Lustenau

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Dieser Artikel behandelt die in Vorarlberg gelegene Marktgemeinde Lustenau. Für den gleichnamigen Stadtteil der oberösterreichischen Landeshauptstadt Linz siehe Lustenau (Linz).
Lustenau
Wappen von Lustenau
Lustenau (Österreich)
Lustenau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Dornbirn
Kfz-Kennzeichen: DO
Fläche: 22,25 km²
Koordinaten: 47° 26′ N, 9° 40′ O47.42719.6711388888889404Koordinaten: 47° 25′ 38″ N, 9° 40′ 16″ O
Höhe: 404 m ü. A.
Einwohner: 21.655 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 6890, 6893
Vorwahl: 05577
Gemeindekennziffer: 8 03 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 1
6890 Lustenau
Website: www.lustenau.at
Politik
Bürgermeister: Kurt Fischer (ÖVP)
Gemeindevertretung: (2010)
(36 Mitglieder)
19 ÖVP,
11 FPÖ und Parteifreie,
4 Grüne,
2 SPÖ und Unabhängige
Lage der Marktgemeinde Lustenau im Bezirk Dornbirn
Dornbirn Hohenems Lustenau VorarlbergLage der Gemeinde Lustenau im Bezirk Dornbirn (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Kirchplatz mit Reichshofsaal
Kirchplatz mit Reichshofsaal
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Lustenau ist mit 21.655 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) die einwohnerreichste Marktgemeinde Österreichs und liegt im Westen des Bundeslandes Vorarlberg. Die im 19. Jahrhundert agrarisch geprägte Gemeinde wurde im 20. Jahrhundert zu einem Zentrum der Vorarlberger Stickereiindustrie und ist heute eine wichtige Grenzgemeinde zur Schweiz und Industriestandort.

Bis 1806 war Lustenau ein freier Reichshof des Heiligen Römischen Reichs und wurde nach dessen Auflösung für kurze Zeit ein unabhängiger Staat. Erst 1830 kam Lustenau endgültig zu Österreich.

Geografie[Bearbeiten]

Im Westen wird Lustenau vom Alpenrhein begrenzt.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Lustenau liegt am östlichen Ufer des Alpenrheins, im unteren Vorarlberger Rheintal, 4 km südlich des Bodenseeufers. Das Ortszentrum befindet sich auf 404 m ü. A.. Das Gemeindegebiet liegt vollständig in der Ebene östlich des Bregenzerwaldgebirges, es gibt keine gravierenden natürlichen Erhöhungen.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Von Norden nach Süden erstreckt sich das Gemeindegebiet über circa 8,5 km, von Westen nach Osten über ungefähr 4 km. Im Westen wird Lustenau vom Rhein begrenzt, im Nordosten von der Dornbirner Ach und im Osten vom Vorarlberger Rheintalbinnenkanal und vom Dornbirner Landgraben.

Die Natura-2000-Gebiete Schweizer Ried und Gsieg – Obere Mähder liegen vollständig innerhalb der Grenzen Lustenaus.

Gliederung der Gemeinde[Bearbeiten]

Ursprünglich bestand der Reichshof Lustenau aus den sieben Ortschaften Stalden, Holz, Wiesenrain, Grindel, Weiler, Rheindorf und Hag, die jedoch im 20. Jahrhundert durch die zunehmende Zersiedelung zusammenwuchsen und mittlerweile nicht mehr klar abgrenzbar sind. Heute wird Lustenau, analog zu den Pfarrgemeinden, meist in Rheindorf, Kirchdorf und Hasenfeld eingeteilt. Dabei handelt es sich aber weder um Katastralgemeinden noch um Gemeindebezirke im rechtlichen Sinne.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Höchst Fußach Lauterach
St. Margrethen (CH)

Au (CH)
Nachbargemeinden Dornbirn
Widnau (CH) Diepoldsau (CH) – Hohenems

Geologie[Bearbeiten]

Das Alpenrheintal ist eine für die Alpen untypische, mit jungem Lockergestein gefüllte Felswanne, die im Bereich des Lustenauer Gemeindegebiets 600 Meter tief ist.

Vor 4000 Jahren reichte der Bodensee noch bis nach Lustenau. Durch Ablagerungen aus dem Rhein und seinen Zuflüssen verlandete das Gebiet zuerst hauptsächlich im Bereich der Flussrinne, während seitlich davon flache, ausgedehnte Seen entstanden. In ihnen bildete sich aus feinkörnigen Schwebstoffen des Rheins ein Untergrund aus wasserstauendem Ton. Durch eine intensiv wachsende Sumpfvegetation entwickelten sich diese Restseen schließlich zu Torfmooren. Einige der Seen sind auf Landkarten des 19. Jahrhunderts noch als solche erkennbar, auch Flurnamen wie „Seelache“ oder „Vorsee“ erinnern an diese inzwischen verschwundene Landschaft.[1]

Der Verlandungskörper in Lustenau besteht entlang des Rheins aus lehmigem Feinsand, in der Gemeindemitte aus Lehm und an den östlichen Gemeindegrenzen aus Torf.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorrömische und römische Zeit[Bearbeiten]

Eine dauerhafte Besiedelung der Gegend Lustenaus während der Steinzeit wird als unwahrscheinlich angesehen. Ein Anfang des 20. Jahrhunderts im Rheinbett gefundenes neolithisches Steinbeil aus Diorit aus der Zeit um 2000 v. Chr. dürfte eher auf die Funktion Lustenaus als Übergangsstelle über den Rhein hinweisen.[2]

Im Jahr 1813 wurden in Lustenau beim Torfgraben römische Münzen entdeckt. Dies war die erste dokumentierte Entdeckung eines römischen Münzhortes auf dem Gebiet des heutigen Vorarlbergs. Sämtliche gefundenen Münzen gelten heute als verschollen. Die Dokumentation dieses Fundes wurde wissenschaftlich nur unzureichend vorgenommen, sodass es heute beinahe unmöglich ist, die Münzen korrekt zu datieren. Höchstwahrscheinlich stammen sie aber aus der Regierungszeit des Kaisers Constantius II.. Lange Zeit wurde dieser Münzfund als Beweis angesehen, dass sich eine Schlacht des Jahres 355, zwischen den Truppen Kaiser Constantius II. und den alemannischen Lentiensern, auf dem Gebiet Lustenaus abgespielt hätte. Allerdings ist diese These heute wissenschaftlich nicht mehr haltbar. Auch später wurden noch zahlreiche römische Münzen gefunden; auch diese Funde wurden kaum bis gar nicht dokumentiert.[2][3]

Mittelalter[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung Lustenaus

Ein vom karolingischen Kaiser Karl III. (dem Dicken) in „Lustenoua“ am 24. Juli 887 unterzeichnetes Schriftstück stellt die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Namens „Lustenau“ dar. Im Jahre 888[4] (nach anderen Quellen 890[5][6]) schenkte Karls Nachfolger, König Arnulf von Kärnten, den Reichshof Lustenau dem Grafen des Linz- und Argengaus, Ulrich IV aus dem Geschlecht der Udalrichinger, der in Buchhorn (dem heutigen Friedrichshafen) residierte. Dieser vererbte den Hof an seine Nachkommen, die Grafen von Bregenz.

Lustenau fiel im späteren 12. Jahrhundert wieder zurück ans Reich. Im Jahr 1323 befand sich Lustenau im Pfandbesitz der Grafen von Werdenberg.

Kaiser Ludwig IV. (der Bayer) bestätigte 1334 den Status der Lustenauer als freie Reichsleute und bestimmte, dass weder der Vogt noch der Pfandherr mehr als die üblichen Reichssteuern von den Lustenauern verlangen durfte. Damit war die Reichsunmittelbarkeit des Hofes gesichert.[7]

Lustenau im Besitz der Grafen von Hohenems[Bearbeiten]

Am 20. April 1395 verpfändeten die Werdenberger um 5300 Pfund Heller die Feste Zwingenstein und den Hof Lustenau mit allen damit verbundenen Rechten an Ritter Ulrich II. von Ems.[8]

Im Rahmen des Alten Zürichkriegs verwüsteten 1445 die Appenzeller das gesamte Gebiet des Reichshofs, sodass die Bevölkerung nach Lindau flüchten musste.[9] Schon 1499 wurde Lustenau ein zweites Mal niedergebrannt, dieses Mal im Schwabenkrieg.[10] 1522 versuchte die schweizerische Eidgenossenschaft, die Pfandschaft über Lustenau von den Emsern auszulösen und so einen Brückenkopf über den Rhein zu schlagen, was aber Marx Sittich von Ems durch seine gute Beziehung zu den Habsburgern verhindern konnte. Schließlich wandelte er am 2. März 1526 den Pfand in einen endgültigen Kauf um.[11]

Am 6. Jänner 1593 wurde das linksrheinische Widnau-Haslach (das Gebiet der heutigen Gemeinden Widnau, Schmitter und Au) von Lustenau abgeteilt, erhielt aber aufgrund der ungleichen Flächenverteilung auch Grundbesitz auf der rechtsrheinischen Seite zugesprochen, das sogenannte Schweizer Ried.[12] 1649 erkaufte sich die Gemeinde Widnau-Haslach um 1.200 Pfund vom Hohenemser Graf Karl Friedrich die Steuerfreiheit dieser Gebiete, wodurch die Steuerbelastung der ohnehin durch den Dreißigjährigen Krieg in Not geratenen Lustenauer Bevölkerung massiv anstieg. Der daraus erwachsene Schweizerriedstreit zwischen Lustenau und Widnau-Haslach spitze sich durch die fortschreitende Verarmung der Bauern wegen immer neuer Kriege im Laufe der Jahre weiter zu und führte zu oft gewalttätigen Auseinandersetzungen. Erst die Aufhebung der Steuerfreiheit durch Kaiser Karl VI. 1739 setzte dem Konflikt ein Ende. Die betreffenden Grundstücke im Lustenauer Gemeindegebiet sind heute noch im Besitz der Schweizer Gemeinden Widnau und Au.[13]

Auffällig ist die verglichen mit den umliegenden Gerichten ausgesprochen geringe Anzahl von Hexenprozessen in Lustenau. In der gesamten Geschichte der Hexenverfolgung ist lediglich eine einzige Hinrichtung in Lustenau belegt. Historiker führen dies auf die Tatsache zurück, dass Hexenprozesse in die Kompetenz des auswärtigen Gerichts in Hohenems fielen. Die Lustenauer Bevölkerung vermied offenbar, dieses Gericht anzurufen und damit die eigene Souveränität zu beschneiden. [14]

Graf Kaspar von Hohenems stellte 1617 einen Schutzbrief aus, der Juden in Hohenems die freie Religionsausübung und die Teilnahme am Handel ausdrücklich erlaubte. Die daraufhin entstandene jüdische Gemeinde in Hohenems zeigte schon bald ihre Spuren in Lustenau, das ja denselben Grundherrn hatte. So waren 1649 bereits 15 Lustenauer bei Hohenemser Juden verschuldet. In einem weiteren Schutzbrief wurde 1657 den Juden erstmals ausdrücklich die Erlaubnis zum Handel in Lustenau bestätigt. Im 18. Jahrhundert spielten Juden vor allem im Bereich des Pferde- Vieh- und Kredithandels in Lustenau eine zunehmende Rolle, während sie vom Grundstückskauf praktisch ausgeschlossen waren. Um 1750 beläuft sich ihr Anteil an den Lustenauer Schulden bereits auf 20 %. Verstärkt wurde die jüdische Präsenz in der Gemeinde durch die Tatsache, dass 1750 im Rest Vorarlbergs und 1760 in Liechtenstein ein Handelsverbot für Juden erlassen wurde, sodass sich ihr Wirkungskreis in der Umgebung praktisch auf Hohenems und Lustenau beschränkte. Erst die spätere politische Entwicklung ab 1806 sollte die Sonderstellung Lustenaus in dieser Hinsicht beenden.[15]

Auf der Karte des österreichischen Oberamtes Bregenz von 1783 ist Lustenau als Teil von Hohenems eingezeichnet, da die Habsburger die Eigenständigkeit Lustenaus bestritten.

Als am 6. November 1759 mit Franz Wilhelm III. die männliche Linie der Grafen von Hohenems ausstarb, fiel die Grafschaft Hohenems als erledigtes Reichslehen an das Reich zurück, während Lustenau als Allodbesitz auch in weiblicher Linie vererbt werden konnte. Maria Theresia, die Hohenems als Lehen erhalten hatte, stellte jedoch die Eigenständigkeit Lustenaus in Frage und erhob 1766 Anspruch auf den Reichshof. Die Erbin Franz Wilhelms, Maria Rebekka von Hohenems, ließ beim Reichshofrat Beschwerde gegen die Übergriffe Österreichs auf das immer noch unabhängige Lustenau einreichen. Dessen ungeachtet befahl Maria Theresia die Errichtung einer österreichischen Wappensäule in Lustenau und die Landeshuldigung durch die Lustenauer Bevölkerung, was am 8. Mai 1767 auch ausgeführt wurde. Schließlich gab Maria Rebekka dem Druck nach und stellte ihre rechtlichen Schritte ein. Lustenau fiel vorübergehend unter die Herrschaft der Habsburger.[16]

Die Heirat der einzigen Tochter Maria Rebekkas, Maria Walburga, mit Clemens Waldburg-Zeil-Trauchburg brachte einen starken Verbündeten an ihrer Seite ins Spiel. Am 9. September 1784 erwirkte sie die Wiederaufnahme des Verfahrens am Reichshofrat, der am 24. Januar 1786 für die Eigenständigkeit Lustenaus und damit die Ungültigkeit der österreichischen Ansprüche entschied. Trotz dieses eindeutigen Urteils musste Maria Rebekka angesichts der faktischen Übermacht Österreichs einige Zugeständnisse machen, bevor am 22. März 1790 durch einen Staatsvertrag zwischen Österreich und Lustenau die Selbständigkeit des Reichshofes wiederhergestellt wurde.[17]

Gräfin Maria Rebekka hob 1795 die Leibeigenschaft in Lustenau auf – 13 Jahre, nachdem sie in Österreich abgeschafft worden war.[18]

Lustenau wird Teil von Österreich[Bearbeiten]

Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 veränderte die politische Landschaft innerhalb des Heiligen Römischen Reichs vollkommen. Ein großer Teil der kleineren bisher reichsunmittelbaren Territorien war durch Säkularisation oder Mediatisierung einem benachbarten großen Fürstentum zugeschlagen worden, und die Überlebensfähigkeit eines souveränen, unabhängigen Lustenau schien zunehmend gefährdet. Am 3. März 1803 bat die Gemeinde in einer Denkschrift an Kaiser Franz II. darum, unter österreichischen Schutz gestellt zu werden, was aber vorläufig nicht geschah.[19]

Lustenau war somit weiterhin – als letzter Ort im heutigen Vorarlberg – nicht unter habsburgischer Herrschaft. Als im Pressburger Frieden 1805 die Habsburger Tirol und Vorarlberg an Bayern abtreten mussten, war Lustenau folglich nicht betroffen. Nachdem Franz II. am 6. August 1806 die Kaiserkrone niederlegte und damit das Ende des Heiligen Römischen Reiches besiegelte, wurde Lustenau ein vollkommen selbständiger Staat unter der Herrschaft der Gräfin Maria Walburga Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems.[20]

Bereits am 1. September 1806 fand die königlich bayrische Besitznahme der Hoheitsrechte in Lustenau statt, die Souveränität war damit nach 26 Tagen schon wieder zu Ende.[21] Die Gemeinde wurde dem Landgericht Dornbirn zugeschlagen, die niedere Gerichtsbarkeit („Patrimonialgericht“) blieb bei Gräfin Maria Walburga. Diese verkaufte 1813 all ihre Rechte im Bezug auf Lustenau an ihren Gatten Graf Clemens Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems.[22]

Als Vorarlberg 1814 an Österreich zurückfiel, entwickelte sich um die Frage der Zugehörigkeit Lustenaus zu Vorarlberg ein Konflikt zwischen Bayern und Österreich. Als die Lustenauer Gemeindevorstehung erneut – wie bereits 1803 – um Aufnahme in den Staat Österreich bat, besetzte österreichisches Militär den Ort. Die Patrimonialgerichtsbarkeit jedoch verblieb bei Graf Clemens Waldburg-Zeil. Erst sein Erbe Maximilian bot 1827 den Verzicht an. Mit der feierlichen Übergabe der Gerichtsakten am 22. März 1830 wurde Lustenau endgültig österreichisch.[23]

Der Name des Restaurants „Schmugglar“ erinnert an die lebhafte Schmuggeltätigkeit durch die Lustenauer im 19. und 20. Jahrhundert.

Bereits während der bayrischen Zeit, aber besonders seit der Zugehörigkeit zu Österreich entwickelte sich wegen der Nähe zur Schweiz eine lebhafte Schmuggeltätigkeit, die auch von mehreren Lustenauern mit dem Leben bezahlt wurde.[24][25] Der Ruf, ein Volk von Schmugglern zu sein, haftet bis heute den Lustenauern an, wird aber zwischenzeitlich humorvoll als Teil der Folklore behandelt.

Wirtschaftlicher Aufstieg bis zum Ersten Weltkrieg[Bearbeiten]

Im Dezember 1806 waren auf Initiative der ärmeren Bevölkerungsschichten die Gemeindegründe (Allmende) auf die Einwohner von Lustenau aufgeteilt worden, die einzelnen Teile waren aber unteilbar und unveräußerlich und konnten jeweils nur auf den jüngsten Sohn weitervererbt werden. Diese Regelungen brachten ein beachtliches Konfliktpotential in die Familien und eine wachsende Unzufriedenheit in die Gemeinde, sodass nach Jahren des Streits und der Verhandlungen schließlich am 17. Februar 1837 eine neue Aufteilung in Kraft gesetzt wurde. Dieses Mal wurde nach Köpfen statt nach Familien aufgeteilt, und die Teile gingen vollständig in das freie Eigentum der Empfänger über, konnten also beliebig geteilt, verpfändet, verkauft und vererbt werden.[26]

Nach jahrzehntelangen Planungen wurde in den Jahren 1843 bis 1848 unter der Leitung von Kreisingenieur Martin Kink ein umfangreiches Netzwerk von Entwässerungskanälen errichtet, das die landwirtschaftliche Nutzbarkeit großer Teile Lustenaus – auch und vor allem der eben neu aufgeteilten ehemaligen Gemeindegründe – wesentlich verbesserte. Gemeinsam mit der Regulierung einiger Bäche im Gemeindegebiet und der Umgebung und der stetigen Verbesserung der Hochwasserdämme am Rhein markiert dies den Beginn des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Gemeinde, die zu dieser Zeit noch zu den ärmsten Vorarlbergs gehörte.[27]

Aus der im Jahre 1848 aufgekeimten Opposition gegen den von 1824 bis 1831 und von 1834 bis 1860 amtierenden Gemeindevorsteher Josef Fitz und der daraus resultierenden Spaltung in eine liberale „Alte Partei“ (seiner Anhänger) und eine konservative „Neuen Partei“ (seiner Gegner) entstand in Lustenau ein Zweiparteiensystem, das mit der Umwandlung Österreichs in eine konstitutionelle Monarchie 1861 gefestigt wurde und für Jahrzehnte vorherrschend bleiben sollte.[28][29]

Die erste Brücke über den Rhein wurde im Jahre 1867 zwischen der Ortschaft Rheindorf und der Schweizer Gemeinde Au eröffnet. 1872 folgte die Eisenbahnbrücke und 1875 die zweite Straßenbrücke.[30][31]

Die Brüder Johann und Josef Hofer stellten 1869 die ersten Plattstich-Handstickmaschinen in Vorarlberg auf. Damit war der Startschuss für die über 100 Jahre dauernde Dominanz der Stickereiindustrie in Lustenau gefallen. Zehn Jahre später standen 322 solcher Maschinen in der Gemeinde, 1885 bereits etwa 700. Mit einer Vorreiterrolle bei der Umstellung auf die moderneren Schifflistickmaschinen konnten die Lustenauer ihre Vormachtstellung ausbauen: 1908 stand ein Drittel dieser Maschinen Vorarlbergs in Lustenau.[32]

Hochwasser beim Gasthaus Engel in Lustenau, 1890

Immer wieder wurde der wirtschaftliche Aufschwung im gesamten Vorarlberger Rheintal durch den Hochwasser führenden Rhein zurückgeworfen, zuletzt mit drei verheerenden Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1888 und 1890.[33] Der 1892 abgeschlossene Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz über die Rheinregulierung und der in dessen Erfüllung im Jahre 1900 fertiggestellte Fußacher Durchstich waren damit ein wesentlicher Faktor für die Stabilisierung des aufkeimenden Wohlstandes.

Am 13. Juni 1902, zu einem Zeitpunkt, als Lustenau nach Dornbirn und Bregenz die drittgrößte Gemeinde Vorarlbergs war, erhob Kaiser Franz Joseph den Ort zur Marktgemeinde.[34]

Das politische Leben in Lustenau war zu dieser Zeit von einer Polarisierung zwischen dem liberal-großdeutschen Verein der alten Parteien und dem konservativ-klerikalen Konstitutionell katholischen politischen Kasino geprägt, wobei erstere aufgrund des geltenden Kurienwahlrechts über weite Strecken den Gemeindevorstand stellten. Die Sozialdemokraten konnten dagegen nie richtig Fuß fassen. Bei einer Gemeindevertretungswahl 1902 erhielten sie keine einzige Stimme, und mehrere sozialdemokratische Versammlungen, die in Lustenau stattfinden hätten sollen, mussten in die Schweiz verlegt werden, weil sich kein Gasthaus fand, das die Benützung eines Raumes dafür erlaubt hätte.[35]

1902 wurde die Elektrische Bahn Dornbirn–Lustenau in Betrieb genommen, 1903 die erste Buslinie eröffnet. Seit 1905 ist Lustenau elektrifiziert. Aufgrund des Baubooms wurden 1908 Straßennamen eingeführt. Die Eröffnung des Vorarlberger Rheintalbinnenkanals am 27. April 1910 setzte einen weiteren Meilenstein im Hochwasserschutz.[36]

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914 setzte dem Aufschwung ein jähes Ende. Die Inlandsnachfrage nach dem Luxusgut „Stickerei“ brach schlagartig zusammen, und Exporte waren größtenteils durch Handelsbeschränkungen und die britische Seeblockade nicht mehr möglich, dazu kam ein immer gravierender werdender Rohstoffmangel. Bereits sechs Wochen nach Kriegsbeginn waren 1720 Lustenauer arbeitslos, davon 1618 in der Stickereibranche.[37]

236 Soldaten aus Lustenau fielen im Ersten Weltkrieg.[38]

Erste Republik und Ständestaat[Bearbeiten]

Nach dem Zerfall der österreichischen Monarchie wurde in ganz Vorarlberg rasch der Ruf nach einem Anschluss des Landes an die Schweiz laut. Der Lustenauer Lehrer Ferdinand Riedmann konnte sich an die Spitze dieser Bewegung setzen, und bei der Volksabstimmung am 11. Mai 1919 lag die Zustimmung zum Anschluss in Lustenau mit 89,9 % noch deutlich höher als im Landesdurchschnitt mit 80 %. Als sich dann kurz danach trotz allem das Scheitern der Initiative an der politischen Realität abzeichnete, erlahmte deren Unterstützung in Lustenau allerdings ebenso schnell wie im Rest Vorarlbergs.

Das allgemeine und gleiche Wahlrecht, das 1919 das Kurienwahlrecht ablöste, beendete vorläufig auch die Vormachtstellung des liberal-großdeutschen Lagers in Lustenau. Bei allen Wahlen in der Zwischenkriegszeit konnte die Christlichsoziale Partei am meisten Stimmen erreichen. Als diese 1929 knapp die absolute Mehrheit verlor, wählte eine Koalition aus Großdeutschen und Sozialdemokraten den liberal-großdeutschen Karl Bösch zum Bürgermeister.

Am 2. Jänner 1931 wurde in Lustenau eine Ortsgruppe der NSDAP-Österreich („Hitlerbewegung“) gegründet, die sich in der Anfangszeit zu einem großen Teil aus den Mitgliedern des liberal-großdeutschen Turnverein 1880 rekrutierte. Dessen Vereinsheim, die Jahn-Turnhalle, wurde daher auch zum Hauptveranstaltungsort für die in der Folgezeit zahlreich abgehaltenen Vorträge und Kundgebungen. Ab Herbst 1931 fanden mehrere kommunistische Versammlungen statt, auch unter Teilnahme von russischen Kommunisten. Im Frühjahr 1932 gründete sich daraufhin eine Ortsgruppe der KPÖ. Wie in ganz Österreich konnten die Nationalsozialisten den wesentlich größeren Zuspruch als die Kommunisten erreichen. Bei den Landtagswahlen vom 6. November 1932 – den letzten demokratischen Wahlen vor dem Zweiten Weltkrieg – erreichte die KPÖ 4,3 % der Stimmen in Lustenau. Auf die NSDAP entfielen 14,4 % der Stimmen. Die einsetzende Krise der Textilindustrie bescherte den Nationalsozialisten in den nächsten Monaten noch einen weitergehenden Aufschwung.[39]

Nach dem österreichweiten Verbot der KPÖ und der NSDAP im Mai bzw. Juni 1933 waren deren Anhänger in die Illegalität gedrängt. Die Kommunisten, die mit 14 Mitgliedern (1937) in Lustenau für Vorarlberger Verhältnisse eine Hochburg unterhielten, wurden mit äußerster Härte verfolgt und wegen geringster Vergehen – wie zum Beispiel wegen Ansäens von Gartenkresse in Form eines Sowjetsternes – zu Haftstrafen verurteilt. Während sich der kommunistische Widerstand gegen den Austrofaschismus auf reine „Gegenpropaganda“ beschränkte, griffen die Nationalsozialisten zum Terror: ab Dezember 1933 richtete sich eine Serie von Sprengstoffanschlägen gegen Funktionäre und Anhänger der Christlichsozialen. Lustenau entwickelte sich neben Dornbirn zum Brennpunkt der illegalen nationalsozialistischen Aktivitäten, und die Jahn-Turnhalle wurde mehrfach polizeilich geräumt und behördlich gesperrt. Durch seine Mitgliedschaft in der Großdeutschen Volkspartei, die offen mit den Nationalsozialisten sympathisierte, kam Bürgermeister Karl Bösch zunehmend unter Druck und trat zum 15. Februar 1934 zurück. Die Gemeindevertretung wurde aufgelöst, und der als Regierungskommissär bestellte Josef Peintner wurde zum alleiniger Vertreter der Gemeinde ernannt. Nach der Ermordung des österreichischen Bundeskanzlers Engelbert Dollfuß wurde das Vorgehen gegen die Nationalsozialisten in ganz Österreich weiter verstärkt, und auch in Lustenau wurden die Strukturen der NSDAP weitgehend zerschlagen.[40]

Die anhaltende Wirtschaftskrise trieb in den 1930er Jahren immer mehr Lustenauer in den Versicherungsbetrug. Nach einer auffälligen Häufung von Bränden in gut versicherten, alten, baufälligen Wohnhäusern setzte die Landesfeuerversicherungsanstalt eine Belohnung für die Ermittlung vorsätzlicher Brandstifter aus.[41]

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 12. März 1938 erhielt Lustenau einen kommissarisch eingesetzten NS-Bürgermeister. Mit mehreren Großkundgebungen versuchte die NSDAP Stimmung für die kommende Abstimmung über den „Anschluss“ an das Deutsche Reich zu machen. Am 10. April 1938 votierten 98,9 % der Lustenauer Wahlberechtigten für den Anschluss an das Deutsche Reich. Damit lag Lustenau über dem Landesdurchschnitt Vorarlbergs von 98,1 %, aber unter dem Bundesdurchschnitt von von 99,7 %. [42]

Unmittelbar nach dem Anschluss wurde Lustenau bei öffentlichen Investitionen – beispielsweise bei Entwässerungsprojekten – und staatlichen Zuschüssen stark bevorzugt. Ähnlich wie in anderen Gemeinden wurde im Herbst 1940 eine Siedlung mit 101 Wohnungen für Südtiroler Optanten gebaut, die allerdings überwiegend von anderen Personen genutzt wurden, da Einwanderer aus Südtirol in Lustenau keine Arbeitsplätze finden konnten. Eine Reihe von weiteren großen Bauprojekten mussten wegen des Zweiten Weltkrieges unvollendet abgebrochen werden, wie der Neubau des Lustenauer Bahnhofs als „Hauptausgangstor des Deutschen Reiches zur Schweiz“ oder der Ausbau der „Mittelstraße“ durch das Ortszentrum, oder blieben überhaupt im Planungsstadium stecken, wie der Neubau des Rathauses oder der Zentralfriedhof. [43]

Die Stickereiindustrie kam durch die politische Isolation Deutschlands praktisch vollständig zum Erliegen. Verschlimmert wurde die prekäre wirtschaftliche Lage der Gemeinde noch dadurch, dass Wild Heerbrugg ihren Zweigbetrieb in Lustenau im Herbst 1938 schloss und damit auf einen Schlag etwa 170 Arbeitsplätze verloren gingen. Das Münchner Unternehmen C. A. Steinheil & Söhne übernahm jedoch das Personal und richtete eine Niederlassung in Lustenau ein, die zwischen 1939 und 1945 hauptsächlich Rüstungsaufträge erledigte. [43]

Ab dem Jahr 1942 wurden in Lustenau auch Zwangsarbeiter eingesetzt, die meisten davon bei C. A. Steinheil & Söhne, aber auch in der Landwirtschaft und in einheimischen Kleinbetrieben. [44]

Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in Lustenau

Ein organisierter Widerstand gegen den Nationalsozialismus ist in Lustenau nicht nachweisbar. Es ist aber eine Vielzahl von Fällen der individuellen Opposition belegt, die mit Verhaftungen, mit der Einlieferung in ein Konzentrationslager oder gar mit der Todesstrafe geahndet wurden. Die Akteure dieses individuellen Widerstandes waren sowohl Vertreter der katholischen Kirche und Exponenten des ehemaligen Ständestaates als auch sozialdemokratische und kommunistische Arbeiter. [45]

Am 1. Mai 1945 schoss ein französischer Tiefflieger ein Haus in Brand, dies war die einzige nennenswerte Kriegszerstörung überhaupt in Lustenau. Bürgermeister Oskar Alge ließ daraufhin in der Gemeinde weiße Fahnen hissen. Die Kreisleitung in Dornbirn setzte den Bürgermeister sofort ab, befahl die Einholung der Fahnen und drohte, alle beflaggten Häuser durch die SS mit Panzerfäusten in Brand schießen zu lassen. Am 2. Mai 1945 schließlich rückten französische Truppen nach Lustenau ein und wurden widerstandslos, nach Schilderungen von französischen Soldaten sogar warmherzig, empfangen. [46]

439 Lustenauer fielen im Zweiten Weltkrieg, die meisten in den Jahre 1944 und 1945. Drei Lustenauerinnen starben bei Bombenangriffen außerhalb Lustenaus, und 32 Lustenauer starben nach Ende des Krieges in Kriegsgefangenschaft oder an den Folgen von Verwundungen. [47]

Lustenau in der Zweiten Republik[Bearbeiten]

In Lustenau waren in den ersten Monaten der Besatzungszeit bis zu 600 französische Soldaten stationiert, die meisten davon waren in den Schulgebäuden untergebracht. Zeitzeugen beschreiben das Verhältnis der Bevölkerung zu den hauptsächlich aus Marokko stammenden Besatzern größtenteils positiv. Auch sexuelle Beziehungen zwischen einheimischen Frauen und marokkanischen Soldaten kamen vor, und im Frühjahr 1946 verzeichnete ganz Vorarlberg überdurchschnittlich viele außereheliche Geburten. Andererseits beklagten die Bewohner Lustenaus auch immer wieder Diebstähle oder Vandalismus durch die Besatzungssoldaten, was in Anbetracht der sowieso knappen Versorgungslage für besonderen Unmut sorgte: in Lustenau waren in den ersten Wochen nach Kriegsende nicht nur die Einwohner und die Besatzer zu versorgen, sondern auch noch 1500 ausländische Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Flüchtlinge. Der größte Teil der Besatzungstruppen dürfte Lustenau in den Jahren 1947 bis 1949 bereits wieder verlassen haben. [48]

Zum Zwecke der Entnazifizierung bildete eine Gruppe von Lustenauern mit einem auffällig hohen Anteil an Sozialdemokraten ein „Freiheitskomitee“, das später in der vorarlbergweiten „Österreichischen Demokratischen Widerstandsbewegung, Land Vorarlberg“ aufging. Wie auch im Rest Vorarlbergs erfuhren besonders Industrielle bei der Beurteilung ihrer Rolle im Dritten Reich relativ große Nachsicht – alles andere hätte die Schließung von einer Vielzahl von Betrieben und einen sprunghaften Anstieg der Arbeitslosigkeit bedeutet. [49]

Politisch schlossen die Verhältnisse nahtlos an die Zeit vor dem Anschluss an Deutschland an. Besonders bei der ÖVP und dem WdU (später FPÖ), aber auch bei der SPÖ waren die führenden Köpfe durchwegs bereits aus den jeweiligen Vorgängerorganisationen der Zwischenkriegszeit bekannt. Auch die Stimmenverteilung bei den ersten Wahlen glich durchaus den Ergebnissen der Ersten Republik. [50] Komplett verändert war jedoch das Gesprächsklima zwischen den Parteien. Bürgermeister Josef Bösch erwies sich als ein Mann des Ausgleichs und des Konsens. Wenige Jahre nach Kriegsende florierte auch die Stickerei wieder – nach wie vor das wichtigste Standbein der Lustenauer Wirtschaft – und die Gemeinde konnte sich einige wichtige Investitionen leisten, darunter eine Hauptschule, ein neues Rathaus und das Reichshofstadion. [51]

Zu einem Generationenwechsel in der Gemeindepolitik kam es erst im Zuge der Gemeinderatswahlen 1960, als ein Konflikt zwischen dem inzwischen 71-jährigen Josef Bösch und dem um 30 Jahre jüngeren Ulrich Fitz die ÖVP tief spaltete und Robert Bösch als lachender Dritter die FPÖ bis auf 114 Stimmen an die ÖVP heranführen konnte. Mit Unterstützung der SPÖ wurde der erst 38-jährige Robert Bösch am 23. April 1960 zum Bürgermeister gewählt. Er behielt dieses Amt 22 Jahre lang. Während der Sechziger- und Siebzigerjahre veränderte die Gemeinde Lustenau ihr Gesicht maßgeblich: die boomende Stickereiindustrie – 1970 waren zwei Drittel der Vorarlberger Stickereiexporteure in Lustenau ansässig[52] – brachte der Bevölkerung Wohlstand und der öffentlichen Hand beachtliche Investitionsmöglichkeiten. In die Amtszeit des Bürgermeisters Robert Bösch fiel unter anderem der Bau von drei Volksschulen, einer Hauptschule, einer Handelsakademie, drei Kindergärten, einem Altersheim und einem Sport- und Erholungszentrum mit Parkbad, Eishalle und Tennisplätzen. Auch die Eröffnung eines autonom verwalteten Jugendhauses in Lustenau geht auf seine Initiative zurück. Andere Projekte, wie die Schaffung eines attraktiven Ortszentrums oder der Bau der Bodensee Schnellstraße, scheiterten an politischen Widerständen. [53]

1982 stand die österreichische Stickereiindustrie auf ihrem Höhepunkt, alleine die Exporte nach Nigeria erreichten einen Wert von drei Milliarden Schilling. Innerhalb eines Jahres halbierte sich dieser Wert.[54] Für Lustenau wurde damit eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik notwendig, die durch gezielte Ansiedlung von Technologie-Unternehmen in zwei neu geschaffenen Industriegebieten vollzogen wurde.

Die beiden weiteren auf Robert Bösch folgenden FPÖ-Bürgermeister in Lustenau, Dieter Alge und Hans-Dieter Grabher, waren wie bereits ihr Vorgänger klar dem liberalen Lager der Partei zuzuordnen. Besonders nach dem Aufstieg Jörg Haiders kam es zunehmend zur Distanzierung der Lustenauer FPÖ von der Linie der Bundespartei. Dieter Alge konnte mit dem Bau des Reichshofsaales einen wichtigen positiven Akzent für die Entwicklung der Lustenauer Kultur- und Vereinslandschaft setzen. Der anfangs sehr populäre Hans-Dieter Grabher verlor durch die Umsetzung höchst umstrittener Entscheidungen wie der Schließung des Entbindungsheimes oder der Neugestaltung des Kirchplatzes zunehmend den Rückhalt in der Bevölkerung.[55]

Bei den Bürgermeisterwahlen 2010 schließlich gewann mit Kurt Fischer erstmals nach 50 Jahren wieder ein Kandidat der ÖVP im ersten Wahlgang das Bürgermeisteramt. In der zeitgleich abgehaltenen Gemeindevertretungswahl schaffte die ÖVP einen Erdrutschsieg und gewann die absolute Mehrheit.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die erste Volkszählung fand 1750 statt und ergab 1073 Einwohner. Die Gemeinde Lustenau verzeichnet während großer Strecken ihrer Geschichte ein wesentlich höheres Bevölkerungswachstum als der Durchschnitt Vorarlbergs.


Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten]

Signifikante demografische Abweichungen zum Vorarlberger Durchschnitt finden sich bei einem höheren Anteil an unter 15-Jährigen und bei einem stärkeren Frauenüberschuss. Der Anteil an Ledigen ist geringer und der Anteil an Verheirateten höher als im Rest Vorarlbergs. [56] [57]

Mit fast 40 % ist die Anzahl der über 15-jährigen, die ausschließlich die Pflichtschule besucht haben, auffällig hoch. Die Akademikerquote liegt dafür in Lustenau weit unter dem Vorarlberger Durchschnitt. [58] [57]

Merkmal Lustenau Vorarlberg
Alter
unter 15 Jahre 17,4 % 16,6 %
15–64 Jahre 67,0 % 67,8 %
65 Jahre und älter 15,6 % 15,7 %
Geschlecht
männlich 48,9 % 49,2 %
weiblich 51,1 % 50,8 %
Familienstand
ledig 43,1 % 45,0 %
verheiratet 43,6 % 41,8 %
verwitwet 5,3 % 5,3 %
geschieden 8,0 % 7,9 %
  
Merkmal Lustenau Vorarlberg
Staatsbürgerschaft
Österreich 85,6 % 86,8 %
Rest der EU 3,6 % 4,1 %
Türkei und Nachfolgestaaten Jugoslawiens 9,0 % 6,5 %
übrige Staaten 1,8 % 2,6 %
Bildungsstand der über 15-jährigen
Pflichtschule 39,6 % 33,2 %
Lehre 26,2 % 31,0 %
BMS 16,3 % 15,9 %
AHS 3,7 % 4,1 %
BHS 6,9 % 6,9 %
Hochschule 7,3 % 8,9 %

Die blühende Stickereiindustrie hatte in den 60-er und 70-er Jahren des 20. Jahrhunderts eine starke Zuwanderung von Gastarbeitern aus der Türkei und – in wesentlich geringerem Umfang – aus Jugoslawien zur Folge. Der sinkende Anteil der ausländischen Staatsbürger von 16,1 % 2001 auf 14,4 % 2011 ist dabei auf Einbürgerungen zurückzuführen, der Anteil von im Ausland geborenen Lustenauern stieg im selben Zeitraum von 16,2 % auf 18,5 %.[59][56] Bemerkenswert ist dabei auch, dass bei der Volkszählung 2001 bei 2.000 türkischen Staatsbürgern und 1.533 in der Türkei geborenen Personen 2.789 Einwohner, also wesentlich mehr, türkisch als Umgangssprache angaben.[59]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Der Reichshof Lustenau war aufgrund seiner politischen Sonderstellung über Jahrhunderte hinweg vergleichsweise stark von seiner Umgebung abgeschottet. Erst ab 1837 wurden fremde Männer zu Bürgern aufgenommen.[60] Aufgrund dessen hat sich in Lustenau ein markanter Dialekt entwickelt und erhalten, der sich von den anderen alemannischen Dialekten der Umgebung erkennbar unterscheidet. Wesentliche Abgrenzungsmerkmale sind vor allem häufige Triphthonge (Brouöt – Brot, Lauöb – Laib), eingeschobene „n“ und „m“ in zahlreichen Wörtern (Muns – Maus, Schumfl – Schaufel), ein Ersetzen von ss durch ch (lach mi – lass mich, dach – dass, i muöch – ich muss), eine Vielzahl von eigenen Mundartwörtern und eine auffällige Sprachmelodie.[61][62] Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vermischt sich der Lustenauer Dialekt zunehmend mit den Mundarten der Umgebung.

Eine weitere Folge der jahrhundertelangen Eigenständigkeit Lustenaus ist die Dominanz einiger weniger Familiennamen. Die im Jahre 1806 gezählten 1998 Einwohner verteilten sich auf lediglich 19 Familiennamen, die auch 1950 noch von 60 % der Bevölkerung getragen wurden.[63] Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Verwendung von Haus- oder Vulgonamen seit dem 17. Jahrhundert bis ins späte 20. Jahrhundert in Lustenau noch stärker ausgeprägt war als im restlichen Vorarlberg.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

SPÖ
GRÜNE
ÖVP
FPÖ
SPÖ GRÜNE ÖVP FPÖ 
Von 36 Sitzen entfallen auf:

Stand: nach der Wahl 2010

Die 36 Mitglieder der Gemeindevertretung werden alle fünf Jahre neu gewählt. Der Bürgermeister führt den Vorsitz über die monatlich stattfindenden Gemeindevertretungssitzungen, in denen kommunale Belange diskutiert und entsprechende Beschlüsse gefasst werden. Eine Einbindung der Bevölkerung in die Entscheidungsprozesse ist dadurch gewährleistet, dass die Sitzungen generell öffentlich sind und am Beginn jeder Sitzung eine Fragestunde stattfindet.[64]

Gemeindevorstand[Bearbeiten]

Name Partei Ressort
Kurt Fischer ÖVP Bürgermeister
Walter Natter ÖVP Vizebürgermeister, Hochbau
Ernst Hagen FPÖ Bildung
Dietmar Haller ÖVP Verkehr
Susanne Andexlinger ÖVP Soziales, Gesundheit, Senioren
Martin Fitz FPÖ Raumplanung, Gemeindeentwicklung
Janine Gozzi ÖVP Jugend, Bürgerbeteiligung
Christine Vetter Grüne Umwelt, Energie, Landwirtschaft
Wolfgang Bösch FPÖ Tiefbau
Daniel Steinhofer ÖVP Kultur

Bürgermeister[Bearbeiten]

Kurt Fischer (2010)

Der im Jahre 1395 amtierende Ammann Hans Benst ist das erste urkundlich belegte Oberhaupt der Gemeinde Lustenau. Bis 1806, also solange Lustenau ein freier Reichshof war, wurden die Ammänner aufgrund von Vorschlägen der Gemeindebürger vom Landesfürsten bestimmt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich nach und nach ein demokratisches Wahlrecht, und der Begriff des „Ammanns“ wurde mit der Zeit von der Bezeichnung „Ortsvorsteher“ abgelöst. Nach der Markterhebung Lustenaus 1902 schließlich setzte sich die Amtsbezeichnung „Bürgermeister“ durch. [65]

Seit dem Jahr 2000 wird in Lustenau der Bürgermeister in einer Direktwahl gleichzeitig mit, aber unabhängig von der Gemeindevertretung gewählt.

Die folgende Grafik zeigt die Bürgermeister seit der Markterhebung 1902. [66]

Kurt Fischer (ÖVP) Hans-Dieter Grabher Robert Bösch (Politiker) Ferdinand Jussel Josef Peintner Karl Bösch Josef Hollenstein

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at lustenau.png
Siegel des Hofammans Hans Hagen aus dem 17. Jh.; im unteren Drittel ist das Schild mit dem Wappenlöwen zu sehen.

Das Wappen der Marktgemeinde Lustenau zeigt einen gekrönten, auf den Hinterbeinen stehenden Löwen, der zwischen seinen Vorderpranken ein silbernes Schild hält, auf dem drei mit einer roten Schleife zusammengebundene Ähren abgebildet sind. [67]

Am 14. Jänner 1902 verlieh der Staat Österreich der Gemeinde das Recht zur Führung des althergebrachten Lustenauer Wappens, welches eine Modifizierung des reichshöfischen Siegels darstellt. Der im Zentrum stehende Löwe dürfte ursprünglich aus dem Wappen des Hofamanns Magnus Hagen stammen, das diesem 1599 verliehen worden war. Auch die Krone, die der Löwe trägt, weist in die reichshöfische Zeit zurück. Die drei Ähren im Schild erinnern an die einstige Bedeutung des Getreideanbaus in Lustenau. [68]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Lustenau liegt abseits der Hauptverkehrsachse durch das Rheintal (BregenzDornbirnFeldkirch), ist jedoch ein wichtiger Grenzort zur Schweiz.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Rheinstraße (L 203) durchzieht Lustenau von Süden nach Norden und stellt die Verbindung nach Hohenems und Hard dar. Die von Dornbirn kommende, außerhalb des Ortsgebiets vierspurig ausgebaute Lustenauer Straße (L 204) mündet im Süden der Gemeinde in die L 203 und zweigt nach etwa 1,7 km zur Bundesgrenze zur Schweiz ab. Die Transitroute München – Zürich führt auf diesen beiden Straßen mitten durch das Gemeindegebiet Lustenaus. Die zunehmende Belastung durch den Schwerverkehr ist zu einem stetig wachsenden Problem geworden.

Die vier Brücken über den Rhein führen (von Norden nach Süden) nach Höchst, Au (CH), Widnau (CH) und Diepoldsau (CH). Weitere wichtige Straßenverbindungen bestehen (im Uhrzeigersinn) nach Hard, Wolfurt, Dornbirn und Hohenems.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Lustenau

Der unbesetzte Bahnhof Lustenau liegt an der eingleisig ausgebauten Eisenbahnstrecke Bregenz - St. Margrethen. Während alle der halbstündlich bis stündlich zwischen Bregenz oder Lindau und St. Margrethen verkehrenden Züge der S-Bahn-Linie 3 im Bahnhof Lustenau halten, fahren die EuroCity-Züge der Verbindung MünchenZürich ohne Halt durch. Bis zum 11. Juni 2011 existierte im Abstand von etwa 800 m eine zweite Haltestelle, Lustenau Markt, die anlässlich von Bauarbeiten an der Strecke aufgelöst wurde.[69]

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Neun Buslinien des Landbus Unterland führen durch Lustenau und ermöglichen eine umsteigefreie Fahrt nach Gaißau, Höchst, Fußach, Hard, Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Götzis, Heerbrugg und Widnau. Daneben existiert eine nur innerhalb Lustenaus verkehrende Ortsbuslinie. Wichtigster Knotenpunkt des öffentlichen Nahverkehrs ist der Bahnhof Lustenau, an dem getaktete Anschlüsse zwischen verschiedenen Buslinien und der S-Bahn bestehen.

Von 1902 bis 1938 bestand Vorarlbergs einzige Straßenbahnverbindung von Lustenau nach Dornbirn, im Volksmund „Tram“ genannt. Im August 2004 von den Vorarlberger Grünen präsentierte Pläne für eine Ringstraßenbahn im unteren Vorarlberger Rheintal, die Lustenau mit den umliegenden Gemeinden verbinden würde[70], wurden zwar von der Rhomberg Gruppe geprüft[71] und für umsetzbar befunden[72], im März 2011 aber vom mit der Verkehrsplanung betrauten Regionalforum ausgeschieden.[73][74]

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die über 5000 Haushalte in Lustenau werden über ein 235 km umfassendes Leitungssystem mit Trinkwasser aus eigener Gewinnung versorgt. Zusätzlich ist Lustenau auch Mitglied im Trinkwasserverband Rheintal, womit eine ausreichende Wasserversorgung auch in Krisen- und Spitzenzeiten sichergestellt wird. [75]

Abfallwirtschaft[Bearbeiten]

Für die Sammlung von Verpackungen aus Glas, Papier und Metall stehen an 36 öffentlichen Sammelstellen insgesamt 250 Container zur Verfügung. Verpackungen aus Kunststoff und Restmüll werden in Müllsäcken in jedem Haushalt gesammelt und im zweiwöchentlichen Rhythmus abgeholt, Bioabfall wöchentlich. Getränkekartons werden über die Öko-Box der Wiederverwertung zugeführt. Die kostenpflichtige Annahme von Sperrmüll sowie die kostenlose Entsorgung von Problemstoffen wird über das am nördlichen Rand der Gemeinde liegende Abfallsammelzentrum Häusle abgewickelt. [76]

Bildung[Bearbeiten]

Das Bundesgymnasium in Lustenau

In Lustenau gibt es einen privaten[77] und elf öffentliche[78] Kindergärten, fünf Volksschulen (Hasenfeld, Kirchdorf, Rheindorf, Rotkreuz und Private Volksschule Elia)[79], drei Neue Mittelschulen (Hasenfeld, Kirchdorf und Rheindorf)[80] und ein Sonderpädagogisches Zentrum[81] sowie ein Bundesgymnasium[82] und eine Handelsschule und Handelsakademie[83].

Die Rheintalische Musikschule[84] mit einem Seminar für Jazz und Popmusik (Jazzseminar)[85] sowie regelmäßige Veranstaltungen der Volkshochschule Bregenz ergänzen das Bildungsangebot.

Gesundheit und Soziales[Bearbeiten]

Die medizinische Versorgung in Lustenau wird durch über 50 Ärzte und Therapeuten[86] und drei Apotheken[87] sichergestellt. Das nächstgelegene Krankenhaus ist in Dornbirn.

Die Gemeinde unterhält zwei Seniorenhäuser[88], wobei eines der beiden mit anderen sozialen Einrichtungen zusammen das Sozialzentrum im Schützengarten bildet[89].

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wirtschaftsstandort Lustenau[Bearbeiten]

Industriegebiet Millennium-Park

Die Marktgemeinde Lustenau bewirbt sich selbst offensiv als „Topstandort für Unternehmen“.[90]. In den späteren 1980er Jahren – nicht zufällig unmittelbar nach dem Niedergang der bis dahin dominierenden Stickereiindustrie – wurde das Betriebsgebiet Nord geschaffen[91], später folgte das Industriegebiet Millennium Park[92]. Ein drittes Betriebsgebiet im Süden Lustenaus wird gerade entwickelt.[93]

Eine Interessensgemeinschaft von über 210 Lustenauer Betrieben, die Lustenau Marketing, wurde dazu geschaffen, durch Netzwerk-Veranstaltungen und betriebsübergreifende Initiativen den Standort Lustenau weiter zu stärken.[94]

Arbeitsstätten und Erwerbstätige[Bearbeiten]

In der Gemeinde bestanden zum Stichtag 31. Oktober 2011 insgesamt 1525 Arbeitsstätten, wobei an 80% weniger als fünf und an 95% weniger als 20 unselbständige Erwerbstätige beschäftigt waren. Die Anzahl der Arbeitsplätze in Lustenau stieg zwischen den Registerzählungen 2001 und 2011 von 7525 auf 10.443 und damit um 39%.[95][96] Weit mehr als die Hälfte der im Ort beschäftigten pendelt nach Lustenau ein, die wichtigsten Herkunftsgemeinden sind dabei naturgemäß die Nachbarn Dornbirn, Höchst und Hohenems sowie die Landeshauptstadt Bregenz. Bemerkenswert ist, dass sich die Zahl der Einpendler aus anderen österreichischen Bundesländern von 2001 bis 2011 versechzehnfacht hat und inzwischen über ein Drittel der gesamten Einpendler umfasst.[97][98]

Bei der letzten Volkszählung 2011 wurden 10.097 erwerbstätige und 611 arbeitslose Personen mit Wohnsitz in Lustenau verzeichnet. Nur 40% der erwerbstätigen Lustenauer arbeiten in ihrer Heimatgemeinde, fast 9% pendeln ins Ausland. Weitere wichtige Pendelziele sind Dornbirn, Bregenz und Höchst.[99][97]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Lustenau

Pfarrkirchen[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die älteste belegte Pfarrkirche Lustenaus wurde bei einem Rheinhochwasser im Jahre 1206 zerstört. Über 100 Jahre hinweg wurde der Gottestdienst in einem Holzgebäude gehalten, bis 1306 eine neue Kirche gebaut wurde. Der Rhein verwüstete 1548 auch diese. Die dritte, 1581 errichtete Kirche war nach 91 Jahren bereits so baufällig, dass sie abgebrochen wurde. [100]

Die im Jahre 1672 errichtete vierte Pfarrkirche ist das erste Gotteshaus, das im heutigen Ortszentrum stand. 1737 wurde der Turm erhöht. 1830 wurde diese Kirche abgerissen, weil sie zu klein geworden war.[100]

Die heute noch bestehende Pfarrkirche St. Peter und Paul geht auf eine dreischiffige Kirche mit Kuppelturm zurück, die 1830 nach Plänen von Alois Negrelli auf den Fundamenten der alten Kirche gebaut wurde. Bereits bei der Einweihung 1832 zeigten sich die Einwohner sehr unzufrieden mit dem schwerfälligen, düsteren Gebäude. 1872 bis 1875 wurde sie in eine Hallenkirche mit Flachdecken umgewandelt, auch der Turm wurde dabei erhöht.[100] Sowohl eine grundlegende Renovierung von 1951 bis 1960 nach Plänen von Otto Linder als auch ein weiterer Umbau in den Jahren 1990/91 aus der Feder der Architektengemeinschaft Kaufmann-Lenz-Dietrich aus Schwarzach wurden in der Bevölkerung höchst kontrovers diskutiert, da beide Male das Gesicht der Kirche radikal verändert wurde. Im Jahre 1998 wurde eine neue Orgel eingeweiht. [101]

Mit der Erlöserkirche, die zwischen 1933 und 1935 nach Plänen von Willibald Braun und Emanuel Thurnherr gebaut wurde, erhielt der nördliche Teil Lustenaus („Rheindorf“) ein eigenes Gotteshaus. Sie wurde am 22. Oktober 1939 geweiht und am 1. Oktober 1940 zur Filialkirche der Pfarre St. Peter und Paul erhoben. Seit 1. Juli 1951 schließlich ist die Erlöserpfarre eine eigene Pfarrei. Eine umstrittene Renovierung im Jahre 1986 veränderte das Innere des Gebäudes stark. 1995 wurde die Orgel erneuert. [102][103]

1969 bis 1975 wurde im südlichen Teil Lustenaus, „Hasenfeld“, die Pfarrkirche zum Guten Hirten nach Plänen von Heinrich Tritthart gebaut. Es handelt sich dabei um ein sechseckigen Betonbau, der bewusst ohne Fenster ausgestattet wurde. Statt eines Kirchturms findet sich ein mächtiges Holzkreuz auf dem ebenfalls sechseckigen Kirchplatz. Das dreiteilige Altarbild, die Kreuzwegstationen und die Glasfenster der Seitenkapelle stammen vom polnischen Künstler Jan Janczak. Am 1. Januar 1977 wurde das Pfarrvikariat Hasenfeld eingerichtet, das am 31. August 1988 zur eigenständigen Pfarre erhoben wurde. [104][105]

Für die evangelischen Christen stellte die Gemeinde Lustenau von 1924 an einen Raum in der Volksschule Rheindorf zur Verfügung. Als dieser 1950 wegen Platzmangels wieder gekündigt wurde, wurde mit finanzieller Unterstützung aus der Schweiz eine Notkirche errichtet und am 11. März 1951 eingeweiht. In dem ursprünglich als Provisorium gedachten Gebäude auf Basis eines Fertigteilhauses werden bis heute die Gottesdienste der evangelischen Glaubensgemeinschaft Lustenaus gefeiert, die zuerst der Pfarrgemeinde Bregenz und ab 1986 der Pfarrgemeinde Dornbirn zugeordnet ist.[106]

Weiters befinden sich in Lustenau eine neuapostolische Kirche, ein Königreichssaal der Zeugen Jehovas und mehrere muslimische Moscheen.[107]

Kapellen[Bearbeiten]

Loretokapelle

Der älteste erhaltene Sakralbau Lustenaus ist die barocke Loretokapelle, die 1645 von der Familie des Hofamann Hans Hagen gestiftet wurde. Im Mittelpunkt des zentralen Barockaltars steht eine gotische Marienstatue, die um 1470 entstanden ist. Bemerkenswert ist auch das Stifterbild, auf dem Hans Hagen mit seinen 13 Kindern kniend und betend dargestellt ist. Die Kapelle wurde in ihrer Geschichte mehrfach restauriert und renoviert, zuletzt in den Jahren 1988/89.[108]

Die St. Antoniuskapelle wurde von 1898 bis 1901 hauptsächlich durch eigene Frondienste der Bewohner der Parzelle Weisenrain errichtet. Schon damals war sie Ausdruck des Wunsches, der südlichste Teil Lustenaus solle eine eigene Pfarre bekommen, was sich aber erst 78 Jahre später mit der Weihe der Kirche zum Guten Hirten erfüllte.[105]

Die Rosenkranzkapelle am Neunerkanal wurde vom Lustenauer Schreinermeister Sigurd Grabher aufgrund eines Gelübdes erbaut und 1989 eingeweiht. Sie befindet sich im Privatbesitz der Familie Grabher.[109]

Profanbauten[Bearbeiten]

Kirchpark mit dem teilweise überdachten Blauen Platz

Auf dem Kirchplatz im Zentrum Lustenaus, wegen seiner blauen Färbung im Volksmund auch Blauer Platz genannt, finden regelmäßig Märkte und sonstige Veranstaltungen statt. Vom Einkaufszentrum Kirchpark im Zentrum Lustenaus ragt eine Vordachkonstruktion aus 2,5 m hohen Brettschichtträgern und einer Hülle aus Polykarbonatplatten 20 m ungestützt über den Platz.[110]

Bemerkenswert sind auch eine Reihe von Industriebauten für die Stickerei und ein beachtlicher Bestand an Einfamilienhäusern mit villenartigem Charakter, beides über weite Teile der Gemeinde verstreut.[111]

Museen[Bearbeiten]

Das Museum Rhein-Schauen zeigt die Geschichte des Rheins und seiner Regulierung und ermöglicht eine Fahrt mit der Dienstbahn der Internationalen Rheinregulierung. [112]

Dem hohen Stellenwert der Stickereiindustrie in Lustenau wird durch das Stickereimuseum mit angeschlossenem Museum Shop Rechnung getragen. [113]

In Rauch’s Radiomuseum sind rund 550 Objekte aus der Zeit von 1920 bis 1970 ausgestellt. [114]

Die Galerie Stephanie Hollenstein beherbergt über 1200 Exponate aus dem Nachlass der expressionistischen Künstlerin Stephanie Hollenstein und 79 Werke des Lustenauer Künstlers Karl Schwärzler.[115] Darüber hinaus finde ständig wechselnde Ausstellungen sowie verschiedene Vorträge und Präsentationen in den Räumlichkeiten statt.[116]

Musik[Bearbeiten]

Seit 1975 richtet der Jazzclub Lustenau regelmäßig Jazzkonzerte aus. So sind Weltstars wie Dexter Gordon, Michel Petrucciani oder Chet Baker schon in Lustenau aufgetreten.[117]

Unter dem Titel Sommer.Lust am Platz finden jeden Freitag von Anfang Juni bis Ende August Open-Air-Konzerte verschiedenster Musikrichtungen auf dem Kirchplatz bei freiem Eintritt statt.[118]

Der Kultur- und Jugendverein „Szene Lustenau“ veranstaltet jeden Sommer mit dem Szene Openair das größte Open-Air-Festival Westösterreichs.[119]

In der Langen Nacht der Musik lädt die Lustenauer Gastronomie jedes Jahr im November zu einem gemischten Programm von Live-Konzerten bei freiem Eintritt. Ein kostenloster Shuttle-Bus bringt dabei die Besucher von einem Lokal zum nächsten.[120]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Luschnouar Markt (Schreibweise nach der Dialektaussprache des Ortsnamens) am Donnerstag und Samstag jeweils Vormittags dient häufig als Rahmen für verschiedenartige Veranstaltungen.[121][122]

Jedes Jahr am letzten Sonntag im September finden das Spielefest Lustenau in Kinderhand und der Stundenlauf zugunsten der Lebenshilfe Vorarlberg statt.[123]

Die Kilbi, das Kirchweihfest der Pfarre St. Peter und Paul, ist das größte Volksfest Vorarlbergs. Jedes Jahr am 2. Sonntag im Oktober bieten etwa 160 Händler rund um den Kirchplatz ihre Waren an.[124]

Der dreitägige Lustenauer Christkindlemarkt[125] und der Silvester am Platz[126] beenden traditionell das Lustenauer Veranstaltungsjahr.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Im Rahmen der Aktion Alt Luschtnouar Koscht bieten jedes Jahr im März verschiedene Gasthäusern und Cafés traditionelle Lustenauer Gerichte an, die größtenteils aus der klassischen Vorarlberger Küche stammen.[127]

Untrennbar mit Lustenau und insbesonders mit der Kilbi verbunden sind Käsdönnala, ein Hefeteigfladen, der mit einer Käse-Zwiebel-Mischung belegt ist.[128]

Lustenauer Senf wird in zahlreichen Variationen in einem traditionellen Familienbetrieb hergestellt und weltweit in Feinkostläden verkauft.[129] Auch die Obstbrände aus dem Hause Freihof sind international bekannt.[130]

Sport[Bearbeiten]

Sportstätten[Bearbeiten]

Ein großer Teil der Sportstätten ist im Sportpark konzentriert. Neben den Parkstadion, einem Leichtathletikstadion mit 400 m Rundlaufbahn, und dem Parkbad, einem Freibad mit 50 m Sportbecken, finden sich auch die Rheinhalle, eine Tennisanlage mit acht Sandplätzen, eine Tennishalle, ein Bogenschützenplatz, eine Sporthalle mit einer Kapazität von rund 1000 Besuchern und der Jugendplatz Habedere auf dem Gelände.[131]

Das Reichshofstadion ist ein bundesligataugliches Fußballstadion mit einer Kapazität von 8.800 Zuschauern. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1951 ist es die Heimstätte des SC Austria Lustenau, von 2006 bis 2013 bestritt dort auch die Profimannschaft des FC Lustenau 07 seine Heimspiele in der Ersten Liga. In unmittelbarer Nähe des Reichshofstadions stehen mehrere Rasenplätze im Rheinvorland für das Training und für Bewerbe der Nachwuchsmannschaften zur Verfügung.[132]

Neben einem kleineren Fußballstadion an der Holzstraße und zwei weiteren Fußballplätzen am Wiesenrain wird das Sportstättenangebot durch zwei Turnhallen der Leichtathletik-Vereine, die Radlerhalle, einen Schießstand, eine zweibahnige Boccia-Anlage und zwei Hundesportplätze abgerundet.[133]

Sportvereine[Bearbeiten]

Der FC Lustenau 07 ist der älteste Fußballverein Vorarlbergs. Nach sieben Saisonen in der Ersten Liga zog sich der Verein 2013 wieder aus dem Profifußball zurück und musste Insolvenz anmelden, konnte aber dank eines Zwangsausgleichs bestehen bleiben.

Der SC Austria Lustenau unterhält seit 1994 eine Profimannschaft, die sich seitdem in den obersten beiden Spielklassen des österreichischen Fußballs halten kann.

Der Eishockeyclub Lustenau (EHC Lustenau) spielt seit seiner Gründung in einer der beiden höchsten österreichischen Ligen. Er bestreitet seine Heimspiele in der Rheinhalle.

Insgesamt sind über 30 Sportvereine der verschiedensten Sportarten in Lustenau beheimatet.[134]

Sportveranstaltungen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Weltgymnaestrada 2007 wurden im Reichshofstadion die Großgruppenvorführungen abgehalten. Nebenbei diente Lustenau als National Village für die Schweizer Athleten und Athletinnen.

Jährlich im Juni findet in Lustenau seit 1989 das Luschnouar Ironmännli statt – ein Sprint-Triathlon (500 m Schwimmen, 19,2 km Radfahren, 5,2 km Laufen).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Datum der Verleihung Name Verdienst
14. Dezember 1888 Eugen Hillmann (1855–1936) Verdienste während des Hochwassers von 1888 [135]
19. März 1905 Philipp Krapf (1854–1939) Rheinbauleiter 1890–1905 [136]
20. Juli 1962 Josef Bösch (1889–1969) Bürgermeister 1946–1960 [137]
18. Jänner 1983 (posthum) Robert Bösch (1922–1983) Bürgermeister 1960–1982 [138]
26. Oktober 1998 Dieter Alge (* 1940) Bürgermeister 1982–1993 [139]
26. Oktober 2011 Hans-Dieter Grabher (* 1947) Bürgermeister 1993–2010 [140]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Bösch (Redaktion); Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenau und seine Geschichte Band 1 – 4, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau, Lustenau 1988–1996.
    • Band 1.: Alfred Bösch: Lustenau und seine Schulen 1988.
    • Band 2.: Erich Schneider: Musik und Theater in Lustenau 1989, ISBN 3-900954-01-1.
    • Band 3.: Adolf Bösch: Unser Gemeindearchiv, Kirchengeschichte in Lustenau, die Flurnamen von Lustenau. 1992, ISBN 3-900954-02-X.
    • Band 4.: Adolf Bösch: Geschichten aus dem alten Lustenau 1996, ISBN 3-900954-04-6.
  •  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4.
  • Annemarie Bösch-Niederer: Lustenau. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 3, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3045-7.
  • Hansgeorg Prix: Elektrische Bahn Dornbirn – Lustenau. Die EBDL 1902–1938, Heyn, Klagenfurt 1988, ISBN 3-85366-560-8.
  • Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau 1902 bis 2002. Eine Chronik. Marktgemeinde Lustenau, Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2.
  • Wolfgang Scheffknecht: Modernisierung und Verbürgerlichung. Lustenau 1860 bis 1914. In: Stadt und Bürgertum im Bodenseeraum. Forschungsberichte – Fachgespräche; Dokumentation zur Internationalen Tagung „Stadt und Bürgertum im Bodenseeraum“, 6. Dornbirner Geschichtstage, 19. bis 21. November 2003. Amt der Stadt Dornbirn, Stadtarchiv, Dornbirn 2008, S. 185–209.
  • Franz Stetter und Siegfried König: Lustenauer Familienbuch. 3 Bände, Federsee-Verlag, Bad Buchau 2012, ISBN 978-3-925171-96-3 (online - Version).
  • Priscilla Waldburg-Zeil: Der Palast von Hohenems Licht und Schatten. – Aus der Familiengeschichte Waldburg-Zeil-Hohenems und Schönborn-Wiesentheid, Győr, ISBN 963-86305-9-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lustenau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Lustenau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Lustenau – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  J. Georg Friebe: Landschaftsgeschichte und Landschaftswandel im Vorarlberger Rheintal. In: R. Alge (Hrsg.): Naturmonographie Gsieg - Obere Mähder (= Vorarlberger Naturschau - Forschen und Entdecken. Nr. 6). Dornbirn 1999, S. 29–34 (PDF-Datei; 262 KB, abgerufen am 22. Oktober 2013).
  2. a b  Elmar Vonbank: Ur- und frühgeschichtliche Zeugen aus der Landschaft um Lustenau. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 13–52.
  3.  Robert Rollinger: Franz Joseph Rosenlächer, römische Münzen aus Lustenau und der Beginn der Beschäftigung mit der römischen Geschichte in Vorarlberg – Eine Spurensuche. In: Vorarlberger Verlagsanstalt (Hrsg.): Montfort (Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Vorarlbergs). 2002, Heft 1, Dornbirn 2002, S. 7–31 (online, abgerufen am 23. Oktober 2013).
  4.  Elmar Grabherr: Die äußere politische Entwicklung Lustenaus. In: Vorarlberger Verlagsanstalt (Hrsg.): Montfort (Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Vorarlbergs). 1979, Heft 2/3, Dornbirn 1979, S. 178–185 (online, abgerufen am 23. Oktober 2013).
  5.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 1.
  6.  Josef Grabherr, Ernst Scheffknecht: Kaiser Karl III. in Lustenau. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 60.
  7.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 84f.
  8.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 24.
  9.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 47f.
  10.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 95.
  11.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 63ff.
  12.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 86f.
  13.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 177–211.
  14.  Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Archivgespräch und Präsentation der Neujahrsblätter. In: Lustenauer Gemeindeblatt. Nr. 19, 2014, S. 7 (online, abgerufen am 8. Mai 2014).
  15.  Karl Heinz Burmeister: Die jüdische Gemeinde in Hohenems und ihre Auswirkungen auf Lustenau. In: Vorarlberger Verlagsanstalt (Hrsg.): Montfort (Vierteljahresschrift für Geschichte und Gegenwart Vorarlbergs). 1989, Heft 3/4, Dornbirn 1989, S. 289–301 (online, abgerufen am 25. Oktober 2013).
  16.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 155–179.
  17.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 199–232.
  18.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 421.
  19.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 261f.
  20.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 311.
  21.  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4, S. 256f.
  22.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 264–267.
  23.  Ludwig Welti, Historische Kommission für Vorarlberg und Liechtenstein (Hrsg.): Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau (= Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins. 4. Band). Universitäts-Verlag Wagner, Innsbruck 1930, S. 269–300.
  24.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 351–365.
  25.  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4, S. 281.
  26.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 427–442, 455–473.
  27.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 326–341.
  28.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 397–408.
  29.  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4, S. 283.
  30.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 364.
  31.  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4, S. 285, 289.
  32.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 35f.
  33.  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4, S. 292ff.
  34.  Ludwig Welti: Vom karolingischen Königshof zur größten österreichischen Marktgemeinde. In: Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenauer Heimatbuch. I. Band, Lustenau 1965, S. 484f.
  35.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 67–76.
  36.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 14–23.
  37.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 98–100.
  38.  Robert Bösch: 75 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Südwest-Presseverlag, Innsbruck 1978, S. 14.
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  40.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 169ff, 198, 200–204, 214.
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  42.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 222f.
  43. a b  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 236–243.
  44.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 243f.
  45.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 245–251.
  46.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 272f.
  47.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 252.
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  50.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 291.
  51.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 330–334.
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  56. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatRegisterzählung vom 31.10.2011 – Demographische Daten, Wanderung. Statistik Austria, 10. Dezember 2013, abgerufen am 12. August 2014 (PDF).
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  70. Rauch/Grüne Vlbg.: Ringstraßenbahn würde Unteres Rheintal entlasten. APA-OTS, 27. August 2004, abgerufen am 9. September 2014.
  71. Bau einer Ringstraßenbahn geprüft. Vorarlberg Online, 30. Juni 2005, abgerufen am 9. September 2014.
  72. „Ringstraßenbahn ist kein Hirngespinst“. ORF Vorarlberg, 26. September 2008, abgerufen am 9. September 2014.
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  76. Lustenauer Abfall-Leitfaden. Marktgemeinde Lustenau, 23. Januar 2014, abgerufen am 9. September 2014.
  77. s'Spatzoneascht
  78. Service und Betreuungsangebote - Kindergarten Lustenau
  79. Volksschulen - Marktgemeinde Lustenau
  80. Mittelschulen - Marktgemeinde Lustenau
  81. Sonderpädagogisches Zentrum - Marktgemeinde Lustenau
  82. Bundesgymnasium - Marktgemeinde Lustenau
  83. Handelsakademie - Marktgemeinde Lustenau
  84. Musikschule Lustenau
  85. Seminar für Jazz und Popmusik - Musikschule Lustenau
  86. Ärzte und Therapeuten - Marktgemeinde Lustenau
  87. Apotheken - Marktgemeinde Lustenau
  88. Seniorenhäuser - Sozialdienste Lustenau
  89. Lustenaus Treffpunkt für Soziales und Gesundheit - Marktgemeinde Lustenau
  90. Informationen zum Standort Lustenau - Marktgemeinde Lustenau
  91. Industrie Nord - Marktgemeinde Lustenau
  92. Millennium Park: Unternehmen willkommen - Marktgemeinde Lustenau
  93. Betriebsgebiet Heitere - Marktgemeinde Lustenau
  94. Lustenau Marketing
  95. Registerzählung vom 31.10.2011 – Arbeitsstätten und Beschäftigte nach Abschnitten der ÖNACE 2008 und groben Beschäftigtengrößengruppen. Statistik Austria, 23. Januar 2014, abgerufen am 10. September 2014 (PDF).
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  97. a b Registerzählung vom 31.10.2011 – Erwerbspendler/-innen nach Pendelziel. Statistik Austria, 10. Dezember 2013, abgerufen am 10. September 2014 (PDF).
  98. Volkszählung vom 15. Mai 2001 – Erwerbspendler nach Pendelziel. Statistik Austria, 5. Februar 2013, abgerufen am 10. September 2014 (PDF).
  99. Registerzählung vom 31.10.2011 – Bevölkerung nach Erwerbsstatus; Erwerbstätige nach Stellung im Beruf und wirtschaftlicher Zugehörigkeit. Statistik Austria, 12. Dezember 2013, abgerufen am 10. September 2014 (PDF).
  100. a b c  Hannes Grabher, Kulturreferat der Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Brauchtum, Sagen und Chronik. Zweite Auflage. Lustenau 2002, ISBN 3-900954-05-4, S. 243f, 268–270, 288.
  101.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 359–362.
  102. Wolfgang Scheffknecht: Geschichte der Pfarrkirche zum göttlichen Erlöser. Erlöserpfarre Lustenau, abgerufen am 17. September 2014.
  103.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 305, 354–356.
  104. Architektur. Pfarre Hasenfeld, abgerufen am 17. September 2014.
  105. a b  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 357f.
  106.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 304, 365.
  107.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 365.
  108. Ferdinand Ortner: Historisches Kleinod: Loreto-Kapelle. Vorarlberg Online, 4. November 2010, abgerufen am 17. September 2014.
  109. 25 Jahre Rosenkranzkapelle - Marktgemeinde Lustenau
  110.  Otto Kapfinger: Baukunst in Vorarlberg seit 1980. 2 Auflage. Hatje Cantz Verlag, 2003, ISBN 3-7757-1150-3, S. 3/15.
  111.  Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch Vorarlberg. Anton Schroll & Co, Wien 1983, ISBN 3-7031-0585-2, S. 302.
  112. Rhein Schauen - Museum und Rheinbähnle - Marktgemeinde Lustenau
  113. Stickereimuseum Lustenau - Marktgemeinde Lustenau
  114. Rauch's Radiomuseum - Marktgemeinde Lustenau
  115. Die Kunstsammlungen der Gemeinde - Galerie Hollenstein
  116. Kunst-Ausstellungen und Öffnungszeiten - Galerie Hollenstein
  117. bis heute/index.html Archiv-Übersicht. Jazzclub Lustenau, abgerufen am 18. September 2014.
  118. Sommer.Lust am Platz - Marktgemeinde Lustenau
  119. Szene Openair Lustenau - Marktgemeinde Lustenau
  120. Lustenau Live - Lange Nacht der Musik - Lustenau Marketing
  121. Der Luschnouar Markt - Marktgemeinde Lustenau
  122. Veranstaltungen - Marktgemeinde Lustenau
  123. Lustenau in Kinderhand - Marktgemeinde Lustenau
  124. Das größte Volksfest des Landes - Lustenau Marketing
  125. Lustenauer Christkindlemarkt - Lustenau Marketing
  126. Silvester am Platz - Lustenau Marketing
  127. Silke Ritter: 30 Jahre Luschnouar Koscht. Vorarlberg Online, 26. Februar 2010, abgerufen am 20. September 2014.
  128. Das Rezept bleibt immer ein Geheimnis. Vorarlberg Online, 13. Oktober 2007, abgerufen am 20. September 2014.
  129. Geschichte. Lustenauer Senf, abgerufen am 20. September 2014.
  130. Schlumberger verkauf Freihof. Österreichischer Wirtschaftsverlag, 10. Juli 2007, abgerufen am 20. September 2014.
  131. Eine einzigartige Anlage für alle Bewegungsfreudigen - Marktgemeinde Lustenau
  132. Reichshofstadion - Marktgemeinde Lustenau
  133. Weitere Sportanlagen - Marktgemeinde Lustenau
  134. Lustenauer Sportvereine - Marktgemeinde Lustenau
  135.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 218f.
  136.  Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Mitteilungen. In: Lustenauer Gemeindeblatt. Nr. 13, 1905, S. 100f.
  137.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 334.
  138.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 342.
  139.  Wolfgang Scheffknecht: 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau. Lustenau 2003, ISBN 3-900954-06-2, S. 346.
  140.  Marktgemeinde Lustenau (Hrsg.): Lustenau hat einen neuen Ehrenbürger und drei weitere Würdenträger. In: Lustenauer Gemeindeblatt. Nr. 44, 2011, S. 5–8.