Luis Echeverría Álvarez

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Luis Echeverría Álvarez (* 17. Januar 1922 in Mexiko-Stadt) war Präsident Mexikos von 1970 bis 1976.

Luis Echeverría Álvarez (1971)

Luis Echeverría studierte Rechtswissenschaft an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko und trat 1944 Mitglied der Partido Revolucionario Institucional (PRI). Nach seinem Studienabschluss 1945 begann er eine politische Karriere. Er arbeitete zunächst als Generalsekretär für Rodolfo Sánchez Taboada und bekleidete in der Folge eine Reihe weiterer Posten in Staat und Partei. 1964 wurde er Innenminister unter Staatspräsident Gustavo Díaz Ordaz. Als Innenminister spielte er eine entscheidende Rolle bei der Niederschlagung der Studentenrevolten 1968 (Massaker von Tlatelolco).

1970 wurde Echeverría Alvarez selbst zum Staatspräsidenten gewählt. Er verfolgte einerseits eine Liberalisierungspolitik und amnestierte alle nach den Studentenunruhen Inhaftierten. Andererseits bemühte er sich um soziale Reformen. Dazu erhöhte er die Staatsausgaben, baute die Bürokratie aus und erweiterte die staatliche Kontrolle der Wirtschaft. In der Folge stieg die Produktivität der mexikanischen Wirtschaft. Zugleich litt das Land aber unter Inflation, zumal Echeverría Alvarez seine Ausgaben durch eine erhöhte Staatsverschuldung finanzierte. Außenpolitisch orientierte er sich zu sozialistischen Staaten wie Kuba. Nach dem Putsch in Chile 1973 brach er die diplomatischen Beziehungen ab.

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft bemühte sich Echeverría Alvarez erfolglos um das Amt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Er ging in den diplomatischen Dienst und amtierte unter anderem von 1977 bis 1980 als mexikanischer Botschafter in Neuseeland und Australien.

Am 30. Juni 2006 wurde er als Hauptverantwortlicher für das Massaker von Tlatelolco (Matanza de Tlatelolco) am 2. Oktober 1968 an einigen Hundert Studenten der UNAM, der Universität von Mexiko-Stadt, unter dem Verdacht des Völkermords verhaftet. Allerdings wurde das Verfahren bereits Anfang Juli 2006 wegen eingetretener Verjährung eingestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Héctor Manuel Lucero: Echeverriá, Luis. In: Lee Stacy (Hg.): Mexico and the United States. New York 2003, S. 269.