Lutowiska

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Lutowiska
Wappen von Lutowiska
Lutowiska (Polen)
Lutowiska
Lutowiska
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Karpatenvorland
Landkreis: Bieszczadzki
Fläche: 476,00 km²
Geographische Lage: 49° 15′ N, 22° 42′ O49.25111111111122.695833333333Koordinaten: 49° 15′ 4″ N, 22° 41′ 45″ O
Einwohner: 750 (2006)
Postleitzahl: 38-713
Telefonvorwahl: (+48) 013
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Fläche: 475,85 km²
Einwohner: 2115
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 4 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1801052
Verwaltung
Gemeindevorsteher: Włodzimierz Podyma
Adresse: Lutowiska 14
Lutowiska
Webpräsenz: www.lutowiska.pl

Lutowiska ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Karpatenvorland im Powiat Bieszczadzki, Polen. Es ist zugleich Sitz der gleichnamigen Landgemeinde. Die etwa 2200 Einwohner der Gemeinde verteilen sich auf die Ortsteile Lutowiska (Hauptort und Verwaltungssitz), Smolnik, Carynskie, Chmiel, Dziwiniacz, Gorny, Beniowa, Wolosate und Brzegi Górne. Mit 476 km² Fläche gehört sie auch zu den flächengrößten Gemeinden des Landes. Die Gemeinde liegt im Tal des San am Nordrand der Bieszczady, einem Mittelgebirgsrücken des Karpatenbogens. Sie ist zu 94 % bewaldet und somit die waldreichste Gemeinde Polens.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name Lutowiska wird vom russischen litowzcze abgeleitet und bedeutet Sommerweideplatz. Er bezieht sich somit auf die großflächigen Hochalmen in den Kammlagen der Bieszczady, die von den ortsansässigen Bauern als Sommerweide für ihr Vieh genutzt wurden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort entstand im 16. Jahrhundert an der Kreuzung der Handelsstraße vom Uschok-Pass nach Sanok mit der Straße von Przemyśl zum Beskiden-Pass. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage erhielt Lutowiska 1742 von König August III. das Recht, zehn Jahrmärkte im Jahr abzuhalten. Der Viehmarkt von Lutowiska soll über die Grenzen hinaus bekannt gewesen sein. Dort wurden auch langhörnige ungarische Rinder gehandelt, die als Zugochsen begehrt waren. Von Anfang des 18. Jahrhunderts bis 1919 hatte Lutowiska auch Stadtrecht und hieß nach dem Stadtgründer Ludwik Urbanski Urbanice. Während der deutschen Besetzung Polens (1939–1944/45) gehörte Lutowiska zur Kreishauptmannschaft Sanok. Viele Bürger Lutowiskas waren Juden. Sie wurden im Juni 1942 getötet. Ihre Häuser und die Synagoge wurden zerstört.

Von 1945 bis 1951 war Lutowiska Teil der Sowjetunion und hieß Schewtschenko/Шевченко. Es wurde dann im Rahmen eines großen Gebietsaustausches an Polen zurückgegeben (dann mit dem polnischen Namen Szewczenko) und erhielt 1957 seinen alten Namen wieder. Seit Gründung des Bieszczady-Nationalparks im Jahre 1973 ist Lutowiska Nationalparkgemeinde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lutowiska: Im Sommer schweift der Blick über bunt blühende Bauerngärten in das reich gegliederte Bergland.

Das Bauerndorf und spätere Handelsstädtchen wandelte sich seit Nationalparkgründung zu einem Fremdenverkehrsort mit zahlreichen Beherbergungsquartieren. Das Angebot reicht von Wandern über Radfahren und Reiten bis zu Schifahren (Abfahrts- und Langlauf) im Winter. Wander-, Reit- und Radwege sind vorhanden, ebenso wie ein Schilift. Besondere Wanderziele sind die Hochalmen und Gipfel der Bieszczady. Ein besonderer Wert wird auf die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus gelegt. Die Nationalparkverwaltung bietet auch ein umfangreiches Umweltbildungsangebot bereit. Im Gebiet der Gemeinde Lutowiska bestehen allein 12 Naturlehrpfade. Im oberen Santal befindet sich auch ein Gestüt, in dem Huzulen-Pferde gezüchtet werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die katholische Kirche in Lutowiska prägt das Ortsbild
  • Jüdischer Friedhof von Lutowiska
  • Orthodoxe Kirche von 1791 im Ortsteil Smolnik
  • Katholische Kirche in Lutowiska

Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Pferdemesse im Juli: Zum Verkauf kommen auch Huzulen-Pferde aus dem Gestüt Jazdy Konne im oberen San-Tal.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Zentrum von Lutowiska befindet sich auch ein Informationszentrum der Verwaltung des Bieszczady-Nationalparks.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lutowiska – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 19. Juni 2014.