Lychen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Uckermark | |
| Höhe: | 60 m ü. NN | |
| Fläche: | 110,51 km² | |
| Einwohner: |
3523 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 32 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17279 | |
| Vorwahl: | 039888 | |
| Kfz-Kennzeichen: | UM | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 73 384 | |
| LOCODE: | DE LYC | |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Am Markt 1 17279 Lychen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Sven Klemckow (parteilos) | |
| Lage der Stadt Lychen im Landkreis Uckermark | ||
Die uckermärkische Stadt Lychen [lyːçən] ist ein inmitten des Naturparkes Uckermärkische Seen gelegener staatlich anerkannter Erholungsort im Landkreis Uckermark im Norden Brandenburgs. Seit dem 11. Oktober 2008 führt die Stadt die Zusatzbezeichnung „Flößerstadt“, die aber nicht Bestandteil der amtlichen Schreibweise ist.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Die Stadt liegt zwischen sieben uckermärkischen Seen: Wurlsee, Großer Lychensee, Nesselpfuhl, Stadtsee, Oberpfuhl, Zenssee, Platkowsee. Es gibt im Gemeindegebiet noch andere größere Seen, wie den Großen Küstriner See. Über die Woblitz ist Lychen mit der Oberen Havel-Wasserstraße, über den Küstriner Bach mit der Feldberger Seenlandschaft verbunden. Im Norden grenzt das Gebiet Lychens an den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, im Westen an den Landkreis Oberhavel.
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Laut Hauptsatzung[3] gliedert sich die Stadt Lychen (neben der Kernstadt) in drei Ortsteile und Gemeindeteile[4]:
- Ortsteil Rutenberg mit dem bewohnten Gemeindeteil Eichhof
- Ortsteil Retzow mit den bewohnten Gemeindeteilen Kastaven, Sähle und Wurlgrund
- Ortsteil Beenz mit den bewohnten Gemeindeteilen Marienheim und Stabeshorst,
Zur Kernstadt Lychen gehören die Gemeindeteile Küstrinchen, Seeberg, Tangersdorf und Türkshof
Dazu kommen noch die Wohnplätze: Am Großen Lychensee, Ausbau Lüder, Beenzer Ausbau, Beenzhof, Birkental, Bohmshof, Brennickenwerder, Collinshof, Drei Seen, Dünshof, Fegefeuer, Georgenhöhe, Heckenhaus, Hinterfeld, Kolbatzer Mühle, Kuckuckswerder, Langes Werder, Lexoshof, Lindenhof, Marienhof, Mückenfang, Punskuhl, Reiherhals, Sängerslust, Schleusenhof Regow, Schlüßhof, Schreibermühle, Seeblick, Süßer Grund, Tonkünstlerheim, Vorderfeld, Wuppgarten und Zenshaus[4].
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
| 1875 | 1890 | 1910 | 1925 | 1933 | 1946 | 1950 | 1964 | 1971 | 1981 | 1989 | 1993 | 2001 | 2008 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2349 | 2547 | 3208 | 3867 | 3725 | 3649 | 3663 | 3562 | 3693 | 3542 | 3538 | 3652 | 3989 | 3626[5] |
(Angaben ab 2007 zum 31. Dezember des angegebenen Jahres. Man beachte bei den sprunghaften Anstiegen zeitliche Distanzen und Eingemeindungen.)
Geschichte [Bearbeiten]
Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte im Jahr 1248 als in Liechen. Die Schreibweise Lychen gilt für 1299 als nachgewiesen.
Erste Funde einer Besiedlung des Lychener Gebiets stammen aus der Mittleren Steinzeit. Im Zuge der Völkerwanderung (5.–6. Jahrhundert) siedelten sich Slawen an. Ihre Siedlungen legten sie auf Inseln und Halbinseln an und errichteten Fluchtburgen, wie z. B. den Burgwall (jetziges Hotel „Lindenhof“) auf einer Halbinsel im Wurlsee.
Markgraf Johann I. gründete dann 1248 die Stadt. Sie bekam eine sechs Meter hohe Stadtmauer und drei Tortürme, die allerdings nicht mehr erhalten sind. Infolge kriegerischer Auseinandersetzungen fiel Lychen 1302 an Mecklenburg. 150 Jahre später eroberte der Markgraf Johann von Brandenburg die Stadt zurück und sie kam nach dem Frieden zu Wittstock wieder zu Brandenburg. Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) und zwei Großfeuer (1648, 1732) vernichteten mehrmals fast die gesamte Stadt. Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) kam Lychen unter schwedische Besetzung.
Mit Eröffnung der Bahnstrecke Britz–Fürstenberg im Jahre 1899 entwickelte sich Lychen zum Erholungsort. 1903 gründete Prof. Pannwitz Volksheilstätten des DRK in Hohenlychen.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Friedhof der Jüdischen Gemeinde in der Stargarder Straße hinter dem Stadttor geschändet und zerstört. Daran erinnert seit 1970 ein Gedenkstein, den die Jüdische Landesgemeinde Mecklenburg aufstellen ließ.
Im Zuge der Ämterbildung 1992 im Land Brandenburg schlossen sich die Gemeinden Beenz, Retzow, Rutenberg und die Stadt Lychen am 10. Oktober 1992 zum Amt Lychen zusammen.[6]. Das Amt hatte seinen Sitz in der Stadt Lychen. Seit 1996 ist Lychen „Staatlich anerkannter Erholungsort“. Am 31. Dezember 2001 wurden Beenz, Retzow und Rutenberg in die Stadt Lychen eingegliedert und das Amt Lychen aufgelöst[7]. Seitdem sind Beenz, Retzow und Rutenberg Ortsteile der Stadt Lychen.
Sanatorium Hohenlychen [Bearbeiten]
1902 gründete der "Volksheilstättenverein vom Roten Kreuz" in Lychen/Hohenlychen die Heilanstalten Hohenlychen zur Bekämpfung von Tuberkulose, zunächst zur Behandlung erkrankter Kinder. Nach schrittweiser Erweiterung wurde 1912 die Abteilung XIV, das Kaiserin Auguste Viktoria-Sanatorium gebaut und 1913 ein Krankenhaus.
Im Zweiten Weltkrieg wurde es unter Leitung von Dr. Karl Gebhardt zunächst zu einer orthopädischen Klinik und dann zu einem Krankenhaus der Waffen-SS umgestaltet. Hier arbeitete unter anderem der Lungenfacharzt Kurt Heißmeyer, der seit Juni 1944 im KZ Neuengamme Menschenversuche an sowjetischen Kriegsgefangenen vornahm und im November 1944 zwanzig jüdische Kinder im Alter zwischen 5 und 12 Jahren aus Auschwitz mit Tuberkulose infizierte.[8]
Politik [Bearbeiten]
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 2. Juni 1993 genehmigt.
Blasonierung: „In Rot über blau-silbernem Wellenschildfuß eine silberne Burg, mit zwei pyramidenförmigen bezinnten Türmen, belegt mit je einem schwarzen Fenster, und einer torlosen bezinnten und gequaderten Mauer dazwischen; darüber schwebend zwischen zwei sechsstrahligen silbernen Sternen ein silberner Schild mit goldbewehrtem rotem Adler.“[9]
Die Burg soll die Stadtmauer mit ihren Türmen symbolisieren. Die Wellen symbolisieren die Seen um Lychen. Da Lychen zur Mark Brandenburg gehörte, wurde der Adler in das Wappen aufgenommen. Im 14. Jahrhundert wurde in Lychen Geld geprägt. Auf den Münzen war der Markgraf von Brandenburg zwischen Sternen dargestellt. Daher befinden sich auf dem Wappen Sterne.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
In der Liste der Baudenkmale in Lychen stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
- Die evangelische Stadtkirche St. Johannes wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als frühgotischer Feldsteinbau errichtet.
- Das am Marktplatz gelegene Rathaus der Stadt wurde 1748 anstelle eines Vorgängerbaus im Barockstil errichtet und nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.
- Von der zwischen 1302-1304 aus Feldsteinen erbauten mittelalterlichen Stadtmauer sind noch große Teile erhalten.
- In der Schreibermühle war ein in den 1920er Jahren von Elsa Brändström gegründetes Heim für ehemalige Kriegsgefangene untergebracht.
- Im Flößereimuseum wird eine der früher wirtschaftlichen Grundlagen Lychens gewürdigt.
- Im Ortsteil Retzow die Ruine einer gotischen Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert
Sportvereine [Bearbeiten]
- Lychen United (Freizeitsport)
- SV Germania Lychen (Fußball)
- SV Berolina Lychen (Handball, Leichtathletik)
- Seglerverein Lychen 1990 e. V.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
In Lychen wurde die Reißzwecke 1903 erfunden, zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es hier kleine Reißzweckenfabriken. Heute erinnert ein Denkmal an den Erfinder Johann Kirsten.
Verkehr [Bearbeiten]
Lychen liegt zwischen den Bundesstraßen 96 und 109. Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind Wandlitz an der A 11 und Birkenwerder an der A 10. Die Bahnlinie Fürstenberg–Templin über Lychen wird nach ihrer Stilllegung seit 1996 als Fahrrad-Draisinenstrecke genutzt.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- David Franck (1682–1756), Historiker, Schulrektor und Prediger
- Johann Kirsten, er erfand 1903 die Reißzwecke
- Erika Pannwitz (1904–1975), Mathematikerin
- Heinz Kluth (1922–1977), Soziologe
- Karl Rätsch (* 1935), Bildhauer[10]
- Joachim Hantke (* 1943), Dolmetscher, Pflanzenkundler, Schriftsteller, Chronist, Leiter des Historienstammtisches[11][12]
- Freia Hoffmann (* 1945), Musikwissenschaftlerin
- Hans-Christoph Blumenberg (* 1947), Filmkritiker, Drehbuchautor und Filmregisseur
- Uwe Jähnichen (* 1962) Maler, Bildhauer, Galerist[13][14]
Ehrenbürger [Bearbeiten]
- Gotthold Pannwitz (1861–1926): Arzt und Gründer der Lungenheilstätte Lychen
Persönlichkeiten mit Verbindungen zur Stadt [Bearbeiten]
- Klaus Voormann, Bassist, Grafiker, Fotograf und (enger) Freund von John Lennon und Paul McCartney, lebte als Kind zeitweilig in Lychen. In einem Interview betonte er, dass er als gebürtiger Berliner keine Beziehung zu dieser Stadt habe, da seine Kindheitserinnerungen in Lychen lägen.
- Siegmund Cohrs (1845-1924), Kommerzienrat, Unterstützer der Victoria-Louise-Kinderheilstätte und Sponsor der Cohrs-Stiftung, stiftete 5000 Mark an die Stadt Lychen zur Errichtung einer Kinderhilfseinrichtung. 1914 bekam er die Ehrenbürgerschaft durch die Stadt Lychen, die 1939 posthum widerrufen wurde.
Literatur [Bearbeiten]
- Liselott Enders: Historisches Ortslexikon der Mark Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ Lychen ist nun Flößerstadt, Märkische Allgemeine, 13. Oktober 2008, S. 5
- ↑ Hauptsatzung der Stadt Lychen vom 6. Juli 2009 PDF
- ↑ a b Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg - Stadt Lychen
- ↑ http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Otab/2009/OT_A01-04-00_124_200812_BB.pdf
- ↑ Bildung des Amtes Lychen. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 6. Oktober 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 82, 26. Oktober 1992, S.1918.
- ↑ Eingliederung der Gemeinden Beenz, Retzow und Rutenberg in die Stadt Lychen Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 10. Dezember 2001 Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 52, Potsdam, den 27. Dezember 2001, S.902 PDF
- ↑ Hans Waltrich: Zur Geschichte der Heilanstalten vom Roten Kreuz in Hohenlychen
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
- ↑ Kulturserver des Landes Brandenburg: Karl Rätsch abgerufen am 13. Februar 2011
- ↑ http://www.lychen.de/Vereine.30.0.html HP der Stadtverwaltung abgerufen am 22. Oktober 2010
- ↑ der Chronist Handtke über Lychen
- ↑ berliner-zeitung/archiv Lychen
- ↑ uwe-jaehnichen beim kulturserver-brandenburg.de/ abgerufen am 13. Februar 2011
Weblinks [Bearbeiten]
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