Ludwig Wilding

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Ludwig Wilding, 2003 in der Kunsthalle Villa Kobe

Ludwig Wilding (* 19. Mai 1927 in Grünstadt; † 4. Januar 2010 in Buchholz in der Nordheide) war ein deutscher Maler und Objektkünstler. Seine Werke werden den Stilrichtungen kinetische Kunst und Op-Art zugeordnet.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Wilding studierte in Mainz und Stuttgart Kunstgeschichte und Philosophie und arbeitete danach als Designer in der Textilindustrie. In den 1960er Jahren war er Mitglied der Kunstbewegung Neue Tendenzen. Von 1969 bis 1992 war Wilding als Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg tätig. 2007 gründeten Ludwig und Ingeborg Wilding zusammen mit der Stadt Ingolstadt die Stiftung für Konkrete Kunst und Design.

Ludwig Wildings Ausgangspunkt war die Linie. Durch Überlagerungen von zweidimensionalen Linienstrukturen (dem Moiré-Effekt) lotete der Künstler Irritationen der visuellen Wahrnehmung aus und erzeugte Scheinbewegungen, Virtualität, Stereoskopien, paradoxe Körper und Anamorphosen. Mit seinen Werken konstruiert Wilding Situationen, die über eine gewohnte Kunsterfahrung hinausgehen und dem Betrachter die Möglichkeit geben, ein persönliches Erleben bewusst zu erfahren. Daher treibt Wildings Kunst die Auflösung von Rollenunterschieden zwischen Künstler und Betrachter zugunsten einer aktivierenden Partizipation des Zuschauers voran. Darüber hinaus kommen seine Bilder ohne Vorkenntnisse über kulturelle Codes aus und stellen die sinnliche Erfahrungsebene in den Vordergrund. Kunst wird zur „Kunst für alle“, wie es die Künstlergruppen „Groupe de Recherche d’Art Visuel“ (GRAV) und die lose Vereinigung „Nouvelles Tendances“ in den 1960er Jahren formulierten. Zeitgleich begann Wilding sich mit dem Moiré auseinanderzusetzen, der sich zudem mit den Forderungen der betrachterabhängigen Bewegungen verbunden fühlte. Dabei besteht Wildings Ziel in einer Veränderung und Aktivierung von Wahrnehmung, die durch Alltags- und Arbeitsprozesse konditioniert und geformt ist. Gerade der Moiré-Effekt soll den Betrachter nicht nur irritieren, sondern auf die Konstruktivität der Wahrnehmung und des Sehens aufmerksam machen. Die visuelle Täuschung führt idealerweise zum Prozess des reflektierenden Denkens.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1953 Junge deutsche Maler, Museum Leverkusen
  • 1954 Kunstkabinett, Duisburg
  • 1961 Zimmergalerie Franck, Frankfurt am Main
  • 1963 Nove Tendencije 2, Musej suvremene umjetnosti, Zagreb
  • 1964 Nouvelle Tendance, Museé des Arts décoratifs, Paris
  • 1965 Galerie Denise René, Paris; The Responsive Eye, Museum of Modern Art, New York
  • 1971 Kunstmuseum Düsseldorf
  • 1973 Kölnischer Kunstverein
  • 1974 Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
  • 1975 Leopold-Hoesch-Museum, Düren
  • 1976 Städtische Kunsthalle Düsseldorf; Galleria Sincron, Brescia
  • 1977 Kongress Wahrnehmungspsychologie, Marburg
  • 1978 Galerie Klihm, München; Studio A, Otterndorf
  • 1979 Galerie Schoeller, Düsseldorf
  • 1980 Galerie Christel, Stockholm
  • 1981 Galerie Wilbrand, Köln; Gilman Galleries, Chicago
  • 1982 Isetan-Museum, Tokio; Museum Quadrat, Bottrop; Galerie Schoeller, Düsseldorf
  • 1983 Arte programmata e cinetica, Palazzo Reale, Mailand
  • 1986 Max-Planck-Institut, Bad Nauheim
  • 1987 Pfalzgalerie Kaiserslautern; Mathematik in der Kunst der letzten dreißig Jahren, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Galerie Meißner, Hamburg
  • 1988 Ulmer Museum, Ulm; Galerie Herrmanns, München
  • 1990 Overbeck-Gesellschaft, Lübeck; Galerie Jenoptik, Jena
  • 1994 Galerie Schickler, Nürnberg
  • 1997 Landesmuseum Mainz; Galerie Alf-Krister Job, Mainz
  • 1999 Galerie am Platz, Eglisaus; Galerie Schoeller, Düsseldorf
  • 2000 Galerie St.Johann, Saarbrücken; Galerie Zulauf, Freinsheim; Art Studio, Deinste
  • 2002 Museum der Stadt Grünstadt; Galerie am Lindenplatz, Vaduz; Galerie Hoffmann, Freidberg
  • 2003 Altes Rathaus, Göttingen; Galerie für Konkrete Kunst, Berlin
  • 2004 Arte Struktura, Mailand; Galerie Wosimsky, Giessen; Eyes, Lies and Illusions, Hayward-Gallery, London (Slg. Nekes)
  • 2005 L'Œil Moteur, Musée d'art moderne et contemporain, Straßburg; Galerie Winkelmann, Düsseldorf; Ein Jahr 40 Positionen 31 Räume, Museum Modern Art, Hünfeld; Galerie für Konkrete Kunst, Potsdam; Internationales Kongresszentrum "Vienna", Wien
  • 2006 Art Studio 1, Deinste; Galerie Wack, Kaiserslautern; The Intelligible Non-Violent Art, Galerie Atlas Sztuki, Lodz; Die Neuen Tendenzen, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt; Eyes, Lies and Illusions, cmi, Melbourne (Slg. Nekes)
  • 2007 Columbus Museum of Art, Ohio; Op Art, Schirn Kunsthalle, Frankfurt am Main, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt; Ludwig Wilding. Visuelle Phänomene, Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt

Bücher[Bearbeiten]

  • Ludwig Wilding. Retrospektive 1949-1987, Herausgegeben von der Pfalzgalerie Kaiserslautern.
  • Visuelle Phänomene , Juli 2007, Ines Bauer, Tobias Hoffmann, Wienand Verlag, Museum für Konkrete Kunst, Stiftung für Konkrete Kunst und Design Ingolstadt – ISBN 3-87909-926-X
  • künstler der stiftung für konkrete kunst und design ingolstadt 01, 2012, Tobias Hoffmann, Wienand Verlag - ISBN 978-3-86832-133-3

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zschocke, Nina. ludwig wilding. In: Hoffmann, Tobias (Hrsg.). künstler der stiftung für konkrete kunst und design ingolstadt. Wienand, Köln 2012. S.11.

Weblinks[Bearbeiten]