Lupfig

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Lupfig
Wappen von Lupfig
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4104i1f3f4
Postleitzahl: 5242
Koordinaten: 657430 / 25482047.4416658.200003399Koordinaten: 47° 26′ 30″ N, 8° 12′ 0″ O; CH1903: 657430 / 254820
Höhe: 399 m ü. M.
Fläche: 5.15 km²
Einwohner: 2187 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 425 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 18,5 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.lupfig.ch
Lupfig

Lupfig

Karte
Deutschland Kanton Solothurn Bezirk Aarau Bezirk Baden Bezirk Bremgarten Bezirk Laufenburg Bezirk Lenzburg Bezirk Zurzach Auenstein AG Birr AG Birrhard Bözberg AG Bözen Brugg Effingen Elfingen Habsburg AG Hausen AG Lupfig Mandach Mönthal Mülligen AG Remigen Riniken Rüfenach Scherz AG Schinznach-Bad Schinznach Thalheim AG Veltheim AG Villigen Villnachern Windisch AGKarte von Lupfig
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Lupfig (schweizerdeutsch: ˈlʊpfig)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt vier Kilometer südlich des Bezirkshauptorts.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am westlichen Rand des Birrfelds, einer ausgedehnten Ebene zwischen der Aare im Westen und der Reuss im Osten. Die Ebene ist weitgehend flach und wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die östlichen zwei Drittel des lang gestreckten Gemeindegebiets sind völlig flach. Dort befindet sich auch ein Regionalflugplatz mit einer rund 725 Meter langen Flugpiste. Im Norden riegelt der 434 Meter hohe Guggerhübel das Birrfeld vom Hausener Tal ab. Ganz im Nordosten hat Lupfig einen kleinen Anteil am 500 Meter hohen Eiteberg. Das westliche Drittel liegt am stellenweise steilen Nordhang des Chestenbergs, einem bis zu 647 Meter hohen Ausläufer des Faltenjuras östlich der Aare, der das Birrfeld vom Bünztal trennt. Lupfig ist mit Birr vollständig zusammengewachsen, die Grenzen zwischen diesen einst getrennten Dörfern sind nicht mehr auszumachen.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 515 Hektaren, davon sind 122 Hektaren bewaldet und 138 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt liegt auf 647 Metern auf dem Grat des Chestenbergs, der tiefste auf 386 Metern in der Ebene.

Nachbargemeinden sind Hausen im Norden, Mülligen im Osten, Birrhard im Südosten, Birr im Süden, Holderbank im Südwesten und Scherz im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Lupfanch erfolgte im Jahr 1273, als Graf Rudolf I. von Habsburg das Dorf zur Bezahlung von Schulden dem Kloster Wettingen überliess. Der Ortsname stammt vom mittelhochdeutschen (ze dem) lupfenden wange und bedeutet «beim ansteigenden Abhang».[3] Lupfig gehörte im Mittelalter zum Eigenamt, dem ältesten Besitz der Habsburger, deren Stammsitz nur wenige Kilometer entfernt ist. 1397 übertrugen sie die Grund- und Gerichtsherrschaft an das Kloster Königsfelden in Windisch.

Nach der Eroberung des Aargaus durch die Eidgenossen im Jahr 1415 übernahm die Stadt Bern die Herrschaft, das Eigenamt war nun Teil der Untertanengebiete im Berner Aargau. 1528 führten die Berner die Reformation ein und lösten das Kloster Königsfelden auf. Sie wandelten das Eigenamt in die Landvogtei Königsfelden um und übten danach sämtliche Rechte aus. Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Lupfig gehört seither zum Kanton Aargau.

Der Anschluss ans Eisenbahnnetz erfolgte am 1. Juni 1882 durch die Eröffnung der Linie BruggHendschiken der Aargauischen Südbahn. Bis 1950 war Lupfig ein stark von der Landwirtschaft geprägtes Dorf mit stagnierender Bevölkerungszahl. An der Landesausstellung 1964 in Lausanne wurden ambitiöse Pläne für eine Gartenstadt «Birrfeld» mit 15'000 Einwohnern vorgestellt. Doch dieses Projekt entsprach dem Fortschrittsglauben der 1960er Jahre und wurde nie verwirklicht.

Bis etwa 1980 konzentrierte sich das Wachstum auf die Nachbargemeinde Birr. Doch seither haben sich auch in Lupfig grosse Unternehmen niedergelassen und die Bevölkerungszahl hat sich innerhalb von 25 Jahren mehr als verdoppelt. Vor allem die 1996 eröffnete Bözbergautobahn hat dieses Wachstum begünstigt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau drei gelbe Ähren.» Auf dem Gemeindesiegel von 1811 wurde erstmals ein Wappen mit Korngarben und Ähren verwendet, welche die fruchtbaren Böden des Birrfelds symbolisieren. 1964 liess man die Garben weg, da sie unproportional wirkten.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[6]

Jahr 1803 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 522 736 582 605 637 693 893 954 1349 1819 2177

Am 31. Dezember 2013 lebten 2187 Menschen in Lupfig, der Ausländeranteil betrug 18,5 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 49,1 % reformiert, 32,2 % römisch-katholisch, 2,1 % christlich-orthodox und 3,1 % muslimisch; 0,9 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[7] 89,4 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 3,5 % Italienisch, 1,3 % Serbokroatisch, je 0,8 % Albanisch, Englisch und Spanisch, 0,7 % Französisch.[8]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Lupfig gehört zum Friedensrichterkreis Windisch.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Lupfig gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 2200 Arbeitsplätze, davon 2 % in der Landwirtschaft, 34 % in der Industrie und 64 % im Dienstleistungsbereich.[9] Wie der Nachbarort Birr ist auch Lupfig stark industrialisiert. Die bekanntesten Unternehmen sind der Autoimporteur AMAG, die Grossbäckerei Hiestand und der Flugplatz Birrfeld mit der Fliegerschule.

Verkehr[Bearbeiten]

Flugplatz Birrfeld

Die Hauptstrasse von Lenzburg nach Brugg verläuft östlich des Dorfes durch die Industriezone. Nördlich des Dorfes verläuft die Autobahn A3, der Autobahnanschluss liegt etwa zwei Kilometer nordöstlich des Dorfes. In der Industriezone befindet sich eine Bahnstation, Regionalzüge verkehren nach Aarau und Baden. Zusätzlich verkehrt eine Postautolinie zwischen dem Bahnhof Brugg und Birr. Ganz im Osten liegt der Flugplatz Birrfeld (ICAO-Kennung LSZF), einer der wichtigsten Flugplätze der allgemeinen Luftfahrt in der Schweiz und Heimatflugplatz verschiedener Luftsportgruppen.[10]

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulzentrum mit Primarschule, Realschule und Sekundarschule. Die Bezirksschule kann in Windisch besucht werden. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau, Wettingen und Baden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 73–74.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1070 und 1090, Swisstopo
  5.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 205.
  6. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  7. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  8. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  9. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 24. August 2012.
  10. Flugplatz Birrfeld