Luis Pardo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Luis Alberto Pardo Villalón (* 20. September 1882 in Santiago de Chile; † 21. Februar 1935 ebenda) war Kapitän des Dampfschiffes Yelcho, mit dem die 22 Besatzungsmitglieder der Antarktis-Expedition der Endurance von Ernest Henry Shackleton am 30. August 1916 von Elephant Island gerettet wurden. In Chile wird er noch heute „Piloto Pardo“ genannt und als Nationalheld verehrt.

Biographische Daten[Bearbeiten]

Kapitän Pardo trat im Juli 1900 in die chilenische Marineschule ein und wurde im Juni 1906 als Kapitän Mitglied der chilenischen Marine. Im September 1910 wurde er zum Kapitän des Dampfschiffes Yelcho ernannt und auf den Marinestützpunkt in Puerto Williams versetzt.

Rettung der Expeditionsteilnehmer der Endurance[Bearbeiten]

Denkmal der Rettungsaktion mit dem Bug der Yelcho in Puerto Williams

Auf der gescheiterten Antarktis-Expedition von Sir Ernest Shackleton wurde das Expeditionsschiff Endurance im Januar 1915 im Wedellmeer vom Packeis eingeschlossen. Am 27. Oktober 1915 sank die Endurance, da sie vom Druck des Eises stark beschädigt worden war. Die Besatzung rettete sich nach Elephant Island. Shackleton und fünf weitere Expeditionsteilnehmer versuchten, mit offenen Rettungsbooten Hilfe zu holen. Nachdem sie nach über 800 Seemeilen Südgeorgien erreicht hatten, organisierte Shackleton die Rettungsaktion für die verbliebenen 22 Besatzungsmitglieder. Drei Rettungsversuche scheiterten. Schließlich gelang es Shackleton, die chilenische Regierung zu überzeugen, ihm das 36,5 Meter lange Dampfschiff Yelcho unter dem Kommando von Kapitän Pardo zu überlassen. Mit Shackleton an Bord legte die Yelcho am 25. August 1916 in Punta Arenas ab. Am 30. August fand sie die zurückgelassenen Besatzungsmitglieder der Endurance auf Elephant Island. Am 3. September 1916 legte die Yelcho unter dem Beifall der Bevölkerung von Punta Arenas und der Würdenträger der chilenischen Marine im Hafen von Punta Arenas an.

Nach der Rettungsaktion[Bearbeiten]

Gedenktafel vor dem Denkmal

Kapitän Pardo wurde nach dieser Rettungsaktion befördert und erhielt den Rang eines Kapitäns erster Klasse. Weitere zivile und militärische Ehrungen folgten. 1919 schied er aus dem aktiven Militärdienst aus. Später war er chilenischer Konsul in Liverpool. Im Jahr 1935 starb er im Alter von 54 Jahren.

Pardo Ridge, die höchste Erhebung auf Elephant Island, ist nach ihm benannt, und ein Kap auf der nördlichen Seite der Insel erhielt den Namen Yelcho. Der Bug der Yelcho ist Teil eines Denkmal in Puerto Williams, einer chilenischen Marinebasis im Beagle-Kanal.