Luis Trenker

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Luis Trenker (1934)
Porträt des Luis Trenker von David Moroder am Eingang des Museum Gröden
O-Ton der Festansprache von Luis Trenker anlässlich seines 80. Geburtstags in St. Ulrich in Gröden[1]

Luis Trenker, geboren als Alois Franz Trenker (* 4. Oktober 1892 in St. Ulrich in Gröden, Tirol, Österreich-Ungarn, heute Südtirol, Italien; † 12. April 1990 in Bozen, Italien), war ein Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller, der insbesondere für seine Filme über die Alpen bekannt war.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Luis Trenker wurde am 4. Oktober 1892 als Sohn des Holzbildhauers und Malers Jakob Trenker und seiner Frau Karolina geb. Demetz, in St. Ulrich im Grödnertal geboren. Er wuchs zweisprachig auf, mit dem aus Nordtirol stammenden Vater sprach er Deutsch, bzw. Tiroler Dialekt, mit der Mutter und den anderen Kindern im Dorf sprach er meist Ladinisch. Nach dem Besuch der örtlichen Volksschule (1898 bis 1901) und der Bürgerschule im Knabenseminar Josefinum im nahen Bozen (1902/03) war Trenker kurzzeitig Ingenieur-Lehrling im Elektrizitätswerk seines Großvaters, Ferdinand Demetz, in St. Ulrich. Von 1903 bis 1905 besuchte er die Bau- und Kunsthandwerkerschule in Bozen. Dem schloss sich bis 1912 der Besuch der k.u.k. Realschule in Innsbruck an, wo er als Fremdsprache Italienisch lernte. Dort trat er der katholischen Mittelschulverbindung Cimbria Innsbruck bei. Bereits während seiner Schulzeit arbeitete er in den Ferien als Bergführer und Skilehrer. Trenker studierte nach der Reifeprüfung an der Technischen Hochschule Wien Architektur. Am Ersten Weltkrieg nahm er von Beginn an teil. Zunächst kämpfte er als Offiziersanwärter bei der österreichisch-ungarischen schweren Artillerie an der Ostfront in Galizien und Russisch-Polen. Dann war er im Gebirgskrieg 1915–1918 gegen Italien eingesetzt, zuerst als Artillerieoffizier im Sperrfort Verle bei Trient und nach einer Verwundung ab 1916 als Bergführer in einer Bergführerkompanie in den Dolomiten. Bei Kriegsende hatte er den Rang eines Oberleutnants erreicht.

Nach Kriegsende unternahm Trenker erfolglose Versuche, in Bozen eine kaufmännische Existenz zu gründen, nahm schließlich sein Architekturstudium wieder auf, das er 1924 an der Technischen Universität Graz beendete, und arbeitete danach in Bozen als Architekt in einem gemeinsam mit Clemens Holzmeister geführten Büro. Trenker nahm an den Olympischen Spielen 1924 in Chamonix als Mitglied der italienischen Fünferbobmannschaft teil, die Italiener mit Pilot Lodovico Obexer wurden Sechste und Letzte. Im Jahr 1928 heiratete Trenker die Leipziger Fabrikantentochter Hilda von Bleichert, mit der er vier Kinder hatte.

Kontakte zum Film[Bearbeiten]

Erste Kontakte zum Film ergaben sich 1921. Trenker wurde von Arnold Fanck für den Film Berg des Schicksals als Bergführer engagiert. Nachdem Fanck festgestellt hatte, dass der eigentlich vorgesehene Hauptdarsteller nicht klettern konnte, übernahm Trenker die Hauptrolle. Darauf folgten in kurzer Folge weitere Filme, zunächst als Schauspieler, ab 1928 auch als Regisseur. In diesen ist Trenker oft Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor in einer Person. Ein neues Gesetz von 1927, wonach in Italien nur noch inländische Studientitel anerkannt wurden, erschwerte Trenker, der in Österreich studiert hatte, die Arbeit als Architekt. Kurze Zeit später gab Trenker sein Architekturbüro auf und arbeitete nur noch als Künstler und lebte bis 1940 in Berlin.

Als Regisseur debütierte er 1928 mit dem Stummfilm Kampf ums Matterhorn. Dem Engagement Carl Laemmles ist es zu verdanken, dass Trenker in Hollywood englischsprachige Versionen seiner ersten beiden Tonfilme herstellen konnte. Ganz oder teilweise in Amerika spielen seine folgenden Arbeiten, Lebensentwürfe zweier in den USA scheiternder Auswanderer, die in ihren Beschreibungen fremder Städte und Natur famose visuelle Qualität entwickeln. Dem kompetenten Blick des Alpinisten auf Wolkenkratzer und in Straßenschluchten offenbarte sich New York als Landschaft, die verborgene Kamera dokumentierte neo-realistisch Spuren der Weltwirtschaftskrise (Der verlorene Sohn, 1933/34). Die Wüsten des Westens hingegen erschienen ihm als Weiten, die Gefahren bergen (Der Kaiser von Kalifornien, 1935/36) .

Schriftsteller[Bearbeiten]

Neben seinen Filmen veröffentlichte Trenker eine Reihe von Romanen, Artikeln und Erlebnisberichten. Seine erste Veröffentlichung war ein Bericht über die Dreharbeiten zum Kampf ums Matterhorn, den er auf Anregung Theodor Wolffs für das Berliner Tageblatt schrieb. Nach der großen positiven Resonanz dieses Artikels beim Publikum legte Trenker 1931 Berge in Flammen. Ein Roman aus den Schicksalstagen Südtirols nach dem gleichnamigen Kinoerfolg vor, der den Preis der Stadt Wien für das „Beste Buch des Jahres“ erhielt. Bei dieser wie bei weiteren Publikationen versicherte sich Trenker der Mitarbeit versierter „Ghostwriter“. Half ihm zunächst der Münchner Autor Walter Schmidkunz, der Trenker von Bergtouren schon seit 1913 kannte und 1928 den Dichterpreis der Stadt München erhalten hatte, so arbeitete Trenker seit 1935 mit dem bekennenden Nationalsozialisten Karl Springenschmid aus Salzburg zusammen. Wesentliche Teile von Trenkers Kriegserinnerungen Sperrfort Rocca Alta. Der Heldenkampf eines Panzerwerkes (1937) und weitere Werke, die später unter Trenkers Namen u. a. im Franz-Eher-Verlag der NSDAP erschienen, hatte sein Kriegskamerad, der Schriftsteller Fritz Weber, geschrieben. Die späteren, nach 1950 erscheinenden Auflagen seiner Bücher überarbeitete Trenker allein, vor allem indem er politisch kompromittierende Stellen überarbeitete oder strich.

Trenkers Art, sich anderer Autoren oder fremder Stoffe zu bedienen, brachte ihn auch vor Gericht. Bereits Arnold Fanck warf ihm Ende der 1920er Jahre vor, eine Filmhandlung aus Fancks Drehbüchern übernommen zu haben. Die Aussage zweier Mitarbeiter Fancks, die fortan für Trenker arbeiteten, verhinderte eine Verurteilung. 1937 hatte Trenker weniger Glück. Er wurde verurteilt, für seinen Historienfilm Condottieri ein Werk des Kärntner Pfarrers Michael Paul Moser plagiiert zu haben. Diese Vorstrafe wurde durch eine Begnadigung Hitlers am 19. Juli 1940 gestrichen. 1954 reichte dann Fritz Weber eine Feststellungsklage ein, dass er der Autor einiger Werke sei, die unter Trenkers Namen erschienen waren. Dieser Rechtsstreit wurde mit einem Vergleich beigelegt.[2]

Nationalsozialismus und italienischer Faschismus[Bearbeiten]

Trenker-Denkmal, Seiser Alm

Ein Hauptthema in Trenkers künstlerischem Schaffen ist die Idealisierung eines der Heimat- und Bergwelt verbundenen Lebens, das häufig der Dekadenz der Städte und Stadtbewohner gegenübergestellt wird. Das faschistische Regime in Italien und das NS-Regime in Deutschland konnten Trenkers Werke nicht zuletzt deshalb instrumentalisieren. Vor allem aber zählte Adolf Hitler lange Zeit zu Trenkers Bewunderern. Wenige Wochen vor der NS-Machtübernahme hielt Joseph Goebbels am 19. Januar 1933 in seinem Tagebuch fest: „Abends Film. Luis Trenker, Der Rebell. Die Spitzenleistung. Ein nationalistischer Aufbruch. Ganz große Massenszenen … Hitler ist Feuer und Fett.“.

Sein Filmschaffen in Italien hatte die ideologischen Erwartungen Benito Mussolinis erfüllt. Auf eine Bemerkung des Emigranten Paul Kohner, dass Condottieri (1937) wirklich ein faschistischer Film sei, antwortete Trenker damals offen: „Sie wundern sich? Ich erhielt doch den Auftrag, diesen Film zu machen, und die italienische Regierung finanzierte auch zum großen Teil die Arbeiten dazu. Wie soll denn da ein Film anders werden?“ Dieser Film, eine deutsch-italienische Koproduktion, für deren Massenszenen 60 Mann der SS-Division Leibstandarte Adolf Hitler abkommandiert wurden, gilt der Filmwissenschaft heute aufgrund seines „propagandistischen Charakters“ als Beispiel für den „italienischen Film im Faschismus“. Ein interessantes Detail dabei war, dass Trenker seine Filme auch in Italien in seiner deutschen Muttersprache aufnahm; dies scheint die faschistischen Machthaber nicht weiter gestört zu haben. Trenker setzte sich auch besonders für die in Bozen geplante Filmstadt ein, die allerdings nie errichtet wurde.

Trenker, der seit 1927 in Berlin lebte, trat schon im September 1933 der nationalsozialistischen Reichsfachschaft Film bei. Anfang April 1933 meldete die Zeitschrift Kinematograph, dass Trenker gemeinsam mit Carl Boese, Victor Janson und Fritz Lang die Abteilung Regie in der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) gegründet habe, wofür es aber keine weiteren Belege gibt. Lang zumindest erklärte 1962 in einem Interview, er habe keine leitende Funktion in einer der NSDAP nahestehenden Organisation bekleidet.[3] Entgegen seinen späteren Behauptungen optierte Trenker im März 1940 im Zuge des Südtiroler Optionsabkommens nach langem Zögern für das Deutsche Reich. Im Sommer 1940 trat er auch der NSDAP bei.

Trenker versuchte, sich dem Druck der künstlerischen Unterordnung zum Teil zu widersetzen, er fühlte sich vom deutschen NS-Regime immer weiter in die Enge getrieben. Bei den NS-Stellen waren schon früh einige Beschwerden über Trenker eingegangen, die jedoch ohne direkte Folgen blieben und seinen Stellenwert für die NS-Spitze viele Jahre lang nicht beeinträchtigten: Zuerst wurde er von P.G. Wohlhuber (Reichspropagandaleitung Abt. IV) im Februar 1934 denunziert. Dieser hatte Trenker belauscht, als er seinem Ärger in einem Gasthof Luft machte. Trenker beschwerte sich über die strengen deutschen Gesetze und meinte, so wolle er keine Filme mehr drehen, und überhaupt könnten sie ihn in Berlin „kreuzweise“. Fred Lyssa, Produktionsleiter der UFA, denunzierte ihn nur wenig später (März 1934) in einem ausführlichen Brief, worin er eine Äußerung Trenkers bei einer gemeinsamen Autofahrt in New York wiedergibt: „Ich habe da gestern einen Schweden gesprochen – na ja er hat ja Recht, es ist auch eine Schande, dass die Deutschen die Literatur verbrannten und dass Deutschland die Juden rausschmeisst“.

1934 waren Beschwerden beim Reichsfachschaftleiter Film wegen der Verschleuderung des von Trenker nach Südtirol eingeführten deutschen Kapitals eingegangen. Von seinen Mitarbeitern darauf angesprochen, entgegnete Trenker wörtlich: „Ich bin Tiroler hier in Tirol, und das ‚Deutsche Kapital‘ ist mir wurscht!“, und machte somit klar, dass er es weiter nach eigenem Gutdünken verwenden werde. Ebenso wurde er mehrmals von Mitarbeitern kritisiert, da er zu viele Ausländer in seinen Filmen engagierte. Es gibt auch eine Mahnung (Februar 1938) der Reichstheaterkammer, da Trenker in Wien jüdische Schauspieler verpflichtete.

Die „Wertschätzung der Nationalsozialisten“ blieb Trenker trotzdem lange erhalten. Sie erfuhr, fasste Die Welt 2005 das Verhältnis der NS-Spitze zu Trenker zusammen, „erst eine Trübung, als er sich nach der Einigung zwischen Mussolini und Hitler nicht recht entscheiden mochte, ob er, der Südtiroler, nun für Italien oder das Deutsche Reich votieren sollte. Das Lavieren trug ihm böse Kommentare von NS-Funktionären ein.“

Aufgrund dieses Zögerns in der schwierigen Optionsfrage fiel Trenker bei der NS-Führung dann im Frühjahr 1940 in Ungnade. Am 5. März 1940 verzeichnete Goebbels dazu in seinem Tagebuch: „Ich trage dem Führer den Fall Trenker vor. Dieses Schweinestück hat in Südtirol nicht für uns optiert. Hinhalten, freundlich sein, aber abservieren.“ Kurz darauf wurden auf direkte Anweisung von Goebbels hin sämtliche seiner Filmprojekte eingefroren oder abgesagt. 1940 beauftragte Himmler seinen Geheimdienst SD, die früheren „deutschfeindlichen“ Äußerungen Trenkers nochmals näher zu untersuchen.

Trenkers weiteres politisches Agieren bezeichnet Der Spiegel 1994 dann als „Werben um die Gunst der Nazi-Größen“ und als „serviles Bemühen, das Wohlwollen der Nazis wiederzuerringen“. Ende März 1940 optierte er schließlich fürs Deutsche Reich, versicherte sich aber, dass seine Eltern weiterhin in ihrem Haus in Südtirol verbleiben dürften. Er wurde bei Goebbels vorstellig, dem er laut dessen Aufzeichnungen „etwas von seinem Deutschtum vor(geschwafelt)“ habe.

Dies und seine Bittschreiben an Hitler, Goebbels und Himmler blieben allesamt erfolglos. Um etwa seine Entscheidungskrise in der Südtiroler Optionsfrage zu rechtfertigen, verfasste er ein weiteres Schreiben an Hitler, worin er seine innere Bindung an sein Geburtsland und seine Berge beschreibt, aber auch erklärte: „Sie, mein Führer . . . können sich verlassen, daß ich zu gegebener Stunde genau weiß, wo ich hingehöre und wo ich zu stehen habe.“

Der Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums sandte 1941 ein Schreiben an den persönlichen Stab Himmlers, in dem sämtliche Zuwiderhandlungen Trenkers angeführt sind: Trenkers zwiespältiges Hofieren bei den italienischen Machthabern, seine Äußerungen gegen die Abwanderung der Südtiroler aus ihrem Gebiet sowie der Hinweis auf „deutschfeindliche“ Betätigungen im Ausland. In seiner beim Sicherheitsdienst hinterlegten Karteikarte findet man auch die Bezeichnung „deutschfeindlich“.

1941 wurden das Drehbuch und die Finanzierung eines neuen Films abgelehnt, da Trenker darauf bestanden hatte, in den italienischen Alpen zu drehen. Auch andere Filmprojekte wurden von der Reichsleitung abgelehnt. 1942 spielte er als Hauptdarsteller mit Genehmigung der Reichsfilmkammer im nationalsozialistischen Propagandafilm Germanin – Bayer 205. Das Drehbuch stammte diesmal allerdings nicht von Trenker selbst; die Regie führte Goebbels' Schwager Max W. Kimmich. Die Hauptrolle in Germanin trug Trenker nach 1945 „den Ruf eines Nazi-Schauspielers“ ein (König/F.Trenker, Bera Luis, S. 219). Wie aus einem Brief an den Stab Himmlers hervorgeht, wurde Trenker nach diesem Film offiziell mit Berufsverbot belegt.

1940 hatte er Berlin verlassen und war nach Rom gezogen, wo er sich bessere Bedingungen erhoffte und 1942 Pastor Angelicus drehte. Er konnte 1943, diesmal auch wieder in der Funktion des Regisseurs und Autors, in Italien mit den Dreharbeiten zum Film „Im Banne des Monte Miracolo“ beginnen, die er jedoch erst sechs Jahre später, in Österreich, beenden konnte. König/F.Trenker (S. 221) bezeichnen diesen Film „als eigentliche letzte filmische Tätigkeit Trenkers zur Zeit des Dritten Reiches“. Er zog sich schließlich nach Bozen zurück und versuchte weiterhin, Finanzmittel für neue Filmprojekte aufzutreiben.

Anhand der Akten Trenkers im Berliner Document Center ergibt sich nach Ansicht des Autors Florian Leimgruber folgendes Bild von Trenker in der NS-Zeit: „Uns begegnet weder ein kraxelnder Freiheitsheld noch ein kriecherisch-unterwürfiger Handlanger oder Kollaborateur. […] ein normaler Durchschnittsmensch, der auch in schwierigsten Situationen in erster Linie darauf bedacht ist, sich und seine Schäfchen ins Trockene zu bringen, sich seine ökonomischen Möglichkeiten und die berufliche Entfaltung nicht vermiesen zu lassen.“

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Trenker wird von Kritikern trotz seines faktischen Berufsverbotes opportunistisches Verhalten gegenüber dem Hitler-Regime vorgeworfen. Vergebens wies er darauf hin, dass Adolf Hitler später seine Filme als „wurmstichig“ und Goebbels ihn als „Schuft und vaterlandslosen Gesellen, den man hinhalten und dann erledigen müsse“, bezeichnet hatte. 1949 setzte er mit der 1937 in Berlin gegründeten Luis Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. Er drehte, zunächst in Co-Produktion mit der Olympia-Film GmbH München, Kurzfilme über die Bergwelt, Porträts ihrer Bewohner. Es dauerte bis in die 1950er-Jahre, bis Trenker, der zwischen München und Bozen pendelte, wieder an alte Filmerfolge anknüpfen konnte. Er drehte zunächst Dokumentarfilme, die die Bergwelt behandeln, und ab 1955 wieder Kinofilme.

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden seine Werke Kampf in den Bergen (Neufeld & Henius, Berlin 1932), Berge in Flammen (Knaur, Berlin 1935), Sperrfort Rocca Alta (Knaur, Berlin 1938), Leuchtendes Land (Eher, München 1941) und Hauptmann Ladurner (Eher, München 1943)[4][5] sowie in der Deutschen Demokratischen Republik Kameraden der Berge (Knaur, Berlin 1935) und Tiroler Helden (Knaur, Berlin 1942)[6] auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.

1959 lief im Bayerischen Rundfunk die Sendung Luis Trenker erzählt an, in der Trenker schwungvoll und packend über sein Leben erzählte. Ab 1965 drehte Trenker vorwiegend Dokumentarfilme über seine Heimat Südtirol. So trat er auch regelmäßig in der TV-Kindersendung Sport-Spiel-Spannung auf. In den 1970er-Jahren hatte er seine eigene Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen („Berge und Geschichten“). Erfolg hatte Trenker auch noch als Gelegenheitsschauspieler (so in der Fernsehserie Luftsprünge, 1969) und als Vermarkter seines unumstrittenen Rufs als Fachmann für alles irgendwie Alpine (Trenker-Hut, Trenker-Cord). Dazu zählen auch die zahlreichen in Zusammenarbeit mit Helmut Dumler edierten Alpen-Bildbände (Bruckmann Verlag, München 1970–80). Für Aufsehen sorgte 1948 Trenkers Versuch, mit den Tagebüchern der Eva Braun eine Fälschung auf den Markt zu bringen. Unter dem (Arbeits-)Titel Luis Trenker - Der schmale Grat der Wahrheit dreht Wolfgang Murnberger 2014 einen Film über Trenker und die Tagebuchfälschung, Tobias Moretti spielt den Trenker.[7][8]

Im Jahr 1974 war er eines der Gründungsmitglieder der bayrischen Sektion des Freien Deutschen Autorenverbandes, dem er später auch als Vorsitzender vorstand.

Trenker hat den Freilichtfilm, den Film ohne Schminke, entdeckt und hoffähig gemacht. Ihn auf den Begriff Bergfilmer zu reduzieren, ist falsch. Er hat mit Der Berg ruft zwar einen herausragenden Bergfilm gemacht, er inszenierte aber auch Abenteuerfilme, Komödien, Krimis und Historienfilme, in denen das Motiv Berg eines von vielen war. Die eindringliche Hungerszene in Der verlorene Sohn wurde von Roberto Rossellini als wichtiger Eindruck auf dem Weg zum Neorealismus genannt.

In seinen letzten Lebensjahren setzte sich Luis Trenker auch für den Umwelt- und Naturschutz ein und sprach sich etwa vehement gegen eine durch das Oberpustertal führende Neutrassierung der sogenannten „Alemagna“-Autobahn aus.[9] Am 12. April 1990 starb Luis Trenker mit 97 Jahren in Bozen und wurde im Ortsfriedhof seiner Heimatgemeinde St. Ulrich in Gröden im Familiengrab beerdigt.[10]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

Einige der unter Trenkers Namen veröffentlichten Werke wurden weitgehend von teilweise nicht genannten Ghostwritern wie Fritz Weber verfasst, so dass der tatsächliche Anteil Trenkers nicht für alle der hier aufgeführten Werke bekannt ist.[2]

Romane, Erzählungen[Bearbeiten]

Grabstätte Luis Trenker
  • Meine Berge. Das Bergbuch unter Mitarbeit von Walter Schmidkunz. Mit 190 Bildern in Kupfertiefdruck. Verlag Neufeld & Henius. Berlin 1931. 132 S.
  • Berge in Flammen. Ein Roman aus den Schicksalstagen Südtirols. Neufeld & Henius, Berlin 1931.
  • Berge im Schnee. Das Winterbuch. Neufeld & Henius, Berlin 1932.
  • Kameraden der Berge. Rowohlt, Berlin 1932.
  • Der Rebell. Ein Freiheitsroman aus den Bergen Tirols. Neufeld & Henius, Berlin 1933.
  • mit Walter Schmidkunz: Berge und Heimat. Das Buch von den Bergen und ihren Menschen. Knaur, Berlin 1933.
  • Der verlorene Sohn. Ullstein, Berlin 1934.
  • mit Karl Springenschmid und Walter Schmidkunz: Helden der Berge. Roman. Henius, Berlin 1935.
  • mit Karl Springenschmid: Leuchtendes Land. Roman. Eher, München 1937.
  • Sperrfort Rocca Alta. Der Heldenkampf eines Panzerwerkes, 1937 (im Wesentlichen geschrieben von Fritz Weber[11]).
  • Hauptmann Ladurner. Ein Soldatenroman. Eher-Verlag[12], München (im Wesentlichen geschrieben von Fritz Weber).
  • Der Feuerteufel. Ein Speckbacherroman. Knaur, Berlin 1940 (im Wesentlichen geschrieben von Fritz Weber).
  • Sterne über den Gipfeln. Roman. Knaur, Berlin 1942 (im Wesentlichen geschrieben von Fritz Weber).
  • Heimat aus Gottes Hand. Roman. Wolff, Flensburg 1948.
  • Duell in den Bergen. Ein Roman aus den Dolomiten. Bertelsmann, Gütersloh 1951.
  • Glocken über den Bergen. Roman. Bertelsmann, Gütersloh 1952.
  • Sonne über Sorasass. Ein heiterer Roman aus den Dolomiten. Bertelsmann, Gütersloh 1953.
  • Schicksal am Matterhorn. Roman. Bertelsmann, Gütersloh 1957.
  • Helden am Berg. Bertelsmann, Gütersloh 1956.
  • Das Wunder von Oberammergau. Roman. Rütten & Loening, Hamburg 1960.
  • Sohn ohne Heimat. Roman. Rütten & Loening, Hamburg 1960.
  • Die Farm am Kilimandscharo. Hoch, Düsseldorf 1960.
  • Der Kaiser von Kalifornien. Roman. Verlag d. Freizeit-Bibliothek, Hamburg 1961.

Autobiografie[Bearbeiten]

  • Alles gut gegangen. Geschichten aus meinem Leben. Mosaik-Verlag, Hamburg 1965.

Drehbücher / Spielfilme[Bearbeiten]

Fernsehserie[Bearbeiten]

  • 1969–1970: Luftsprünge (ZDF)

Dokumentation[Bearbeiten]

  • Reisewege Südtirol – Auf den Spuren von Luis Trenker. Dokumentation, 2007, 45 Min., Regie: Vera Meyer-Matheis, Produktion: SR, Erstsendung: 21. Februar 2007, Inhaltsangabe des SR.
  • Im Museum Gröden in St. Ulrich in Gröden sind zahlreiche Personalien von Luis Trenker ausgestellt. Das Museum betreut auch das digitalisierte „Luis Trenker Archiv“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Birgel, Franz A. (2000). “Luis Trenker: A Rebel in the Third Reich?” In "Through a National Socialist Lens: Cinema in Nazi Germany." Ed. Robert Reimer and intro. David Bathrick. Rochester, NY: Camden House, 2000. 37-64.
  • Julia Friehs, Daniel Winkler, Marie-Noëlle Yazdanpanah: Alpine Medienavantgarde? Luis Trenker, der John Wayne der Dolomiten. In: Sinn-haft. Journal für Kulturstudien. 21 (Alpine Avantgarden und urbane Alpen.), 2008, ISSN 1605-6027, S. 80–91.
  • Julia Friehs, Daniel Winkler, Marie-Noëlle Yazdanpanah: Südtirol / Trentino, Heimatfilm und Nachkriegskino. Prigioniero della montagna/Flucht in die Dolomiten von Luis Trenker, Pier Paolo Pasolini und Giorgio Bassani (1955). In: Zibaldone. Zeitschrift für italienische Kultur der Gegenwart. Nr. 49, 2010, ISSN 0930-8997, S. 61–72.
  • Wolfgang Gorter: Mein Freund Luis Trenker. Mit Chronik des internationalen Berg-, Ski- und Expeditionsfilms. Heering, Seebruck am Chiemsee 1977, ISBN 3-7763-5150-0.
  • Stefan König, Florian Trenker: Bera Luis. Das Phänomen Luis Trenker. Eine Biographie. Berg und Tal, München 2006, ISBN 3-939499-02-1.
  • Gerhard Köpf: Ezra & Luis oder die Erstbesteigung des Ulmer Münsters. Ein Spiel. Mit essayistischen Kletterhilfen zu Pound und Trenker. Herausgegeben von Christina Karafiat und Fabian Kametz. Edition Löwenzahn u. a., Innsbruck u. a. 1994, ISBN 3-900521-33-6.
  • Antonín Kratochvíl: Abendgespräche mit Luis Trenker. Athos-Verlag, München 1980, ISBN 3-88499-008-X.
  • Florian Leimgruber (Hrsg.): Luis Trenker, Regisseur und Schriftsteller. Die Personalakte Trenker im Berlin Document Center. Frasnelli-Keitsch, Bozen 1994, ISBN 88-85176-04-6.
  • Roderich Menzel: Luis Trenker. Hoch, Düsseldorf 1982, ISBN 3-7779-0302-7.
  • Rudolf Nottebohm, Hans-Jürgen Panitz: Fast ein Jahrhundert Luis Trenker. Herbig, München u. a. 1987, ISBN 3-7766-1489-7.
  • Hans-Jürgen Panitz: Luis Trenker ungeschminkt. Bilder, Stationen, Begegnungen. Mit großer Filmografie und DVD „Sein letztes Interview“. Tyrolia-Verlag u. a., Innsbruck u. a. 2009, ISBN 978-3-7022-3041-8.
  • Hans Thalhammer: Luis Trenker, der Bergführer. Waldland-Verlag, Lilienfeld 1933.
  • Hansjörg Waldner: Luis Trenker: Berge in Flammen. (S. 49–65) Luis Trenker: Der Rebell. (S. 124–130) Luis Trenker: Der Feuerteufel. (S. 130–142) Luis Trenker: Leuchtendes Land. (S. 180–185). In: „Deutschland blickt auf uns Tiroler“. Südtirol-Romane zwischen 1918 und 1945. Picus-Verlag, Wien 1990, ISBN 3-85452-210-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luis Trenker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bestandsammlung Alex Moroder, Radio Ladin de Gherdëina, Datei bei Mediathek Bozen Signatur CRLG_420
  2. a b Luis Trenker. Münchhausen der Berge. In: Der Spiegel. 36, 1954; Leopold Steurer: Der ‚König der Berge‘ als „Chamäleon politicon“ der Weltgeschichte. In: Gerhard Köpf: Ezra und Luis oder die Erstbesteigung des Ulmer Münsters. 1994, S. 137–153; Gudrun Pilz: Der Geschichtenerzähler. In: Gerhard Köpf: Ezra und Luis oder die Erstbesteigung des Ulmer Münsters. 1994, S. 167 ff.; Martin Hanny: Der Geschichtenerzähler. In: ff. 02/2007, S. 38–41.
  3. Larissa Schütze: Fritz Lang im Exil. Filmkunst im Schatten der Politik (= Forum Kulturwissenschaften. Bd. 4). M-Press Meidenbauer, München 2006, ISBN 3-89975-587-1, S. 21–22.
  4. Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone: Liste der auszusondernden Literatur. Deutscher Zentralverlag, Berlin 1946, S. 414–423.
  5. Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone: Liste der auszusondernden Literatur. Zweiter Nachtrag. Deutscher Zentralverlag, Berlin 1948, S. 290–298.
  6. Ministerium für Volksbildung der Deutschen Demokratischen Republik: Liste der auszusondernden Literatur. Dritter Nachtrag. Deutscher Zentralverlag, Berlin 1953, S. 193–198.
  7. Hans Holzhaider: Ein Traum in Rehleder. Schrieb Luis Trenker die Tagebücher von Eva Braun? Ein Gerücht wird zum grandiosen Filmstoff, in: Süddeutsche Zeitung, 7. Juli 2014, S. 35
  8. Luis Trenker - Der schmale Grat der Wahrheit in der Internet Movie Database (englisch)
  9. Vgl. Luis Trenker: Sexten darf nicht zubetoniert werden! Weißbuch über die Autostrada Alemagna. Gemeindeverwaltung, Sexten 1979.
  10. knerger.de: Das Grab von Luis Trenker
  11. Christa Hämmerle: „Vor vierzig Monaten waren wir Soldaten, vor einem halben Jahr noch Männer …“ Zum historischen Kontext einer „Krise der Männlichkeit“ in Österreich. In: Christa Hämmerle, Claudia Opitz-Belakhal (Hrsg.): Krise(n) der Männlichkeit? (= L' homme. Bd. 19, Heft 2). Böhlau, Köln u. a. 2008, ISBN 978-3-412-20215-6, S. 51–79, hier S. 67.
  12. Verlag der NSDAP.