Lumineszenz

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Lumineszenz ist die optische Strahlung eines physikalischen Systems, die beim Übergang von einem angeregten Zustand zum Grundzustand entsteht (strahlende Desaktivierung). Je nach Art der Anregung unterscheidet man verschiedene Arten der Lumineszenz:

Arten der Lumineszenz Die Anregung des Systems erfolgt durch ... Beispiele und Bemerkungen
Elektrolumineszenz elektrischen Strom Leuchtdioden, EL-Folien oder OLEDs. Das Licht von Gasentladungen hat einen ähnlichen Mechanismus, wird aber meist nicht so bezeichnet.
Kathodolumineszenz Beschuss mit Elektronen Braunsche Röhre
Photolumineszenz Photonen Dabei unterscheidet man je nach Zeitdauer zwischen Anregung und Emission des Lichtes zwischen Phosphoreszenz und Fluoreszenz.
Chemolumineszenz eine chemische Reaktion Luminol zum Nachweis von Blut.
Biolumineszenz eine chemische Reaktion in lebenden Organismen Oxidation von Luciferin im Leuchtkäfer.
Tribolumineszenz Reibung oder Auseinanderreißen Bei Zuckerkristallen oder beim Öffnen von selbstklebenden Briefumschlägen.
Thermolumineszenz Wärmezufuhr
Sonolumineszenz Schallwellen (in Flüssigkeiten)
Crystallolumineszenz bzw. Kristallolumineszenz Kristallisierungsvorgang einzelner Materialien Arsentrioxid
Radiolumineszenz Bestrahlung mit Alpha- oder Beta-Strahlung bzw. durch Röntgenstrahlung ähnlich Thermolumineszenz
Superlumineszenz optisches Pumpen Spontan emittiertes Licht wird durch stimulierte Emission in einem optisch aktiven Medium verstärkt
Ionolumineszenz hochenergetische Partikelstrahlung z. B. Alpha-Pakete (Heliumkerne)
Piezolumineszenz Pressen von Quarzen verwandt mit Piezoelektrizität
Fractolumineszenz Zerbrechen diverser Kristalle
Lyolumineszenz Leuchterscheinung beim Auflösen mancher Stoffe

Zusätzlich zur Lumineszenz tritt immer auch Wärmestrahlung auf, die jeder Körper der Temperatur T > 0\ \mathrm{K} emittiert.

Die verschiedenen Arten der Lumineszenz können auch nach der Dauer des Leuchtens nach Ende der Erregung eingeteilt werden. Ein sehr kurzes Nachleuchten (meist < eine millionstel Sekunde) als unmittelbare Folge und Begleiterscheinung der Anregung bezeichnet man mit dem Begriff der Fluoreszenz, wohingegen Phosphoreszenz ein längeres Nachleuchten von mindestens 1/1000 Sekunde nach der Anregung beschreibt.

Die Erklärung für beide Vorgänge liefert das Bändermodell: Durch die Anregung des Stoffes gelangen die Elektronen vom Valenzband in das Leitungsband. Im Falle der Fluoreszenz rekombinieren diese Leitungselektronen unter Emission von elektromagnetischer Strahlung direkt wieder mit einer Elektronenleerstelle im Valenzband. Die Lichtintensität ist dabei direkt von der aktuellen Anregungsenergie abhängig.

Bei der Phosphoreszenz hingegen werden, durch in das Material eingebrachte Störstellen, metastabile Zwischenniveaus in der verbotenen Zone erzeugt, die so genannten Haft- bzw. Aktivatorterme. Im Grundzustand sind die Aktivatorterme mit Elektronen besetzt, die Haftstellen bleiben leer. Nachdem die Elektronen durch die Anregung vom Valenzband in das Leitungsband gehoben wurden, werden die entstandenen Defektelektronen mit Elektronen aus den Aktivatortermen aufgefüllt. Die freien Elektronen sind bestrebt, mit den Defektelektronen aus dem Aktivatorterm zu rekombinieren. Dabei werden sie von den Haftstellen eingefangen. Es ist auch möglich, dass die Elektronen vom Valenzband direkt in die Haftstelle gehoben werden (direkte Anregung). Durch erneute Energieeinwirkung können diese Elektronen wieder in das Leitungsband gehoben werden und von dort aus unter Emission von Licht der Energie \Delta E mit Defektelektronen aus dem Aktivatorterm rekombinieren.

Die Untersuchung der Lumineszenz beispielsweise bei Kristallen wird mittels des Phosphoroskops nach Becquerel durchgeführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • [H.Kittel]: Farben-Lack und Kunststofflexikon. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart 1952; ASIN: B0000BK6WE

Weblinks[Bearbeiten]