Lugal-Zagesi

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Lugal-Zagesi bzw. Lugalzagesi (genauer lugal-zag-ge4-si), war von etwa 2375–2347 v. Chr. sumerischer König. Er usurpierte als Ekstatikpriester der Nisaba in Umma den Thron und ist dem Namen nach akkadischer Herkunft. Sein Vater Bubu hatte vor ihm den gleichen Titel inne. Genealogisch ist er mit seinen Vorgängern nicht verwandt und führt mehrere Herrschertitel: „Ich bin König von Uruk und Sumer - Reinigungspriester des An in Uruk - AltEn-Si des En-Lil in Nippur - Großwesir des Suen von Ur - Statthalter des Utu in Larsa."

Lugal-zagesi zerstörte zunächst Lagasch und seine Tempel. Lagasch war seit Generationen immer wieder in kriegerische Gebietsstreitigkeiten um Gu-Edena verwickelt. Urukagina aus Lagasch sprach nach den Verwüstungen eine Fluchformel über Lugal-zagesi: „Dieses Vergehen, was Lugal-zagesi, der En-Si von Umma, begangen hat, möge seine Göttin Nisaba auf ihrem Nacken tragen." Danach eroberte er Uruk, Adab und Eridu, was Lugal-zagesi als erster sumerischer König zu einem besonderen Siegesspruch nutzte und die gesamte Region nannte, die ihm unterstellt war: „Vom Unteren Meer entlang dem Euphrat und Tigris bis zum Oberen Meer ließ En-Lil alle Länder geradewegs zu Lugal-zagesi gehen."

Die in diesem Zusammenhang inschriftlichen Erwähnungen stellen den ältesten schriftlichen Beleg für den Transport des Zedernholzes aus dem Amanus-Gebirge dar. Nachweislich erstreckte sich das sumerische Königreich zu dieser Zeit jedoch nicht bis zum Mittelmeer. Lugal-zagesi verwendete auch die Vasallen- und Handelsstaaten für die Formulierung. Erst unter Sargon von Akkad sollten auch diese Staaten kurzfristig direkt in das sumerisch-akkadische Reich fallen.

Zum ersten Mal ist für ihn die Selbstbezeichnung „Hirte des Volkes“ belegt. In seiner Inschrift verkündete er seinen Willen, das Land als „Hirte“ (Sipa) leiten zu wollen: Die Länder sollen Sicherheit genießen, die Bevölkerung solle „zahlreich wie das Kraut“ werden. Diese Selbstbezeichnung kommt danach noch bei vielen Königen, insbesondere bei Hammurapi vor und hat sogar Eingang in das Alte Testament gefunden. Um 2347 v. Chr. drang Sargon von Akkad mit Heeresmacht in Sumer ein, besiegte in „34 Schlachten“ Lugal-zagesi und die mit ihm verbündeten „fünfzig Ensis“. Lugal-zagesi, der König von Uruk, wurde gefangen und mit dem Hals in einer Nackengabel vor dem En-Lil Tempel in Nippur zur Schau gestellt und anschließend hingerichtet. Ironischerweise erfüllte sich damit auch die Fluchformel des Urukagina.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jean Bottéro: Das erste semitische Großreich. In: E. Cassin u. a. (Hrsg.): Die Altorientalischen Reiche. Bd. I. Frankfurt 1965, S. 92-128.
  • Dietz-Otto Edzard: Geschichte Mesopotamiens. Berlin 2004.