Ludwig Heck (Zoologe)

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Ludwig Heck (* 11. August 1860 in Darmstadt; † 7. Juli 1951 in München) war Biologe und Zoodirektor in Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Ludwig Heck wurde am 11. August 1860 als einziger Sohn des Oberlehrers Georg Heck in Darmstadt geboren.[1] Er studierte in Straßburg, Darmstadt, Gießen, Berlin und Leipzig.[2] Während seines Studiums wurde er 1880 Mitglied im Akademisch-Naturwissenschaftlichen Verein, aus dem er 1897 aber wieder austrat.[3] Nach der Promotion zum Dr. phil. am 4. Juli 1885 an der Universität Leipzig[4] wurde Heck ab 1. Juni 1886 zum Direktor des Kölner Zoos bestellt.[5] Zum 1. Juni 1888 wechselte er als Direktor an den Zoologischen Garten Berlin, den er bis zum 31. Dezember 1931 leitete.[1] Am 17. Juli 1888 vermählte sich Heck mit Margarete Nauwerk.[6] Aus der Ehe gingen zwei Töchter und die Söhne Lutz Heck und Heinz Heck hervor.[7] Bis ins hohe Alter geistig rege, starb Ludwig Heck am 17. Juli 1951 im Münchener Tierpark Hellabrunn.[8]

Da Heck sich als Forscher mit der zoologischen Rassenkunde beschäftigte, war er auch an der Entwicklung der Gedankengebäude der Rassenlehre und des Sozialdarwinismus beteiligt.[9] Heck war eng mit dem Nationalsozialismus verbunden. So beteiligte er sich am Forschungsprojekt "Wald und Baum in der arisch - germanischen Geistes - und Kulturgeschichte", welches unter der Schirmherrschaft von Göring und Himmler entstanden war. „’Wald und Baum’ zielte inhaltlich darauf ab, als ideologisches Großforschungsprojekt die Fusion von Wald, Germanen- und Ariertum wissenschaftlich nachzuweisen; politisch darauf, die Grenzen des Germanentums weit zu stecken; forschungsstrategisch darauf, für die SS - Lehr- und Forschungsgemeinschaft ‚Das Ahnenerbe’ ein Terrain zu okkupieren.“[10]

Anlässlich seines 80. Geburtstages wurde er vom “Führer” höchstpersönlich mit der “Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft”, der höchsten “Kulturauszeichnung” des NS-Staates, geehrt.[11]

Ehrungen[Bearbeiten]

Er war seit 1895 Mitglied der Leopoldina. Nach Ludwig Heck ist in Mariendorf, einem Ortsteil von Berlin-Tempelhof, eine Grundschule benannt.[12]

Werke[Bearbeiten]

  • Neubearbeitung der vier Säugetierbände der 4. Auflage von Brehms Tierleben, teilweise gemeinsam mit Max Hilzheimer
  • mit anderen: Das Tierreich (= Hausschatz des Wissens. Abteilung VI, Bände 8 und 9.), J. Neumann, Neudamm 1894 und 1897. (Einleitung und Säugetiere)
  • Schimpanse Bobby und meine anderen Freunde. Carl Reissner, Dresden 1931.
  • Heiter-ernste Lebensbeichte. Erinnerungen eines alten Tiergärtners. Deutscher Verlag, Berlin 1938.

Literatur[Bearbeiten]

  • Theodor Haltenorth: Heck, Ludwig Franz Friedrich Georg. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 175 f. (Digitalisat).
  • Anonym: Personalnachrichten. Berlin. [Prof.Dr. Ludwig Heck]. In: Der Zoologische Garten (N.F.). Band 8, 1935, S. 82.
  • Anonym: Nachruf [für Geheimrat Prof. Dr. Ludwig Heck]. In: Zoologischer Anzeiger. Band 147, 1951, S. 94.
  • Anonym: Ludwig Heck gestorben. In: Tierzucht. Band 5, 1951, S. 295.
  • Otto Antonius: Ludwig Heck zum 70. Geburtstage. In: Der Zoologische Garten (N.F.). Band 3, 1930, S. 97-103.
  • Ludwig Heck: Heiter-ernste Lebensbeichte. Erinnerungen eines alten Tiergärtners. Deutscher Verlag, Berlin 1938.
  • Heinz-Georg Klös: In memoriam Professor Dr. Lutz Heck. In: Bongo. Beiträge zur Tiergärtnerei und Jahresberichte aus dem Zoo Berlin. Band 8, ISSN 0174-4038, 1984, S. 105–110.
  • Heinz-Georg Klös, Hans Frädrich & Ursula Klös: Die Arche Noah an der Spree. 150 Jahre Zoologischer Garten in Berlin. Berlin 1994, ISBN 3-927551-29-5.
  • Herman H. ter Meer: Ludwig Heck, der feinsinnige Förderer deutscher Tierkunst. In: Der Zoologische Garten (N.F.). Band 3, 1930, S. 216.
  • Neue deutsche Biographie, Bd.: 8, Heck S. 175, Hartmann - Heske, Berlin, 1969, weblink
  • Rusinek, Bernd-A., "Wald und Baum in der arisch - germanischen Geistes - und Kulturgeschichte" - Ein Forschungsprojekt des "Ahnenerbe" der SS 1937 – 1945, In: Albrecht Lehmann, Klaus Schriewer (Hg.), Der Wald - Ein deutscher Mythos?, Perspektiven eines Kulturthemas, Bln., Hamburg 2000 (Reihe „Lebensformen“, Bd. 16), S.267 - 363; http://www.rusinek.eu/wp-content/uploads/2012/02/Wald-und-Baum-in-der-arisch-germanischen-Kultur-und-Geistesgeschichte-Langfassung.pdf abgerufen am 30. Dezember 2014
  • Schneider, Karl Max: Heiter-ernste Lebenserinnerungen an Geheimrat Heck. In: Der Zoologische Garten (N.F.). Band 19, 1952, S. 44-52.
  • Steinbacher, G.: Persönliches. [Geh. Rat Prof. Dr.Dr. h.c. Ludwig Heck]. In: Ornithologische Mitteilungen. Band 3, 1951, S. 240.
  • Steinbacher, J.: Zum Tode von Geheimrat Heck. In: Natur und Volk. Band 81, 1951, S. 234-236.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Klös, Frädrich & Klös (1994), S. 99
  2. Heck (1938), S. 32-40
  3. Dieter Berger, Gernot Schäfer: Die Giessener Burschenschaft Frankonia. 1872–1972. Gießen 1972, S 177.
  4. Anonym (1935), S. 82
  5. Heck (1938), S. 43
  6. Heck (1938), S. 53 und Klös (1984), S. 106
  7. Heck (1938), S. 53
  8. Schneider (1952), S. 44
  9. Dr. Ludwig Heck. Herrscher über tausend Tiere. In: „Darmstädter Echo vom 21. Januar 2002“ laut der „Homepage von Helmut Schumacher“. 14. September 2007, abgerufen am 28. November 2010: „Als wohl berühmtesten Zoodirektor Deutschlands neben Bernhard Grzimek lobte Ernst Ulrich Vorbach den Ehrendoktor Ludwig Heck. Grund genug für die Hessische familiengeschichtliche Vereinigung, den Darmstädter in einem Vortrag zu würdigen. [...] Etwas zu kurz in dem Vortrag kam die Verstrickung Hecks ins Dritte Reich. Die Referenten entschuldigten sich damit, dass von 1933 an wenig überliefert sei. Als Forscher der zoologischen Rassenkunde war Heck auch beteiligt an der Rassenlehre und dem Sozialdarwinismus unter Hitler. Mehr wurde dazu im Vortrag nicht gesagt.“
  10. Rusinek, Bernd-A. , S. 5; http://www.rusinek.eu/wp-content/uploads/2012/02/Wald-und-Baum-in-der-arisch-germanischen-Kultur-und-Geistesgeschichte-Langfassung.pdf: „Mit Hecks Aufnahme in das "Wald und Baum" - Projekt, so hieß es intern, könne man ‚2 Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem über Prof. Heck auch der direkte Weg zu (...) Göring offen sei, bei dem Heck bekanntlich aus - und ein ginge’“.(Akten-Notitz nach Prof. Dr. phil. habil. Bernd-A. Rusinek MA, S. 27, abgerufen am 30. Dezember 2014)
  11. Goldner, C., http://hpd.de/node/18482, abgerufen am 30. Dezember 2014
  12. Schulchronik. In: „Ludwig-Heck-Grundschule“. Abgerufen am 28. November 2010: „1956 bekam die Schule den Namen des bekannten Berliner Zoodirektors Ludwig Heck.“