Ludwig Hoffmann (Architekt)

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Architekten Ludwig Hoffmann (1852–1932). Zum Architekten Ludwig Hofmann (1862–1935) siehe Ludwig Hofmann (Architekt).
Ludwig Hoffmann

Ludwig Hoffmann (* 30. Juli 1852 in Darmstadt; † 11. November 1932 in Berlin; vollständiger Name Ludwig Ernst Emil Hoffmann) war ein deutscher Architekt und Stadtbaurat in Berlin.

Leben[Bearbeiten]

Gedenktafel am Haus Klosterstraße 47 in Berlin-Mitte

Hoffmann erhielt seine Ausbildung gemeinsam mit seinem Jugendfreund Alfred Messel an der Kunstakademie Kassel und der Berliner Bauakademie, wo beide im Akademischen Verein Motiv aktiv wurden.[1] Als Regierungsbauführer arbeitete er seit 1879 unter Franz Schwechten in Berlin. Seine Karriere begann in den 1880er Jahren mit dem Sieg beim Wettbewerb für das Reichsgerichtsgebäude in Leipzig gemeinsam mit Peter Dybwad. 1896 wurde er Stadtbaurat in Berlin und prägte 28 Jahre lang mit zahlreichen öffentlichen Bauten die Architektur der Hauptstadt. Unter seiner Aufsicht entstanden 111 Anlagen mit insgesamt weit über 300 Einzelbauten.

Er gewann bald auch einigen Einfluss auf das gesamte deutsche Baugeschehen, zum Beispiel als Jurymitglied in vielen Architekturwettbewerben.

1901 erhielt er auf der Großen Berliner Kunstausstellung eine kleine Goldmedaille und 1909 eine große. 1906 wurde er mit dem Titel „Geheimer Baurat“ ausgezeichnet und erhielt die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Darmstadt. Im selben Jahr wurde er als ordentliches Mitglied an die Preußische Akademie der Künste berufen. 1917 erhielt er einen weiteren Ehrendoktortitel von der Technischen Hochschule Wien.

Ludwig Hoffmann wurde auf dem Alten Friedhof von Darmstadt bestattet (Grabstelle: I Mauer 27).

Wirken[Bearbeiten]

Das Werk von Ludwig Hoffmann wurde – wie die gesamte Architektur des Historismus – lange Zeit pauschal kritisiert. Erst später wurde der spezifische Wert seiner Bauten für die Stadtentwicklung der Kaiserzeit anerkannt. Schon 1956 erklärte Ludwig Mies van der Rohe: „Ja, ja, der Hoffmann, dem haben wir alle unrecht getan!“ Heute gelten seine Bauten als herausragende Beispiele für die Anstrengungen der deutschen Städte zur Bewältigung der starken Wachstumsprozesse vor dem Ersten Weltkrieg, die sowohl künstlerische wie soziale Ansprüche erfüllten.

Ehrungen[Bearbeiten]

Ludwig-Hoffmann-Brücke in Berlin-Moabit

Als er 1924 in den Ruhestand trat, verlieh ihm die Stadt Berlin ihre Ehrenbürgerwürde. Seinen Namen tragen heute die von ihm gebaute „Ludwig-Hoffmann-Grundschule“[2] in der Lasdehner Straße in Berlin-Friedrichshain, das „Ludwig-Hoffmann-Quartier“[3] auf dem Krankenhausgelände[4] in Berlin-Buch sowie die „Ludwig-Hoffmann-Brücke“ in Berlin-Moabit. In Leipzig-Sellerhausen ist eine Straße nach ihm benannt. Hoffmann wurde am 30. Juli 1932 zum Ehrenbürger der Stadt Darmstadt ernannt.

Werk[Bearbeiten]

Bauten[Bearbeiten]

Stadtbad Oderberger Straße
Ludwig-Hoffmann-Krankenhaus 1958

Im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin befinden sich 68 Darstellungen zu Ludwig Hoffmann.[5]

Entwürfe[Bearbeiten]

1884 wurde ein gemeinsame Wettbewerbsentwurf Hoffmanns mit Emanuel Heimann für die Bebauung der Berliner Museumsinsel angekauft.[6]

Schriften[Bearbeiten]

Hoffmann hinterließ eine Niederschrift seiner Lebenserinnerungen, aus dem 241 Seiten umfassenden Manuskript wurde 1960 mit Erlaubnis seiner Witwe ein Auszug veröffentlicht:

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Westheim: Ludwig Hoffmann. In: Illustriertes Universum-Jahrbuch 1912. Reclam, Leipzig 1912, S. 384–389.
  • Max Osborn: Ludwig Hoffmann. In: Velhagen & Klasing's Monatshefte, 27. Jahrgang 1912/1913, Band I, S. 189 ff. (mit zahlreichen Abbildungen)
  • Hans Reuther: Hoffmann, Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 9, Duncker & Humblot, Berlin 1972, ISBN 3-428-00190-7, S. 397 (Digitalisat).
  • H. J. Reichhardt, Wolfgang Schäche: Ludwig Hoffmann in Berlin. Transit, Berlin 1987.
  • Bauakademie der Deutschen Demokratischen Republik (Hrsg.): Architektur von Ludwig Hoffmann (1852–1932) in Berlin. Bauinformation DDR, Berlin 1987.
  • Jan Feustel: Wilhelminisches Lächeln. Bauten von Hoffmann und Messel im Bezirk Friedrichshain. Heimatmuseum Berlin-Friedrichshain, Berlin 1994.
  • Thomas G. Dorsch: Der Reichsgerichtsbau in Leipzig. Anspruch und Wirklichkeit einer Staatsarchitektur. Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-63135060-0. (zugleich Dissertation, Universität Marburg, 1998.)
  • Hans-Jürgen Mende, Kurt Wernicke (Hrsg): Berliner Bezirkslexikon Friedrichshain-Kreuzberg. Haude & Spener, Berlin 2003, ISBN 3-77590-474-3.
  • Dörte Döhl: Ludwig Hoffmann. Bauen für Berlin 1896–1924. Ernst Wasmuth, Berlin 2004.
  • Phillip Wagner: Anspruch und Realität von Ludwig Hoffmanns Kommunalarchitektur. Berlin 2009. (zugleich Wissenschaftliche Hausarbeit innerhalb der Ersten Staatsprüfung für das Amt des Studienrats, Humboldt-Universität zu Berlin 2008.) (online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ludwig Hoffmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Schwarze Ring. Mitgliederverzeichnis. Darmstadt 1930, S. 32.
  2. Die Schule war zu DDR-Zeiten eine Polytechnische Oberschule und trug den Namen des Widerstandskämpfers John Sieg. Vgl.: Alfred Gottwaldt: Eisenbahner gegen Hitler. Widerstand und Verfolgung bei der Reichsbahn 1933-1945. Wiesbaden 2009, S. 342.
  3. Ludwig-Hoffmann-Quartier
  4. Eine der Einrichtungen hieß von 1933 bis 1950 „Ludwig-Hoffmann-Hospital“ und von 1950 bis 1963 „Ludwig-Hoffmann-Krankenhaus“ (eine gleichnamige Bushaltestelle existiert noch), siehe Berlin-Buch - Kliniktradition - Alte-Leute-Heim - Geschichte des Geländes
  5. Werke von Hoffmann im Architekturmuseum der TU Berlin
  6. Centralblatt der Bauverwaltung, 4. Jahrgang 1884, Nr. 15 (vom 12. April 1884) (online als PDF-Datei mit 906 kB), S. 143.