Luise von Preußen (1838–1923)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Prinzessin Luise von Preußen, spätere Großherzogin von Baden. Portrait, 1857, von Joseph Spelter
Großherzog Friedrich I. und Großherzogin Luise von Baden 1902
Büste auf der Insel Mainau im Bodensee wo sie in den Jahren 1918 und 1919 lebte
Grabmal Friedrichs und seiner Gemahlin von Hermann Volz in der fürstlichen Grabkapelle in Karlsruhe

Prinzessin Luise von Preußen, VA (* 3. Dezember 1838 in Berlin; † 23. April 1923 in Baden-Baden, vollständiger Name Prinzessin Luise Marie Elisabeth von Preußen) war ein Mitglied des Hauses Hohenzollern und durch Heirat Großherzogin von Baden.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Prinzessin Luise war die einzige Tochter von Prinz Wilhelm von Preußen, dem späteren Deutschen Kaiser Wilhelm I. (1797–1888), und seiner Frau Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach (1811–1890), zweite Tochter des Großherzogs Carl Friedrich und der russischen Großfürstin Maria Pawlowna Romanowa. Ihre Großeltern väterlicherseits waren der preußische König Friedrich Wilhelm III. und dessen Frau Prinzessin Luise von Mecklenburg-Strelitz.

Zusammen mit ihrem älteren Bruder Friedrich Wilhelm, dem späteren deutschen Kaiser Friedrich III. (1831–1888), wuchs Luise in Berlin auf, wo sie als neunjähriges Mädchen die in Preußen ausbrechende Revolution erlebte. Ihr Vater wurde 1849 zum Generalgouverneur des Rheinlandes und Westfalen ernannt. Im Frühjahr 1850 folgte ihm die Familie an den neuen Wohnsitz im ehemaligen kurfürstlichen Schloss zu Koblenz nach.

Wie in Adelskreisen meist üblich, erhielt auch Luise Privatunterricht. Die Mutter ließ ihre Tochter nicht nur in Geisteswissenschaften unterrichten, sondern auch in „fürstlichen Tugenden“. Dazu gehörten Besuche in Waisen- und Krankenhäusern sowie Wohltätigkeitsbankette. Seit 1850 kam die junge Prinzessin von Koblenz auch zum alljährlichen Sommeraufenthalt nach Baden-Baden. Nur wenige Wochen nach ihrer Konfirmation, die sie im Mai 1855 in der Charlottenburger Schlosskapelle feierte, wurde sie mit dem damaligen Prinzregenten Friedrich von Baden (1826–1907) bekannt gemacht. Noch im September desselben Jahres wurde die Verlobung in Koblenz öffentlich bekanntgegeben.

Heirat und Nachkommen[Bearbeiten]

Am 20. September 1856, nur wenige Tage nach seiner Proklamation zum Großherzog von Baden, heiratete Prinzessin Luise im Berliner Stadtschloss den badischen Großherzog Friedrich I. (1826–1907), dritter Sohn des Großherzogs Leopold I. von Baden und der Prinzessin Sophie Wilhelmine von Holstein-Gottorp. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

Spätere Jahre[Bearbeiten]

Luise von Preußen galt wie ihre Schwägerin, die britische Prinzessin und Deutsche Kaiserin Victoria, als eine Gegnerin Bismarcks.

Im Jahr 1859 gründete Großherzogin Luise in Karlsruhe den ersten Badischen Frauenverein, Vorläufer der Rotkreuz-Schwesternschaft.[1] 1871 wurde ihr der Württembergische Olga-Orden verliehen[2].

Am 20. September 1881 (am Tag der silbernen Hochzeit) fand die Vermählung der Tochter Viktoria mit dem Kronprinzen und späteren König Gustav V. von Schweden statt. Im Jahre 1885 vermählte sich Erbgroßherzog Friedrich mit der Prinzessin Hilda von Nassau.

Als das großherzogliche Paar 1888 vom Krankenlager des deutschen Kronprinzen aus San Remo zurückkehrte, erfuhr es in Basel vom unerwarteten Tod ihres zweitgeborenen Sohnes Ludwig Wilhelm, der am 23. Februar in Freiburg im 23. Lebensjahr an einer Lungenentzündung gestorben war. Unmittelbar darauf hatte Luise am 9. März den Tod des Vaters zu beklagen. Dann verlor sie am 15. Juni ihren einzigen Bruder, Kaiser Friedrich III. und zwei Jahre später betrauerte sie den Tod ihrer Mutter, Kaiserin Augusta. Zunehmend stellten sich auch physische Beschwerden bei Luise ein. Ihrem langwierigen Augenleiden brachte 1897 eine erfolgreiche Staroperation merkliche Linderung. Noch einmal durfte die Großherzogin zwei Familienfeste feiern: den 80. Geburtstag ihres Mannes (9. September 1906) und die Feier ihrer Goldenen Hochzeit nur wenige Tage danach. Ein Jahr später, am 28. September 1907, verstarb ihr Mann.

Zu ihren Ehren am 58. Geburtstag 1896 schenkten ihr die Mannheimer den neu entstehenden großen Park und nannten ihn seitdem Luisenpark. Heute ist er eine der schönsten Parkanlagen Europas.

Im Jahre 1917 verlieh ihr die Medizinische Fakultät der TH Karlsruhe die Ehrendoktorwürde. Im November 1918 bedeutete der militärische Zusammenbruch des Reiches auch das Ende der Monarchie in Deutschland. Nach der Flucht aus der Residenz lebte Luise nach kurzen Zwischenaufenthalten (Burg Zwingenberg am Neckar und Schloss Langenstein in Hegau) zunächst auf der Insel Mainau, bis sie im Spätsommer 1919 in das Schloss Baden-Baden übersiedeln konnte. Dort verstarb sie am 23. April 1923 im Alter von 84 Jahren. Ihr Grabmal von Hermann Volz befindet sich, zusammen mit dem ihres Gemahls und dem ihres Sohnes Ludwig-Wilhelm, in der Großherzoglichen Grabkapelle in Karlsruhe.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Luise Großherzogin von Baden: Ich weiß, daß mein Erlöser lebt! Glaubensworte für Tage der Prüfung, Velhagen & Klasing, Bielefeld & Leipzig, 1910

Literatur[Bearbeiten]

  •  Clemens Siebler: Baden-Württembergische Portraits, herausgegeben von Elisabeth Noelle-Neumann. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, Stuttgart 1999, ISBN 3-421-05271-9, S. 137-144.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luise von Preußen (1838–1923) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. Badische Zeitung, 18. November 2012, S. 30, Regio-Medien, ko: Großherzogin Luise von Baden - Die Mutter des Roten Kreuzes; Hinweis auf: Kurt Bickel: Luise von Baden - Die vergessene Mutter des Roten Kreuzes. DRK-Kreisverband Karlsruhe (Hrsg.). Karlsruhe 2011
  2. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1901, S. 160