Lykophron aus Chalkis

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Lykophron aus Chalkis (* um 320 v. Chr.; † nach 280 v. Chr.) war ein griechischer Grammatiker und Dichter.

Der in Chalkis, dem Hauptort der Insel Euböa, geborene Lykophron wird zur tragischen Plejade gerechnet, sieben zu ihrer Zeit bedeutenden Tragödiendichtern am Hof des ägyptischen Königs Ptolemaios II. Laut Johannes Tzetzes soll er „64 oder 46“ Tragödien verfasst haben, zu zwanzig ist in der Suda der Titel überliefert. Erhalten sind daraus nur wenige Zeilen. Mehrere Tragödien scheinen zeitgeschichtliche Themen behandelt zu haben, die Kassandreis z. B. eine Geschichte aus der 316 gegründeten Stadt Kassandra. Erhalten sind auch mehrere Zeilen des Satyrspiels Menedemos über einen mit Lykophron befreundeten Philosophen.

Lykophron war Verfasser eines Werkes Über Komödien, das von späteren Grammatikern wegen seiner Oberflächlichkeit kritisiert wurde. An der Bibliothek von Alexandria war er für die Erfassung und Ordnung der Komödien zuständig.

Für Ptolemaios II. soll er ein Anagramm angefertigt haben, bei dem er die Buchstaben Πτολεμαίος in die schmeichelnde Reihenfolge απο μελίτος = von Honig brachte.

Seit der Antike, d. h. seit dem Eintrag über ihn in der Suda, wird Lykophron zudem häufig als Autor des erhaltenen dramatischen Monologs Alexandra bezeichnet, seine Identität mit dem Verfasser dieses Werks wird aber auch schon in den ältesten Scholien (Randbemerkungen) zu den Handschriften in Frage gestellt. Heute ist die Entstehung der Alexandra zu Beginn des 2. Jahrhunderts v. Chr. erwiesen, dennoch wird sie ihm teilweise noch immer zugeschrieben.

Literatur[Bearbeiten]

Textausgaben
  • Eduard Scheer: Lycophronis Alexandra. 2 Bände, Berlin 1881–1908. Nachdruck 1958 (grundlegende kritische Ausgabe der Alexandra)
Sekundärliteratur

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Lykophron – Quellen und Volltexte