LyX

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Dieser Artikel behandelt das das Textverarbeitungssystem LyX; für andere Bedeutungen des Begriffes Lyx siehe Lyx (Begriffsklärung).
LyX
Logo von LyX
LyX 1.6.5
Lorem Ipsum mit LyX 1.6.5
Basisdaten
Entwickler LyX-Team
Aktuelle Version 2.1.2
(26. September 2014)
Betriebssystem Linux, Mac OS X, Windows, Unix
Programmier­sprache C++
Kategorie DTP
Lizenz GPL
Deutschsprachig Ja (mehrsprachig)
lyx.org
Mit LyX gesetzter Blindtext

LyX ist ein grafisches Textverarbeitungssystem, das zur Ausgabe das Textsatzsystem LaTeX nutzt. Es kombiniert eine anschauliche grafische Benutzeroberfläche mit typografisch hochwertiger Ausgabe.

Besonderheiten von LyX[Bearbeiten]

Die Benutzeroberfläche sieht auf den ersten Blick ähnlich aus wie bei anderen grafischen Textverarbeitungssystemen wie OpenOffice.org Writer oder Microsoft Word. Das Konzept unterscheidet sich jedoch erheblich.

Trennung von Texterfassung und Satz[Bearbeiten]

Bei LyX erfolgt die Formatierung des Dokuments erst bei der Ausgabe. Zunächst wird der Text ohne Formatierung erfasst. Dabei teilt der Benutzer dem System mit, welche Funktion wie Überschrift, Titel, oder Normaler Text er im fertig formatierten Dokument einnehmen soll. Zur Ausgabe wird die Makrosprache LaTeX des Textsatzprogramms TeX eingesetzt. Deshalb gewährleistet LyX qualitativ höchstwertigen Satz. Zusätzlich besondere Stärken liegen in der Darstellung mathematischer Formeln und der Verwaltung von Fußnoten und Stichwortverzeichnissen.

Darstellung beim Editieren[Bearbeiten]

Beim Editieren des Dokuments ist die Ansicht optimiert für die Darstellung am Bildschirm. Ähnlich wie bei HTML orientiert sich die Länge der Zeilen an der Breite des Fensters und ein Seitenumbruch erfolgt nicht am Bildschirm. Für strukturelle Elemente des Dokuments verfolgt LyX eine Strategie des WYSIWYM.

Strukturelle Elemente wie Überschriften oder Aufzählungen werden so formatiert, dass sie als solche erkennbar sind, jedoch nicht notwendigerweise so, wie sie im gedruckten Dokument erscheinen. So kann zum Beispiel für die Überschriften eine für den Bildschirm optimierte Schrift gewählt werden, ohne dass das Einfluss auf das gedruckte Ergebnis nimmt.

Eingabe über Tastatur oder über Maus[Bearbeiten]

Für die Erfassung des Dokuments stehen bei den meisten Elementen sowohl ein grafischer Zugang über die Maus, als auch einer über die Tastatur zur Verfügung. Insbesondere werden viele Befehle der LaTeX-Syntax erkannt und automatisch in eine passende grafische Darstellung umgesetzt.

Nicht erkannte Befehle werden bei der Ausgabe unverändert an LaTeX weitergegeben. Auf diese Weise ist es möglich, sämtliche Möglichkeiten von LaTeX zu nutzen. Im Editierfenster werden diese Befehle in roter Schrift angezeigt. Diese Anzeige läuft dem Projektziel entgegen, im Editierfenster keine Befehle anzuzeigen. Daraus entwickelte sich projekt-intern, halb scherzhaft, die Bezeichnung Evil Red Text, böser roter Text, abgekürzt ERT.[1]

Entwicklung[Bearbeiten]

LyX wurde 1995 vom damaligen Informatikstudenten Matthias Ettrich im Rahmen seiner Studienarbeit mit dem GUI-Toolkit Motif entwickelt. Als er nach Beendigung der Studienarbeit im Internet nach Mitstreitern suchte, um LyX gemeinsam weiterzuentwickeln, musste er feststellen, dass nur wenige Erfahrungen oder Zugang zu Motif hatten. Daher suchte er nach einem neuen, freien GUI-Toolkit. Die Wahl fiel schließlich auf das Toolkit XForms. In späteren Jahren wurde das GUI Independence Framework eingeführt, um zu erreichen, dass neben XForms auch noch weitere GUI-Toolkits (Qt, Gtk) verwendet werden können. In aktuellen Versionen wird nur noch das GUI-Toolkit Qt unterstützt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: LyX – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. What is Evil Red Text?, Erklärung des Begriffs ERT.