Luhe-Wildenau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Luhe-Wildenau
Luhe-Wildenau
Deutschlandkarte, Position des Marktes Luhe-Wildenau hervorgehoben
49.58388888888912.151111111111389Koordinaten: 49° 35′ N, 12° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Neustadt an der Waldnaab
Höhe: 389 m ü. NHN
Fläche: 38,66 km²
Einwohner: 3420 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 88 Einwohner je km²
Postleitzahl: 92706
Vorwahl: 09607
Kfz-Kennzeichen: NEW, ESB, VOH
Gemeindeschlüssel: 09 3 74 133
Marktgliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Rathausplatz 1
92706 Luhe-Wildenau
Webpräsenz: www.luhe-wildenau.de
Bürgermeister: Dr. Karl-Heinz Preißer
Lage des Marktes Luhe-Wildenau im Landkreis Neustadt an der Waldnaab
Landkreis Bayreuth Landkreis Schwandorf Weiden in der Oberpfalz Landkreis Tirschenreuth Landkreis Amberg-Sulzbach Georgenberg Neustadt am Kulm Pressath Trabitz Eschenbach in der Oberpfalz Bechtsrieth Windischeschenbach Weiherhammer Waldthurn Waidhaus Vohenstrauß Theisseil Tännesberg Störnstein Schwarzenbach (Oberpfalz) Schlammersdorf Schirmitz Püchersreuth Pirk Parkstein Neustadt an der Waldnaab Mantel (Markt) Luhe-Wildenau Leuchtenberg Kohlberg (Oberpfalz) Kirchenthumbach Kirchendemenreuth Irchenrieth Grafenwöhr Flossenbürg Floß (Oberpfalz) Etzenricht Eslarn Altenstadt an der Waldnaab Speinsharter Forst Manteler Forst Vohenstrauß Heinersreuther Forst Tschechien Vorbach Speinshart Moosbach (Oberpfalz)Karte
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Markt Luhe (2011)

Luhe-Wildenau ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab.

Die Kommune wurde 1978 aus dem Markt Luhe und den Gemeinden Oberwildenau und Neudorf bei Luhe gebildet.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Naabtal, umgeben von ausgedehnten Wäldern. Im Gemeindebereich vereinigen sich die Waldnaab und die Haidenaab bei Unterwildenau zur Naab. In diese mündet bei Luhe auch die Luhe. Das Naabtal ist in Nord-Süd-Richtung offen, während es östlich und westlich von Hügelketten des Oberpfälzer Waldes gesäumt ist. Im Naabtal verlaufen die Bahnstrecke Regensburg–Oberkotzau(–Hof), die Bundesautobahn 93 und die ehemalige Bundesstraße 15.

An der Waldnaab liegt ein kleines Hammerschloss, in dem früher die Wasserkraft Maschinen betrieb. In Luhe liegt die erste Mühle an der Naab. An der sogenannten Naabmühle wurde früher die Wasserkraft für eine Säge und einer Getreidemühle verwendet. Heute wird die Energie des Wassers jeweils zur Stromerzeugung genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Luhe-Wildenau hat 14 amtlich benannte Ortsteile[2]:


Geschichte[Bearbeiten]

Hinweise zur Besiedlung gibt es bereits vor dem 6. Jahrhundert vor Christus (Hügelgrab bei Neumaierhof). Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsteils Luhe geschah im Jahr 905. Vor rund 750 Jahren erhielt Luhe das Marktrecht. Dieses Privileg bekräftigten 1331 Kaiser Ludwig der Bayer und 1383 Erzbischof Johannes VI. von Prag. Damit durften die Luher Bürger jährlich zwei Jahrmärkte und an jedem Mittwoch einen Markttag ausrichten. Der Freiheitsbrief von 1331 beinhaltete darüber hinaus die Verleihung der eigenen Gerichtsbarkeit.

1376 wurde ein Pilgerablass durch den Prager Erzbischof Johannes gewährt. Der alte Markt Luhe erlangte große wirtschaftliche Bedeutung als Altstraßenknotenpunkt. Hier kreuzte sich die in Nord-Süd-Richtung verlaufende mittelalterliche Magdeburger Straße mit der von Nürnberg nach Prag führenden Alten Heerstraße (Teil der Goldenen Straße). Eine weitere Anbindung bestand zu Amberg, dem Zentrum des spätmittelalterlichen Eisenerzbergbaues. Handel und Handwerk profitierten von der zentralen Lage. Reisende, Fuhrleute und Zugtiere waren zu versorgen. Zu dieser Zeit gab es in Luhe bereits vier Mühlen, mehrere Wirtshäuser, Bäcker-, Metzger- und Kramerläden. Der gegen Ende des 17. Jahrhunderts eingerichtete Postwagenkurs führte auf der Strecke Regensburg-Eger durch Luhe. 1863 wurde auch die Eisenbahn herangeführt. Bis 1910 wurde Pflasterzoll erhoben. Im 17. und 18. Jahrhundert waren alle üblichen Handwerksberufe anzutreffen. Neben dem Nahrungsmittelgewerbe gab es u. a. Weber, Schmiede, Wagner, Fassbinder, Lederer, Schuster und Schreiner mit speziellen Handwerksordnungen. Ab 1420 wurde in Luhe auch Bier gebraut.

1928 fiel ein Großteil des Marktes Luhe einem Brand zum Opfer. Das Feuer brach durch einen Kabelbrand bei Drescharbeiten aus. Dabei wurden der komplette Marktplatz sowie viele weitere Häuser zerstört (44 Anwesen waren betroffen), das Feuer machte erst kurz vor der Pfarrkirche halt.

Die heutige Gemeinde Luhe-Wildenau entstand am 1. Mai 1978 durch den Zusammenschluss des Marktes Luhe und der Gemeinden Neudorf bei Luhe und Oberwildenau (mit dem am 1. April 1928 eingemeindeten Unterwildenau)[3] bei gleichzeitiger Eingliederung von Teilen der aufgelösten Gemeinden Engleshof, Glaubensdorf und Rothenstadt zunächst unter dem Namen Luhe ohne den Zusatz Markt. Am 1. Juni 1979 wurde diese Gemeinde in Luhe-Wildenau umbenannt und am 1. August 1980 zum Markt erhoben.[4]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Gespalten von Gold und Silber; vorne ein halber, rot bewehrter schwarzer Adler am Spalt; hinten eine aufrechte rote Hirschstange, an deren linksgewendeten Enden goldene Jagdhörner an grünen Fesseln hängen.

Das Wappen wird seit 1980 verwendet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Martin in Luhe (mittelalterliche Wehrkirche, Innenausstattung Barock und Rokoko mit 7 Altären)
  • Wallfahrtskirche St. Nikolaus in Luhe/Koppelberg (Barock)
  • Marienkapelle (Luhe)
  • Altes Rathaus mit historischem Marktplatz in Luhe (mit Schwedenturm, Pranger, Granitschwertreliefstein)
  • Alter Pfarrhof in Luhe (Frater Muttone-Bau, Barock)
  • Hammerschlösschen und Kapelle St. Lorenz in Unterwildenau (frühes 17. Jahrhundert)

Liste der Baudenkmäler in Luhe-Wildenau

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Marktes[Bearbeiten]

  • Georg Augustin Holler (1744–1814), Komponist, Stadtmusikmeister und herzoglicher Musiklehrer
  • Dr. Franz Xaver Haberl (1782–1851), Domkapellmeister und Hochschulgründer
  • Arsenius Graf (1854–1935), letzter Einsiedler auf dem Koppelberg
  • Johann Ruf (1875–1964), Bader, Friseur und Kolonialwarenhändler
  • Anton Haller (1888–1962), Hilfslehrer und Vereinsgründer (MGV Lyra)
  • Erwin Pohl (1914–2013), Glasdesigner, Mitglied der Luher Künstlergruppe Die Gabel
  • Dr. Johann Zötzl (1915–2004), Landarzt
  • Jorg-Georg Gruber (1924–2009), Zahnarzt, Mitglied der Luher Künstlergruppe Die Gabel
  • Alfred Bierling (1934–1991), Grafiker, Mitglied der Luher Künstlergruppe Die Gabel
  • Wendelin Sperl (*1935), Holzbildhauer
  • Bernhard M. Baron (* 1947), Kulturmanager
  • Klaus Peter Karl (1949–2007), Keramiker, Mitglied der Luher Künstlergruppe Die Gabel

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Dr. Albert Gewargis (*1939), Landarzt
  • Michael Höhbauer (1928–2002), Fabrikant, Bürgermeister
  • Dekan Joseph Sauer (1904–1997), Pfarrer in Luhe
  • Dr. Karl Gerber (1896–1977), Landarzt
  • Pfarrer Anton Schlosser (1886–1964), Pfarrer aus Grünau
  • Prof. Hans Rauch (1885–1963), Ministerialrat, MdL
  • Dr. Hans Hausmann (1876–1933), Bezirksamtmann
  • Pfarrer Josef Kellner (1870–1951), Pfarrer in Luhe
  • Michael Reichenberger (1856–1935), Kgl. Postexpeditor, Bürgermeister
  • Michael Siegert (1852–1932), Mühlenbesitzer, Bürgermeister
  • Franz Nagler (1850–1929) Lehrer in Luhe
  • BGR Joseph Mauerer (1843–1920), Pfarrer in Luhe

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111106/205358&attr=OBJ&val=977
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 538.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 653 und 668.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luhe-Wildenau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Blick von Feistelberg Richtung Norden; von links: Neudorf bei Luhe, Türme von Weiherhammer, Oberwildenau, Unterwildenau, Luhe mit Wallfahrtskirche St. Nikolaus, im Hintergrund Rothenstadt und Weiden