Lustschloss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Artikel Lusthaus und Lustschloss überschneiden sich thematisch. Hilf mit, die Artikel besser voneinander abzugrenzen oder zusammenzuführen (→ Anleitung). Beteilige dich dazu an der betreffenden Redundanzdiskussion. Bitte entferne diesen Baustein erst nach vollständiger Abarbeitung der Redundanz und vergiss nicht, den betreffenden Eintrag auf der Redundanzdiskussionsseite mit {{Erledigt|1=~~~~}} zu markieren. Jbergner (Diskussion) 20:30, 4. Jan. 2013 (CET)

Als Lustschloss (frz. Maison de plaisance, was sowohl „Landhaus“, als auch frei übersetzt „Lusthaus“ – von plaisir: „Lust“, „Freude“, „Vergnügen“ – bedeutet) bezeichnet man ein kleines Schloss, das dem privaten Vergnügen seines Besitzers diente und abseits von Hofzeremoniell und Staatspflichten bewohnt wurde.

Hintergrund[Bearbeiten]

Mit dem Beginn der Renaissance erwachte im Adel der Wunsch nach repräsentativen Schlössern und langsam wurden die alten Burgen verlassen oder zu wohnlichen Residenzen umgebaut. Im Laufe der Jahre wuchsen viele Adelssitze zu großen Schlössern heran; gleichzeitig veränderte sich das Hofzeremoniell. Die Fürsten standen nun immer mehr im Mittelpunkt einer aufwändigen Hofhaltung, die ihren Zenit im Absolutismus erreichte. Der Adel war von Künstlern, Höflingen, Gesandten, Dienern und Bittstellern umgeben und häufig quollen die Residenzen vor Menschen förmlich über.

Der Wunsch nach mehr Intimität führte nun zum Bau von Lustschlössern, zu denen häufig nur bestimmte Personenkreise Zugang hatten. Hierhin konnten sich ihre Besitzer mit ihrer Familie oder ihren Mätressen zurückziehen, hier konnte man sich der Muße oder dem Vergnügen widmen. Lustschlösser waren vor allem Orte der Feste, des Tanzes und der Musik, oft auch der Literatur und der Malerei. Damit bildeten sie den Gegensatz zur eigentlichen Residenz, welche häufig in der Nähe lag, den Staatsgeschäften diente und in welcher die Etikette gewahrt werden musste.

Höhepunkte dieser Form der Schlossbaukunst waren das Barock und das Rokoko: Die Lustschlösser, häufig versteckt gelegen in prächtigen Schlossparks, zeichneten sich meist durch eine besonders reichhaltige und wertvolle Ausstattung aus, gleichzeitig wurden die Zimmer und Salons intimer und bequemer. An vielen Bauten haben bedeutende Künstler der jeweiligen Region gearbeitet. Berühmte Beispiele sind das Große und das Kleine Trianon im Park von Schloss Versailles, das Schloss Marly-le-Roi oder die Amalienburg im Park von Schloss Nymphenburg.

Die Formulierungen des „Lustschlosses“ – auch des „Jagdschlosses“ – und des „Schlosses“ selbst werden fließend genutzt und meinen oft dasselbe. Häufig veränderte sich der Zweck eines Lustschlosses auch – es konnte im Laufe der Jahre ausgebaut und vergrößert werden und übernahm somit später öffentliche, repräsentative Aufgaben. Ein Beispiel dafür ist Schloss Sanssouci, welches ursprünglich in der Nähe des Potsdamer Stadtschlosses als Lusthaus errichtet und im Laufe der Jahre zur Hauptresidenz Friedrichs des Großen wurde.

Weitere berühmte deutsche Lustschlösser sind Schloss Benrath in Düsseldorf, Schloss Favorite in Ludwigsburg und Lustschloss Favorite in Mainz.