Ludwig Trautmann

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Ludwig Trautmann vor 1930 auf einer Fotografie von Alexander Binder

Ludwig Trautmann (* 22. November 1885 in Dachsbach[1]; † 24. Januar 1957 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Der gelernte Verkäufer trat erstmals im Juni 1901 vor einem zahlenden Publikum auf. Seine Bühnenstationen waren unter anderem Bochum, Konstanz und Hermannstadt. Über einen Kinobesitzer in Baden-Baden erhielt er Kontakt zum Film.

Am 9. April 1912 schloss er einen Vertrag mit der Bioskop-Filmgesellschaft. Bald wurde er in der Rolle des Detektivs Brown unter der Regie von Harry Piel bekannt. 1916 spielte er in Dora Brandes und Das Liebes-ABC an der Seite von Asta Nielsen. Während des Ersten Weltkrieges fungierte er auch mehrmals als Regisseur und Produzent.

Von 1924 bis 1932 war Trautmann nicht auf der Leinwand zu sehen, dann erschien er wieder in einigen Nebenrollen. Vom Juli bis Oktober 1935 wurde er wegen homosexueller Handlungen aufgrund von § 175 inhaftiert, anschließend folgte sein Ausschluss aus der Reichstheaterkammer und aus der Reichsfilmkammer.

Er ging daraufhin nach Frankreich, kehrte aber 1939 wieder in das Deutsche Reich zurück. 1940 verbüßte er eine neue Haftstrafe von sechs Monaten wegen Verstoß gegen § 175. Nach Kriegsende spielte er an der Volksbühne Berlin und kam noch zu einigen späten Filmrollen. Er starb nach langem Leiden in einem Krankenhaus in Berlin-Schöneberg. Sein Grab auf dem dortigen Friedhof wurde eingeebnet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1922: Das Logierhaus für Gentleman
  • 1924: Professor Nardi
  • 1932: Die elf Schill'schen Offiziere
  • 1932: Theodor Körner
  • 1932: Trenck
  • 1933: Der Choral von Leuthen
  • 1934: Ein Mann will nach Deutschland
  • 1934: Seine beste Erfindung
  • 1935: Das Mädchen Johanna
  • 1935: Barcarole
  • 1935: Ein idealer Gatte
  • 1952: Postlagernd Turteltaube
  • 1953: Briefträger Müller
  • 1955: Robert Mayer – der Arzt aus Heilbronn

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 348 f.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Laut Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films handelt es sich bei seinem Geburtsort „Dachsbach“ um den Ort in Franken. Helga und Karlheinz Wendtland: Geliebter Kintopp, IMDb u. a. geben dagegen „Dasebach an der Esch/Luxemburg“ als Geburtsort an, aber eine Ortschaft mit diesem Namen existiert offenbar nicht.