC Herford. Bei Terminkollisionen haben die Frauen Vorrang.

Stadion[Bearbeiten]

Seit in den 1970er Jahren das Fassungsvermögen aus Sicherheitsgründen reduziert worden war, hat das Stadion 18.400 Plätze. Die Haupttribüne ist überdacht und bietet Platz für 1.400 Sitzplätze. Die Rasenfläche ist von einer Laufbahn mit sechs Bahnen umgeben. Das Stadion umfasst 20 Umkleidekabinen und drei Schiedsrichterkabinen. Neben dem Stadion umfasst die Anlage noch drei weitere Rasenplätze, zwei Kunstrasenplätze sowie einen Ascheplatz. Das Stadion gehört zu den 70 größten Stadien Deutschlands.

Bei den Bundesliga-Heimspielen des Herforder SV ist das Fassungsvermögen durch Sicherheitsauflagen des DFB auf 5.000 Zuschauer begrenzt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Das Stadion wurde 1936 als Ludwig-Jahn-Kampfbahn mit 6000 Stehplätzen errichtet. Durch Bombenangriffe auf die nahegelegene Eisenbahnbrücke über die Werre im Zweiten Weltkrieg und durch das Hochwasser vom Februar 1946 wurde das Stadion stark beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es 1945 von der britischen Besatzungsmacht besetzt, wobei es zunächst als Gefangenenlager für deutsche Kriegsgefangene und anschließend als Garnisonsstadion (garrison stadium) diente. Am 23. Mai 1947 erlaubte der britische Standortkommandant die Nutzung durch die deutsche Bevölkerung von Montag bis Donnerstag. Voraussetzung war allerdings, dass die Stadt die Herrichtung und Pflege des Platzes übernahm. Die Nutzungszeiten wurden unter der Federführung des städtischen Jugend- und Sportamtes verteilt. Bei Benutzungswünschen außerhalb der zugestandenen Zeiten erfolgte eine Abstimmung mit dem Standortkommandanten, der die Wünsche weitgehend erfüllte. So fand zum Beispiel am Sonntag, dem 4. Juni 1950 ein Fußballspiel zwischen Spielern des Nordwestdeutschen Rundfunks und bekannten Bürgern der Stadt Herford zu Gunsten der TBC-Hilfe vor 4000 Zuschauern statt.

Im Februar 1950 wurde von der Stadt beschlossen, das in Nordost-Südwest-Richtung liegende beschädigte Stadion in ost-westlicher Richtung neu zu bauen, damit die Spieler möglichst wenig durch die Sonne geblendet wurden.

Im Mai 1951 wurde von der Besatzungsmacht an der bis dahin offenen Stelle des Stadions ein Stacheldrahtzaun gezogen und ein Schild aufgestellt, nach dem den Deutschen das Betreten des Stadions verboten war. Nachdem im Januar 1952 die Wiederfreigabe des Stadions erfolgt war, stellt der Stadtrat im März 1952 das Geld für den Neubau bereit. Ein Jahr später wurde mit dem Bau begonnen.

Am 25. und 26. Juni 1955 wurde das Ludwig-Jahn-Stadion mit einem Stadionfest, Sportvorführungen und einem Fußballspiel eingeweiht. Es hatte 15.000 nicht überdachte Stehplätze und auf einer kleinen Tribüne 1400 überdachte Stehplätze.

Nach einer achtjährigen Rundumsanierung für 5 Millionen Euro wurde das Stadion am 8. Juni 1998 neu eröffnet.

Bedeutende Spiele[Bearbeiten]

Am 24. Oktober 1964 wurde der Besucherrekord mit knapp 30.000 Zuschauern aufgestellt. An diesem Tag fand das Endspiel um die Deutsche Feldhandballmeisterschaft zwischen dem TuS Wellinghofen und dem TSV Grün-Weiß Dankersen statt. Über die genaue Anzahl der Zuschauer bestand allerdings Unklarheit. Ob 25.000, 27.000 oder 30.000 Zuschauer dem Spiel beiwohnten, wird sich nicht mit letzter Sicherheit feststellen lassen. Hunderte oder Tausende sind über die Stadionzäune gestiegen oder durch das Haupttor, das wegen des großen Andrangs geöffnet wurde, ins Stadiongelände gelangt. Das Spiel endete 13:9 für den TuS Wellinghofen.

Das Stadion war dreimal Austragungsort des Endspiels um die deutsche Fußball-Amateurmeisterschaft. 1960 besiegten die Amateure von Hannover 96 den BV Osterfeld im Wiederholungsspiel mit 3:0. Das erste Finale endete vor 22.000 Zuschauern mit 1:1 nach Verlängerung. Zur damaligen Zeit war das Elfmeterschießen noch nicht eingeführt. 1966 setzten sich die Amateure von Werder Bremen mit 5:1 gegen die Amateure von Hannover 96 durch. 1967 gewann der STV Horst-Emscher mit 2:0 gegen die Amateure von Hannover 96.

1974 wurde das Finale des Fußball-Länderpokals der Männer im Herforder Stadion ausgetragen. Hier setzte sich die Auswahl des Mittelrheins mit 1:0 gegen die westfälische Auswahl durch.

Am 18. Oktober 1975 spielte der Bünder SV 08/09 gegen die Mannschaft des FC Bayern München in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals 1975/76 vor 22.000 Zuschauern. Das Spiel, das 0:3 endete, wurde im Herforder Stadion ausgetragen, weil es in Bünde kein entsprechend großes Stadion gab.

Am 27. Mai 1981 trafen im Rahmen der U-18-Fußball-Europameisterschaft die Auswahlen aus Griechenland und Wales aufeinander. Die Waliser konnten durch einen 1:0-Sieg die Partie für sich entscheiden.

Am 13. Juni 2010 fand im Ludwig-Jahn-Stadion ein Länderspiel der deutschen U-20-Fußballnationalmannschaft der Frauen gegen die USA statt. Vor 1611 Zuschauern endete das Spiel 3:1 für Deutschland.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. herfordersv.de: Historie des Stadions
  2. ffc-frankfurt.de: U 20-Frauen feiern 3:1 gegen Weltmeister USA Bericht vom 14. Juni 2010