Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg

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Felseneggbahn
Felseneggbahn (LAF) IMG 3220.jpg
Streckenlänge: 1,048 km
Maximale Neigung: 341 
Adliswil Talstation–Felsenegg
Kopfbahnhof – Streckenanfang
0,0 Talstation 497 m ü. M.
Brücke (groß)
0,3 Zwischenstütze 609 m ü. M.
Kopfbahnhof – Streckenende
1,3 Felsenegg 804 m ü. M.

Die Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg – üblicherweise LAF oder Felseneggbahn genannt – ist die einzige öffentliche Luftseilbahn im Kanton Zürich. Betreiberin ist die Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU).

Bis auf wenige Ausnahmen ist die Luftseilbahn ganzjährig und bis in die späten Abendstunden in Betrieb. Die LAF ist eine der wenigen Bergbahnen, die mehrheitlich talwärts benützt werden, da die Wanderung vom Uetliberg in Richtung Felsenegg bequemer ist als umgekehrt.

2013 wurden 198.000 Passagiere befördert, etwas weniger als im Vorjahr.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Seit ihrer Eröffnung im Jahre 1954 überwinden die beiden 30-plätzigen Kabinen zwischen Adliswil und der Felsenegg auf einer Fahrstrecke von 1048 Metern in fünf Minuten einen Höhenunterschied von 307 Metern. In einer Stunde können bis 840 Personen in Tal- und Bergrichtung befördert werden; seit 1954 waren es insgesamt rund 10 Mio. Passagiere. Die Felseneggbahn gehört zu den zahlreichen Verkehrsbetrieben, die sich im Eröffnungsjahr 1990 dem Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) angeschlossen haben. Seit 1992 ist die gesamte Infrastruktur der LAF rollstuhlgängig.

Bereits 1934 wurde der Projektentwurf für eine Standseilbahn Adliswil–Felsenegg zur besseren touristischen Erschliessung des Albisgebiets in Auftrag gegeben, in Konkurrenz zur gleichzeitig geplanten «Albisbahn» LangnauAlbispass. Beide Projekte wurden mangels finanzieller Mittel nicht realisiert, obwohl die «Albisbahn» im Gegensatz zur «Felseneggbahn» von den Bundesbehörden eine Baukonzession erhielt. Die Postauto Linie 240 auf der Strecke Langnau–Albispass–Hausen am Albis erschloss mehr als 20 Jahre später diese Lücke im öffentlichen Verkehrsnetz. Am 30. Dezember 1954 wurde die Betriebseröffnung der LAF nach rund sieben Monaten Bauzeit und Kosten von damals einer Million Schweizer Franken durch die Berner Firma Von Roll gefeiert, nachdem sich ab 1951 die Finanzierung mit der Gründung einer Aktiengesellschaft als weitgehend gesichert abzeichnete. Wohl nicht nur aus nostalgischen Gründen wurden die Kabinen der Landi-Schwebebahn von 1939 über den Zürichsee weiterverwendet.

1960 erfolgte die Inbetriebnahme von 30-plätzigen Kabinen der Firma SIG Neuhausen, unter Ersatz des Zug- und Gegenseiles. Der Umbau auf «Fernsteuerung von den Kabinen aus» (halbautomatischer Betrieb) wurde 1967 angegangen. Der Kauf der Liegenschaft Felsenegg folgte 1972, und 1977 ging die Aktienmehrheit und die Liegenschaft an die Firma Denner. Weitere Meilensteine der LAF waren 1986 die Einführung des automatischen Betriebs mit Fernsehüberwachung der Bergstation, seit 1994 die Fahrgast-Selbstbedienung mit Automaten in beiden Stationen, und die 1997 vorgenommene Erneuerung der Antriebsanlage und verschiedene Renovationen.

Ihr 50-Jahr-Jubiläum feierte die Felseneggbahn 2004 mit einer Geldsammelaktion für die geplante Revision im Zusammenhang mit der Konzessionserneuerung.

Generalüberholung anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums[Bearbeiten]

Hintergründe[Bearbeiten]

Talstation
Bergstation
Gondeln der LAF
Felsenegg - LAF-Gondel IMG 3232.jpg

«Wir wollen, dass unsere Luftseilbahn noch attraktiver wird», sagte der Adliswiler Stadtpräsident im Anschluss an die Generalversammlung 2005, nachdem sich das bis auf ein Mitglied völlig neu besetzte Gremium im Mai 2005 konstituiert hatte, und dass die «Luftseilbahn den Menschen im Sihltal zum Selbstverständnis» werde. Denn bislang fuhren fast ausschliesslich Touristen mit der Bahn.

Die Gemeinde Adliswil und die Stadt Zürich trugen je Fr. 300'000.00 der Sanierungskosten, gemäss öffentlichem Beschluss des Gemeinderats der Stadt Zürich «…der Luftseilbahn Adliswil–Felsenegg AG (LAF) wird ein einmaliger Investitionsbeitrag von Fr. 300 000.– für die technische Bahnerneuerung ausgerichtet. Diese Zusicherung steht unter dem Vorbehalt, dass die Finanzierung des Vorhabens gesamthaft zustande kommt…».[2] Vom Zürcher Verkehrsverbund wurden 2 Mio. Franken an die Gesamtkosten von rund 3,5 Mio. Franken beigesteuert. Mit einem massiven Aufkommen an Spendengeldern wurde die Luftseilbahn mit Ablauf der Konzessionsbewilligung «in technischer Hinsicht saniert».[3]:

Sanierungsarbeiten[Bearbeiten]

Erneuert wurden unter anderem die Seilbahnsteuerung und -überwachung, die Tragseile samt Abspannseilen und die Puffer. Die rund fünfzigjährigen 30-plätzigen Kabinen wichen komfortableren, geräumigeren und «schnittigen» Gondeln der CWA Constructions SA, und zumindest eine Kabine erhielt die frühere typische rote Farbe. Die neuen Seilbahnkabinen erforderten ebenfalls eine Erhöhung der Masten und Straffung der Trageseile. Ebenfalls erneuert wurden Zugangstüren und Geländer in der Tal- und Bergstation sowie die Video- und Gegensprechanlage. Vom 4. Februar 2008 bis Ende April 2008 blieb die LAF für die aufwändige Generalüberholung geschlossen. Am 1. Mai 2008 nahm sie ihren fahrplanmässigen Betrieb wieder auf. Am Wochenende vom 24./25. Mai 2008 wurde der Abschluss der Sanierungsarbeiten mit einem Publikumsfest in der Talstation Adliswil und mit einer «Älplerchilbi» auf der Felsenegg gefeiert.[4]

Massnahmen zur Steigerung der Attraktivität[Bearbeiten]

Mit Unterstützung der Gemeinde Stallikon, der Stadt Adliswil und der Swiss Nordic Fitness Organisation (SNO) fand am 20. Juni 2010 die Eröffnung des Nordic Walking Parks statt. Ausgangs- und Endpunkt für alle Trails ist die Bergstation der Luftseilbahn, wobei auch andere Teile des Walking Parks mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen sind.[5]

Technische Daten[Bearbeiten]

Bahnprofil[Bearbeiten]

  • 1 Zwischenstütze, Höhe 36 m
  • Grösste Höhe ab Boden ca. 50 m
  • Tragseile: Vollverschlossene Spiralseile, Durchmesser 39 mm
  • Spannseile: Litzenspiralseile, Durchmesser 62 mm
  • Zugseil: Litzenseil, Durchmesser 22 mm
  • Gegenseil: Litzenseil, Durchmesser 23 mm

Kabinen[Bearbeiten]

  • 2 im Pendelverkehr
  • Platzzahl pro Kabine:30 Personen begleitet, 15 Personen unbegleitet
  • Leergewicht: 2'600 kg
  • Beförderungskapazität: 420 Personen/h und Richtung
  • Geschwindigkeit: 6 m/s oder 21,6 km/h [6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Binder: Seit 40 Jahren schwebt die Felseneggbahn auf den Berg. In: Blätter der Vereinigung Pro Sihltal Nr. 45, Adliswil 1995, S. 20–21.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erneut mehr Fahrgäste bei der SZU. Medienmitteilung. 20. März 2014, abgerufen am 25. März 2014 (PDF).
  2. Stadt Zürich, Gemeinderat, Beschluss GR-Nr. 2004/594 (10. November 2004): Sachgeschäft: Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg (LAF), einmaliger Investitionsbeitrag an die Erneuerung, abgerufen am 1. Mai 2008
  3. Sihltaler Zeitung (28. Mai 2005): Mit Musik in eine gelbe Zukunft, abgerufen am 1. Mai 2008
  4. Website Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg: Neueröffnung, abgerufen am 1. Mai 2008
  5. Website Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg: Nordic Walking Albis, abgerufen am 6. Januar 2011
  6. Technische Daten, sofern nicht in Infobox respektive im Fliesstext erwähnt. Quelle: Website der Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg, Stand Mai 2008.


47.3130428.520048Koordinaten: 47° 18′ 47″ N, 8° 31′ 12″ O; CH1903: 681767 / 240804