Luiz Váez de Torres

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Karte der Route entlang Neuguineas und Nordostaustraliens

Luis Váez de Torres (* um 1565; † 1610) war ein Seefahrer und Entdecker in spanischen Diensten. Seine Herkunft ist bis dato unbekannt. (Er war entweder Portugiese oder stammte aus Galizien.)

In der Expedition unter Pedro Fernández de Quirós 1605 von Peru aus kommandierte Torres das zweite Schiff San Pedrico und entdeckte zusammen mit Quiros zahlreiche Inseln. Im Oktober des Jahres 1606 trennten sich die Wege zwischen Torres und Quiros. Torres segelte weiter bis an die Südküste von Neuguinea, die er als Erster erforschte. Ein weiteres Ziel war auch die Meeresstraße zwischen Neuguinea und der Nordspitze Australiens, die er als Erster passierte. Der Niederländer Willem Jansz, der etwa sechs Monate vor Torres mit der Duyfken in diesem Gebiet segelte, ging davon aus, dass die australische Kap-York-Halbinsel, wo er gelandet war, zu Neuguinea gehört.[1] Die Meeresstraße wurde deshalb zu Ehren des Erstdurchseglers Torres-Straße genannt und die Inseln Torres Strait Islands.

Seine gesammelten Berichte wurden lange Zeit von den spanischen Kolonialherren geheim gehalten, bis die Engländer nach der Eroberung Manilas 1762 diese erbeuteten. Der schottische Geograph Alexander Dalrymple erkannte die Bedeutung der Dokumente und veröffentlichte Torres’ Entdeckung in seinem Werk über die Südseeerkundungen.[2] Ein Grund für die anfängliche Nichtbeachtung von Torres’ letzten Entdeckungen mag wohl der Umstand gewesen sein, dass er im März des Jahres 1607 Manila erreichte, drei Jahre später starb und laut den Dokumenten Peru bzw. Spanien nie erreichte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gesa Gottschalk: Die rätselhafte Küste, in: GEO Epoche Nr. 36: Australien, Gruner + Jahr, Hamburg 2009, ISBN 978-3-570-19877-3
  2. Australian Dictonary of Biography: Alexander Dalrymple