Ludwig Hofmann (Fußballspieler)

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Ludwig Hofmann (* 9. Juni 1900 in München; † 2. Oktober 1935 ebenda), zu Lebzeiten oftmals nur „Wiggerl“ genannt, war ein deutscher Fußballspieler, der von 1926 bis 1931 für die A-Nationalmannschaft 18 Länderspiele bestritt und vier Tore erzielte.

Verein[Bearbeiten]

Der vom FC Isaria als Jugendspieler zum FC Bayern München gekommene Stürmer, spielte sich in den letzten Kriegsjahren des Ersten Weltkrieges in das Team der Bayern. Er feierte mit dem FC Bayern München 1926 und 1928 den Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft und nahm an den Endrundenspielen der Jahre 1926, 1928 und 1929 um die Deutsche Meisterschaft teil. 1928 schied „Wiggerl“ mit seiner Mannschaft im Halbfinale gegen den späteren Deutschen Meister Hamburger SV aus.

Für die Auswahl Süddeutschlands bestritt er fünf Spiele um den Bundespokal/Kampfspielpokal. Kurzzeitig, in der Runde 1933/34, trainierte er die Münchener während der Zugehörigkeit zur Gauliga Bayern.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab der Techniker am linken Flügel gemeinsam mit seinem Mannschaftskameraden Josef Pöttinger vom FC Bayern München am 18. April 1926 in Düsseldorf beim 4:2-Erfolg über die Auswahl der Niederlande. Nachdrücklich für weitere Einsätze in der DFB-Elf empfahl sich Ludwig Hofmann durch seine Leistung in der Süddeutschen Auswahl am 4. Juli 1926 in Köln beim 7:2-Sieg über Westdeutschland im Endspiel um den Kampfspielpokal. Er hatte sich im Laufe des Wettbewerbs gegen die Nationalspieler Heinrich Altvater vom FC Wacker München und Hans Sutor vom 1. FC Nürnberg durchgesetzt. Otto Nerz hatte am 31. Oktober 1926 erstmals die Verantwortung für die Nationalmannschaft beim Spiel in Amsterdam gegen Holland inne. Auf Linksaußen stürmte Heinrich Träg vom 1. FC Nürnberg. Im zweiten Spiel unter Nerz' Verantwortung ließ dieser „Wiggerl“ Hofmann auf Linksaußen stürmen. Das Spiel fand am 12. Dezember 1926 in München gegen die Schweiz statt. Die beiden „Hofmänner“, Richard aus Sachsen und Ludwig aus Bayern, bildeten erstmals am 23. Oktober 1927 den linken Flügel der Nationalmannschaft. Im Altonaer Stadion gab es einen 6:2-Erfolg nach dem 0:2-Halbzeitstand gegen die Auswahl Norwegens. „Wiggerl“ steuerte das Tor zum 5:2 bei. Ein Höhepunkt stellte die Teilnahme mit der Nationalmannschaft an den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam dar. Im ersten Spiel besiegte die Mannschaft um Kapitän Hans Kalb am 28. Mai den Olympia-Zweiten von 1924 in Paris, die Schweiz, mit 4:0 Toren. Am 3. Juni schied die Mannschaft von Otto Nerz mit 1:4 Toren gegen den Olympiasieger von 1924, Uruguay, nach einem ruppig geführten Spiel aus dem Turnier aus. Die „Celestes“, angeführt vom Kapitän José Nasazzi, setzte sich im zweiten Finalspiel am 13. Juni in Amsterdam, mit 2:1 Toren gegen Argentinien durch und verteidigte damit die Goldmedaille. Nach der Olympiade ragten folgende Länderspiele heraus:

Hofmann (5.v.l.) vor dem Länderspiel gegen Italien
  • am 16. September 1928 in Nürnberg gegen Dänemark, gegen die „Wiggerl“ in der 68. Spielminute das 2:1-Siegtor erzielte,
  • der 2:1-Auswärtssieg am 28. April 1929 in Turin gegen Italien mit Heinrich Stuhlfauth im deutschen Tor,
  • das 3:3-Unentschieden am 10. Mai 1930 in Berlin gegen den „Lehrmeister“ England mit drei Toren von Richard Hofmann,
  • der 5:3-Erfolg am 28. September 1930 im Dresdner Ostragehege gegen Ungarn nach einem 0:3-Halbzeitrückstand und zwei Toren des Münchner Linksaußen.

Mit der 0:1-Niederlage gegen Frankreich am 15. März 1931 in Paris endete die Nationalmannschaftskarriere von Ludwig Hofmann. Der finessenreiche Flügelstürmer, der gefühlvoll Flanken schlug und ein eleganter, fast tänzerischer Spieler war, wird als einer der besten Linksaußen aller Zeiten in Deutschland bezeichnet. Kirn/Natan notierten: „Er entwickelte sich zu einem der vornehmsten und technisch reifsten Linksaußen der guten Münchner Schule.“

Tod[Bearbeiten]

Der gelernte Versicherungskaufmann war beim FC Bayern München als Sportlehrer angestellt. Am 2. Oktober 1935, im Alter von nur 35 Jahren, starb er in München an den Folgen einer Hirnhautentzündung.

Quellen[Bearbeiten]

  • Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft. Das Lexikon. Sportverlag Berlin, 1997, ISBN 3-328-00749-0
  • Deutschlands große Fußballmannschaften, Teil 4: Bayern München 1900-1993. AGON, 1993, ISBN 3-928-562-35-5
  • Deutschlands Fußball-Länderspiele. Sport- und Spielverlag, Hürth, 1989, ISBN 3-9802172-4-8
  • Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. AGON, 1996, ISBN 3-928562-85-1
  • Richard Kirn, Alex Natan: Fußball. Ullstein TB, Frankfurt/M., 1958
  • LIBERO, Nr. D 9, 1994, IFFHS
  • LIBERO, Nr. D 6/D 7, 1993, IFFHS