Ludwig Häusser

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Porträtfotografie von Ludwig Häusser aus der Sammlung von Albert Mays, veröffentlicht in Ruperto Carola. Illustrirte Fest-Chronik der V. Säcular-Feier der Universität Heidelberg

Ludwig Häusser (* 26. Oktober 1818 in Kleeburg, Elsass; † 17. März 1867 in Heidelberg) war ein deutscher Historiker und liberaler Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Sein Vater war reformierter Pfarrer im elsässischen Kleeburg und verstarb bereits 33-jährig im Jahr 1821. Ludwigs Mutter Anna Maria Dorothea geb. Paniel nahm den zweijährigen Jungen daraufhin mit zu ihrer Familie in Mannheim. Häusser war ab 1846 verheiratet mit Eleonore Wilhelmine geb. Rettig, mit der er vier Kinder hatte. Seine Mutter wohnte bis zu ihrem Tode 1857 im Haushalt des Sohnes.[1]

Ludwig besuchte ab 1826 das Karl-Friedrich-Gymnasium in Mannheim. Nach dem Abitur studierte er von 1835 bis 1839 klassische Philologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Mit einer Doktorarbeit bei Friedrich Christoph Schlosser wurde er zum Dr. phil. promoviert. Das Sommersemester 1838 verbrachte er an der Universität Jena, wo er 1838 der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller beitrat. 1839 unterrichtete er kurzzeitig als Gymnasiallehrer in Wertheim. 1840 war er für drei Monate in Paris. Nach der Habilitation 1840 war er als Gymnasiallehrer in Heidelberg tätig. Daneben war er seit 1841 Mitarbeiter der Allgemeinen Zeitung, die zu dieser Zeit in Augsburg erschien. Nach dem Ausscheiden von Georg Gottfried Gervinus als Herausgeber der 1847 begründeten Deutschen Zeitung übernahm er deren Redaktion.

Im Verlauf der Märzrevolution wurde er im November 1848 Mitglied der Zweiten Badischen Kammer (bis 1850 und von 1860 bis 1865). Er vertrat einen streng legalistischen Standpunkt und bekämpfte die revolutionären Demokraten. Durch zielstrebiges Wirken konnte er zur Durchsetzung wesentlicher Reformen im Schulwesen, der kommunalen Selbstverwaltung, dem Eisenbahnnetz und der Judenemanzipation beitragen. Am 18. März 1850 wurde er für den 4. Badischen Wahlbezirk ins Erfurter Parlament gewählt und nahm 1863 an der Frankfurter Abgeordnetenversammlung teil.

Ende 1849 war er zum o. Professor in Heidelberg ernannt worden. Rufe der Universität Zürich und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen lehnte er in der Folge ab. In der Diskussion um die deutsche Einheit vertrat er die kleindeutsche Lösung einer konstitutionellen Monarchie unter preußischer Führung.

Als Häusser 1867 an einem Herzleiden starb, nahm das gesamte Land Anteil, so auch Großherzog Friedrich, der Häusser als seinen eigentlichen Lehrer bezeichnete.

Grab[Bearbeiten]

Grabmal von Ludwig Häusser auf dem Heidelberger Bergfriedhof in der Professorenreihe (Abt.) D

Das Grabmal für Ludwig Häusser auf dem Heidelberger Bergfriedhof wurde von Franz Sommer geschaffen. Die Büste Häussers ist eine Arbeit des Bildhauers Konrad Knoll. Die Grabstätte von Ludwig Häusser war ursprünglich neben der Grabanlage von Kuno Fischer auf dem Professorenweg. Nach Auflassung der Begräbnisstätte wurde Häussers Büste nebst seinem Grabmal am Anfang der Professorenreihe in memoriam an den Gelehrten wieder errichtet.[2]

Werke[Bearbeiten]

Sein historisches Hauptwerk ist die Deutsche Geschichte vom Tode Friedrichs des Großen bis zur Gründung des Deutschen Bundes, die von 1854 bis 1857 in Heidelberg erschien.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ludwig Häusser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ludwig Häusser – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kurt Buamann: Pfälzer Lebensbilder, Zweiter Band, 1970, S. 215 ff.
  2. L. Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof im Wandel der Zeit, Verlag Regionalkultur, 2008, S. 118