Lukas Podolski

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Lukas Podolski

Lukas Podolski (2012)

Spielerinformationen
Voller Name Lukas Josef Podolski
Geburtstag 4. Juni 1985
Geburtsort GliwicePolen
Größe 182 cm
Position Angriff, offensives Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1991–1995
1995–2003
Jugend 07 Bergheim
1. FC Köln
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2003
2003–2006
2006–2009
2007
2009–2012
2012–
1. FC Köln Amateure
1. FC Köln
FC Bayern München
FC Bayern München II
1. FC Köln
FC Arsenal
2 0(0)
81 (46)
71 (15)
2 0(0)
88 (33)
54 (19)
Nationalmannschaft2
2001–2002
2002–2003
2003
2004
2004–
Deutschland U-17
Deutschland U-18
Deutschland U-19
Deutschland U-21
Deutschland
6 0(2)
7 0(4)
3 0(6)
5 0(0)
116 (47)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 31. August 2014
2 Stand: 26. Juni 2014

Lukas Josef Podolski (* 4. Juni 1985 als Łukasz Józef Podolski in Gliwice, Polen) ist ein deutscher Fußballspieler, der für den FC Arsenal in der Premier League spielt. Er nahm seit der EM 2004 mit der deutschen Nationalmannschaft an jedem großen Turnier teil und absolvierte mehr als 100 Länderspiele. Mit der Nationalmannschaft wurde er Weltmeister bei der WM 2014, Zweiter bei der EM 2008 und jeweils Dritter bei der WM 2006 und 2010. Als Vereinsspieler wurde er mit dem FC Bayern München 2008 Deutscher Meister und DFB-Pokalsieger sowie mit dem FC Arsenal 2014 FA-Pokalsieger.

Leben[Bearbeiten]

Lukas Podolski wurde als Sohn des ehemaligen Fußballspielers Waldemar Podolski und der ehemaligen Handballspielerin Krystyna Podolska in eine katholische Mittelschichtsfamilie im oberschlesischen Gliwice geboren.[1] 1987 siedelte er mit seinen Eltern und seiner fünf Jahre älteren Schwester als Aussiedler nach Deutschland um.[2] 1995 bis 2001 besuchte er die Erich-Kästner-Hauptschule in Bergheim, die er mit dem Hauptschulabschluss (Typ 10 A) abschloss. 2001 bis 2003 absolvierte Podolski am Nell-Breuning-Berufskolleg in Frechen zudem die Fachoberschulreife. Anschließend leistete er seinen Zivildienst am Olympiastützpunkt Rheinland.[3]

Am 18. April 2011 heiratete Podolski seine langjährige Freundin standesamtlich in Köln.[4] Mit ihr hat er einen gemeinsamen Sohn (* 2008).[5] Die kirchliche Trauung fand am 11. Juni in Kamionna, einem Dorf in der Nähe des polnischen Ortes Węgrów, statt.[6]

Karriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

1. FC Köln[Bearbeiten]

Lukas Podolski im Trikot des 1. FC Köln (2006)

Lukas Podolski begann 1991 mit dem aktiven Fußballspielen bei Jugend 07 Bergheim und wechselte 1995 zur D-Jugend des 1. FC Köln. In der C-Jugend wurde er von Willi Breuer trainiert. In der Saison 2003/04 spielte der Stürmer an den ersten acht Spieltagen mit 18 Jahren noch in der A-Jugend-Bundesliga und erzielte acht Tore. Daraufhin wurde er vom damaligen Bundesligatrainer des 1. FC Köln, Marcel Koller, zum ersten Mal eingeladen, mit den Profis zu trainieren. Am 11. November 2003 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag und gab elf Tage später sein Profidebüt. Bereits drei Spieltage später erzielte er beim 1:1 gegen Hansa Rostock sein erstes Bundesligator. In seiner Debütsaison erzielte Podolski in 19 Erstligaspielen 10 Tore, was in der 41-jährigen Geschichte der Bundesliga zuvor noch keinem 18-Jährigen gelungen war. Da er aber der einzige erfolgreiche Torjäger in der Mannschaft war, stieg der 1. FC Köln mit letztlich nur 23 Punkten als Tabellenletzter ab. In der 2. Bundesliga spielte er im Jahr darauf eine herausragende Saison und wurde mit 24 Toren in 30 Spielen Torschützenkönig. Köln wurde souverän Tabellenerster und schaffte den sofortigen Wiederaufstieg.

In der Bundesligasaison 2005/06 gelang Podolski erneut eine zweistellige Torausbeute, doch seine zwölf Saisontore konnten nicht verhindern, dass es den „Geißböcken“ erneut nicht gelang, die Spielklasse zu halten. Den erneuten Abstieg in die 2. Bundesliga nannte der Stürmer als Hauptgrund für seinen späteren Weggang aus Köln.

FC Bayern München[Bearbeiten]

Am 10. Juli 2006 wechselte Podolski für eine Ablösesumme von etwa zehn Millionen Euro zum FC Bayern München, bei dem er einen Vertrag bis 2010 bekam. Dort konnte er sich aber nicht dauerhaft durchsetzen und kam über den Status eines Ergänzungsspielers meist nicht hinaus. So erzielte er in der Saison 2006/07 in 22 Spielen nur vier Tore für die Bayern und wurde Anfang Juni 2007 in einer Umfrage der Zeitschrift Kicker unter 268 Bundesligaspielern zum „Absteiger der Saison 2006/07“ gewählt.[7][8] Die Spielzeit 2007/08 verlief bei 25 Einsätzen und fünf Toren ähnlich unbefriedigend für Podolski, jedoch wurde er mit den Bayern Deutscher Meister und Pokalsieger.

Vor der Saison 2008/09 wurde Podolskis früherer Förderer Jürgen Klinsmann neuer Trainer der Bayern. Dieser sprach sich damals gegen einen Abgang Podolskis aus, der aber weiterhin nur Ersatzspieler blieb. Nachdem er in der Hinrunde in elf Einsätzen nur zweimal über die volle Zeit gespielt hatte, wurde in der Winterpause seine Rückkehr zum 1. FC Köln nach der Saison ausgehandelt. In der Rückrunde kam Podolski zu sieben weiteren Einsätzen, bis Klinsmann nach dem 29. Spieltag entlassen wurde. In den letzten fünf Spielen unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes zeigte Podolski mit zwei Toren und fünf Vorlagen zumindest kurzzeitig seine beste Leistung seiner Zeit in München. Insgesamt hat er in seiner letzten Bayern-Saison sechs Tore in 24 Spielen erzielt.

Rückkehr nach Köln[Bearbeiten]

Zur Saison 2009/10 kehrte Podolski zum 1. FC Köln zurück. Die Ablösesumme soll zehn Millionen Euro betragen haben. Der Vertrag mit Köln lief bis zum Sommer 2013. Um einen Teil des Geldes zu refinanzieren, wurde am 24. Juli ein Begrüßungsspiel gegen den FC Bayern München veranstaltet, das mit einem 0:2 endete und von RTL live übertragen wurde.[9] Außerdem wurde die Ablösesumme teilweise und in spekulativer Absicht durch einen Investor finanziert.[10] Podolskis Torausbeute blieb in der ersten Spielzeit beim FC jedoch weit unter den Erwartungen: Nach seinem ersten Treffer am fünften Spieltag traf er erst wieder am 25. Spieltag gegen seinen Ex-Klub Bayern München.

Die Saison 2010/11 verlief trotz eines Außenbandrisses vor der Winterpause mit 13 Toren in 32 Spielen wieder erfolgreicher für Podolski; er war damit der neuntbeste Torschütze der Liga. Zur Rückrunde wurde er außerdem unter Trainer Frank Schaefer neuer Mannschaftskapitän des 1. FC Köln. Mit 44 Punkten und Platz 10 zeigte die Mannschaft eine Tendenz nach oben. Diese sollte unter dem neuen norwegischen Trainer Ståle Solbakken in der Bundesligasaison 2011/12 fortgesetzt werden. Dieser machte aber erst einmal den gleichaltrigen Pedro Geromel zum neuen Kapitän. Podolski selbst spielte eine sehr erfolgreiche Saison und knüpfte mit 18 Toren als viertbester Torschütze der Bundesliga an die herausragenden Leistungen früherer Jahre an. Im Spiel gegen Hannover 96 schoss Podolski am 11. März 2011 sein 50. Bundesligator. Trotzdem geriet die Mannschaft in der Rückrunde immer tiefer in den Abstiegskampf und fiel und am letzten Spieltag auf einen direkten Abstiegsplatz. Nach vier Jahren Bundesliga musste der FC wieder in die 2. Liga gehen und Podolski verließ zum zweiten Mal seinen Jugendverein.

FC Arsenal[Bearbeiten]

Lukas Podolski im Trikot des FC Arsenal (2012)

Zur Saison 2012/13 wechselte Podolski nach London in die englische Premier League zum FC Arsenal.[11] Sein erstes Pflichtspiel bestritt er am 18. August 2012, dem ersten Spieltag, beim torlosen Unentschieden gegen den AFC Sunderland, wobei er in der 64. Spielminute durch Olivier Giroud ersetzt wurde. In seinem dritten Premier-League-Spiel am 2. September 2012 erzielte Podolski sein erstes Tor beim 2:0-Sieg gegen den FC Liverpool. In der UEFA Champions League 2012/13 traf er am 18. September 2012 beim 2:1-Erfolg gegen HSC Montpellier zum ersten Mal.[12]

Gemessen am Anteil von verkauften Fußballertrikots gehörte er im Jahr 2012 zu den zehn beliebtesten Fußballspielern des Vereinigten Königreichs.[13]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Lukas Podolski (mit Pokal) nach dem Gewinn der WM 2014

Lukas Podolski spielte ab 2001 für deutsche Jugendauswahlmannschaften beginnend mit der U-17.

Zu den Gerüchten, der polnische Fußballverband PZPN habe ihn eingeladen, für die polnische Nationalmannschaft anzutreten, er habe dies aber aus finanziellen Gründen abgelehnt, erklärte er: „Niemand hat mir vorgeschlagen, für Polen zu spielen, als dies noch möglich war. Die Offiziellen haben den günstigen Moment verschlafen.“[14]

Ende Mai/Anfang Juni 2004 nahm er mit der U 21 an der in Deutschland stattfindenden Junioreneuropameisterschaft teil. Bereits nach der Vorrunde, in der Podolski zweimal eingesetzt wurde, schied der deutsche Nachwuchs aus. Ohne dass er einmal für die A-Nationalmannschaft gespielt hatte, wurde er gleichzeitig als fünfter Stürmer für das deutsche Aufgebot für die Fußball-Europameisterschaft 2004 nominiert. Nur vier Tage nach dem letzten Spiel der U-21-EM wurde Podolski zum Vorbereitungsspiel der A-Mannschaft gegen Ungarn in Kaiserslautern eingeladen. In der Schlussviertelstunde wurde er eingewechselt, wodurch für ihn endgültig die Entscheidung für das deutsche Nationaltrikot gefallen war. Das Spiel ging mit 0:2 verloren. Bei der EM in Portugal wurde er im entscheidenden dritten Vorrundenspiel in der Halbzeit eingewechselt, doch die Partie gegen Tschechien ging noch verloren und auch die A-Mannschaft schied frühzeitig aus.

Lukas Podolski bei der EM 2012

Nach dem Scheitern wurde der Umbau der Mannschaft für die bevorstehende Heim-WM vorangetrieben und Podolski wurde regelmäßig in der Nationalmannschaft eingesetzt. Bei einer Asienreise des Teams Ende 2004 gab er gegen Japan sein Startelfdebüt und erzielte gegen Thailand am 21. Dezember seine ersten beiden Tore für Deutschland. Am FIFA-Konföderationen-Pokal 2005 in Deutschland nahm er als Stammspieler teil und schoss während dieses Turniers drei Tore in vier Spielen. Nach dem Turnier erzielte er in einem Länderspiel gegen Südafrika drei Tore selbst und legte den vierten Treffer auf. Danach war er in allen WM-Vorbereitungsspielen Stammspieler. Bei der Weltmeisterschaft 2006 kam er in jedem Spiel seiner Mannschaft zum Einsatz und schoss drei Tore. Die technische Kommission der FIFA wählte ihn danach vor prominenten Spielern wie Lionel Messi (Argentinien) oder Cristiano Ronaldo (Portugal) zum besten jungen Spieler der WM. Mit 21 Jahren hatte er bereits 16 Länderspieltore erzielt, was zuvor keinem anderen Spieler in seinem Alter gelungen war.[15]

In der EM-Qualifikation von September 2006 bis November 2007 war er danach erneut sehr erfolgreich und erzielte in neun Partien acht Tore. Zum 13:0 gegen San Marino, dem höchsten deutschen Sieg aller Zeiten in einem Qualifikationsspiel, trug er vier Treffer bei. Eines der zehn Spiele verpasste er, weil er zuvor am 7. Oktober 2006 in einem Freundschaftsspiel gegen Georgien nach einer Tätlichkeit vom Platz gestellt und gesperrt worden war. Es war die erste rote Karte seiner Profikarriere. Bei der Europameisterschaft 2008 gehörte er dann wieder zur ersten Elf. Bei den ersten beiden Spielen Deutschlands in der Gruppenphase – dem 2:0 gegen Polen am 8. Juni in Klagenfurt am Wörthersee und dem 1:2 gegen Kroatien am 12. Juni am gleichen Ort – erzielte er alle drei Feldtore der deutschen Mannschaft. Im Viertelfinale gegen Portugal und im Halbfinale gegen die Türkei bereitete Podolski beide Treffer von Bastian Schweinsteiger vor. Von der Expertenkommission der UEFA wurde er einen Tag nach der Endspiel-Niederlage gegen Spanien in das All-Star-Team der EM 2008 gewählt.

2008/09 spielte er wieder in neun der zehn Qualifikationsspiele für das folgende Großturnier. Zusammen mit den Freundschaftsspielen in dieser Zeit schoss er im Schnitt in jedem zweiten Länderspiel ein Tor. Am 6. September 2008 erzielte Podolski gegen Liechtenstein seinen 30. Nationalmannschaftstreffer. Er war (mit einem damaligen Alter von 23 Jahren und 3 Monaten) der jüngste deutsche Nationalspieler, dem dies gelang. Weltweit waren nur sechs Spieler jünger: Pelé, Sven Rydell, Ronaldo, Sándor Kocsis, Stern John und Ferenc Puskás. Beim WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Wales am 1. April 2009 in Cardiff sorgte Podolski für Aufregung, als er sich mit Michael Ballack in der 67. Minute der Partie zunächst eine verbale Auseinandersetzung lieferte und ihm dann ins Gesicht schlug. Zuvor hatte Ballack dem Stürmer lautstark taktische Anweisungen gegeben. Diese Tätlichkeit blieb seitens des DFB und der FIFA ohne Sanktionen, Podolski spendete jedoch freiwillig 5000 Euro an eine Fair-play-Aktion des DFB.[16]

Am 6. Mai 2010 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader für die Weltmeisterschaft 2010 berufen. Dort erzielte er das erste Tor im ersten Gruppenspiel, verschoss aber im zweiten Gruppenspiel gegen Serbien als dritter deutscher Nationspieler nach Uli Hoeneß 1974 und Uli Stielike 1982 einen Elfmeter bei einer Weltmeisterschaft.[17] Im Achtelfinale dagegen schoss er das 2:0 gegen England (Endstand: 4:1). Nach der Halbfinalniederlage gegen den späteren Weltmeister Spanien setzte er im Spiel um Platz 3 aus: Es war das erste WM-Spiel, das er seit seiner ersten Nominierung verpasste.

In der Qualifikation für die Europameisterschaft 2012 trat er erneut neunmal für Deutschland an, hatte mit nur drei Treffern aber seine bis dahin schlechteste Torquote. Aber auch so wurden alle neun Spiele gewonnen. Podolski wurde danach für den Nationalmannschaftskader bei der EM 2012 nominiert und stand vom ersten Spiel an wieder in der ersten Elf. Bei der Vorrundenbegegnung gegen Dänemark (2:1) am 17. Juni absolvierte er im Alter von 27 Jahren und 13 Tagen sein 100. Länderspiel. Er löste damit Franz Beckenbauer als jüngsten deutschen „Hunderter“ ab und war europaweit bis zum 22. März 2013 der jüngste Spieler, der diese Zahl an Länderspieleinsätzen erreicht hat.[18] (Am 22. März 2013 wurde er von Sergio Ramos als jüngster europäischer „Hunderter“ abgelöst.[19]) In dem Spiel erzielte er auch sein 44. Länderspieltor zur 1:0-Führung. Darüber hinaus wurde er anschließend von der UEFA zum „Man of the Match“ (bester Spieler der Partie) gewählt. Im Viertelfinale wählte Trainer Joachim Löw dann eine neue Angriffsformation mit Marco Reus auf der linken Angriffsseite und Podolski musste aussetzen. Im Halbfinale kehrte er in die Startaufstellung zurück, wurde aber nach einem 0:2-Rückstand in der Halbzeit gegen Reus ausgewechselt, das Turnieraus konnte jedoch nicht mehr abgewendet werden.

Beim 4:2-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Ecuador am 29. Mai 2013 in Boca Raton stellte Podolski mit seinem ersten von zwei Toren nach nur neun Sekunden Spielzeit einen neuen Rekord auf für den am schnellsten erzielten Treffer bei einem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft seit Beginn der Zeitmessung im Fußball.[20] Mit nunmehr 47 Toren schloss er zudem zu Jürgen Klinsmann und Rudi Völler auf und belegt gemeinsam mit ihnen den dritten Platz der „ewigen Torjägerliste“ der deutschen Nationalmannschaft.

Am 8. Mai 2014 wurde er von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen Kader der Weltmeisterschaft 2014 berufen.[21] Er kam bei 2 Spielen mit insgesamt 53 Spielminuten zum Einsatz.[22] Am 13. Juli wurde er mit der Nationalmannschaft in Brasilien Weltmeister.

Nach dem Rücktritt von Miroslav Klose ist er der aktive deutsche Nationalspieler mit den meisten Länderspielen und Länderspieltoren. Nur Klose (137) und Lothar Matthäus (150) haben mehr Länderspiele bestritten und nur Klose (71) und Gerd Müller (68) mehr Länderspieltore für Deutschland erzielt.

Spielweise[Bearbeiten]

Podolski hat einen wuchtigen Torschuss und zeigt einen direkten und schnörkellosen Stil,[23] mit dem er häufig zielgerichtete Vorlagen gibt und punktgenaue Tore aus großer Distanz erzielt. Er gilt dadurch auch als guter Freistoßschütze. Früher im Sturmduo mit Miroslav Klose, wird er in der Nationalmannschaft mittlerweile meist auf der linken Seite als hängende Spitze eingesetzt, kann aber ebenfalls auf seiner früheren Nationalposition im Sturmzentrum spielen, die er auch üblicherweise im Verein beim 1. FC Köln bekleidete. Vor allem beim FC Arsenal kommt er außerdem ebenfalls als Spielmacher hinter der Spitze zum Einsatz und variiert häufig zwischen diesen Offensivpositionen. In der Nationalmannschaft hilft Podolski auch vermehrt in der Defensive aus.[23]

Erfolge[Bearbeiten]

Vereine

Persönliche Auszeichnungen

Rekorde[Bearbeiten]

  • Rekordhalter: Torschütze des Monats (10x)
  • Schnellstes deutsches Länderspieltor
    • Deutschland - Ecuador (2013)

Soziales Engagement[Bearbeiten]

Lukas Podolski beim Benefizspiel „Lukas & Friends vs. Per & Friends“ (2013)

Neben der von ihm gegründeten Lukas-Podolski-Stiftung, deren besonderer Schwerpunkt die Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher ist, unterstützt Podolski außerdem die Sepp-Herberger-Stiftung und die Kampagnen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.

Am 20. Mai 2013 fand in Köln das Benefizspiel „Lukas & Friends vs. Per & Friends“ statt. Die Einnahmen von 100.000 Euro gingen in gleichen Teilen an die Lukas-Podolski- und die Per-Mertesacker-Stiftung, die sich ebenfalls für benachteiligte Kinder einsetzt.

2014 stellte sich Lukas Podolski der ersten DFB-Gesundheitsaktion „Bleib am Ball“ ehrenamtlich als Leitfigur zur Verfügung, bei der die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft Förderpartner sind. Ziel ist die Bekämpfung der Volkskrankheit Krebs.[24]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Podolski ist in den Medien und in der Öffentlichkeit unter dem Spitznamen Poldi, in Anspielung auf die Kölner Karnevalstradition auch Prinz Poldi, bekannt.
  • Vom 26. August bis zum 17. September 2006 engagierte sich Lukas Podolski als Botschafter für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit Behinderung in Deutschland.
  • Sein Spruch „So ist Fußball. Manchmal gewinnt der Bessere.“ wurde bei der Verleihung des Deutschen Fußball-Kulturpreises 2006 als „Fußballspruch des Jahres“ ausgezeichnet.
  • Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entstand der Kurzfilm Poldis Engel, ein offizieller Kulturbeitrag der Stadt Köln für die Public Viewings. Die drei weiblichen Hauptfiguren sind Podolski-Fans, mit dessen Spitznamen der Filmtitel spielt.
  • Wegen einer Satire des Radiosenders 1 Live gab Podolski während der ersten zwei Wochen der WM 2006 keine Interviews für die Radiosender der ARD. Der Sender hatte in der Satire „Das WM-Tagebuch von Lukas Podolski“ den Nationalspieler parodiert. Die Serie des Satirikers Jan Böhmermann wurde trotz einer Unterlassungsklage entschärft als „Lukas’ Tagebuch“ fortgesetzt. Podolskis Rechtsvertreter zogen die Klage letztlich bei der mündlichen Verhandlung vor dem LG München zurück.[25] Von Böhmermann stammt der Ausspruch „Fußball ist wie Schach – nur ohne Würfel!“, den mehrere Medien fälschlicherweise Podolski zugeschrieben haben.[26]
  • Podolski macht auch Werbung, u. a. für SolarWorld[27] und für München als Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2018.[28] Für den Getränkehersteller Pepsi wirkte Podolski neben anderen Fußball-Weltstars wie Lionel Messi, Frank Lampard, Didier Drogba oder Fernando Torres im Werbespot zur Europameisterschaft 2012 mit.[29]
  • Podolski schmückte bisher dreimal als Werbefigur das Cover der Spieleserie FIFA.
  • Am 1. Juni 2012 veröffentlichte Podolski mit der Kölner Rockband Brings eine EM-Version des Liedes Halleluja.
  • Um die Fußballjugend der Stadt Bergheim zu fördern, spendete Podolski 160.000 Euro für die neue Kunstrasenanlage des Stadions Süd-West. Zudem stiftete er einen neuen Rollrasen für den Naturrasenplatz. Die Stadt benannte daher das Bergheimer Stadion in Lukas-Podolski-Sportpark um.[30]
  • Im Januar 2013 verhalf Podolski dem polnischen Erstligisten Górnik Zabrze zu einem Ausrüstervertrag mit Adidas, da er ein großer Fan der Mannschaft ist und für das Unternehmen gearbeitet hat.[31]
  • Am 29. August 2013 gab Podolski bekannt, dass Nassim Touihiri von Fair Play Career Management ihn betreut. Zuvor war er 12 Jahre bei Kon Schramm (Player Management Come&Play)[32]
  • Der Satiriker Klaus Hansen veröffentlicht die Poldi-Dialoge. Geschickt auf Poldi zugeschnittene Zwiegespräche zu und um diverse Fußball-Fragen und Antworten.[33]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Lukas Podolski: Dranbleiben! Warum Talent nur der Anfang ist. Gabriel Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-522-30381-1.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Hansen: „Poldi-Dialoge“ - Fiktive Zwiegespräche mit Poldi. Palabros de Cologne, Köln 2012, ISBN 978-3-9813632-4-1.
  • Frank Huber und Frederik Meyer: Der Fußballstar als Marke. Determinanten der Markenbildung am Beispiel von Lukas Podolski. Gabler, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8349-0888-9.
  • Michael Schophaus, Jörg Schmidt-Terhorst und Ralph Durry: „Ich mach das Ding rein und fertig!“ Warum der deutsche Fußball Lukas Podolski braucht. Heyne, München 2006, ISBN 978-3-453-40477-9.
  • Thomas Urban: Schwarze Adler, Weiße Adler. Deutsche und polnische Fußballer im Räderwerk der Politik. Göttingen 2011, S. 158-172, ISBN 978-3-89533-775-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lukas Podolski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars Gartenschläger: Vorne hilft Lukas Podolski …. In: Berliner Morgenpost. 10. Juni 2008,
  2. Achim Schmidt: „Liebe zu Polen, Bergheim und dem FC“. In: Kölnische Rundschau. abgerufen am 10. Januar 2012.
  3. Lukas Podolski. In: Internationales Sportarchiv. 24/2011 vom 14. Juni 2011; ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 05/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  4. Ja-Wort. Poldi heiratet heimlich seine Monika. In: B.Z. 18. April 2011
  5. Vaterfreuden. Nachwuchs für Lukas Podolski. In: Focus Online. 15. April 2008. Maciej Wesołowski: Najprzystojniejsi, najbardziej sexy, najbogatsi piłkarze Euro 2008. In: Gala.pl. 24/2008, (polnisch).
  6. [1]Podolski przysięgał przed Bogiem. (poln.)
  7. Podolski ist der Absteiger der Saison. In: 11 Freunde, 4. Juni 2007 (Version vom 13. Juni 2008 im Internet Archive)
  8. Podolski Absteiger der Saison. In: WELT online. 5. Juni 2007
  9. Podolski-Party trotz 0:2 – «Nicht überbewerten». In: weltfussball.de. 24. Juli 2009.
  10. Gönner oder Investor? Wernze legt seine Zahlen offen. In: Kölner Express. 12. Januar 2012
  11. Lukas Podolski wechselt. In: fc-koeln.de. 30. April 2012
  12. Montpellier 1–2 Arsenal – Match Report. 18. September 2012. 
  13. Sport Bild: Top 10: Die zehn meistverkauften Trikots der Premier League, 14. März 2013
  14. [2] Thomas Urban: Schwarze Adler, Weiße Adler. Deutsche und polnische Fußballer im Räderwerk der Politik. Göttingen 2011, S. 166.
  15. Torjäger Podolski: Bester seines Alters. In: Fussball24.de. 3. September 2006.
  16. Podolskis Ohrfeige bleibt ohne Folgen. In: stern.de. 3. April 2009.
  17. Peter Ahrens: WM-Flop gegen Serbien. Podolski und Klose vermiesen Deutschland das Fußball-Fest. In: Spiegel online. 18. Juni 2010
  18. Stefan Hermanns, Michael Rosentritt: „Ein Traum - und ein gewisser Stolz“. In: Tagesspiegel online. 17. Juni 2012 (abgerufen am 17. Juni 2012).
  19. uefa.com: Ramos bestreitet 100. Länderspiel
  20. Podolski: "Ein Riesenkompliment an die Neuen". DFB. 30. Mai 2013. Abgerufen am 31. Mai 2013.
  21. Erweiterter WM-Kader Deutschland in der Übersicht wm-2014.net, abgerufen am 8. Mai 2014
  22. http://www.ran.de/fussball/weltmeisterschaft/news/dfb-wm-statistik-drei-spieler-690-minuten-dabei-130615
  23. a b Schnell, schnell, schnell
  24. Bleib am Ball – Bewegung senkt Dein Krebsrisiko, krebshilfe.de vom 31. Januar 2014. Abgerufen am 18. Mai 2014.
  25. DWDL.de: Lukas Podolski zieht Klage gegen WDR zurück (abgerufen am 26. März 2014)
  26. [3] Süddeutsche Zeitung Magazin, 21. März 2014, S. 49.
  27. http://podolski.solarworld.de/
  28. youtube.de: München bewirbt sich um die Winterspiele 2018
  29. Lukas Podolski zeigt, was Facebook-Marketing wert sein kann. In: t3n.de. 14. März 2012, abgerufen am 15. März 2012.
  30. Dietmar Fratz: „Lukas ist ein Glücksfall“. Kölnische Rundschau. 8. November 2010. Abgerufen am 3. Januar 2011.
  31. Joanna Haśnik: Łukasz Podolski wsparł Górnika w rozmowach z Adidasem. Górnik Zabrze. 11. Januar 2013. Abgerufen am 11. Januar 2013.
  32. http://www.ksta.de/internat--fussball/-beraterwechsel-podolski-laesst-schramm-fallen,15189372,24151806.html Beraterwechsel: Podolski lässt Kon Schramm fallen
  33. Simon Lorenz: „Im dadaistischen Dialog mit Podolski“. Kölner StadtAnzeiger. 19. Dezember 2012. Abgerufen am 1. Januar 2013.
Vorgänger Amt Nachfolger
Landon Donovan (USA)
(nachträgliche Internetwahl)
Bester Junger Spieler
WM 2006
Thomas Müller
(Deutschland)
Ruud van Nistelrooy (Niederlande)
Wayne Rooney (England)
Silberner Schuh
EM 2008
Mario Gómez
(Deutschland)