Luis de Granada

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Fray Luis de Granada, Kupferstich von Diego Antonio Rejón de Silva um 1785

Fray Luis de Granada (* 1504 in Granada; † 31. Dezember 1588 in Portogallo bei Lissabon; in dt. Ausgaben seiner Werke oft als Ludwig von Granada bezeichnet; eigentlich Luis de Sarría) war ein spanischer Mystiker, Priester aus dem Dominikanerorden und geistlicher Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn armer Eltern wurde Luis de Granada 1524 in Granada Dominikanermönch. Nach 1544 predigte er zehn Jahre lang in Córdoba. 1557 übernahm er die Führung der portugiesischen Dominikaner und wurde geistlicher Berater der Königin Johanna von Spanien (1535–1573). Luis schrieb viele Werke über Askese und Meditation; seine bedeutendsten Bücher waren De la oración (1533) und Guia de pecadores (1555). Dieser „Leitfaden für Sündige“ bzw. Die Lenkerin der Sünder wurde von der Inquisition untersucht, doch ließ man dann den Verdacht fallen, dass Luis Ideen denen der Alumbrados glichen. Papst Gregor XIII. schrieb an Luis de Granada: „So Viele Deine Schriften mit Nutzen gelesen haben, so viele Söhne hast Du Christo erzeugt und ihnen eine weit höhere Wohlthat erwiesen, als wenn Du Blinden das Gesicht und Todten das Leben von Gott erfleht hättest.“ (Abgedruckt am Beginn der Lenkerin der Sünder, dt. Ausgabe 1843)

Luis hatte großen Einfluss auf die religiöse katholische Literatur des späten 16. Jahrhunderts. Seine Werke wurden bis ins 20. Jahrhundert auch immer wieder auf Deutsch herausgegeben.

Zitate[Bearbeiten]

„Das Gebet ist eine Erhebung der Seele über sich selbst und alles Erschaffene, eine Einigung mit Gott und eine Versenkung in die Tiefe der unermeßlichen Süße und in das Meer der göttlichen Liebe. Das Gebet ist der Ausgang der Seele, um Gott zu empfangen, wenn Er zu ihr kömmt. Sie zieht Ihn zu sich wie einen Nachbar: sie nimmt Ihn bei sich als in seinem Tempel in die Herberge auf. Dort besitzt sie Ihn, liebt Ihn und genießt Seiner. Das Gebet ist die Stellung seiner Seele in Gottes Gegenwart, und die Versetzung Gottes in die Gegenwart der Seele, indem Er die Seele ansieht mit den Augen der Barmherzigkeit, und diese Gott anschaut mit den Augen der Demuth. Dieses Anschauen hat größere Kraft und Fruchtbarkeit, als der Anblick aller Sterne und Planeten des Himmels.“

Ludwig von Granada: Die guten Werke der Katholischen Kirche - Beten, Fasten, Almosengeben

„Das Gebet ist […] der klarste Spiegel, worin man Gott erkennt; man erkennt auch den Menschen darin mit allen seinen Mängeln, Unvollkommenheiten und Armseligkeiten. Das Gebet ist eine tägliche Uebung vieler Tugenden, eine Abtödtung der sinnlichen Begierden, eine Brunnquelle jedes guten Vorsatzes und jedes guten Verlangens.“

Ludwig von Granada: Die guten Werke der Katholischen Kirche - Beten, Fasten, Almosengeben

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Luis de Granada – Quellen und Volltexte (spanisch)