Ludwig Kalisch

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Ludwig Kalisch (1814–1882).

Ludwig Kalisch (* 7. September 1814 in Lissa (heute Leszno); † 3. März 1882 in Paris) war ein deutscher Schriftsteller.

Mütterlicherseits war Kalisch mit Moses Kalischer, einem der Weisen Lissas, verwandt. 1826 verließ Kalisch seine Vaterstadt und studierte drei Jahre in Glogau. Anschließend reiste er durch Deutschland und hielt sich weitere drei Jahre in Frankreich auf. Hiervon zurück immatrikulierte er sich 1835 in Heidelberg für ein Medizinstudium; später wechselte er nach München.

1838 ließ er sich in Bingen, zwei Jahre später in Mainz als Sprachlehrer für Englisch und Italienisch nieder. 1847 promovierte er zum Dr. phil. an der Universität Gießen. Er war Herausgeber und einziger Autor der Karnevalszeitschrift Narhalla, deren wichtigste Aufgabe es war, Feudalismus und Zensur bloßzustellen. Im Revolutionsjahr gründete er die Zeitung Der Demokrat und vertrat darin frühe sozialistische Überzeugungen. Im Mai (bis Juni) 1849 war Kalisch Mitglied der provisorischen Regierung der Pfalz und wurde nach Niederschlagung der revolutionären Bewegung am 31. Oktober 1851 in Zweibrücken in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Seit demselben Jahr lebte Kalisch in Paris und London als Journalist. In Großbritannien war er auch zeitweilig Hauslehrer im Hause Rothschild. Nach 1871 setzte sich Kalisch verstärkt für die Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland ein. Eine weitere große Aufgabe sah Kalisch in der Verständigung und Aussöhnung zwischen Juden und Nichtjuden. Zu Kalischs Publikationsorganen zählte die auflagenstarke Gartenlaube.

Am 3. März 1882 starb Ludwig Kalisch in Paris.

Werke[Bearbeiten]

  • Barbiton oder Stunden der Muse. 1836
  • Das Buch der Narrheit. 1845
  • Paris und London. 1851
  • Heitere Stunden. 1872
  • Gebunden und Ungebunden. 1876
  • Pariser Leben. 1880

Literatur[Bearbeiten]

  • Louis Lewin: Geschichte der Juden in Lissa. Gesellschaft zur Förderung d. Wiss. d. Judentums, Pinne 1904
  • Literarische Geheimberichte aus dem Vormärz. herausgegeben von Karl Glossy, Konegen, Wien 1912
  • Lucy Cohen: Lady de Rothschild and her daughters. Murray, London 1935
  • Josef Heinzelmann: Kalisch, Ludwig. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, ISBN 3-428-00192-3, S. 59 f. (Digitalisat).
  • Christoph Grubitz: Ludwig Kalisch, in: Metzler-Lexikon der deutsch-jüdischen Literaturgeschichte. Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart, hrsg. v. Andreas Kilcher. Metzler, Stuttgart u. Weimar 2000, S. 287-289
  • Anton Maria Keim: Ludwig Kalisch. Leinpfad-Verlerlag, Ingelheim 2003
  • Ludwig Kalisch: Gebunden und Ungebunden. Herausgegeben von Stefan Neuhaus. Wehrhahn, Laatzen 2004, ISBN 3-86525-301-6
  • Lexikon deutsch-jüdischer Autoren, Band 13, Saur, München 2005, S. 214–222

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Ludwig Kalisch – Quellen und Volltexte