Bärlappe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Lycopodium)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bärlappe
Schlangen-Bärlapp (Lycopodium annotinum)

Schlangen-Bärlapp (Lycopodium annotinum)

Systematik
Lycophyten
Unterabteilung: Lycopodiophytina
Klasse: Bärlapppflanzen (Lycopodiopsida)
Ordnung: Bärlappartige (Lycopodiales)
Familie: Bärlappgewächse (Lycopodiaceae)
Gattung: Bärlappe
Wissenschaftlicher Name
Lycopodium
L.

Bärlappe (Lycopodium, Schlangenmoos, Drudenfuß, Wolfsfuß)[1] sind eine Gattung der Abteilung Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta). Die Vertreter der Ordnung der Bärlappartigen sind erstmals im Zeitalter des Karbons (im Oberkarbon vor etwa 318–299 Mio. Jahren) aufgetreten und es gibt sie bis zur Gegenwart.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Charakteristisch für diese Gattung ist wie für die Flachbärlappe die Differenzierung des Sprosses in eine ober- oder unterirdisch kriechende Hauptachse und aufsteigende oder aufrechte, kürzere Seitenäste. Die Grundachse kann dabei Längen von mehreren Metern erreichen.

Alle Sprossen sind dichotom verzweigt, allerdings können sowohl im Bereich der Grundachse als auch im Bereich der Seitensprosse sowohl anisotome (die beiden Zweige sind verschieden) wie isotome (die beiden Zweige sind gleich gestaltet) Verzweigungen auftreten, wodurch sehr verschiedene Wuchsformen zustande kommen können.

Im Gegensatz zu den Flachbärlappen sind die Laubblätter in dieser Gattung nadelförmig mit Längen von mehreren Millimetern. Sie sind spiralig allseitig um die Stängel der Seitensprosse angeordnet. Hierdurch werden diese im Querschnitt rundlich mit einem Durchmesser von 5–12 mm (einschließlich der Blätter).

Bei allen Lycopodium-Arten befinden sich die Sporophylle in deutlich abgesetzten ähren- oder keulenförmigen, endständigen Abschnitten. Sie sind meist deutlich kleiner, immer jedoch verschieden von den Laubblättern.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die meisten Arten kommen aus den gemäßigten und subarktischen Gebieten und wachsen oft in offenen Wäldern, insbesondere Nadelwäldern, felsigen Abhängen, Mooren[1] oder in Heiden. Der Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum) kommt sogar in Gebirgslagen des tropischen Afrika vor.

Systematik und Arten (Auswahl)[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Auf die evolutionsgeschicht(lich)e Bedeutung und die allgemeinen Vermehrungsmechanismen müsste noch eingegangen werden.

Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst, aber kopiere bitte keine fremden Texte in diesen Artikel.

Es gibt bei dieser Gattung unterschiedlich weite Auffassungen, die bei den verschiedenen Autoren weit auseinandergehen. Die taxonomischen Einordnung und Untergliederung der Bärlappgewächse und damit auch der Gattung Bärlappe ist noch mit viel Unsicherheit befrachtet. In diesem Fall werden unter anderem die Flachbärlappe als Sektion Complanata oft hier eingegliedert. Über die Eigenständigkeit der Gattung Lycopodiella (mit dem Sumpf-Bärlapp) besteht dagegen inzwischen weitgehend Einigkeit. Die hier beschriebenen Arten werden, wenn die Gattung in weiterem Sinne aufgefasst wird, als Sektion Clavata zusammengefasst.

Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum)

Im Gegensatz zu den Flachbärlappen bilden die Arten dieser Gattung fast keine Hybriden. Von den 15 bis 25 Arten sind in Mitteleuropa vertreten:

Verwendung[Bearbeiten]

Die Sporen des Keulen-Bärlapps finden in der Homöopathie Verwendung. Bärlappe sind aber auch ein traditionelles Heilmittel bei Naturvölkern und fanden auch in Mitteleuropa traditionell Verwendung. Anwendungsgebiete waren und sind teilweise noch immer: als Wundmittel[1], besonders bei schlecht heilenden Wunden, bei Krämpfen aller Art, Gicht und Rheuma.

Bei traditionell hergestellten Pillen wurden Bärlappsporen als Trennmittel verwendet, um ein Zusammenkleben zu verhindern.[1]

Bärlappe enthalten ätherische Öle und Alkaloide (v.a. Lycopodin[3]). Auffällig ist auch eine starke Konzentration von Aluminium-Ionen im Zellsaft.[3]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Bärlappsporen werden bereits seit dem jungsteinzeitlichen Schamanismus weltweit zum Erzeugen pyrotechnischer Effekte benutzt. Heute werden sie von Feuerspuckern gern anstelle von brennbaren Flüssigkeiten verwendet. Der Effekt beruht auf einer Verpuffung, ähnlich einer Mehlstaubexplosion, da die Sporen im zerstäubten und trockenen Zustand eine große Teilchenoberfläche aufweisen.

Trivia[Bearbeiten]

Die Band Rammstein verwendete für ihre Amerika-Tournee 2012 etwa 4 Tonnen Lycopodium aus chinesischer Ernte, wobei die chinesische Jahresernte nur ca. 11 Tonnen betrug.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler (Begr.), Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen. 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • Franz Fukarek: Abteilung Farnpflanzen, Gefäß-Sporenpflanzen, Pteridophyta. In: Urania Pflanzenreich in vier Bänden. Band 2. Moose, Farne, Nacktsamer. Urania, Leipzig/Jena/Berlin 1992, ISBN 3-332-00495-6.
  •  Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Unter Mitarbeit von Theo Müller. 7., überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Walter Meusel, Joachim Hemmerling: Die Bärlappe Europas. In: Die Neue Brehm-Bücherei. Band 401, Westarp, Hohenwarsleben 2003, ISBN 3-89432-785-5.
  • Warren H. Wagner Jr., Joseph M. Beitel: Lycopodium. In:  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1993, ISBN 0-19-508242-7, S. 25 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). online.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Bärlappartige. In: Lexikon der Biologie. Band 2. Arktis bis Blast-Zellen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 3-8274-0327-8, S. 237.
  2. Bärlappe, Ordnungen und deren zeitliches Auftreten. In: Lexikon der Biologie. Band 2. Arktis bis Blast-Zellen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 3-8274-0327-8, S. 237 (Randtext).
  3. a b Bärlappartige. In: Lexikon der Biologie. Band 2. Arktis bis Blast-Zellen. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 3-8274-0327-8, S. 236.
  4. Süddeutsche Zeitung Magazin vom 6. Juli 2012 - „Wer zu Lebzeiten gut auf Erden“: „Rammstein - Mit Deutschlands größtem Kulturexport auf Tour in Amerika“. Seite 21.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lycopodium – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!