Ludwig von Tiedemann
Ludwig von Tiedemann (* 17. November 1841 in Russoschin bei Danzig; † 2. März 1908 in Berlin-Wannsee) war ein deutscher Architekt und preußischer Baubeamter. Er wirkte als Universitätsarchitekt in Halle (Saale), später beim preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin und zuletzt bei der Bezirksregierung Potsdam.
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[Bearbeiten] Werk
Zunächst wirkte Ludwig von Tiedemann in den 1870er und 1880er Jahren vorwiegend als Universitätsarchitekt in Halle. Einige Bauten aus dieser Zeit sind heute restauriert und weiterhin in Benutzung.
In den 1890er Jahren verlegte Tiedemann sein Tätigkeitsfeld in den Raum Berlin. Dort und in Potsdam errichtete er eine Reihe von Kirchen in historistischer Architektur, zumeist als neugotische oder neuromanische Backsteinbauten mit charakterischen Fassadenabschnitten aus Feldsteinen oder Kalksteinen. Ähnliche Kirchenbauten nach seinen Entwürfen sind in Zoppot, Grätz, Opalenitza, Kranz (Kręcko/Kr. Meseritz) sowie stark verändert in Oberstdorf erhalten. Weitere von ihm entworfene Kirchenbauten in Potsdam-Babelsberg (Bethlehemkirche, erbaut 1898/1899, 1941/1945 schwere Kriegsschäden, 1952 gesprengt), Danzig-Schidlitz (1901) und Storchnest (1900)[1] sind nicht mehr vorhanden.
[Bearbeiten] Bauten
[Bearbeiten] Halle (Saale)
- 1875–1886: Klinikbauten mit Krankenhauskapelle, Magdeburger Straße 22
- 1878–1880: Anatomie, Große Steinstraße 52
- 1878–1880: Bibliotheksgebäude der Universität Halle, August-Bebel-Straße 13 (heute Magazingebäude der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt
- 1878: Ehem. Reichsbankgebäude, An der Waisenhausmauer 12[2]
[Bearbeiten] Großraum Berlin
- 1894–1895: Pfarrkirche Altglienicke, Semmelweißstraße 4-6 in Berlin-Altglienicke (mit Hermann Bohl und Schaller)
- 1896–1897: Genezareth-Kirche in Erkner (mit Robert Leibnitz)
- 1896–1898: Dorfkirche Biesdorf in Alt-Biesdorf (Umbau der Dorfkirche und Turmanbau)
- 1900–1902: Bethanienkirche in Berlin-Weißensee, mit Robert Leibnitz (nach Kriegszerstörung ist der Turm als Ruine erhalten)
- 1903–1905: Evangelische Glaubenskirche, Roedeliusplatz in Berlin-Lichtenberg (mit Robert Leibnitz)
- 1903–1906: Dreifaltigkeitskirche in Berlin-Lankwitz
- 1904–1906: Friedenskirche, Eibseestraße in Berlin-Grünau, 1999 rekonstruiert
[Bearbeiten] Potsdam
- 1894: Pfingstkirche in der Nauener Vorstadt von Potsdam[3]
- 1902–1903: Dorfkirche Bornim in Potsdam-Bornim
- 1904–1905: Oberlinkirche in Potsdam-Babelsberg[4]
[Bearbeiten] Zoppot
- 1899-1901: Evangelische Erlöserkirche (nach 1945: katholische Garnisonskirche St. Georg)
[Bearbeiten] Grätz
- 1904-1905: Evangelische Kirche (nach 1945: katholische Kirche des Heiligen Herzen Jesu)
[Bearbeiten] Kranz (Kr. Meseritz)
- Evangelische Kirche
[Bearbeiten] Opalenitza
- 1900: Evangelische Kirche (nach 1945: katholische Kirche St. Joseph)[5]
[Bearbeiten] Oberstdorf
- 1905-1906: Evangelische Christuskirche (1955/56 grundlegend umgebaut und erweitert)[6]
[Bearbeiten] Schriften
- Das landwirtschaftliche Bauwesen. Handbuch zum Entwerfen, Construiren, Veranschlagen und Ausführen landwirthschaftlicher Gebäude für Bautechniker und Landwirthe. Hofstetter, Halle (Saale) 1882.
- Die Universitätsbibliothek in Halle a. d. S. In: Zeitschrift für Bauwesen, 35. Jahrgang 1885, Sp. 343/344.
[Bearbeiten] Quellenangaben
- ↑ http://www.osieczna.pl/asp/en_start.asp?typ=14&sub=93&menu=100&strona=1
- ↑ http://www.bankimmobilien.de/cms/
- ↑ http://www.evkirchepotsdam.de/evkp/dbevkp.asp?target=%2F&template=main.html&cmd=display&formid=4&entryid=21
- ↑ http://www.oberlinhaus.de/informationen/kirchengemeinde/oberlinkirche/geschichte/
- ↑ http://swjozefopalenica.c0.pl/historia2.html
- ↑ http://www.oberstdorf-evangelisch.de/node/8
[Bearbeiten] Literatur
- Lothar Krüger: Ludwig v. Tiedemann †. In: Zentralblatt der Bauverwaltung, 28. Jahrgang 1908, Nr. 21 (vom 14. März 1908), S. 155f.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tiedemann, Ludwig von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Architekt und preußischer Baubeamter |
| GEBURTSDATUM | 17. November 1841 |
| GEBURTSORT | Russoschin bei Danzig |
| STERBEDATUM | 2. März 1908 |
| STERBEORT | Berlin-Wannsee |