Lukas Burckhardt

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Lukas «Cheese» Burckhardt (* 13. Oktober 1924 in Basel) ist ein Schweizer Politiker (LDP/LPS).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Burckhardt wuchs in Basel als Sohn des Seidenbandfabrikanten Daniel Rudolf Burckhardt und dessen Ehegattin Esther Louise Burckhardt-Iselin auf. Er absolvierte die Matur am Gymnasium am Münsterplatz und studierte danach Rechtswissenschaften an der Universität Basel. 1948 heiratete er Marischa Ruperti. 1949 promovierte er in Basel. 1952 absolvierte Burckhardt die Anwaltsprüfung. 1954/55 absolvierte er einen Studienaufenthalt in den USA. 1954 wurde er in Basel stellvertretender Staatsanwalt, 1958 ordentlicher Staatsanwalt. 1960 wurde er zum Präsidenten des Strafgerichts in Basel gewählt. 1962 war er zum Sonderbeauftragten des IKRK im Kongo ernannt worden.

Burckhardt gehört, traditionell für die Angehörigen der Familie Burckhardt, der Liberal-Demokratischen Partei an. Er war von 1966 bis 1980 als Regierungsrat in der Exekutive des Kantons Basel-Stadt tätig. Nach dem Rücktritt von jenem Amt war Burckhardt als Wirtschaftsberater und Bankratspräsident der Basler Kantonalbank tätig; zudem war er Präsident der LPS (heute Liberale Partei der Schweiz).

Burckhardt ist auch Hobby-Jazzmusiker und spielt Trompete und Kornett. 1943 trat er mit der College Swing Band in Basel auf; bei weiteren Engagements der Band als Tanzorchester in Basel spielte er auch Geige und Akkordeon. Auch war er im Café Javabei Jamsessions mit Remo Rau und Vibraphonist Body Buser zu hören; mit den Hardys nahm er eine erste Schallplatte auf.[1] 1944 gehörte er zum Ensemble Varsity Club, das u.a. einen vollen Monat im Dancing Odeon auftrat. Um 1946 lernte er mit seinen Freunden den Bebop kennen.[2]; er begeisterte sich auch für den Modern Jazz und trat 1948 mit dem Swiss All Star Bebop Team beim Jazzfestival in Nizza auf (Schallplatte im gleichen Jahr in der Band von Francis Burger).[1]. Mit den Darktown Strutters[3] spielte Burkhardt immer wieder Aufnahmen ein (zuerst 1950), auch mit Wild Bill Davison.[1] Zudem komponiert er Fasnachtsmärsche, etwa den „Jeannot Blues“ zur Eröffnung des Museum Tinguely.[4] Zwischen 1983 und 1995 moderierte er beim Lokalsender Radio Basilisk Jazzsendungen.

Diskographische Hinweise[Bearbeiten]

  • Darktown Strutters (1950-1963)

Lexikalischer Eintrag[Bearbeiten]

  • Bruno Spoerri (Hrsg.): Biografisches Lexikon des Schweizer Jazz CD-Beilage zu: Spoerri, Bruno (Hrsg.): Jazz in der Schweiz. Geschichte und Geschichten. Chronos-Verlag, Zürich 2005, ISBN 3-0340-0739-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Arild Widerøe Swiss Jazz Discography 1925-2008
  2. Sein Bruder brachte ihm aus New York eine Platte mit Charlie Parker und Dizzy Gillespie mit. Vgl. Bruno Spoerri Hey! Ba-Ba-Re-Bop kontra Tiger Rag – neue Töne nach dem zweiten Weltkrieg. In: Ders. Jazz in der Schweiz, hier S. 75.
  3. Bereits neben dem Jura-Studium entstanden 1948 aus dem Zusammenschluss von Burckhardt, Willy Bosshardt und der Barrelhouse Band die Darktown Strutters (mit Robert Suter, Peter Wyss und Balz Fischer), die lange Jahre die Basler Dixieland-Szene dominierte und immer wieder erfolgreich beim Zürcher Jazzfestival auftrat.
  4. Werkverzeichnis